Archiv der Kategorie: Am Wegesrand

Die Entdeckungen des Alltags

25. Internationales Dreiradtreffen

Vom 21. bis zum 23. Juni fand in Brandenburg an der Havel das 25. internationale Dreiradtreffen statt:

„Endlich mal normale Leute!“
Da für den 22. mein Junggesellenabschied angesetzt war, konnte ich mich nur am 21. unter die Meute mischen.
Allerdings war das schon ausreichend, um mich für das nächste Treffen anzufixen. Es war extrem lustig!
Doch beginnen wir am Anfang.
Der Tag begann mit Starthilfe durch den AvD.
Diagnose: Batterie leer. Jahaaaa, hätte ich checken können, aber so ist das nun mal. Die kleinen Dinge vergisst man halt.
Nach geschätzten 15 Minuten war der sehr nette Pannenhelfer auch schon mit Booster-Pack vor Ort.
Alles reibungslos. So wünsch ich mir das.
Trotzdem ist ein eigenes Starthilfekabel schon geordert.
Die Fahrt zum Treffen lief erfreulich entspannt bei strahlendem Sonnenschein.
Der Rialto hat es merklich genossen, mal wieder eine längere Strecke bewegt zu werden. Das letzte Mal war der Ausflug zum 1.Mai.
Das Treffen fand im Industriemuseum in Brandenburg statt. Ein wirklich imposanter Bau!

Im Hintergrund sieht man den letzten erhaltenen Siemens-Martin-Stahlofen in Westeuropa:


An der Dreiradfront gab es, neben den üblichen Verdächtigen von Tempo und Messerschmitt, auch einige Exoten zu bewundern.
So wie diese lieblich restaurierte Mini Comtesse:

Neben den „Stützrädern“ vorn für hart gedriftete Kurven, wartet die Comtesse mit noch einem anderen technischen Schmankerl auf.
Sollte dem Piloten unterwegs mal der Saft ausgehen, so kommt er dennoch entspannt und sicher an sein Ziel. Zu diesem Zweck findet sich am linken hinteren Rad dieses kurze Ketten-Stück:

Es ist das Herzstück einer ausgetüftelten „Ratschen-Konstruktion“. Indem der Pilot im Innenraum mit wachsender Leidenschaft auf ein Pedal tritt, wird die Kette am Hinterrad um ein Ritzel gezogen und bewegt das Vehikel häppchenweise vorwärts. Eine stramme Feder holt die Kette dann wieder zurück. Funktioniert ähnlich, als wenn man bei einem Fahrrad ohne Rücktritt die Pedale immer vor und zurück bewegt.  Die Vorführung sorgte für ausgelassenes Gelächter!
An dieser Stelle muss ich nochmal explizit betonen:
Ich habe bisher noch keine Oldtimerveranstaltung erlebt, bei der man als Neuling so herzlich aufgenommen wurde! Ich wurde quasi minütlich neuen Leuten vorgestellt, musste mir wiederholt vom selbstgebackenen Kuchen nehmen, oder ne Bratwurst, oder nen Bier, oder nen Stuhl, oder… einfach toll.
Und auch die Organisation war vorbildlich! Ich wurde direkt von einer Dame an die Hand genommen und mir wurde der Inhalt meiner „Begrüßungstüte“ erläutert. Dazu gab es einen Wimpel mit enormem Kugellager als Ständer mit meinem Namen drauf, Poster in verschiedenen Größen von der Veranstaltung, Flyer vom Museum, ein Stadtführer, eine mehrseitige laminierte Wegbeschreibung für die geplante Ausfahrt samt Kartenmaterial, einen Zeitplan, Telefonnummern und Adressen der Teilnehmer und vieles mehr.
Die Organisatoren hatten unglaubliche Arbeit investiert und doch wurde nur ein Unkostenbeitrag verlangt. Hammer!
Vielen Dank!
Das das Treffen einen eher lockeren Charakter hatte, konnte man allerorts feststellen. Z.B. auch am Gepäck dieses (auf eigener Achse angereisten) Teilnehmers:

Im Industriemuseum findet derzeit auch eine Sonderausstellung zu der Firma Brennabor statt:

Hier bekamen wir zu vorgerückter Stunde eine private Führung durch einen der Ausstellungsorganisatoren. Ebenfalls sehr liebevoll und ausführlich. Wieder eine Wissenslücke weniger.
Ein wenig enttäuscht war ich vom Eigentümer dieses Reliant Regals:

