3. Magdeburger Oldtimertag

Am 25. Mai haben die Beste und ich der Wettervorhersage zum Trotz beim 3. Magdeburger Oldtimertag vorbei geschaut.
Aufgrund dessen, dass sinflutartige Regenschauer angekündigt waren, war uns von vornherein bewusst, dass die Veranstaltung dieses Jahr kleiner ausfallen würde, als im letzten Jahr, als ca. 300 Fahrzeuge kamen.
Als eines der größten Oldtimerevents der Region ist die Veranstaltung jedoch ein Pflichttermin, egal, was die Wetterfee verlautbart.
Veranstaltungsort ist der „Elbauenpark„, welcher mit seinen knapp 100 Hektar Fläche reichlich Platz für Altblech bietet.
Als wir gegen 11 Uhr eintrudelten, war der Rasen am Fuß des Jahrtausendturms auch schon gut gefüllt:

Im Hintergrund des Bilds seht ihr übrigens das Hochgleis der Einschienenbahn, welche über das Gelände fährt.
Allerdings stand uns eher der Sinn nach benzingetriebenem.
Es fanden sich auch einige Leckerbissen, wie dieser imposante Lincoln Continental:

Oder dieser Chevrolet Corvair:
Chevrolet Corvair front
Der ihm immer noch anhaftende Ausspruch „Unsafe At Any Speed“ rührt von einem 6-Zylinder-Heckmotor in Verbindung mit einer simplen Pendelachse, welche wohl für rabiate Überraschungen im Grenzbereich gut waren:
Chevrolet Corvair Heck
Auch der Ostblock hatte Schmankerl zu bieten, wie diesen seltenen GAZ 13 (Tschaika):
GAZ Tschaika
Die in den Chromspitzen mündenden Auspuffrohre sind ein schönes Detail:
GAZ Tschaika Heck 2
Liebevoll erhalten war dieser Barkas B1000 Aufnahmewagen:

Der Wagen war noch bis 1994 beim MDR als Tonübertragungswagen im Einsatz und wartet im Innenraum noch immer mit einer kompletten Ausstattung auf:

In die Kategorie der scharfen Heckmotorgeräte fällt auch dieser Škoda 1000 MB:

Ein ebenfalls seltenes Stück ist diese Wartburg 311/5 Campinglimousine:

Die Rückbank lässt sich zu einer großen Liegefläche umklappen und über dem Heckbereich befindet sich ein Panorama-Faltdach, welches zusammen mit den bis ins Dach hinein reichenden Seitenscheiben ein tolles Sternenpanorama abgeben muss.
Ein 300er war auch da. Allerdings kein Chrysler:

Die Jungs hier waren nur auf der Durchreise. Paulus wartet auf warme Socken:

Für die Passat-Freunde hier im Blog hab ich auch noch was gefunden:

Laut Datenblatt ein 1974er Passat L mit lediglich 40.000 km auf dem Tacho.
Schmunzeln musste ich bei den feinen Puschen auf diesem Taunus:

Hauptsache Weißwandringe auf den Ackerschlappen.
Die Hubraumwertung ging unangefochten an diesen Kenworth:

Sehr liebevoll war dieser Hanomag ST 100 restauriert:

Nachdem wir die Oldtimerreihen und die Händlermeile abgeschlendert hatten und auch vom sehr netten Moderator dem breiten Publikum vorgestellt wurden, nutzten wir die Chance und schauten uns den Jahrtausenturm an.
Zwischenzeitig ging jedoch das Unwettter los, so dass der Blick aus dem 6. Stock des Gebäudes einen einsamen Rialto auf weiter Feld und Flur zeigte:
Übersicht nach Regen
Verständlicherweise hatte der Großteil der Oldtimer fluchtartig das Weite gesucht.
Schade, dass das Wetter nicht mit spielte.
Bei Sonnenschein muss das eine herrliche Veranstaltung sein.
Den Termin fürs nächste Jahr (24.05.2014) hab ich schon in meinen Kalender eingetragen.

