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Lötifanten

Vor einiger Zeit ärgerte ich mich bei einer Lötarbeit mal wieder über die fehlende 3.Hand. Auf der Suche nach einer stabilen Lösung bin ich dann über das Lötfanten-Projekt des Eigenbaukombinats Halle gestolpert. Das klang nach einer super Gelegenheit, um das FabLabMacherburg“ in Magdeburg zu testen.

Also fix Kontakt mit André aufgenommen und direkt einen Termin ausgemacht.

Im Vorhinein hatten wir schon verschiedene Änderungen besprochen. Ich wollte z.B. die Grundplatte gerne größer und auch einige Lötifanten mit dickem Rüssel, so dass man sie für dickere Kabel/Stecker aussparen kann, haben. Außerdem wollte uns beiden nicht einleuchten, warum die Lötifanten unbedingt drei Füße haben müssen. Die besprochenen Änderungen haben wir dann direkt für eine Anfängerlektion „CNC-Programmierung“ genutzt, denn leider ist die Vorlage des Eigenbaukombinats hoffnungslos veraltet und in einem proprietären Format abgespeichert. Außerdem war die Vorlage nicht skalierbar.

Das führte im Ergebnis dazu, dass wir die Vorlage komplett neu erstellten und in ein zeitgemäßes Format überführten (Download siehe unten).

Versuch 1 starteten wir mit der CNC-Fräse der Macherburg:

Leider ist die aktuell noch etwas Wurm-behaftet und verliert gelegentlich ihren 0-Punkt. Das passierte leider auch bei meinem ersten Versuch.

André war aber so freundlich, mir seine eigene CNC-Fräse zur Verfügung zu stellen, so dass wir darauf einen neuen Versuch starten konnten:

Damit funktionierte es dann super und am nächsten Tag (ein Durchlauf dauerte ca. 25 Minuten) konnte ich dann drei Lötifanten-Sets zum ausprickeln abholen:

Ein Set ist für mich und die zwei anderen gab es zu Weihnachten für Vaddern und Tobias. Von der Besten mopste ich anschließend noch ein paar Wäscheklammern und beraubte sie ihrer Federn. Fertig zusammengesetzt sehen die Lötifanten so aus:

Rechts seht ihr die Versionen mit dickem und dünnem Rüssel. Das Brett selbst ist so groß, dass man die Lötifanten sowohl parallel als auch 90° versetzt anordnen kann.

Ich habe sie natürlich auch direkt getestet:

Super! Eine deutliche Erleichterung. Die Klemmkraft hält die Kabel schön an Ort und Stelle.

Allerdings zeigte sich, dass es ganz entscheidend auf die Breite der Federn ankommt. Ich habe mir für das 12mm Sperrholz die breitesten Federn (11mm) aus dem Fundus der Besten gesucht und die reichen gerade so. Bei kürzeren Federn verdrehen sich Ober- und Unterteil der Lötifanten. Beim nachbauen würde ich daher ggf. auf 9mm Sperrholz ausweichen und die Federn entsprechend kürzen oder mir direkt breitere Wäscheklammern suchen.

Damit die Nachwelt noch etwas davon hat, findet ihr hier (und im Downloadbereich) die neuen Vorlagen für die CNC-Fräse eurer Wahl:

Anschließend nochmals mein ganz herzlicher Dank an André. Ohne seine Hilfe und Geduld wäre das niemals was geworden! Toll, dass es sowas wie die Macherburg gibt!

Stop in the name of…

Parkt man einen Anhänger draußen, zieht man die Bremse an. Klar. Doof ist nur, dass die Bremsen dann gerne fest gammeln. Um dies bei der Lafette zu vermeiden habe ich erst mit Unterlegkeilen experimentiert, was jedoch nicht zuverlässig funktionierte. Durch Zufall bin ich dann über Stützräder mit Feststellbremse gestolpert. Genau sowas Suche ich. Aber Geld ausgeben mache ich ja nur äußerst ungerne. Wäre doch gelacht, wenn man da nicht was basteln könnte.

Schauen wir uns doch mal das serienmäßige Vorderrad der Lafette an:

OK, wir halten fest: Die Felge ist krumm, die Radführung ebenfalls und der Reifen eiert ordentlich. Beste Voraussetzungen also!

Ich habe dann erstmal die Radführung soweit als möglich begradigt. Danach habe ich die schon in der Felge vorhandenen Löcher aufgebohrt und von einem alten Alu-Rohr Distanzhülsen abgeschnitten:

Die Hülsen kamen mit Unterlegscheiben auf Bolzen und durch die Felge:

Damit das Ganze später auch mit überschaubarem Aufwand zu (de-)montieren ist, kamen auf die gegenüberliegende Seite Flügelmuttern:

Fertig montiert verhindern die Bolzen sicher eine Rotation des Stützrades, indem sie auf der Radführung aufliegen:

So kann der Anhänger nicht vor oder zurück rollen. Die seitliche Drehung verhindern schon die Aussparungen im Tragrohr des Stützrades.

