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Kupferwurm XVI – Spiralgedärm

Nachdem die Kabel provisorisch verlegt und grob abgelängt waren, habe ich mich mal an die Umwicklung mit Spiralschlauch begeben.
Das war zu diesem zeitpunkt noch bequemer möglich, als später, wenn alle Kontakte vercrimpt sind.
Strat war hinten an der Zentralelektrik:
Start
Direkt am Ausgang der ZE geht der erste Kabelstrang ab, welcher zu den Rücklichtern und der Nummernschildbeleuchtung geht:
erster Abschnitt umwickelt
Der restliche Kabelstrang schlängelt sich neben der Batterie runter in die Reserveradmulde und verschwindet hinten rechts Richtung Unterboden:
Kabelstrang im Kofferraum
Hier ein Bild vom Abzweig der nachgerüsteten 12V-Steckdose (ganz oben links zu erkennen), sowie der Innenraumleuchte:
Kabelstrang zur Steckdose
Die Kabel werden auch dort noch später gekürzt und fixiert. Das schwarze Kabel links oben im Bild ist übrigens nur das Stahlseil, welches normalerweise die Heckklappe hält.
Den Abschnitt im Kofferraum habe ich später übrigens noch mal neu umwickelt. Der billige Spiralschlauch, den ich geordert hatte, saß einfach zu schäbbig und zu locker. Wer billig kauft, kauft zweimal. Mit dem Schlauch von HellermannTyton sieht das Ganze nun wesentlich schicker aus und sitzt auch sehr stramm. Unter dem Bug lauerten die größten Herausforderungen. Insbesondere im Bereich der Mittelkonsole gehen einige Kabelstränge ab, die wohl sortiert sein wollten:
Work in progress
Hierbei zeigte sich, dass es wichtig ist, die abzweigenden Kabel nicht wild aus dem Hauptstrang sprießen zu lassen, sondern möglichst gebündelt heraus zu führen. Nur so ist eine saubere Umwicklung möglich, ohne die Kabel unnötig zu knicken.
Aber auch das war zu händeln und die Kabel waren einige Zeit später bis zu den Scheinwerfern dicht umwickelt:
fertig umwickelt
Ich habe mich für folgendes System entschieden:
Die Abzweige wurden separat umwickelt, wobei deren „Mantel“ ein paar Zentimeter innerhalb des Hauptstranges startet. Im folgenden Bild ganz gut zu erkennen:
Mittelkonsolenabzweige
So hält die Umwicklung des Hauptstranges den Mantel des Nebenstranges zusätzlich fest und die Kabel sind vor den Kanten des Hauptschlauchs geschützt, wenn sie diesen verlassen. Den Hauptstrang habe ich an mehreren Stellen unterbrochen und möglichst nahtlos neu angesetzt. So kann man später einzelne Sektionen öffnen um z.B. neue Kabel einzuziehen. Die Übergänge werde ich noch mit einzelnen Segmenten Klebeband verbinden.
Der Vorteil meines Spiralschlauch-Systems zeigte sich, als ich den Kabelbaum Gürteltier-Ringkampf-mäßig an seine finale Position bugsiert hatte (Das Zeug ist unglaublich starr!):
linker Abzweig läuft falsch
Der linke Abzweig zur Mittelkonsole (der mit der Kabeldurchführung drauf) kam auf der falschen Seite aus dem Hauptstrang.
Also nochmal diesen Abschnitt abwickeln, Kabel quer durch den Strang fädeln und wieder umwickeln:
linker Abzweig entwirrt
Nix leichter als dass.
Ein wenig kämpfe ich noch mit den Kabeldurchführungen, da diese alle eine zu schmale Nut haben (GFK ist wesentlich dicker als Blech). Die Biester wollen einfach nicht in den Löchern sitzen bleiben.
Das bei Reliant niemand auf maßhaltige ( oder wenigstens runde!) Löcher geachtet hat, muss ich wohl nicht extra erwähnen, oder?
Mal sehen, wie ich da weiter komme.
In der Zwischenzeit bin ich mal etwas in die Offensive gegen die widerspenstige Kabelage in der Zentralelektrik gegangen:
Zentralelektrik unter Druck
Immer gut so ein Stück Eisenbahnschiene!
Mal hoffen, dass sich die Kabel in der ZE an ihre neue Form gewöhnen, so dass sich der Deckel in Zukunft schließen lässt.
Bisher war das eher wie ein Kampf gegen einen dieser Schachtelteufel…

Bäumchen wickel dich

Letztes Wochenende in Delligsen kam die Sprache zwischen Elion, High Society Simson und mir darauf, wie man seinen Kabelbaum, wenn man ihn mal neu macht, danach am besten bündelt.
Original stecken die Kabel in einem Gewebeschlauch. Das hat aber den Nachteil, dass man die Kabel nur ohne Stecker und damit nur vor dem finalen Einbau einfädeln kann. Hat man nachher die Stecker drauf gecrimpt kann man auch nicht einfach ein Kabel ersetzen oder einen Abzweig legen, ohne den Textilschlauch zu zerstören (mittlerweile gibts aber auch eine Luxusausführung mit Klettverschluss). Alles in allem also eine suboptimale Lösung. Dieses Schicksal teilt der Gewebeschlauch mit dem altbekannten Schrumpfschlauch. Also auch nix für den Profi. Experimente mit Fahrradschlauch oder Gewebeklebeband scheitern an der mangenden Praktikabilität oder lediglichem Einwegnutzen. Eine Einweglösung ist auch das Bündeln mit Kabelbinder. Zumal die abgeknipsten Enden eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellen. (Ich hab mich mal an so einem Bastard geschnitten. Hat geblutet wie Hölle und war imens tief! Seitdem verschreue ich die Knipsenden immer mit dem Lötkolben oder nem Feuerzeug.) Also was tun, sprach Zarathustra?
Die Lösung nennt sich Spiralschlauch. Das ist eine einfache Spirale aus PVC, die sich jedem Kabelbündeldurchmesser (bis zu einem gewissen Grad) anpasst. Man kann es einfach um den fertig verlegten Kabelbaum wickeln und durch die Spiralform an jeder beliebigen Stelle einen Abzweig machen. Sollte man mal ein Kabel austauschen oder ergänzen wollen, wickelt man einfach das betreffende Stück wieder auf, packt das Kabel rein und wickelt es wieder zu. Perfekt. Und dabei ist die Wicklung so stramm, dass man den Kabelbaum auch in Biegungen legen kann, oder auch, ab einer gewissen Dicke, einfach über größere Freiflächen ohne Durchhängen spannen kann. Ab und zu nimmt man dann noch ein paar Kabelbinder um das ganze an einem Rahmenrohr zu befestigen und fertig. Und auch der Preis ist ein gutes Kaufargument im Vergleich zum Klettverschluss-Gewebeschlauch. Es gibt den Meter Spiralschlauch schon ab 40 Cent.
Zu bekommen ist es im Elektrofachhandel oder beim gut sortierten Autoteilehökerer (und damit meine ich nicht ATU!)
Verbaut sieht das ganze dann bei mir so aus:
elektrik_grundplatte_2_klein_