Wenigstens den Namen seines Fahrzeugs sollte man schreiben können…. Hatte er aber wenigstens überall konsequent falsch geschrieben. Der lieblose Anstrich mit dem Pinsel und der sonstige Zustand passten zu diesem Eindruck. Sonderlich freundlich war er obendrein auch nicht. Egal. Es waren nämlich noch andere wesentlich nettere Reliant-Fahrer anwesend:

Andreas (mit dem mich eine längere Mail-Freundschaft verbindet) war samt Freundin und österreichischem Rialto angereist.
Den haben wir auch prompt reparieren müssen. Ein „Gummi-Knie“ der Unterdruckverstellung hatte nach jahrelangem Aushärtungsprozess ausgerechnet während der Anreise beschlossen getrennte Wege zu gehen.
Trotz Spezialwerkzeug (Panzerklebeband und Kabelbindern) war unsere Reparatur leider nur von vorübergehendem Erfolg gekrönt.
Daraufhin wurde der Defekt einfach zum Charaktermerkmal erklärt und sich dem Pils zugewandt.
Zwischenzeitig füllte sich die Halle immer mehr mit Fahrzeugen:

Herrlich schwülstig sind die drei Sitzplätze dieses extrem seltenen Felber Autorollers:

Man stelle sich einen Sommer wie den Aktuellen in Verbindeung mit diesen roten Kunstlederpolster vor… ein Traum in klebrig.
Einen Traum in ganz anderer Hinsicht stellt dieses Fahrzeug dar:

Wie der Kenner sieht, führen keine Antriebswellen zum Vorderrad und auch der Motor sieht nicht nach Ente aus. Lomax ist damit raus.
Das kann also nur Spaß im Heck bedeuten!
Torsten (Der Kopf hinter bondbug.de) hatte seinen JZR Threewheeler mit zum Treffen gebracht.
Wenn ich mich recht entsinne, ist es ein Moto-Guzzi-Twin, der seine Kraft per original Getriebe und lediglich geänderter Kardanwelle (!!) an das einzelne Hinterrad schickt.
Ich durfte mal zur Sitzprobe schreiten:

Mein Gesichtsausdruck verrät den direkt gefassten Entschluss, so ein Gefährt ganz oben auf die Wunschliste zu schreiben.
Insbesondere nachdem die konzeptionell ähnlichen Trikings für mich erstmal unerschwinglich sind und Torsten mir den gezahlten Preis für sein Geschoss verriet.
Der Telegraph Author, Andrew English, schrieb übrigens mal über sein Fahrerlebnis im Triking: „The intimacy is both profound, delightful and, for the claustrophobic, disturbing. Everything is so contiguous with the driver; you could have sex at a greater distance than this.“
Ich merke schon, wie ich wieder in latentes Hecheln ausbreche…..
Danke, Torsten!

Leider musste ich schon bald aufbrechen, so dass ich Torstens Angebot einer Mitfahrt am nächsten Tag nicht annehmen konnte.
Allerdings hatte ich kurz überlegt, ob so ein Junggesellenabschied wirklich zwingend meiner Anwesenheit bedurft hätte….

Es war ein tolles Treffen und ich freue mich schon riesig auf’s nächste Jahr! Dann aber das ganze Wochenende!

Solltet ihr noch an weiteren Bildern interessiert sein, so findet ihr diese in der entsprechenden Galerie.