Natürlich ist das nix, um den voll beladen Anhänger am Berg zu sichern, aber leer auf dem ebenen Hof hält es ihn sicher an Ort und Stelle, ohne dass mir die Bremse fest gammelt. Mal sehen, ob es sich bewährt.

2in1 Werkstattwagen II

Im ersten Teil hatte ich ja vom Bau meines neuen Werkstattwagen/-Unterschranks berichtet. Wir verließen das Schlachtfeld mit den fertig montierten Korpussen, welche auf ihre falschen Fronten warteten:

Korpusse fertig

Der ursprüngliche Plan sah ja vor, den Unterschrank zu einem kleinen Werkstattwagen umzufunktionieren. Hierzu mussten die Rollen aber so klein sein, dass er später noch mit montierter Arbeitsplatte unter die Werkbank passen würde. Entsprechend klein mussten die Hasen werden:

Schon bei einem ersten Testlauf mit provisorisch gefüllten Schubladen zeigte sich, dass die Rollen dauernd in den Fugen der Pflastersteine hängen bleiben. Das Ding schob sich wie ein bockiges Kind. Danke, hab ich schon. Kack Plan.

Also umgehend die Rollen wieder demontiert und doch einen normalen Unterschrank draus gebaut. Damit dieser unter die bestehende Werkbank passt, musste der angrenzende Schubladenschrank ein wenig zur Seite rücken, was jedoch die Befestigungsmutter des Schraubstocks doof fand. Ich habe dann mit der Säge vermittelnd eingegriffen:

Das sieht doch schon mal zweckdienlich aus:

Fehlen noch die Fronten. Hier habe ich mich für die ehemalige Tür des Unterschranks entschieden. Das Muster passte zur obersten Schublade, die Breite stimmte und sie war ohne Anschlussverwendung vorhanden. Ich habe zwischen den einzelnen Fronten einen Zentimeter Luft gelassen und jeweils bündig mit dem Schubladenboden abgeschlossen. Ist okay, aber keine Augenweide. Beim nächsten Mal würde ich nur 0,5 cm Luft lassen und die Blende auch an der Unterseite überstehen lassen. Vereinfacht die gleichmäßige Ausrichtung deutlich.

Für die Griffe habe ich mich an der obersten Original-Schublade orientiert und eine Bohrschablone gebastelt, während das kleine Schräubchen genüsslich meine scharfen Salzlakritz wegmümmelte:

Für die Montage der Blenden habe ich einen Trick von Operation Eigenheim getestet und Heißkleber verwendet. Fazit: Ja, kann funktionierten, allerdings nicht auf der glatten Seite einer Siebdruckplatte. Also ganz klassisch mittels Klemmzwinge:

Auch hierbei half es, dass ich die alte Tür recycelt habe. Die passte von der Breite her genau, so dass es ausreichte sowohl auf dem Korpus, als auch auf der Blende die Mitte zu markieren und das ganze an der Unterseite bündig auszurichten.

Ein wenig problematisch war das Recycling der alten Griffe des Vorgängerschrankes. Die brauchten M4 Schrauben, welche im lokalen Sonderpreis-Baumarkt nicht über 25mm Länge verdealt werden. Das ist aber zu kurz für Korpus und Blende:

Zur Lösung nimmt man nun entweder eine M4 Gewindestange samt Hutmuttern (und hat innen immer die Hutmuttern überstehen) oder man nimmt Zylinderschrauben und versenkt sie:

Dazu bohrt man von vorne ein Pilotloch durch den Korpus, das man dann von innen mit einem Bohrer im Durchmesser des Schraubenkopfes vergrößert. So verschwinden alle Schrauben unsichtbar und man erhält eine glatte Innenwand:

Fertig montiert ergibt sich folgender Anblick:

Wie gesagt: keine Augenweide, aber für eine Werkstatt wirklich ok. Zumal die Kosten dank Recycling mit 31,67€ wirklich läppisch waren. Der Schubladenschrank daneben hat damals als B-Ware 150€ gekostet. Ist also durchaus zur Nachahmung empfohlen.

