Lagernerd

Nachdem jetzt nach OST auch Stan seine Lagerverwaltung auf ein digitales System umgestellt hat, wächst auch in mir das Verlangen nach einer Nerdisierung unseres Ersatzteilfundus.
Ob ich das umgesetzt bekomme steht zwar auf einem anderen Blatt, aber ne Wunschliste aufstellen kann man ja mal.

Die Ausgangslage ist bei uns (wie bei vielen anderen Schraubern):
An mehreren geografischen Orten stehen Lagerregale mit Kartons und verpackten Teilen verschiedenster Fahrzeuge. Von der Mofa-Tachowelle bis zur AMC Pacer-Stoßstange. Die Kartons und Teile sind zwar beschriftet und wir versuchen die Regale nach persönlichen Fuhrparks zu ordnen, aber ganz stringent kann man das nicht durchhalten.
Und auch die Kartons kann man nie vollständig beschriftet halten. Trägt man jedes kleine Relais ein, muss man sich überlegen, wie man die Entnahmen nachträgt. Im Zweifel eine große Schmiererei mit dem Edding oder dauerndes Gerenne zum Drucker für neue Label.
Auch kommt es häufiger vor, dass einer von uns Fahrzeugübergreifende Teile sucht (z.B. Universal-Relais) und dann erst rumfragen muss, in welchem Karton die nochmal sind.

Das Wunschziel soll eine möglichst tagesaktuelle Lagerübersicht sein, welche ortsunabhängig und plattformübergreifend Auskunft über Bestand und Lagerort eines spezifischen Teils geben kann und pflegeleicht zu aktualisieren ist.

Das von Stan verwendete Shop-System scheint mir eine gute Ausgangsidee.
Jedes Teil bekommt dann dort einen eigenen Eintrag mit Foto und den folgenden Angaben:

  • Bezeichnung (deutsch)
  • Bezeichnung (englisch)
  • Fahrzeug
  • Teilenummer
  • Lagerort
  • Anzahl
  • Zustand
  • Bemerkungen
  • verwandte Teile
  • Tags

Die Verwendung von zusätzlichen Tags halte ich für sinnvoll, damit man ein Teil auch findet, wenn man die Bezeichnung vergessen hat oder nach einem unbestimmten Teil zur universellen Problemlösung sucht. Der Eintrag „verwandte Teile“ sollte interaktiv zu weiteren benötigten Teilen (z.B. Dichtungen) oder ähnlichen Teilen (12V statt 6V-Birnen) führen.

Der Eintrag „Lagerort“ untergliedert sich in:

  • geografischer Ort (welche Werkstatt/Lager)
  • Raum
  • Regal
  • Karton

Natürlich sollte nach allen Eintragungen gesucht werden können.

Durch die Verwendung einer Web-Lösung wäre die Lagerhaltung auch plattform- und ortsunabhängig, so dass man auch von unterwegs/zuhause gucken kann, ob man noch dieses oder jenes Teil für die anstehende Werkstattsession besorgen muss.

Um vor Ort zu wissen, was in einem Regal/Karton ist, ohne diesen immer wieder neu beschriften zu müssen, schweben mir QR-Codes vor:

Mittels dieser frei generierbaren Codes könnte man auf eine Übersichts-/Suchseite des Shops verlinken, auf der alle Teile aufgelistet sind, die den passenden Lagerort eingetragen haben.
Die Codes können dabei statisch an den Kisten/Regalen bleiben, da sich das Ergebnis des Links automatisch mit einer Aktualisierung des Inhalts ändert.
QR-Codes kann man bequem mit jedem billigen Smartphone (mit Kamera) decodieren und die hinterlegte URL direkt aufrufen. Sollte man sein eigenes Telefon nicht beim schrauben eh in der Nähe haben, reicht ein gebrauchtes Billigteil von eBay, dass man samt Ladegerät im Lager deponiert.

Mit der Handykamera kann man auch gleich die Shop-Fotos machen, wenn man neue Teile in einen Karton packt. Auf eine hohe Qualität kommt es da eh nicht an. Auch eine Aktualisierung des Shops sollte per Telefon möglich sein. So aufwändig sind die Eingaben ja nicht.

Voraussetzung wäre jedoch ein Internetzugang in jedem Lager.
Entweder über WLAN oder Mobilfunknetz (laufende Kosten bei extra „Lagerhandy“).