5. Ohre Classic 2013

Wie ihr euch vielleicht erinnert, war ich vor Monaten beim „Motoren anlassen“ der „Ohre Classic“.
Die dort angekündigte Hochglanzveranstaltung fand nun vor kurzem hier in der Region als „5. Ohre Classic“ statt.
Ist ein Chrom-und-keine-Flammen-Event, organisiert von zwei Mitgliedern des Oldtimerstammtisches.
Da mir diese Art von Veranstaltungen bisher eher suspekt waren und sich für meinen Geschmack zu viel (Landes-)Politprominenz angekündigt hatte, habe ich mit einer Anmeldung gezögert.
Ich bin da eher für die hemdsärmeligen Treffen.
Jeder wie er mag.
Zu meinem Glück meldete sich aber Micha bei mir und erzählte, dass sein Beifahrersitz frei geworden sei.
Da hab ich natürlich nicht nein gesagt! Zumal dies mir die Chance bot, mal in seinem California Speedster mit zu fahren.
Und nachdem ich gehört hatte, dass 90% der Prominenz abgesagt hatte, war ich auch in dieser Hinsicht versöhnt. So waren die höchstrangigen Würdenträger die Heidekönigin, die Erntekönigin und die Blütenkönigin, welche uns auf der Tour begleiteten.
Leider mussten die Veranstalter hochwasserbedingt in letzter Minute die Route ändern, was ihr einige Highlights raubte (fahren durch den Magdeburger Zoo und auf der Kanalkrone). Allerdings haben Sie die Tour genutzt, um Spenden für die Hochwasseropfer zu sammeln, statt sie einfach ausfallen zu lassen. Für alle Beteiligten eine sinnvolle Entscheidung, wie ich finde. Respekt für den Arbeitsaufwand!
Wie ich mittlerweile gehört habe, ist auch gut was zusammen gekommen.
Gestartet wurde am IGZ in Barleben.
Schon da zeigte sich, dass selbst im Osten bei solch einer Veranstaltung „Mercedes-Benz“ die Markenwertung bei weitem dominiert:

Ich meine wir haben 27 Fahrzeuge mit Stern gezählt. Von insgesamt 123 angemeldeten Fahrzeugen (keine Ahnung, ob alle gekommen sind).
Mit nem R107 musste man sich eigentlich schon schämen, so viele waren davon da:


Bei Oldtimern (Von „Altblech“ wage ich gar nicht zu sprechen) so weit das Auge reicht fanden sich aber auch einige Fahrzeuge nach meinem Geschmack.

Witzig und sehr nett waren Oma & Opa im Citroën Rosalie mit stilechter Kleidung:

Der VW K 70 als ungeliebtes NSU-Erbe gefällt mir persönlich ja auch sehr gut:

Vom ausreichend exotischen BMW Z1 waren gleich zwei Exemplare vor Ort:

Für Tobias habe ich diesen Chrysler Newport als Stiefbruder seines Hursts fotografiert:

Die Eigentümer habe ich leider nicht angetroffen. Sonst hätte ich mindestens ne Mailadresse ausgetauscht. Allerdings ließ das mit orangenem Straußen(kunst)leder bezogene Dach nix gutes hoffen.
Irgendwann war es dann an der Zeit die Fahrzeuge zu bemannen und durchzustarten:

Bei schönstem Wetter ging es dann über die Landstraßen des nord-westlichen Magdeburger Umlands.
Unser steter Begleiter war dabei der Passat, welchen ich schon beim 3. Magdeburger Oldtimertag fotografiert hatte:

Als Beifahrer blieb mir neben dem Roadbook-lesen noch genügend Zeit für künstlerisch wertvolle Fotos:


Erster Zwischenstopp war der Marktplatz von Haldensleben mit seinem „reitenden Roland“:

Auch dort ergaben die aufgereihten Oldies ein buntes Line-up:


Ziemlich irritiert haben mich diese beiden Vögel:

Ich stehe diesem Militärkult eh latent skeptisch gegenüber, aber Plauzibär als Tarnwurst mit Turnschuhen, nem Kübel in Metallic-grün mit Kackspritzern und einem permanent schrebbelndem Sirenenmodul waren dann doch eine echte Lachnummer.
Nachdem wir dort eine knappe Stunde zugebracht hatten und unsere Lunchpakete verputzt waren, ging es wieder zurück auf die Straße:

Der nächste größere Halt fand im Kloster Ammensleben statt:


Hier musste möglichst genau mit Dartpfeilen umgegangen werden (Ich habe versagt…):

Witzig war auch das Brautpaar, welches sich unserem Tross angeschlossen hatte. Die Beiden hatten sicherlich einen schönen Tag:

Unterhaltsam gestaltete sich auch der Rückweg zum Start/Ziel.
In das notgedrungen schnell gezimmerte Roadbook hatte sich wohl ein Fehler eingeschlichen.
In einem Ort sollte man rechts abbiegen, aber es ging nur geradeaus oder links. Dies führte dazu, dass man immer wieder ver(w)irrten Oldtimerfahrern begegnete, die verzweifelt den Weg suchten.
Wir fanden aber recht fix wieder raus und zurück auf die Route (hab ja schließlich auch durch Afrika navigiert).
Am Ziel gab es dann allerdings nochmal einen massiven Stau, welcher dazu führte, dass die Oldtimer bis raus auf die Bundesstraße standen und dort für ein leichtes Verkehrschaos sorgten.
Glücklicherweise waren wir recht weit vorne, so dass wir uns gechilled in den Schatten legen und auf die Zieldurchfahrt warten konnten:


In der Gesamtwertung haben wir einen beschämenden 23. Platz von 54 gewerteten Fahrzeugen belegt. Da habe ich Micha ganz schön rein gerissen…. Ich gelobe Besserung, sollten wir im nächsten Jahr eine Neuauflage anstreben! Außer, es muss nochmal irgendwas geworfen werden. Dann sind wir verdammt.

Alles in allem ein unterhaltsamer Nachmittag! Es war spannend mal an so einer professionellen Veranstaltung teilnehmen zu dürfen. Der Organisationsaufwand war beeindruckend und vor dem Hintergrund des Hochwassers sicherlich nochmal eine ganze Ecke stressiger für die Organisatoren.
Mein Dank gilt auch Micha. Sein Speedster ist eine ganz andere Hausnummer als meine Kisten. Knappe 80 PS in so einer leichten Hülle sind eine echte Ansage! Ist auch eine sehr schicke Geräuschkulisse direkt hinter einem. Danke für die Mitfahrt! Vielleicht klappts ja im nächsten Jahr mit dem Bond Bug.

Solltet ihr noch Interesse an mehr Bildern haben, so findet ihr sie in der zugehörigen Galerie.

3. Magdeburger Oldtimertag

Am 25. Mai haben die Beste und ich der Wettervorhersage zum Trotz beim 3. Magdeburger Oldtimertag vorbei geschaut.
Aufgrund dessen, dass sinflutartige Regenschauer angekündigt waren, war uns von vornherein bewusst, dass die Veranstaltung dieses Jahr kleiner ausfallen würde, als im letzten Jahr, als ca. 300 Fahrzeuge kamen.
Als eines der größten Oldtimerevents der Region ist die Veranstaltung jedoch ein Pflichttermin, egal, was die Wetterfee verlautbart.
Veranstaltungsort ist der „Elbauenpark„, welcher mit seinen knapp 100 Hektar Fläche reichlich Platz für Altblech bietet.
Als wir gegen 11 Uhr eintrudelten, war der Rasen am Fuß des Jahrtausendturms auch schon gut gefüllt:

Im Hintergrund des Bilds seht ihr übrigens das Hochgleis der Einschienenbahn, welche über das Gelände fährt.
Allerdings stand uns eher der Sinn nach benzingetriebenem.
Es fanden sich auch einige Leckerbissen, wie dieser imposante Lincoln Continental:

Oder dieser Chevrolet Corvair:
Chevrolet Corvair front
Der ihm immer noch anhaftende Ausspruch „Unsafe At Any Speed“ rührt von einem 6-Zylinder-Heckmotor in Verbindung mit einer simplen Pendelachse, welche wohl für rabiate Überraschungen im Grenzbereich gut waren:
Chevrolet Corvair Heck
Auch der Ostblock hatte Schmankerl zu bieten, wie diesen seltenen GAZ 13 (Tschaika):
GAZ Tschaika
Die in den Chromspitzen mündenden Auspuffrohre sind ein schönes Detail:
GAZ Tschaika Heck 2
Liebevoll erhalten war dieser Barkas B1000 Aufnahmewagen:

Der Wagen war noch bis 1994 beim MDR als Tonübertragungswagen im Einsatz und wartet im Innenraum noch immer mit einer kompletten Ausstattung auf:

In die Kategorie der scharfen Heckmotorgeräte fällt auch dieser Škoda 1000 MB:

Ein ebenfalls seltenes Stück ist diese Wartburg 311/5 Campinglimousine:

Die Rückbank lässt sich zu einer großen Liegefläche umklappen und über dem Heckbereich befindet sich ein Panorama-Faltdach, welches zusammen mit den bis ins Dach hinein reichenden Seitenscheiben ein tolles Sternenpanorama abgeben muss.
Ein 300er war auch da. Allerdings kein Chrysler:

Die Jungs hier waren nur auf der Durchreise. Paulus wartet auf warme Socken:

Für die Passat-Freunde hier im Blog hab ich auch noch was gefunden:

Laut Datenblatt ein 1974er Passat L mit lediglich 40.000 km auf dem Tacho.
Schmunzeln musste ich bei den feinen Puschen auf diesem Taunus:

Hauptsache Weißwandringe auf den Ackerschlappen.
Die Hubraumwertung ging unangefochten an diesen Kenworth:

Sehr liebevoll war dieser Hanomag ST 100 restauriert:

Nachdem wir die Oldtimerreihen und die Händlermeile abgeschlendert hatten und auch vom sehr netten Moderator dem breiten Publikum vorgestellt wurden, nutzten wir die Chance und schauten uns den Jahrtausenturm an.
Zwischenzeitig ging jedoch das Unwettter los, so dass der Blick aus dem 6. Stock des Gebäudes einen einsamen Rialto auf weiter Feld und Flur zeigte:
Übersicht nach Regen
Verständlicherweise hatte der Großteil der Oldtimer fluchtartig das Weite gesucht.
Schade, dass das Wetter nicht mit spielte.
Bei Sonnenschein muss das eine herrliche Veranstaltung sein.
Den Termin fürs nächste Jahr (24.05.2014) hab ich schon in meinen Kalender eingetragen.

P.S.: Nachdem ich die Bilder gesichtet hatte, hab ich zu allererst das Objektiv meiner Kamera gereinigt…

