Kategoriearchiv: Am Wegesrand

Die Entdeckungen des Alltags

26. Internationales Dreiradtreffen

Vom 13. bis zum 15.06. fand das 26. internationale Dreiradtreffen in der Metropole Schnauderhainichen bei Meuselwitz statt:

Logisch, dass ich da mit der Besten von allen hingefahren bin! Letztes Jahr war ich schon bei der 25. Ausgabe, allerdings nur als Tagesbesucher. Das war damals schon so herzlich, dass ich dieses Jahr auf jeden Fall wieder hin musste. Aufgrund des Durchschnittsalters der Teilnehmer ist das noch so richtig Oldschool, mit handgemalten Wegbeschreibungen, postalischer Anmeldung sowie Kaffee und Kuchen… herrlich!
Als wir am Freitag anreisten, war die Einwohnerzahl von Schnauderhainichen schon verdoppelt:

Es war wirklich süß, wie jedes Ömmaken am Wegesrand einem zeigte, wo man hin fahren muss.
Nach der Anmeldung und einem ersten Schnack habe ich mich ein wenig auf der Fahrzeugwiese umgesehen. Sehr gefreut habe ich mich über Lolas Urgroßmutter:

Ein seltenes Piccolo Duo in tollem Zustand.
Der Abend klang dann bei Bier und Bratwurst in einem Festzelt vor dem lokalen Feuerwehr- und Vereinsheim aus. Dort traf ich auch auf Torsten, Thomas und Andreas. Ersterer ist der Betreiber von BondBug.de und die letzteren haben beide ebenfalls Rialtos. Thomas wollte eigentlich auch mit seinem Rialto anreisen, scheiterte aber leider nach 150 km an einem gefressenen Vorderradlager.
Immer wieder schön, die Menschen auch mal persönlich kennen zu lernen, mit denen man sich sonst nur E-Mails hin und her schreibt. Wir stellten ziemlich schnell fest, dass wir alle auf einer Wellenlänge lagen und hatten das ganze Wochenende über viel Spaß zusammen. Danke dafür!
Für Samstag stand ein straffes Programm auf dem Plan, schließlich sollte die Ausfahrt 30 Kilometer betragen.
Start war dementsprechend um 9:00 Uhr. Gestartet wurde im 30 Sekundenabstand, damit sich keine langen Kolonnen bilden sollten.
Leider funktionierte das überhaupt nicht. 30 Sekunden sind schnell aufgefressen, selbst wenn der Geschwindigkeitsunterschied nur 5 km/h beträgt. So sammelten wir relativ fix einige Dreiräder vor und hinter uns, da ganz vorne ein 5,5 PS Vorkriegs-Hansa Berge entdeckte, von denen noch nicht mal das Landesvermessungsamt etwas wusste. Dementsprechend habe ich auch den Großteil der 30 km im zweiten Gang verbracht. Für den Rialto war das kein Problem, aber einige Tempo-Piloten klagten über Zündaussetzer aufgrund von überhitzenden Motoren.
Ausgedehnte Ameisenrennen (Überholvorgänge bei 30 km/h zu 27 km/h) auf der Suche nach mehr Fahrtwind waren die Folge:

Vielleicht wäre es sinnvoll bei der nächsten Ausgabe im Zuge der Anmeldung die gewünschte Marschgeschwindigkeit zu erfragen und danach Gruppen bzw. Startreihenfolgen zu bilden.
Egal.
Nach und nach trudelten alle Fahrzeuge am ersten Zwischenhalt, dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain, ein:

Wir hatten das Glück, dass einer der Dreiradpiloten bis vor wenigen Jahren im Tagebau gearbeitet hat und uns so einen tollen Einblick mit reichlich Hintergrundinfos liefern konnte. Sollte einer von euch mal die Gelegenheit haben, einen Tagebau zu besichtigen, so kann ich das nur jedem anraten.
Es ist atemberaubend!
Leider kann ein Foto kaum einfangen, was für ein gigantischer Raubbau an der Natur das ist:


Eine Mondlandschaft bis zum Horizont. Und das ist der Kleinere von zwei Tagebauen in der Umgebung…
Das winzige in der Mitte sind übrigens diese riesigen Schaufelbagger. Der gelbe Punkt daneben ist ein normaler Bagger…. Die Grube die wir dort besichtigten ist über 100 Meter tief. Da verschwimmen schon mal jegliche Dimensionen. Absoluter Wahnsinn.
Nach der Führung am Tagebau ging es weiter nach Meuselwitz:

Wir waren erstaunt, wie viele Leute gezielt am Straßenrand standen und uns zuwinkten. Die Veranstaltung muss im Vorfeld gute PR in den lokalen Medien erfahren haben.
Ein großes Lob muss auch an die Organisatoren gehen. Die Strecke war zusätzlich zum Roadbook vorbildlich ausgeschildert und an jeder Kreuzung standen Helfer in Warnwesten die einem den Weg wiesen. Toll!
In Meuselwitz trafen wir uns auf dem historischen Marktplatz zum Mittagessen:

Der Stadtkern ist wirklich schick hergerichtet. Durchaus schmuck.
Schmuck war auch dieser seltene Picco I:

Mein Herz schlägt ja auch für industrielles Gerät. Ist es dann auch noch dreirädrig, bin ich Feuer und Flamme. Ich war nur froh, dass er nicht bei der Ausfahrt vor uns war….
Zum Mittagessen gab es ein deftiges Gulasch samt Getränk. Leider öffnete der Himmel gerade beim essen seine Schleusen und es gab einen heftigen Schauer. Als der Regen abzog, haben wir die Fahrzeuge (bewacht) auf dem Marktplatz zurückgelassen und sind zum nahen historischen Bahnhof gegangen. Dort verkehrt noch die Schmalspurbahn, mit der früher die Kohle befördert wurde. Das Schienennetz umfasste zu DDR-Zeiten über 300 km von denen heute noch 16 km erhalten sind.
In dem Bahnhof ist auch der lokale Eisenbahnverein beheimatet, welcher sich liebevoll um die Überbleibsel der Schmalspurvergangenheit kümmert. Zum Beispiel diese beeindruckende Schneefräse:

Früher war halt nicht nur mehr Lametta im Winter…
Kein Foto habe ich leider von dem Waggon auf den ein Flugzeugtriebwerk montiert war. Der Abgasstrahl wurde über eine große Röhre auf das Gleis hinter dem Wagon geleitet. Der Erzählung nach, wurde es früher dazu verwendet, um das Gleisbett zu reinigen. Laubbläser XXL, quasi.
In historischen Waggons ging es nach der Besichtigung durch die Lande:

Bei einem Zwischenhalt gab es leckeren Kaffee und Kuchen.
Unterwegs entdeckten die Beste und ich vom Zug aus noch reich behangene Kirschbäume deren GPS-Koordinaten uns am Sonntag 4 Kg leckerste Schwarzkirschen bescherten.
Wir haben sie natürlich direkt bei mundraub.org eingetragen.
Der Samstagabend wurde von einem üppigen Büffet, einer Liveband und sehr netten Unterhaltungen gekrönt.
Bei Interesse findet ihr noch viele weitere Bilder im zugehörigen Album.
Alles in allem war es ein wirklich schönes Wochenende.
Sowohl die Beste als auch ich wollen nächstes Jahr unbedingt wiederkommen. Dann soll es ins Erzgebirge gehen.
Unser besonderer Dank gilt den Organisatoren, die wirklich viel Herzblut in diese tolle Veranstaltung investiert haben!
Herzliche Grüße gehen an Torsten, Thomas und Andreas. Wir hoffen, ihr seid wieder gut nach hause gekommen.

Vatertagsausfahrt 2014

Am Testikelträgertag (Vatertag, lokal gänzlich Qualifikationslos „Herrentag“ genannt) traf sich der Magdeburger Oldtimerstammtisch zu einer traditionellen Ausfahrt:

Ziel war diesmal das Stiftung AutoMuseum Volkswagen in Wolfsburg (Nicht zu verwechseln mit der Autostadt!).
Das Museum residiert in einer unscheinbaren Lagerhalle am Rande der Stadt:

Schön fand ich den Wegweiser am Eingang:

Klar gegliedert in „wassergekühlt“ und „luftgekühlt“.
Das Museum selbst ist eine wahre Schatzkammer an Prototypen, Studien und sonstigen Raritäten.
Den Kontrast zu diesen Leckerbissen bildet traurigerweise die Bausubstanz des Gebäudes. Man musste beim umherschlendern aufpassen, dass man nicht in einen der vielen Eimer trat, die aufgestellt waren um das durch die Decke dringende Regenwasser aufzufangen…
Für mich persönlich waren eher die moderneren Volkswagen ab den 70ern interessant:

Und hier insbesondere die Studien wie z.B. der EA 142:

Oder die frühe Entwicklungsstudie des Passat, EA 272 von 1972:

Der Scirocco TR mit herausnehmbarem Dach:

Ein Golf Diesel Formel E von 1981 mit 2,03l/100km Verbrauch:

Die Studie Chicco von 1975:

Die Studie „Student“ von 1982:

Die Hybridstudie „Chico“ von 1992:

Das Freizeitauto Vario I von 1990 (auf Golf II-Basis):

Man beachte den Twingo-Innenraum mit original „My first Sony“-Radio:

Die Studie Scooter von 1986 hätte ich natürlich vom Fleck weg gekauft:

Genauso wie den 1-Liter-VW wenn sie nicht dauernd das Konzept verwässern würden (siehe XL1):

Im Bereich der skurrilen Fahrzeuge stand diese Sicherheitsstudie (ESVW 1) von 1971:

Mein Pragmatikerherz sprach dieser Caddy Vantasy von 1996 deutlich an:

Interessant war auch die Styling-Studie EA276 von 1969 aus der der Golf I erwachsen ist:

Als eher unhandlich im Stadtverkehr hat sich der SeeGolf erwiesen:

Natürlich fanden sich auch unter den luftgekühlten Volkswagen tolle Leckerbissen wie z.B. der viertürige Brezelkäfer, eine Studie für ein Fahrzeug unterhalb der Käfer-Klasse oder das T2 Vollcabrio. Die ganzen Fotos findet ihr bei Interesse im zugehörigen Album.

