Rüsselsheimer Rohrbombe II

Den letzten Heimatbesuch habe ich dazu genutzt die Abdeckungen der getauschten Gasflaschen zu entfernen:
Opel Combo | Erdgastanks | Neue Flaschen
Nach grau und rot sind die neusten Flaschen also grün. Wegen mir gerne. So erkennt man leicht beim Gebrauchtwagenkauf, ob die Flaschen schon mal getauscht wurden.
Es sind übrigens auch keine aufbereiteten Altflaschen, sondern wirklich nagelneue Flaschen, wie man unschwer am Produktionsdatum sehen kann:
Opel Combo | Erdgastanks | Produktionsdatum
07/2014 ist da eingeschlagen. Das hat den netten Nebeneffekt, dass sie die potentielle Lebensdauer des Combos nochmal um 6 Jahre verlängert haben.
Unterflur-Gasflaschen sind (ganz alte Modelle ausgenommen) 20 Jahre verwendbar. Danach müssen sie ersetzt werden. Bisher hatte der Combo welche aus 08/2008. 2028 wäre also spätestens Schluss gewesen (Ein Ersatz lohnt dann auf keinen Fall mehr). Dank neuer Flaschen ist nun erst 2034 Schluss.
Rhein theoretisch zumindest….
Leider wurde die Freude umgehend eingetrübt.
War ich beim letzten Post noch voll des Lobes für Opel Dürkop hier in Magdeburg, so muss ich dies leider stark relativieren!
Beim Einbau wurde gepfuscht und Opels tolles Engagement, die Korrosionsprobleme zu beseitigen ad absurdum geführt!
Wirklich schade das die Sache so einen schalen Beigeschmack bekommen musste.
Wir fangen mal bei dieser rundgenudelten Befestigungsschraube des hinteren rechten Haltebandes an:
Opel Combo | Erdgastanks | vergnaddelte Schraube
Ok, kann passieren, dass die Biester festgammeln.
Leider entschied sich der Mechaniker aber das Problem anschließend mit dem Hammer zu lösen und hat augenscheinlich die Haltelasche des Knebels zur Seite gekloppt:
Opel Combo | Erdgastanks | verbogener Halter und Macke
Der Einbau der neuen Flasche scheint dann umgekehrt erfolgt zu sein, wobei er Macken (bis aufs Blech) in den neuen Lack geschlagen hat:
Opel Combo | Erdgastanks | Kratzspuren 2
Es scheint sich auch niemand die Mühe gemacht zu haben, die Gummiauflagefläche der Haltebänder mal zu säubern:
Opel Combo | Erdgastanks | Dreck unterm Halteband
Nach gerade mal knapp 1000 km hatte sich der feine Sand und Dreck schon gleichmäßig in den Lack der Flaschen gearbeitet:
Opel Combo | Erdgastanks | Kratzspuren
Egal welches Halteband man los nahm, überall derselbe Anblick:
Opel Combo | Erdgastanks | Kratzspuren 3
Das so innerhalb kürzester Zeit wieder Korrosionsschäden auftreten, muss ich wohl niemandem sagen, oder?!
Nur um das klar zu stellen:
Auch wir drehen Schrauben rund, hauen ausversehen Macken in Lack und verbiegen Haltelaschen!
Aber wir beseitigen anschließend die verursachten Schäden!!
Insbesondere wenn absehbar ist, dass sie unsere Arbeit früher oder später wieder zunichte machen würden und die Beseitigung nur Centbeträge kosten würde.
Und kommt mir nicht mit „kostenloser Austausch“!
Dürkop rechnet den Austausch der Flaschen gegenüber Opel ab. Das ist also ganz normal bezahlte Arbeit! Da geht niemand hungrig nach hause.
Auch „War bestimmt der Azubi“ gilt nicht. Laut Opel dürfen an die Gasanlagen nur extra geschulte Mechaniker.
Das war also ganz bewusster Pfusch.

Leider bestärkt es mich mal wieder in meiner Einsicht, dass man nur dann gute Arbeit erhält, wenn man sie selbst durchführt.
Das irgendwo „Fachwerkstatt“ drüber steht hat rein gar nichts zu bedeuten.

Konsequenterweise geht es daher im nächsten Artikel darum, die von Dürkop verursachten Schäden zu beseitigen und die Flaschen fit für die nächsten 20 Jahre zu machen.

P.S.: Der festgegammelte Bolzen ließ sich übrigens nach einem Bad in Rostlöser problemlos raus schrauben.

6 Gedanken zu „Rüsselsheimer Rohrbombe II“

  1. Schwaches Bild! Da hätte ich von einem Fachbetrieb – insbesondere bei einem sicherheitskritischen Bauteil – auch mehr Sorgfalt erwartet. Da fragt man sich, ob die z. B. mit einer Bremse ebenso umgehen. Zudem lässt das ja auch Rückschlüsse auf die Arbeiten zu, deren Spuren nicht gleich auf den ersten Blick erkennbar sind…

  2. ganz normal, es gibt Richtzeiten und wenn der Mechaniker doppelt so lange arbeitet, dann schlägt sich das in seiner Vergütung nieder.