Für die kostengünstige Inneneinrichtung der flachen Schubladen kann ich diese kleinen, modularen Besteck-Kästen empfehlen:

No Pool? No Problem! II

In der Sneak Preview hattet ihr ja schon eine meiner neusten Bastelarbeiten gesehen. Nachdem das Projekt nun fertig gestellt ist, gibt’s die ganze Geschichte.
Ausgangspunkt war, dass der Planschhai der Kinder plötzlich schwere Diabetes (insb. Wasser in Bauch und Flossen) entwickelte:

Diabetischer Hai

Dass Wasser bekam man auch nicht mehr aus dem Bauch raus, so dass man ihn weder bewegen, noch ordentlich sauber machen konnte (#pflegenotstand).
Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und habe ihn von seinem Leiden erlöst (#Sharknado):

Sharknado

Diese Planschbecken sind einfach Mist. Weder kann man sie ordentlich reinigen, noch halten sie einen anständigen Spielbetrieb länger als eine Saison aus. Und kalt ist das Wasser obendrein noch.

Gegen Letzteres hatte ich schon ein Mittel ersonnen. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst war von unserer alten Waschmaschine ja noch die Trommel im Bestand. Dazu besorgte ich 19m Weichkupferrohr à 18mm Durchmesser:

Kupferspirale und Trommel

Das Rohr knickfrei in die Trommel zu bekommen ist eine Herausforderung.
Den besten Erfolg hatte ich, als ich die Spirale etwas lang zog und wie ein Gewinde in die Trommel eindrehte:

Kupferspirale einfädeln

Durch die Eigenspannung drückten sich die Windungen der Spirale schön eng gegen die Außenwand der Trommel:

Kupferspirale drin

Jeweils einen guten Meter ließ ich überstehen, damit der angeschlossene 3/4″Gartenschlauch (~18mm Innendurchmesser) nicht durch die Hitze der Flammen verkokelt.
Als Ersatz für den diabetischen Hai habe ich eine Viehtränke von Kerbl gekauft:

Kerbl Weidetränke

Wer lacht?

Hinter der vordergründig irritierende Wahl steckt durchaus tieferer Sinn. Insbesondere die Maße der Tränke sind entscheidend:
Breite: 115 cm
Das bedeutet zwei Erwachsene können bequem nebeneinander sitzen.
Länge: 150 cm
Was bedeutet beide Erwachsene können sitzend ihre Beine ausstrecken.
Höhe: 58 cm

Und die Höhe ist ausreichend, dass man bis zu den Schultern im Wasser sitzt.
Schwingt mal selber den Zollstock. Ihr werdet’s sehen (as ausgeschlossen).
Das Fassungsvermögen von 550l ist ebenfalls optimal, da es sich noch gut erwärmen lässt.

Dazu kommt, das die Weidetränke UV-stabil, frostsicher, sehr robust und gut zu reinigen (Klobürste geht super) ist. Auch der nach innen gewölbte Rand (keine scharfen Kanten), der große Auslass und der verdeckte Zulaufkasten (s.u.) sind ideal für eine Verwendung als Hot Tub.

Gekauft habe ich die Tränke beim Landhandel Zerbst. Ein wirklich netter Laden mit sehr gutem Service. OK, der Verkäufer hat etwas irritiert geguckt, als ich probesitzen wollte, allerdings wandelte sich das in freundliches Gelächter, nachdem ich mein Vorhaben erklärte.

Einziger Wermutstropfen ist, dass durch die hohe Feuerschale (mangelnde Höhendifferenz) der Wassertransport per Thermosiphon-Effekt nicht mehr funktioniert. Abhilfe schafft hier einen billige Filterpumpe mit 2000l/h:

Fertig

Was erstmal nach viel Wasserdurchsatz klingt (4 Mal das ganze Becken pro Stunde) relativiert sich im Alltagsbetrieb drastisch. Diese Filterpumpen (Im Gegensatz zu Sandfilterpumpen) erzeugen kaum Druck, so dass nach 19m Kupferrohr und der zwangsweisen Reduzierung von 1″ auf 3/4″ (alleine dies halbiert nahezu den Volumenstrom) nur noch ein freundliches plätschern übrig bleibt:

Verdeckter Auslass

Hier seht ihr auch schon den angesprochenen Vorteil des verdeckten Einlaufkastens. Normalerweise ist der Kasten dazu da, dass die Rindviecher nicht direkt am Wasserzulauf und am Schwimmerventil nuckeln. In der vorliegenden Anwendung vermischt sich aber so das erhitzte Wasser direkt mit dem Badewasser und läuft einem zart am Rückenteil über die Schultern. Auch bei ordentlichem Feuer zum Anheizen des Badewassers kann man sich so nicht verbrühen. Auch neugierige Kinderfinger sind so geschützt. Gleichzeitig verhindert der stete Strom, dass das Wasser in der Trommel anfängt zu kochen und die Spirale platzt.
Hier nochmal der Aufbau im Detail:

Rückseite beim anheizen

Die Pumpe saugt das kalte Wasser an der unteren Rückseite des Badezubers an, filtert es und drückt es dann durch die Kupferspirale über dem Feuer zurück in den verdeckten Wasserkasten.
Bei moderatem Feuer (siehe Bild) kommen die 550l in 1,5h von 11°C (Brunnen) auf 30°C Badetemperatur. Als notwendige Rührhilfe zur Durchmischung des Wassers hat sich die obige rote Kinderschüppe bewährt.