Natürlich kann man auch QR-Codes für jedes Teil erstellen und mit dran pappen. Dann wäre es natürlich angenehmer, wenn die Codes direkt beim Erstellen der jeweiligen „Warenseite“ generiert und ausgedruckt werden könnten.

Hab ich was vergessen? Was wäre noch sinnvoll?
Gibt’s da schon was?

7 Gedanken zu „Lagernerd“

  1. die Datenbank des shops zu nutzen und zu erweitern ist kein schlechter Gedanke. nur unterschätze den Umfang der Arbeiten nicht, ich war eine Woche erkältet und habe fast die ganze Zeit gebraucht um das soweit um zu setzen… deine Wünsche sind dann ja gleich noch ein paar Hausnummern höher 😛

    allerdings würde ich dir raten, wenn du programmieren lernen willst, fang mit einem anderen Projekt an. die ersten Programme errinnern doch immer irgendwie an einen Aufsatz aus der 2.Klasse… ein effizenter Programmierstil dauert doch seine Zeit… man lernt ja die Syntax nicht wie Vokabeln, sondern sucht eher nach Lösungen bei Problemen. 😀 bin gespannt

  2. @ Axel:
    Ja, aber für Peters Gedächtnisleistung bin ich weder versifft genug, noch esse ich hinreichend Nudeln. Außerdem bin ich gesangsmäßig nicht ausreichend versiert:
    http://www.youtube.com/watch?v=n7fh-AiJSk8

    @Elion:
    RFID? Vielleicht bei v.2.0…

    @Stan:
    Du missverstehst mich.
    Solch ein Projekt übersteigt dermaßen meine Fähigkeiten, dass ich noch nicht mal von einer eigenen Umsetzung träume. Es geht mir eher drum, Bedarf bei anderen zu wecken und dann deren Früchte ein zu heimsen. bzw. auf zufällig schon bestehende Lösungen verwiesen zu werden 🙂

  3. Au fein, au fein, au fein! Ubernerdige Idee! 😀
    Deiner E-Mail-Aufforderung folgend habe ich artig meine Hausaufgaben gemacht und ein bisschen drauf rumgedacht. Zunächst mal muss ich Stan zustimmen: Den Realisierungsaufwand darf man bei dem Vorhaben nicht unterschätzen! Teufel und Detail und so…
    Die Idee auf einem Shop-System aufzusetzen finde ich auch gut. Das bringt schon mal viel mit, was man benötigt (Datenbankanbindung, Benutzerverwaltung, Suche, Online-Zugriff usw.). Außerdem muss man sich nicht um die Weiterentwicklung dieser grundlegenden Funktionen kümmern, sondern kann sich auf „echte“ Features konzentrieren.
    Die QR-Codes (ursprünglich übrigens von Toyota erfunden für die – genau – Logistik) hielt ich anfangs für übertrieben, aber mit der Erläuterung erkenne ich auch den Nutzen. Den Kaufpreis zu einem lagernden Teil zu notieren finde ich auch sinnvoll.
    Möglichst gründliche Überlegungen sollte man darin investieren, den Aufwand für die Verwaltung so gering wie möglich zu halten. Je aufwändiger Eintragungen und Änderungen geraten desto größer ist die Gefahr, diese Aufgabe auf später™ zu verschieben.

    P.S.: Bei meinem Frühjahrsputz am vergangenen Wochenende bestand die Verbesserung der Lagerverwaltung noch in einer frischen Edding-Aufschrift auf den Kartons. 😉

    1. und genau diesen Gedanken habe ich mit einer Anwendung umzusetzen versucht. wenn man Teile hinzufügt oder gar eine „Inventur“ macht, dann hat man ja oft ne ganze Menge zu tun und oft selbe Hersteller oder gar Teilegruppen…
      da kann man dann schnell auf „dito“ oder „gleich“ Buttons drücken und schon steht der selbe Hersteller oder gleiche Lagerort, wie bei dem Teil vorher, drin… genauso mit den Fotos, warum soll die Anwendung denn nicht gleich erkennen, welches Foto das Handy in den letzten 20sek. gemacht hat… ich glaube sowas ist in einem Browser nicht umzusetzen…

      der Shop bei mir ist einfach dazu da um auch paar Teile die ich doppelt und dreifach habe, zu verkaufen, ohne das ich sie ständig wo inserien müsste… ich hoffe ich habe euch damit nicht auf eine falsch Fährte gelockt

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