Alternativen

Wie schon angekündigt, wollte ich ja noch ein paar Worte zu möglichen, alternativen Rallyboliden zum Golf verlieren. Wie gesagt, gibt es eigentlich nur zwei mögliche Entscheidungsrichtungen: Entweder eine Karre mit Style, oder eine von der man Europas Straßen befreien will. Die „Style-Kategorie“ ist dabei entscheidungstechnisch wesentlich einfacher, als die „Verklappungs-Kategorie“. Zumindest haben Tobias und ich das festgestellt. Damit ein Auto verklappungswert ist, müsste es eigentlich hässlich sein. Hässliche Autos haben aber auch wieder Charm, gerade weil sie so hässlich sind. Fahrzeuge diesen Typs stechen auch aus der gesichtslosen Masse heraus. Zwar im negativen Sinne, aber sie tun es…. das was aber wirklich verurteilenswert ist, sind diese gesichtslosen Furzkisten. Die, an denen man vorrüber geht, ohne dass sie besondere Emotionen an einem auslösen. Das sind echte Designverbrechen! An hässlichen Autos können sich wenigstens noch die Geister scheiden. Also konzentrieren wir uns zum verklappen auf die Fraktion: Klein, praktisch, knuffig, mit „Kevin an Bord“-Aufkleber….

Kandidat Nr. 1: Daihatsu Move

Egal welche Generation von diesem….“Fahrzeug“…, sie sind alle gruselig. Alleine die Konstruktion eines 3-Zylinders übt etwas Reiz auf mich aus. Ansonsten nur trauriges Kopfschütteln über die armen Existenzen, die in solch einer Kiste die Polster vollfurzen müssen. Nebenbei gesagt: Der Daihatsu Move gilt als einer der Besten unter den Microvans. Dies stolz zu behaupten, ist etwa so, als wenn man sagt: „Oh, ich habe Syphilis. Das ist eine der Besten unter den Geschlechtskrankheiten!“… Ich hätte jetzt noch einen aufschlussreichen Testbericht über die Möhre im Angebot. Allerdings will ich den hier nicht verlinken, weil er von der Auto-BILD stammt. Vier große Buchstaben verlinke ich in meinem Blog aber grundsätzlich nicht. Soll jeder bei Interesse selbst suchen. „Interesse“…hahahaha

Kandidat Nr. 2: Kia Pride (1. Generation)

Was ein lieblos zusammengeschustertes Auto! Wenn der Namenszug und Hersteller schon nur auflackiert ist, weiß man schon gleich, was ambach ist. „Du Takeshi, soll da nen Chrom-Schriftzug drauf?“ „Nee, lass ma. Das lohnt nicht…..“ Da wäre ich mir als Benzin einfach zu schade zu, um da drin zu verbrennen. Erst den guten Stoff teuer kaufen und dann in so ner Kiste verfeuern. Sowas sollte im Hinblick auf die schwindenden Resourcen verboten werden! Auf der Fahrerseite befindet sich übrigens nen Schlitz in den man den Euro stecken kann um diesen Einkaufswagen von der Kette loszueisen. Die Delle in der Tür gibts auch garatiert serienmäßig dazu. Um bloß jede aufkeimende Sympathie im Keim zu ersticken. In diesem Sinne: Ab nach Afrika.

Kandidat Nr. 3: Fiat Multipla (1. Generation)

Bei uns in der Familie nur „Fiat Multiple Sklerose“ genannt (Obwohl die Krankheit alles andere als witzig ist!). Den hat der Sohn des Italieners doch wieder im Vino-Rausch gemalt, oder? Und als er dann fertig war mit zusammenfricken, haben sie bemerkt: „Huch! Der hat ja vorne garkeine Leuchten und kein Firmenlogo. Naja, egal.“ Avanti die Schrotflinte mit 6 Scheinwerfern, dem Fiat-Logo und zwei Blinkern geladen, *BAAM*, abgedrückt und schon saßen sie alle schön an ihrem Platz. Hübsch fand ers, der Italiener…. Ich mag es ja schon, wenn Dinge konsequent „anders“ sind… aber bitte, bitte folgt dabei auch irgendeinem Konzept! Wer solche Autos baut, lässt auch Alliierte im Stich! Basta.

Kandidat Nr. 4: Mazda 121 (2. Generation)

Das wohl beste Verklappungsauto kommt von Mazda. Ich stelle die kühne Behauptung auf, dass der 121 von dem selben Menschen designt wurde, der auch diese Alltagsgegenstände entworfen hat:

Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu verläugnen! Das Einwurfloch kam etwas größer nach oben, die Rundung wurde vorne und hinten etwas geknautscht, vier Rollen dran, vier Löcher in die Seiten sägen, fertig ist das Auto. Der Wagen hat aber einen großen Vorteil für die Wüste: Das riesige Schiebedach. Einfach während des Sandsturmes einfach offen lassen und nach ca. ner halben Stunde sitzt man bis zur Brust im Sandkasten und muss sich die Misere von Innenraum nicht mehr ansehen.  Auch der Afrikaner freut sich über das luftige Dach. Kann er doch so auch sein Kamel (seine Frau), seine Ziegen (seine Töchter) und seinen Esel (sein Esel) transportieren. Außerdem gibts für die Kiste auch wichtiges Rallyzubehör. Ich hab ihn (den 121, nicht den Afrikaner…) vor einiger Zeit mit zwei Spoilern gesehen. Auf dem Kofferraum und auf der hinteren Dachkante. Erhöht die Traktion im oblatendünnen Grenzbereich garantiert um 600%. Ich hab noch die grobe Hoffnung, dass ich Tobi soweit bearbeitet bekomme, dass er ein zweites Team bildet und Europa von einer dieser Kisten befreit. Ansonsten muss ich übernächstes Jahr wieder ran.

