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Rust2Heimat

Die Vorbereitungen liegen in den letzten Zügen.
Heute war ich los und habe einen Ölfilter für den Sera besorgt (wir wollen ihm vor der Abfahrt wenigstens einen kleinen Service gönnen [Insbesondere die Bremsen wären mir wichtig bei dem Ausblick auf reichlich Passstraßen…]) und eine Grenzversicherung abgeschlossen.
Das war erfreulich problemlos.
Der Sera-Verkäufer hat uns einen Scan des V5C zu gemailt und damit (und mit meinem Ausweis, sowie 105 €) bin ich dann zur lokalen ADAC-Geschäftsstelle. Dort kannte sich sogar jemand aus und musste nur einmal telefonisch Rücksprache halten. Nun können wir die Kiste zu Schrott fahren.

Außerdem haben Tobias und ich eine Strecke für den Rückweg von Rom in die alte Heimat ausgekocht.
Damit hatten wir ja schon während der Rallye Dresden – Banjul großen Erfolg.
Wir haben nach altbewährtem Rezept in den relevanten Gegenden die kleinsmöglichen Straßen gewählt. Das ist eigentlich immer ein Garant für Fahrspaß und grandiose Landschaften.
Um den Neidfaktor ausreichend hoch zu halten, hier der Überblick über unseren Rückweg:

Größere Kartenansicht
Und Google-Streetview liefert die passenden Postkartenbilder:

Größere Kartenansicht

Wir hatten erst überlegt, bis hoch nach Venedig zu fahren. Aber wenn man da nicht mit dem Auto hin kann ist es für uns uninteressant….

Laufen lernen

Nach der endlich gelungenen Regenerierung des Motors muss Lolalein jetzt wieder ganz vorsichtig das laufen lernen. Die neuen Bauteile des Motors müssen sich erst einmal ganz allmählich aufeinander einspielen. Die neuen Lager müssen sich einlaufen, die Kurbelwelle muss sich an ihr neues Zuhause gewöhnen, der neue Kolben muss sich unter Temperatur ausdehnen und gucken ob ihm der ausgeschliffene Zylinder nicht zu klein ist, die Kolbenringe müssen sich ihrer Aufgabe bewusst werden und das abdichten lernen, etc.
Das heißt im Klartext, dass man den Motor behutsam einfahren muss. Dazu gibt es aber, wie so oft, so viele Meinungen, wie Marienkäfer Punkte haben.
Ich habe mich für die von möffi angesprochene Anleitung aus den 60er Jahren entschieden. Sie stammt von Carl Hertweck, dem ehemaligen Chefredakteur der Zeitschrift „Motorrad„. Der Mann hat unter anderem zwei große Klassiker der Motorradschrauberei verfasst und ich glaube, er wusste wovon er schrieb. Dementsprechend habe ich letzten Sonntag direkt angefangen „Die ersten 100 Kilometer“ ab zu reißen. Allerdings war das gar nicht so einfach. Erstmal musste ich bei uns im Teutoburger Wald eine möglichst ebene Strecke finden, da man dem Motor in dieser kritischsten aller Phasen keine Steigungen zumuten soll und andererseits musste ich Lola auf eine Diät setzen, damit das arme Motörchen nicht so viel schleppen muss. Dementsprechend ließ ich alle nicht essentiellen Anbauteile zuhause und machte mich ohne Heckblech, Dachgestell sowie ohne Kotflügel und dementsprechend ohne Blinker und Bremslichter auf den Weg. Das wiederum schränkte meine Streckenwahl doch erheblich ein. In den öffentlichen Straßenverkehr wollte ich mich so nicht wagen. Zumal ich ja auch nur 80% der Leistung abrufen durfte…alles ein Dilemma. Zum Glück gibt es bei uns eine menge Feldwege, die niemand benutzt. So fand ich einen ein-Kilometer-langen Abschnitt, welcher recht eben war und Wendemöglichkeiten an beiden Enden bot. Diesen Streckenabschnitt habe ich dann zwischen 16 und 21:30 Uhr über 60 mal befahren und dabei ca. 320 mal geschaltet (Ja, man hat Langeweile bei solch einer Aktion.). Dementsprechend hat Lola jetzt die ersten 67 Kilometer mit dem neuen Motor auf dem Tacho. Bisher, bis auf einen abgerutschten Benzinschlauch (eigene Dummheit), absolut problemlos. Also: Noch 433 km to go…
Tobias hat von der Aktion noch ein paar schicke Bilder geschossen (und 20€ am Straßenrand gefunden…die Sau!):
Simson Duo 4/1 after revision Simson Duo 4/1 after revision Simson Duo 4/1 after revision
Is hübsch bei uns zuhause, gell?!