Damit ich das Ganze noch in Einzelteilen bewegt bekomme, habe ich als Verbindungen Messing-Schnellverbinder genommen. So ließ sich auch die notwendige Reduzierung der Durchmesser gut realisieren:

Verschraubungen Detail

Frau und Kinder sind hellauf begeistert. Das ist die Hauptsache und Lohn genug für meine Mühen. Der kalte Weißwein unter’m Sternenhimmel im Hot Tub mit der Frau die ich liebe, ist da noch das Sahnehäubchen.

Nachbau dringend empfohlen.

Energiewürfel

Mich nervte, dass ich an der linken vorderen Ecke der Garage keinen Strom hatte. In der Nähe dieser Ecke findet draußen nämlich viel Arbeit statt (sägen, schleifen, alles was Dreck macht). Bisher musste ich immer von der rechten Seite der Garage ein Verlängerungskabel quer vor den Autos her ziehen. Das passte von der Länge her gerade so und nervte immer als Stolperfalle. Beim ziellosen stöbern bin ich dann über den Hängeverteiler von „Operation Eigenheim“ gestolpert. Hmm, Strom an der Decke habe ich. Aktuell hängt da der Garagentor-Motor und ein simples Verlängerungskabel für mein Ladegerät dran:AusgangslageVon da aus könnte ich ja am Torrahmen entlang bis vorne zur Ecke gehen. Allerdings fand ich 25€ für den Würfel von AS Schwab schon arg happig. Ich bräuchte auch zwei von den Dingern, da ich mittig zwischen den Autos auch Strom will.
Also fix das Netz nach Selbstbaulösungen abgeklappert. Erstaunlicherweise findet sich da nahezu nix! Nur eine Bastelei mit einem großen Holzwürfel und alten Unterputz-Dosen habe ich aufgetan.

Nützt nix, muss ich halt selber die grauen Zellen bemühen. Mehr als zwei Steckdosen brauche ich an keinem Ort. Außerdem scheidet so ein Holzwürfel aus, da er zu viele spitze Kanten hat. Irgendwer dengelt da mit dem Kopf oder (schlimmer) mit dem Auto gegen. Daher muss alles schön abgerundet und plastisch sein. Eine Kombination aus zwei Aufputzsteckdosen, Rücken an Rücken, ist die Lösung. Der lokale Sonderpreis-Baumarkt lieferte für 20€ die Zutaten für zwei Doppelwürfel:EinzelteileAus dem Siebdruckplatten-Rest wird eine Platte in Form der Steckdosen ausgeschnitten und Platte sowie Gehäuse mit einem 8mm-Loch versehen:Durchbohrte GehäuseDie beiden Gehäuse werden auf die Platte geschraubt. Ein Steckdoseneinsatz wird fertig verkabelt (Ich weiß, dass die Farben nicht stimmen) und durch gefummelt:Gehäuse verschraubtAn den zweiten Einsatz kommt die flexible Zuleitung und die durchgeführten starren Leitungen. Oben in die Platte und in den French Cleat kommt noch eine Schrauböse. Die Verbindung stellt eine kurze Kette mit zwei Karabinerhaken sicher:Erster Würfel hängtNatürlich hätte ich auch offene Haken verwenden können, aber wenn es dumm läuft rutscht das ganze Geraffel im Eifer des Gefechts vom Haken, hängt nur noch am Kabel oder knallt ganz runter auf’s Auto. Da lieber 1,75€ für zwei Karabinerhaken investieren.
Der elektrische Anschluss war simpel. Ein Kabel mit Stecker kommt von der Steckdose in der Decke, läuft durch das offene Profil des Rahmens, geht in die kleine Abzweigdose und verteilt sich dort nach unten sowie weiter zur linken Ecke:Elektrik angeschlossenWie ihr seht, habe ich das Kabel zum Hängeverteiler durch die Karabinerhaken geführt. Das soll zum einen der Zugentlastung dienen und zum anderen ein Verheddern verhindern.
Vorne am Tor gab es einen identischen Hängeverteiler:Zweiter WürfelBeide Energiewürfel hängen auf ca. 1,9 m. Das ist für einen Zwerg wie mich noch gut zu erreichen und alle unsere Autos passen noch bequem drunter her. Fertig sieht das Ganze so aus:FertigDen ersten Praxistest hat die Installation schon hinter sich und ich Frage mich, warum ich das nicht schon viel früher gemacht habe. Funktioniert super!