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Top Gear goes 20th Century

Ich wollte den geneigten Leser nur mal fix auf die Top Gear Folge von vorletztem Wochenende (Series 18 – Episode 6) hinweisen.
Die Jungs testen dort nicht nur den göttlichen Morgan Threewheeler:
http://www.youtube.com/watch?v=yLJh1erKfZM
Sondern haben auch BRUTUS zu Gast, welcher gegen einen Bentley mit Spitfire-Motor an tritt:
http://www.youtube.com/watch?v=xzt_E90i0ho

Eine großartige Folge!

Gefahrenquellen wohin man sieht!

Beim ziellosen stöbern in meiner Musiksammlung, bin ich gestern Abend über Benny Benassi – Satisfaction gestolpert und habe mich an das Musikvideo dazu erinnert:
http://www.youtube.com/watch?v=JPtQ4K-evBo
War ich früher von den großen Geräten *hüstel* fasziniert, so führte erneutes sehen des Videos bei mir jetzt nur zu schreckensgeweiteten Augen.
Da werden vor laufender Kamera elementarste Maßnahmen der Arbeitssicherheit und -technik missachtet:

  • Bei Sekunde 10 wemst die junge Dame mit Schmackes knapp neben ihren Finger (Kein Wunder, wenn man so in der Gegend rum träumt!)
  • Gleiches bei der Dame danach! Ob die nen gerades Loch bohrt, so wie der Bohrer wackelt und sie zur Seite guckt? Dat dicke Rohr is zum anpacken da, Mädel!
  • Und wie die nächste Tante in den armen Ytong wullacht, entsteht da auch kein maßhaltiges Loch!
  • Die Bandschleiferdame arbeitet ohne Absaugung, wie man deutlich im Anschluss sehen kann.
  • Die Dame mit der Flex verwendet eine Trennscheibe zum schleifen und trägt keinen Gehörschutz.
  • Die mit der Kettensäge arbeitet ohne Schnittschutzhose und ohne das Holz zu fixieren.
  • Und auch der Exzenterschleifer wird wieder ohne Absaugung betrieben.
  • Die Lady am Rüttelstampfer trägt zwar Sicherheitsschuhe, hat diese aber nicht geschnürt und die Schnürsenkel hängen herab.
  • Und alle der Damen arbeiten an den rotierenden Geräten mit offenen Haaren.

Das Video müssen die beim „Girls’ Day“ gedreht haben! Anders kann ich mir das nicht erklären.
Und sowas wird ohne Jugendfreigabe gesendet! Da darf man sich über Unfälle nicht wundern. Schlimm, schlimm, schlimm….

Rust2Rome

Tobias und ich haben uns überlegt, dass wir auch dieses Jahr wieder eine Langstreckenrallye fahren wollen.
Allerdings haben wir beide leider nicht so viel Zeit wie für die Rally Dresden – Banjul damals.
Wir suchten daher eine Veranstaltung im Bereich von 7-14 Tagen. In Deutschland fanden wir nichts passendes, so dass wir uns ein wenig bei unseren Nachbarn umsahen. Tobias stöberte recht schnell die Rallye „Rust2Rome“ auf.

Hier der Trailer zur 2009er-Ausgabe:

In neun Tagen führt die Rallye von Edinburgh über knapp 5000 km nach Rom.
Das ganze läuft nach dem Checkpoint-System und mittels vorgegebener Route. Diese ist auch die Besonderheit der Rallye. Der Organisator Marko verspricht die schönsten Straßen süd-west Europas aneinander gereiht zu haben. Unter anderem auch Straßen, die den Nerds unter euch aus Italian Job, Casino Royale oder Ronin bekannt sein dürften (einschlägige Filmszenen siehe Links).
Dementsprechend verwinkelt ist auch die Routenführung.
Als klassische „Banger rallye“ sollen die Fahrzeuge der Teilnehmer nicht 500 GBP in der Anschaffung übersteigen.
Allerdings ist es nach Markos Aussage wichtiger, dass man ein Fahrzeug wählt, dass einem Spaß macht, als eines, dass alle 50 km zusammen bricht.
Tobias und ich überlegen daher, die Gelegenheit am Schopfe zu packen und mal wieder ein Auto für den dauerhaften Besitz zu kaufen.
Rüber fliegen, kaufen und mit kleinem Abstecher über Rom nach hause fahren… so der grobe Plan.
Nur mit dem Auto sind wir uns noch nicht sicher.
Ein Reliant Scimitar GTE SE6A steht im Raum:

Oder ein Triumph GT6:

Mal sehen, was uns noch so in den Sinn kommt.
Das Startgeld beläuft sich (bei zwei Personen) auf umgerechnet ca. 420 €, wobei dort schon die Fähre über den Kanal, eine Hotelübernachtung in Rom, Funkausrüstung, Navigationsunterlagen und sonstiger Kleinkrams mit drin sind. Bei mehr Teilnehmern pro Team wird es billiger.
Start ist am Sonntag den 01.Juli 2012.

Hat jemand von euch Lust an dem Trip mit einem zweiten Team teilzunehmen?
Es sind noch Plätze frei und Ausländer sind ausdrücklich willkommen.

Zwei Wochen Kanaren sind auch nicht billiger, aber die Fotos davon will nachher keiner sehen!
Ein Urlaub für echte Petrolheads!
Und wer will kann nachher die Karre hier verscheuern und versuchen, damit die Reise gegen zu finanzieren.

Die sympathische Einstellung der Teilnehmer wird auch in diesem Video aus Markos Videochannel deutlich:

Panamericana im alten grünen VW Käfer

Sollte euch das Wochenende zu trüb sein, so gibts hier einen Lesetipp:

Panamericana im alten grünen VW Käfer

Torsten Mathias Schmitz und Dirk Lutz Werner Dahmer haben mit ihrem 1952er, 30 PS-Käfer (liebevoll „Erbse“) den amerikanischen Kontinent von Alaska nach Feuerland innerhalb von 16 Monaten und über 52.000 Kilometern durchquert und darüber ein sehr unterhaltsames Tagebuch verfasst. Auch die dabei geschossenen Fotos können sich sehen lassen. Da die Beiden Land und Leute möglichst intensiv kennen lernen wollten, haben sie, wann immer möglich, als CouchSurfer gastiert und dies ausschließlich als positive Erfahrung dargestellt. Ein Reiz, den ich sehr gut nachvollziehen kann.
Insgesamt ein sehr lesenswerter Reisebericht, bei dem man die Begeisterung der Beiden gut nachfühlen kann. Und um Autos geht es auch manchmal 😉

Angriff des Klonkriegers – Chevrolet Camaro SS Clone

Am vergangenen Wochenende hatte der Familien-Checker einen erneuten Einsatz.

Tobias Kumpel Ralf wünschte sich eine Expertise zu einem 1968er Chevrolet Camaro.
Nix lieber als das!
Also fix unser Check-Equipment (Lackschichten-Messgerät; mehrseitige Checkliste; LED-Leuchten; Arbeitsklamotten) eingepackt und zusammen mit Tobias und Ralf nach Mainz geschüsselt.
Auf dem Hof eines Autohändlers erwartete uns dann schon der Schlitten:
Chevrolet Camaro SS Clone vorne
Um es direkt vorweg zu sagen: Nein, der Wagen ist kein echter „SS“, sondern nur ein Clone.
Chevrolet Camaro SS Clone links vorne
Der erste Eindruck war aber sehr sauber.
Chevrolet Camaro SS Clone links
Also konnte es ans Eingemachte gehen.
Der Heckscheibenrahmen machte einen sehr guten Eindruck:
Heckscheibenrahmen
Da lauert oft Rost.
Häufig sind auch die Hutablagen marode. Um das zu checken, muss man in den Kofferraum krabbeln und sich ein wenig umsehen.
Hier fand sich zwar großflächig (Oberflächen-)Rost, aber für 40+ Jahre, war das mehr als harmlos und lässt sich auch noch mit etwas Liebe in den Griff bekommen:
Hutablage Unterseite
Durch den Motorraum hat jemand durchgeleckt, so sauber war der:
Motorraum
Alles hübsch bling-bling.
Auch das Interieur befand sich in einem nahezu einwandfreien Zustand:
Innenraum
Das Schild vor der Wählhebel-Kulisse war ein schönes Detail aus der Geschichte des Wagens:
Schild vor dem Wählhebel
Anschließend kam der Wagen auf die Grube des Händlers.
Auch dort bestätigte sich der ausgezeichnete Blechzustand:
Unterboden Tank
Hier ein Blick in einen der nach hinten offenen Rahmenausleger:

Da kenne ich wesentlich schlimmere Kandidaten! Auch sonst fanden sich weder aufgesetzte Flicken noch sonstige Korrosionsspuren.
Motor und Getriebe zeigten sich ebenfalls im Neuzustand:
Getriebe & Motor Unterseite
Alles Friede, Freude, Musclecar und sofort kaufen, meint ihr also?
Mit nichten!
Der Wagen war mal wieder ein Paradebeispiel für die schnelle Mark/Dollar/Euro-Restaurierungen aus den USA.
Der weiße Lack war im Bereich des Dachs milchig grau, alle Dichtungen und Gummis sind hinüber, der Motor wurde gegen ein undefinierbares Exemplar getauscht und komplett überlackiert. Was die Kiste an Hubraum und Leistung hat? Keine Ahung! Das Getriebe wurde auch getauscht, ist jedoch nur ein einfaches Zweiganggetriebe, zu welchem natürlich die Gangstufen der Dreigang-SS-Kulisse überhaupt nicht passen. Da beides zusammengestückelt ist, lassen sich die Gänge auch nicht sauber einlegen. Schaut man sich den Wagen von unten an, so ist das Getriebe triefnass von ATE-Flüssigkeit. Am Motor hängen Öl- und Kühlwassertropfen. Alle Schläuche sind rissig wurden einfach mit überlackiert. Die Schmiernippel waren furz-trocken. Die SS-spezifischen Ausstattungsteile wurden lieblos an den Wagen getackert. Für den Heckspoiler haben sie z.B. in die vormals makellose Heckklappe ein Loch geschlagen (!! Nein, nicht gebohrt!) und ihn durch geschraubt. Dort fing nun der Rost sein grausig Spiel an. Der Frontspoiler hatte mal richtig einen abbekommen und wurde nur noch durch übergroße Unterlegscheiben am Fahrzeug gehalten. Die Löcher für die Lautsprecher in der Hutablage wurden mit der Blechschere vergrößert. Unser Magnettest offenbarte einige dicke Spachtelstellen unter dem Lack, insbesondere im Bereich der vorderen Kotflügel, welche SS-spezifisch auch ausgestellt werden mussten.
Die Elektrik war ein Trauerspiel und funktionierte nur sporadisch. Das nachgerüstete Lenkrad war nicht eingetragen. Die Bremsen arbeiteten (selbst für amerikanische Verhältnisse) nur in homöopathischen Dosen und auch erst, wenn man das Pedal ans Bodenblech nagelte.
Natürlich verkaufte der Händler den Wagen nur „im Auftrag“ für einen Bekannten und konnte zu all unseren Fragen nur mit den Schultern zucken bzw. nichtssagende Antworten geben. Nur beim Preis war er sich sicher: 20.000€ war sein Einstiegsgebot….

Als Fazit kann man festhalten, das hier ein sehr guter Camaro durch die Aussicht auf schnellen Profit zerstört wurde. Hätte man das Geld für den Umbau in die dringend nötige Überholung der Technik investiert, hätte man ein nahezu perfektes Auto erhalten. Es hätte zwar nicht „SS“ drauf gestanden und das Preisschild wäre nicht so dick gewesen, aber es wäre ein Schmuckstück geworden nach dem sich Leute mit Ahnung die Finger lecken. So ist es nur mittelmäßiger Clone mit gravierenden Technikproblemen, welcher auf einen ahnungslosen Käufer wartet.

Ralf war trotz unseres vernichtenden Urteils glücklicherweise nicht am Boden zerstört und bezahlte uns mit Futter und Wein:

„Will check for food!“

Die Suche geht also weiter. Ich bin schon gespannt, was er als nächstes ins Auge fasst.