Als Fazit kann ich festhalten, dass das Stiftung Volkswagen-Museum für den echten Autonerd ein Pflichttermin ist. Und zwar eher noch, als die Autostadt!
Schade, dass das Budget der Stiftung so begrenzt zu sein scheint. Die Exponate hätten ein schöneres Zuhause und eine ansprechendere Ausstellung verdient. VW sollte da mal nen Milliönchen springen lassen.
Der Ausflug selbst war mal wieder eine tolle Sache. Schöne Strecke und ein formidables Ziel!
Vielen Dank für die Organisation!

Altautotreff Magdeburg Juni 2014

Am Sonntag fand das erste Altautotreff in Magdeburg statt. Da die Flyer dafür erst fünf Tage vorher geliefert wurden, war die bisherige Werbung eher eingeschränkt. Die Prognose war, dass ich dort alleine stehen würde.
Zum Glück verdoppelte sich die Besucherzahl nach einer halben Stunde:

Mario kam spontan mit seinem Motorrad vorbei. Ich kenne ihn noch (virtuell) aus alten Simson Duo-Zeiten. Schön endlich mal ein Gesicht dazu zu kennen.
Parallel fand auf dem Pfahlberg-Gelände noch das „Geilste Karren“ Gruppentreffen statt:

Wie wir erfuhren handelte es sich um eine per Facebook organisierte Spontanzusammenkunft der lokalen Tuningszene:

Das Schild am rechten Bildrand fasst die Sache größtenteils zusammen. Es war beeindruckend, wie viele unterschiedliche Basstonlagen man gleichzeitig spielen kann.
Allerdings konnte ich selbst da zwei Flyer loswerden. Der eine ging an einen rattigen Rostgolf II und der andere an einen liebevoll originalen Lexus LS400 (UCF10). Beide waren ein schöner Kontrast zum Perleffektlack der Umgebung.
Als Mario und ich von unserer Runde durch die Tuninguntiefen wieder zurückkamen, trafen wir auf zwei sehr nette Typen, die völlig aus dem Häuschen um den Rialto hüpften. Der erste Satz war: „Endlich ein vernünftiges Auto hier!“ Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile und die Beiden haben Tränen gelacht über die konstruktiven Eigenheiten des Rialtos. Leider besitzen sie nichts Adäquates um nächsten Monat den Treff zu verstärken. Dringender Handlungsbedarf!
Gegen 19 Uhr löste sich dann unser Trupp auf.
Für den ersten Versuch bin ich zufrieden. Mal sehen, was die Werbetrommel im nächsten Monat hergibt.

1. Altautotreff Magdeburg

Die Beste und ich kommen gerade vom 26. Internationalen Dreiradtreffen (Bericht folgt) wieder, daher nur auf die Schnelle der Hinweis, dass nachher um 17 Uhr die erste Ausgabe des Altautotreff Magdeburg startet:
Flyer v.1.6 A6
Leider sind die Flyer erst Mitte letzter Woche eingetrudelt. Mal sehen, wie viele von den 8 verteilten Flyern gefruchtet haben. Ein Mensch hat mir schon abgesagt. Bleiben noch 7….

Altautotreff Magdeburg

Mir fehlt der Garagendonnerstag.
Mir fehlt aber auch das „Attack of the Altwagen„.
Ersteres will ich ändern, sobald eine eigene Schrauberlocation da ist.
Letzteres will ich ab Juni 2014 ändern!
KLE hat mir freundlicherweise seine Absolution erteilt, dass Ganze als offizielles Chapter des „Altautotreff“ aufzuziehen:
Flyer v.1.6 A6
Als Treffpunkt habe ich den Parkplatz des lokalen Einkaufszentrums „Am Pfahlberg“ ausgewählt.
Der Platz ist riesig, es gibt weder Zugangsschranken noch Anwohner und der lokale American Diner hat (zusammen mit Kino und Bowlingcenter) auch Sonntags offen.
Außerdem liegt das ganze direkt an der A2 (ost-west) und der vierspurigen B189 (nord-süd).
Ist auch außerhalb der Umweltzone.
Mal sehen, wie sich das ganze anlässt.

Heute mache ich erst mal ein wenig provisorische Werbung (Flyer noch nicht fertig) auf dem 4. Magdeburger Oldtimertag.