1. Mai Stammtischausflug II

Hier noch eine fixe Review von der 1.-Mai-Ausfahrt des Magdeburger Oldtimerstammtischs.
Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Teilnehmer am Elbufer. Um 9 Uhr war planmäßiger Start. Dementsprechend hab ich die Beste aus den Federn getrieben, so dass wir schon um 8:20 Uhr vor Ort waren. War natürlich viel zu früh und dementsprechend noch niemand da, so dass wir noch gemütlich am Ufer spazieren konnten. Gegen 9 Uhr war dann der Parkplatz schon wesentlich voller:
Lineup 2
Alles dabei. Vom frühen Nachkriegs Mercedes (170 S) bis zum W124-Cabrio. Eine wirklich schön bunte Mischung:
Lineup 1
So hatte ich mir das vorgestellt und so ist es ja auch vom Stammtisch gewollt.
Die Kunststoff-Fraktion fand sich auch fix zusammen. Zum Beispiel in Gestalt dieses Matra-Simca Bagheera X:
Matra-Simca Bagheera X Front
Die drei Sitze finde ich immer noch ein herrlich schrulliges Feature. Das Gitter an der C-Säule ist übrigens kein Außenlautsprecher, sondern der Tankverschluss unter einer Gitterklappe:
Matra-Simca Bagheera X Heck
Mit zur GFK-Gemeinschaft gehört auch dieser California Speedster:
California Speedster Front
Eine liebevolle und detaillierte Replik des Porsche 356 Speedster. Selbst allerdings auch schon so alt, dass sie ein H-Kennzeichen trägt.
California Speedster Seite
Die Proportionen finde ich durchaus stimmig. Da der Eigentümer zusammen mit seiner Freundin, der Besten und mir den Gesamtanteil an Menschen u31 (und auch u40) stellte, kamen wir schnell ins Gespräch. Man ist sich symphatisch und wird wohl in Zukunft öfters was zusammen unternehmen. Schon seinen Zweck erfüllt.
Während man so plauschte und auf die letzten Nachzügler wartete (wir waren nachher 16 Fahrzeuge), tuckerten zwei Bulldoggen an uns vorbei. Die machten wohl auch einen Ausflug:
Lanz-Parade
Gegen halb 10 ging es dann, mit Zwischenstopps zum sammeln, los:
Zwischenstopp
Die Strecke war erstmal hauptsächlich die B1 entlang Richtung Helmstedt. Was für einen Westfalen nach langweiliger, mehrspuriger  Schnellstraße klingt, entpuppte sich als gewundene Landstraße durch Alleen von blühenden Kirschbäumen. Herrlich!
Die Führung übernahm, als langsamstes Fahrzeug, die Isetta. Was uns alle verblüffte, war das Tempo, dass sie vor legte! Trotz zweier ausgewachsener Personen und hügeliger Landschaft hatten wir regelmäßig 80 Sachen auf dem Tascho! Und kaum witterte sie eine Gefällestrecke gings noch zügiger vorwärts. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ihr ein solches Tempo nicht zugetraut hätte.
Erster Sight-Seeing-Punkt war die Marienquelle in Marienborn:
Kappelle der Marienquelle
Ein hübscher Ort, an dem uns ein herzallerliebstes Mütterlein (geschätzte 1,50m groß) voller Inbrunst die Geschichte der Quelle erläuterte und welch große historischen Persönlichkeiten schon von ihr getrunken hätten. Bei so viel geschichtlicher Prominenz musste ich mich natürlich einreihen und habe auch vom Quellwasser gekostet:
Marienquelle Marienborn
Sehr kalt und sehr lecker! An einem heißen Sommertag sicherlich ein wortwörtlicher „Quell der Freude“.
Ein echter Ausflugstipp, also!
Im Anschluss ging es zum Mittagessen Richtung Elm. Ich habe den Stopp genutzt und heimlich die lose „Baujahresstaffelung“ des Konvois gegen eine „Nationalitätenstaffelung“ getauscht:
englische Karawane
Hinter so einem Triumph TR4 fährt es sich doch gleich viel angenehmer. Insbesondere aufgrund des herrlich klingenden Motors.
Außerdem war der Blick in den Rückspiegel auch hübscher (wobei der Zastava Skala vorher mehr Exotenfaktor hatte):
356 Speedster im Rückspiegel
Mittagsrast machten wir dann bei der Gaststätte Reitling im Elm:
Gaststätte Reitling im Elm
Das Essen war gut (ich entwickle langsam eine Leidenschaft für Sauerfleisch) und auch die Gespräche sehr nett.
Gestärkt ging es dann zum letzten Besichtigungspunkt, der Stadt Königslutter am Elm.
Die nette Stadtführung begann am doppelten Rathaus (links übrigens das „Alte Rathaus“, rechts das „Neue Rathaus“:
doppeltes Rathaus Königslutter
Tja, wer nicht ausgebombt wurde, kann ein Rathaus aus dem frühen 19. Jahrhundert auch schon mal „neu“ nennen.
Die wirklich ausführliche Stadtbesichtigung endete dann mit dem prunkvollen Kaiserdom:
Kaiserdom Innenansicht
Den letzten Parkplätzen von Kaiser Lothar, seiner besseren Hälfte und dem Schwiegersohn Heinrich:
Sarkophag Kaiser Lothars, seiner Frau Richenza und ihres Schwiegersohns Heinrich
Sowie der ca. 900 Jahre alten Kaiser-Lothar-Linde:
Kaiser-Lothar-Linde
Königslutter war als Ausflugsziel damit ebenfalls eine tolle Wahl.
Zwar taten uns gut die Füße weh, aber so sehen wir wenigstens mal was von unserer neuen Heimat!
Den Rückweg traten wir dann zusammen mit dem Speedster-Pärchen an und erreichten gegen 18 Uhr müde und mit leichtem Sonnenbrand wieder Magdeburg.
Mein Fazit: Eine wirklich tolle Tour, bei der sich jeder Kilometer gelohnt hat! Bei der nächsten Ausfahrt bin ich garantiert wieder mit dabei und auch die Beste hat es sehr genossen.

1. Mai Stammtischausflug I

Morgen nehme ich mit dem Rialto an der traditionellen 1.-Mai-Ausfahrt des Magdeburger Oldtimerstammtisches teil.

Start ist um 09:00 Uhr auf dem Parkplatz am Petriförder.
Nächster Halt ist dann die Marienquelle in Marienborn.
Nachdem dort alle Leiden gelindert wurden, geht es zum Mittagessen zur Gaststätte Reitling im Elm.
Anschließend steht eine Stadtführung durch Königslutter am Elm auf dem Programm.
Der Rückweg ist nicht festgelegt, so dass man sich einfach zu kleinen Oldtimergrüppchen zusammenschließen kann.
Hier mal die Route im Überblick:

Größere Kartenansicht
Sollte das hier jemand aus der Region lesen:
Wenn noch jemand spontan Lust hat mit zu fahren, so kann er dies gerne tun. Als Kosten fällt lediglich die Umlage an.
Auch wer lediglich ein wenig Oldtimer gucken möchte ist herzlich eingeladen.