c’t 11-Watt-PC mit Ubuntu II

Nachdem nun Hardwaremäßig alles klar war, konnte ich mit den Stromspareinstellungen weiter experimentieren.
Die c’t empfiehlt (Happen nach oben scrollen) folgende PowerTOP-Einstellungen für den 11-Watt-PC:

Um diese Einstellungen dauerhaft zu sichern, muss man ein Startscript mit diesem Inhalt erstellen.
Wie man ein Startscript erstellt, wird hier sehr schön erklärt.
Einzig die angesprochene Einstellung für DPMS hab ich nicht gefunden.
Allerdings soll man das auch manuell über die Datei /etc/X11/xorg.conf einstellen können.
Was man dazu wo eintragen muss, findet ihr hier; recht weit unten unter „Bildschirm„.
Jedoch auch diese Datei habe ich unter 13.10. nicht mehr gefunden….Problem wird vertagt.

Nachdem auch das gegessen war, konnte ich beginnen mein altes Ubuntu System auf den neuen 11W-PC umzuziehen.
Für Nachahmer und zur Eigendokumentation will ich über die verwendeten Hilfsmittel und Fallstricke hier mal ein wenig berichten.
Natürlich hätte ich einfach die alte Festplatte klonen können, aber dadurch wäre der Vorteil der neuen SSD futsch gewesen, da dann alle freien Sektoren mit Nullen beschrieben worden wären.
Außerdem gibt es Berichte, nach denen Ubuntu 12.04 LTS „Precise Pangolin“ bei SSDs manchmal Zicken machen soll.
Die Gerüchte besagten, dass die neueren 13er-Version (13.04 „Raring Ringtail“ & 13.10 „Saucy Salamander“) wesentlich besser geeignet seien.
Daher sparte ich mir eigene Experimente und installierte direkt den frechen Salamander:

Als erstaunlich schwierig stellte sich das anschließende Kopieren der Daten zwischen den beiden Rechnern dar.
Eigentlich sollte so ein popeliges Heimnetzwerk mit einem Router in der Mitte Kinderkrams sein, aber ich habe es partout nicht mittels integrierter Lösungen hinbekommen.
Die Rechner konnten sich zwar gegenseitig anpingen, aber unter „Netzwerk“ im Dateimanager tauchten weder sie noch die freigegebenen Ordner auf.
Allerdings ließ sich mittels SSH eine andere einfache und komfortable Lösung finden.

Einfach den dort beschriebenen Server installieren, IP auslesen und dann vom Client aus die Dateien ziehen.
Für den noobigen Heimnutzer sind die in dem Links beschriebenen Myriaden an Konfigurationsmöglichkeiten uninteressant. Die Chose funktioniert „out-of-the-box“ bestens.
Um sich nicht mit der Komandozeile abgeben zu müssen, hat sich „Gigolo“ als sehr komfortabel erwiesen.
Danach wird es eine Drag&Drop-Orgie.
Sollte man, wie ich geschätzte 100 offene Tabs in 10 verschiedenen Gruppen in seinem Firefox haben, so empfehle ich das Add-On „Session Manager„. Damit sollte der Firefox-Umzug sich wesentlich einfacher gestalten.
Um bei Thunderbird seine Mails, Einstellungen, Konten und den Kalender mitzunehmen empfiehlt es sich, direkt das ganze Profil zu kopieren.
Hier wird das ganz gut beschrieben.
Der Dateibrowser von Ubuntu 13.10 hat keinen Menüeintrag mehr für’s Anzeigen der versteckten Systemdateien. Mit der Tastenkombination ‚Strg + H‘ lassen sich die schüchternen Bits jedoch anzeigen.
Die Favoriten-Ordner unter Nautilus richtet man per ‚Strg + D‘ ein.
Rhythmbox hat unter 13.10 auch noch einen Fehler. Streams lassen sich erst abspielen, wenn man in der Systemüberwachung den Prozess „gvfsd-http“ beendet hat. (Ist mittlerweile behoben.)
Schmerzlich vermisst habe ich unter Ubuntu 13.10 die „focus-follows-mouse“ Funktion. Dabei aktiviert der Mauszeiger automatisch das Fenster, auf das er gerade zeigt. Wer die Funktion noch nie hatte, wird sie nicht vermissen. Wer sie nutzte, will nicht mehr ohne…
Leider lässt sie sich nur noch über das (sehr gute) Zusatzprogramm „Unity Tweak Tool“ aktivieren:

Die Einstellung findet sich unter ‚Window Manager -> Additional‘
Um die Logitech G15 Tastatur zu verwenden, braucht man den G15Deamon:

Damit war auch das Softwarekapitel dieses Umzuges gegessen.
Mal sehen, wie sich die Kiste so bewährt.

Nachtrag:
Sollte Wine keinen Sound ausspucken, obwohl in den Einstellungen „Alsa“-als Soundtreiber installiert ist, hilft es, dieser Anleitung zu folgen.
Der Befehl in der Konsole lautet ‚winetricks –gui‚. Dann einfach durchhangeln, bis man zu den Einstellungen gelangt.

3 Gedanken zu „c’t 11-Watt-PC mit Ubuntu II“

  1. Hast du den Stromverbrauch unter Ubuntu mit einem Strommessgerät nachgemessen? Ich komme leider nicht auf die oftmals beschriebenen 15 Watt (geschweige denn auf 11). Habe zwar anstatt der SSD eine alte „normale“ Festplatte drin, aber dafür auch kein DVD-Laufwerk. Die festplatte alleine kann ja keine 15 Watt ausmachen, oder? Ich komme nämlich nicht weit unter 30 Watt.

    1. Nein, ich habe den Verbrauch noch nicht nachgemessen.
      allerdings steht das auch noch auf meiner Agenda. Deshalb habe ich auch noch nicht den alten PC zerlegt, da ich auch mal messen will, was der sich so reinknuspert.
      Nach Aussage der c’t bringt der Tausch SSD gegen HDD 4,3 Watt. Daran kann es also wirklich nicht liegen.

  2. Noch was für kalte Tage: Hab grad meine alte G15 mit neuen LEDs auf Orange umgebaut und die Lötstellen nachgebraten (primär in der Hoffnung die Tasten sind hinterher heller und flackern nicht mehr). Sieht bislang auch ganz gut aus, nur die Tasten spielen in heissem Fitwasser noch Buchstabensuppe 😀

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