P.S.: Nachdem ich die Bilder gesichtet hatte, hab ich zu allererst das Objektiv meiner Kamera gereinigt…

8 Gedanken zu „3. Magdeburger Oldtimertag“

  1. Hi Adrian,
    auch als alt Wessi habe ich den Wetterbericht von heute für Euere neue Heimat im Blick.
    Ich hoffe Ihr habt noch trockene Füße. Wenn nicht, halte die Gorilla hoch, nicht das die bei der Nässe noch einläuft.
    Gruß aus dem sonnigen Westen
    Axel

  2. Hy,
    auf dem Turm war ich auch schon mal, ist denn dort nicht immer das Balongglühen? aber am meißten musste ich über den Transport in den Testikeln lachen, einfach herrlich. vor Fahrtantritt wird erstmal alles ausgerichtet, nicht das es noch Schlagseite gibt 😀

  3. Das Krad ist heiß! Eine Zündapp KS 750, wenn ich mich nicht täusche. Continental und Corvair gefallen mir auch sehr gut!
    Da hat sich ja trotz der Wetteraussichten eine illustre Runde eingefunden.

  4. Danke für die Anteilnahme!
    Ist momentan schon ein wenig surreal:
    Seit heute haben wir strahlenden Sonnenschein und alle 15-20 Minuten heult ein Feuerwehr- oder THW-Fahrzeug an einem vorbei, während an der nächsten Ecke Helfer Sandsäcke stapeln…
    Magdeburg und insbesondere uns geht es aber noch gut. Das dicht besiedelte Westufer der Elbe ist höher als der östliche Teil. Daher halten sich die Schäden (verglichen mit z.B. Grimma) bisher in Grenzen.
    Nur der Stadtpark steht ebenso unter Wasser, wie einige wenige Landstreifen direkt am Elbufer.
    Die Beste von Allen war jedoch beruflich in Halle, wurde dort aber evakuiert, da der letzte Deich vor der Innenstadt aufgegeben werden musste. Sie ist aber mittlerweile wohlbehalten wieder zurück in Magdeburg.
    Es geht also noch wesentlich schlimmer.
    Allerdings liegen wir auch „erst“ bei etwas unter 6,90m. Für Freitag Abend sehen die Prognosen 7,42m vor.
    Normal ist ein Pegel von knapp 2m. Bei der Flut 2002 war der höchste Pegelstand 6,72 Meter!
    Der höchste Wasserstand seit 400 Jahren ist uns aber wohl schon sicher.
    Noch höhere Fluten verhindert das Pretziener Wehr südlich Magdeburgs, welches vorgestern Nachmittag gezogen wurde. Etwa ein Drittel der Wassermassen werden nun in den Ehle-Umflutkanal und somit um Magdeburg herumgeleitet. Das bringt aber weitere Gefahren für die Ortschaften die an dem Kanal liegen, da deren Deiche nicht so befestigt sind, wie die direkt an der Elbe.
    Allerdings sind die Pegelstände nur eines der Probleme.
    Die Deiche können kurzzeitiges Hochwasser lässig vertragen. Problematisch ist aber, dass sie durch den Dauerregen schon aufgeweicht sind und prognostiziert ist, dass die hohen Pegelstände bis weit in die nächste Woche bestehen bleiben. Nach den ergiebigen Regenfällen der vergangenen Wochen steht das Grundwasser ebenfalls sehr hoch. Damit wird es auch schnell zu Qualmwasser im Hinterland kommen. Das ist im Übrigen auch ein Unterschied zum Jahrhunderthochwasser 2002 (War wohl ein bisschen früh für den Titel!). Damals waren es geringere Grundwasserstände als heute.
    Die Tiefgaragen in der Innenstadt sind aber schon evakuiert (Ich hab die hier am Haus unter verschärfter Beobachtung) und es wurden auch schon prophylaktisch Notunterkünfte bereit gestellt, falls kurzfristig Leute evakuiert werden müssen.
    Positiv anzumerken ist, dass es so viele freiwillige Helfer gibt, dass sie die Leute teilweise schon wieder nach hause schicken mussten.

    1. Stimmt, das wäre dramatisch, da ich ja dann ausführlich über den Wiederaufbau berichten müsste.
      Um das zu verhindern (und da sich die Lage in und um Magdeburg momentan dramatisch verschlimmert) haben die Beste und ich uns zum Freiwilligendienst gemeldet.
      Vorbild und Staatsbürgerpflichten und so….
      Mal hoffen, dass wir helfen können die Deiche zu halten.

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