    als ich letztens die Anhängerkupplung montiert habe, hat es für die Mechanik 4h gebraucht, weil eben alle Gewindestücke nachzuschneiden waren, und weil ich zwei Winkel sandstrahlen und neu lackieren musste. was wenn ich als Mechaniker aber nur 2h für den kompletten Einbau bekomme… was wird wohl der Meister dann dazu sagen, wenn ich mit dem Lötkolben anrücke, weil ichs ja ordentlich machen will…
    er wird mich wohl bei der nächsten Flaute entlassen…
    nichts für ungut wenn ich deine Finger auf den Fotos so sehe, ich weiß, ihr bastelt da mal ein Wochenende und habt überhaupt keine Ahnung was es bedeutet, Tag ein Tag aus, an vermoderten Dreckskarren fürn Appel und nen Ei in einer Wahnsinnszeit etwas in Ordnung zu bringen…

    auf dem letzten Lehrgang habe ich gelernt, wenn eine Reperatur 50% des Restwertes überschreitet, lohnt sie nicht mehr… was ist denn der olle Hundefänger noch wert? was hätten die Flaschen dich gekostet, plus ~300€ Umbau?

    wäre das evt. schon nicht mehr rentabel gewesen, wäre es dann nicht nett von Opel, wenn sie dir das bezahlt haben?

    um mal eine Lanze für die Mechaniker zu brechen 😉
    p.s. ich bin Programmierer an CNC Maschinen und schloßere nur nebenher 🙂

  3. Moin Stan,

    anscheinend habe ich mich in meinem Artikel nicht eindeutig genug ausgedrückt.

    Man sollte zwischen „Bezahlung“ und „Reparatur“ trennen, da beides von unterschiedlichen Firmen kam.

    Das die Adam Opel AG die Reparatur bezahlt hat, ist mehr als nett. Das habe ich auch nie kritisieren wollen!
    Sicherlich wäre ansonsten die Reparatur maximal knapp rentabel gewesen.

    Das jedoch der Mechaniker der Mehrmarken-Werkstatt Dürkopp diese bezahlte Reparatur mangelhaft ausgeführt hat, halte ich durchaus für kritikwürdig.
    Auch wenn man es meinen Händen vielleicht nicht ansieht, aber ich weiß durchaus um die Zeitvorgaben in modernen Werkstätten. Dass OPEL TIS2000 ist da sehr deutlich.
    Allerdings gibt es meines Wissens nach auch immer Multiplikatoren für unvorhergesehene Arbeiten/Komplikationen.
    Ist also nur eine Frage, wie man das dem Meister erzählt bzw. wie egal dem die Qualität der ausgeführten Arbeit ist.

    Auch das Argument „Tag ein Tag aus, vermoderte Dreckskarren“ lasse ich nicht gelten.
    Ich muss ebenfalls Tag ein Tag aus meine vermodderte Arbeit ordentlich in meinem Chef gegenüber vertretbarer Zeit erledigen. Auch da ist Zeit Geld. Wenn ich dabei schludere und das kommt raus, ist der Einlauf wesentlich größer, als wenn ich ihm gegenüber rechtfertigen muss, warum ich länger als sonst brauche.
    Ist halt immer eine firmenpolitische Abwägung zwischen Qualität und Quantität.

    Mir missfällt hierbei die Gewichtung der Werkstatt.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Ob die Schludrigkeit nun dem Zeitdruck oder der Nonchalance geschuldet ist, ist mir da relativ egal.

  4. So ein Multiplikator wird in deinem Fall sicherlich nicht greifen, wenn ich ein Teil tauschen muss, weil’s zu einem Garantiefall geworden ist, dann bekomme ich nur 43€ die Stunde…
    weiteres Beispiel, wenn ich an nem Combo 3 die Bremsbacken machen darf, dann kostet der Bremsbackensatz von 170 – 200€ UVP, im EK aber nur 23 – 25€, da ist auf einmal Spielraum da…
    Mir hat mal ein Meister gesagt, mit einem akkuratem Mechaniker lässt sich kein Geld verdienen!

  5. Ich würde das ganz sachlich als „Nachlese“ dem Autohaus schreiben. Eine bezahlte Arbeit hat fachgerecht und ordentlich zu erfolgen, egal wer da zahlt.
    VG

  6. Oh, keine Angst. Mich hat schon jemand aus dem Autohaus angerufen, da Opel sie auf meinen Artikel hingewiesen hat.
    Es war ein längeres, sehr nettes Gespräch.
    Um die Standpunkte von Dürkop kurz zusammen zu fassen:
    – Die Schraube ist technisch noch ok
    – Das Halteband wurde beim lösen der verrosteten Schraube verbogen
    – beide Teile sind nicht im von Opel zur Verfügung gestellten Tank-Set enthalten. Der Mechaniker hat entschieden, dass beides aber noch brauchbar ist und daher auf einen zusätzlichen Austausch-Antrag verzichtet
    – die Macken in den Flaschen waren zumindest zum Teil schon bei Anlieferung in den Flaschen. Ein nachlackieren ist der Werkstatt ebenso verboten, wie Unterbodenschutz auf den Flaschen zu verwenden.
    – Die Flaschen werden trotz der Schäden sicherlich nochmal 7 Jahre halten und dann sei der Combo eh an seinem Lebensende angelangt

    Ich verstehe die Argumentation, teile sie jedoch immer noch nicht, was ich ihm auch darlegte. Wir waren uns daraufhin einig, dass wir unterschiedliche Auffassungen von „Fachgerecht“ haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.