So, dass waren die Kisten, die mir spontan einfielen. Wenn ihr noch nen Vorschlag für die Verklappungsliste habt, hinterlasst einfach einen Kommentar. Vielleicht bekommen wir ja noch nen Schiff voll und dann gibts Mengenrabatt.

6 Gedanken zu „Alternativen“

  1. Nette Zusammenstellung, wobei ich ja beim 121 nicht ganz deine Meinung teile… okay, das Design ist… naja… „gewöhnungsbedürftig“, aber ein praktisches Auto ist es schon.
    Meine Mutter besaß so ein „Teil“ mal, es war eine höllische Klapperkiste, aber besonders für große Menschen (Sitz-Riesen) ist es top, weil es durch das außergewöhnliche Design echt viel Kopffreiheit bietet.
    Und man glaubt gar nicht wieviel Platz man darin hat, 5 Leute + Gepäck und in den Urlaub? Kein Problem (man muss dazu sagen, dass ich da grad vllt. 8 war und mein Bruder 12)
    Naja, aber insgesamt wirklich vllt. nicht den deutschen Straßen würdig 😀
    Inzwischen fahren wir auch ’nen Mazda Demio, designtechnisch sicherlich nicht das Non-Plus-Ultra, aber dem 121 weit voraus und noch um einiges praktischer, ein kleiner Umzug ist ohne Probleme möglich (naja, vielleicht 2-3 mal fahren…) 😀

    Meine Verklappungs-Liste würde ich wohl noch um folgende Autos erweitern:
    – Twingo (die ältere Version mit den Glubschaugen)
    – Daewoo Matiz, irgendwie naja… ich weiß nicht
    – Nissan Micra… (alle Generationen)… okay Frauenauto… aber so?

    Übrigens find ich die Rallye-Idee echt klasse, würd selbst gern mitfahren.. naja, dazu fehlt wohl Zeit und Geld.. aber irgendwann 😀
    Als Rallye-Auto musste ich ständig an den Subaru Legacy denken… den müsste es billig geben und ist durch den 4-Rad-Antrieb sicherlich bestens geeignet… und genügend Platz bietet er auch.

  2. Also, zunächst mal Gratulation zur Zusammenstellung dieses automobilen Gruselkabinetts. Ich würde ja noch den Fiat Panda mitaufnehmen. Wenn ein Auto schon vom eigenen Designer als „Haushaltsgerät auf Rädern“ umschrieben wird, dann ist doch klar, dass die beim Zusammentackern von der Blechdose einmal zu oft am Prittstift genuckelt haben müssen. Aber ich weiß, da sind wir nicht einer Meinung.
    Elion, ich muss gestehen, dass ich mir – obwohl ich mich ja doch ein wenig für Autos und Prittstiftbüchsen interessiere – den Demio jetzt erst einmal bei Wikipedia anschauen musste. Den hatte ich bisher noch nicht wahrgenommen auf der Straße.
    Sowohl der Twingo der ersten Generation als auch der Matiz sind gute Ergänzungen (da kann der Herr Renz den Twingo noch so charismatisch finden).
    Dem Micra hingegen könnte ich aber allemal Langeweile vorwerfen – schlimm genug – allzu verklappenswert finde ich ihn aber gerade deshalb nicht.
    Was die Überlegung zum Legacy anbetrifft: Wäre das nicht eine ähnliche Herausforderung wie die Tour im W123 zu machen oder Mutti im Matiz zum Pimpimarkt an der Ecke zu jonglieren?
    Den Vergleich mit dem Matiz muss ich jetzt auch gleich wieder zurücknehmen. Unterwegs könnte man ja von einem Volvo beim Auffahrunfall besiegt werden – da existieren also durchaus Risiken…

  3. Um Subaru nochmal aufzureifen: Es gab in den 80er und 90er Jahren von Subaru mal einen Microvan namens Libero, mit 1200er 3-Zylinder im Heck, 6 oder 7 Sitzen in 3 Reihen auf der Länge eines Corsa A und einer Breite leiner der eines Duo 4/1, natürlich mit Allradantrieb. Die Karosserie erinert mich an den Heizöltank im Keller meiner Eltern. Serienmäßiges großes Schiebedach, oft ausgelieferte drehbare Fahrer- und Beifahrersitze lassen den hässlichen Mini-Kleinbus aber doch noch sympathisch auftreten. Ich hätte mir zu Zivildienstzeiten beinahe mal einen gekauft.

  4. Interessant! Den Libero (besonders die „FA“-Serie) finde ich auch schon seit langer Zeit ziemlich attraktiv. Hab ich mir vor kurzer Zeit erstmal intensiv angeguckt (gibt eine kleine Fangemeinde im Netz). Technisch interessant und mit vielen cleveren Details. Allerdings soll die Ersatzteilsituation katastrophal sein. Und das schreckt mich doch ein wenig ab.
    Der Heizöltankvergleich ist gut. Zumal auch meine Eltern solche Libero-Tanks im Keller haben 🙂
    Der Libero wäre allerdings auch kein Fahrzeug, dass ich nach Afrika bringen würde, um ihn da zu lassen. Dazu ist er mir zu sympathisch. Ihn allerdings als (wiederkehrendes) Expeditionsmobil zu nutzen stelle ich mir reizvoll vor.
    Meine Eltern hatten mal einen Subaru Justy (1. Generation, Facelift). Kleine Rumpelkiste an die ich kaum Erinnerungen habe. Allerdings erinnere ich mich noch lebhaft daran, dass mein Vater mal eine durch Baustelle zur Sackgasse gewordene Straße durch Querfeldeinfahrt über eine Wiese umgangen hat.

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