Operation Bohemian Rhapsody

Nachdem Tobias die Pressesperre über die Ereignisse des letzten Wochenendes aufgehoben hat, kann auch ich über das neuste Mitglied unserer Familie berichten: Seinen 1979er AMC Pacer.

Den Kauf hatte er schon vor einiger Zeit perfekt gemacht, nachdem wir den Wagen auf dem Rückweg von unserem enttäuschenden Besuch bei RD Classics in Mühlheim besichtigt haben. Was halt noch anstand, war die Abholung des Fahrzeuges. Wir wollten ihn, trotz des monatelangen Winterschlafs, gerne auf eigener Achse überführen (schon weil es schwer ist, einen Anhänger zu fidnen, der breit genug ist), aber dafür musste ja schönes Wetter sein. Selbiges war für Sonntag prognostiziert und traf auch ein. Die Straßen waren trocken und die Sonne lukte ab und zu mal hinter den Wolken hervor. Wir hatten vorher mit dem Verkäufer telefoniert und er hatte die versprochenen Arbeiten erledigt. Der Überführung stand also nichts im Wege.
Leider hatte der Verkäufer es nicht mehr geschafft, den Staub der letzten Monate vom Auto zu waschen. Daher strahlt der Lack auf den Fotos nicht so, wie er es normalerweise sicherlich tun würde und das Gold erscheint etwas matt.
Erste Aufgabe vor Ort war die Montage der Überführungskennzeichen:
Pacer Überführung 010

Wir hatten zwar eine ganze Kiste mit Werkzeug zur Montage (und für den Notfall) gepackt, aber außer etwas Schaumstoff zur Polsterung gegen die Stoßstange und etwas Panzertape haben wir nix gebraucht.
Nachdem dies und der Papierkrams erledigt waren, bestiegen Tobias, meine Freundin und meine Wenigkeit den Boliden um die nächste Tanke zwecks volltanken und Luft-check anzusteuern. Die erste Fahrt konnte los gehen:
Pacer Überführung 019

Pacer Überführung 018
Ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr erstaunt über den Fahrkomfort war. Der Pacer bügelt Schlaglöcher und Gullideckel besser aus als so mancher moderne Wagen! Und wenn man keine Probleme mit Seekrankheit hat, dann macht es einem auch nix aus, dass er nach jeder Bodenwelle ein wenig nachschaukelt und die ultra-weichen Sitze nachfedern. Ich fand es sehr spaßig! Das Interieur ist übrigens ein Traum in beige und braun:
AMC Pacer 7

AMC Pacer 2
Das Wurzelholzimitat des Armaturenbretts tut sein Übriges zur Wohnzimmeratmosphäre:
Pacer Überführung 040
Willkommen in den 70ern!
Auf dem Bild oben erkennt ihr auch das geile ORIGINAL-Radio mit integriertem CB-Funk! Mal sehen, welches Call-sign sich Tobias zulegt. Vielleicht „Commander„?
Unterwegs machten wir noch technischen Halt um sicher zu gehen, ob es dem Pacer auch gut geht, nach der langen Standzeit. Ker, um an den Ölmessstab des Reihen-6-Zylinders zu kommen, muss man Proktologenfinger haben…
Nach dem technischen Halt, wechselten meine Freundin und ich in den neuen Volvo und Vaddern durfte mal im Pacer mitfahren. Dabei sahen wir den Wagen zum ersten mal dauerhaft von hinten und haben uns köstlich über den Anblick amüsiert:
Pacer Überführung 044 Ausschnitt
Besonders im Vergleich zu modernen Autos wirkt der Pacer irgendwie erfrischend unproportional. Meine Freundin meinte, er sieht von hinten aus wie ein Ufo. Man erwartet, dass er auch nach vorne einfach rund weitergehen würde. Natürlich erntet man mit so einem Wagen ähnlich verwunderte Blicke wie mit Lola. Allerdings sind sie nicht so sehr von Fassungslosigkeit geprägt 😉
Als wir uns dem Ziel näherten steuerte Tobias einen Diner an und lud uns alle auf einen stilechten Burger ein. Vielen Dank dafür!
Pacer Überführung 051
Auf dem Parkplatz vor dem Diner traf der Pacer dann auf ein Konkurrenzprodukt aus dem Hause GM:
Pacer Überführung 047
Nach dem opulenten Mahl nahmen wir die letzten paar Kilometer zur Garage unter die Räder. Dort fand der Pacer ein warmes und geschütztes Plätzchen neben dem alten Volvo, um nach der langen Fahrt zu verschnaufen:
Pacer Überführung 006
Macht sich gut der „Kleine“.
Pacer Überführung 008
Willkommen in der Familie!

Ich hoffe, dass Tobias es vielleicht doch schafft (wie er es sich eigentlich vorgenommen hat), den Wagen bis zur Hochzeit unseres Cousins in zwei Monaten, mit einem H-Kennzeichen auszustatten und auf die Straße zu bringen. Die Reise wäre sicherlich ein riesen Spaß!
Bis dahin haben wir auch einen FM-Transmitter für „a little Bohemian Rhapsody“ besorgt.

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