LKA7 unter Druck

Neben der Schrauberei am Bug gab es noch einen Neuzugang bei uns willkommen zu heißen.
Nein, diesmal waren wir weder essen und es gibt auch kein Rätsel.
Ist also nix fahrbares…
Allerdings trotzdem ein Oldtimer.
Tobias hat sich einen Kompressor für die Halle georged.
Das es nix aus dem Baumarkt wird, konnte ich mir vorher schon denken.
Als Vaddern und ich jedoch zum abholen mitkommen sollten, staunten wir nicht schlecht.
Ein Trümmer von epischen Ausmaßen!
Wir haben kurz versucht, ihn zu zweit per Tragegurt an einem Ende anzuheben. Keine Chance!
Glücklicherweise hatte der Verkäufer einen Gabelstapler:
Kompressor am Gabelstapler
Damit war der Kompressor schnell aufgeladen. Eine handliche Ladung Scheine rüber geschoben, verzurrt und ab dafür.
Alle glücklich, alle froh.
Abladen? Aaaacccchhhhh……how hard can it be?!
In der Halle angekommen, haben wir uns erstmal ein wenig am Kopf gekratzt.
Wie soll das Teil da runter kommen?:
Trümmer auf dem Anhänger
Anbinden und vollgas?
Taiwanesische Masseträgheit?
Glücklicherweise borgte Tobias Hallennachbar Eckie uns seinen Werkstattkran:
Ohne Motorkran undenkbar
Es waren trotzdem noch fünf Leute nötig um das Kratur vom Hänger zu bekommen, aber so war es wenigstens „durchführbar“.
Nicht dass es trotzdem zu großen Diskussionen und leicht gestressten „Nein!“,“Doch!“,“Hier!“,“Neee!“,“Ja!“-Dialogen führte…
Nach einigem Hin und Her, stand er aber schlussendlich doch wohlbehalten an seinem zukünftigen Platz:
The Eagle has landed
Nun hatte auch ich erstmalig Gelegenheit ihn eingehend zu beäugen.
Im Kaufpreis inklu. waren auch ein Wasserabscheider, ein Druckregelventil und ein Öler.
Man beachte übrigens auch das herrlich ungeschützt laufende Lüfter-/Riemenrad!
Abdeckung? PAH!
Prädestiniert, damit man da seine Futtfingerchen rein hält.
Macht man nämlich gerne bei uns in der Familie!
Aber das ist eine andere Geschichte….
Der Arbeitsschutzbeauftragte wird insistieren, dass vor der Inbetriebnahme da was gebastelt wird.
Bevor aber nach Herzenslus(f)t Druck gegeben werden kann, muss Tobias erstmal dem Kompressor einen gründlichen Service angedeihen lassen.
Neben eine umfassenden Reinigung, schien der Zweizylinder auch ne Runde Öl vertragen zu können.
Mal sehen, ob wir irgendwo noch ein Service-Handbuch aufgetrieben bekommen.
Kommen wir nun zu den nackten Fakten.
Der Elektromotor wurde in der Vergangenheit mal getauscht.
Nun verrichtet ein Brown Boveri SWK 7i-4 Motor seinen Dienst:
Elektromotor
Bei 380V liefert er 4 KW.
Wenn ich mich recht entsinne braucht der Motor einen 16 Ampere-Anschluss.
Tobias hat in der Halle aber nur 32 Ampere.
Aber auch da gibt’s ja günstige Lösungen.
Der Elektromotor versorgt per Riemenantrieb einen Zwei-Zylinder von Boge aus dem heimischen Bielefeld:
Kompressor
Das Modell LKA7 hat eine Ansaugleistung von 441 l/min bei 500 U/min und max. 10,5 atü (11,5 bar) und wurde früher sicherlich dazu verwendet um U-Boot-Motoren zu starten.
Ich muss Tobias mal fragen, ob er Boge schon angeschrieben hat um nach der Historie des Kompressors zu fragen.
Vielleicht haben die ja auch noch ein Handbuch liegen.
Beim Probelauf überraschte der Kompressor mit erträglicher Lautstärke. Allerdings läuft er so langsam, dass es schon eine ganze Zeit dauert, bis sich Druck im Tank aufbaut.
Das Typenschild des Drucktanks ist leider sehr verwittert:
Kessel
Baujahr 1969 (Ich vermute, der Verdichter ist ebenso alt) und 250 Liter Fassungsvolumen lassen sich leicht ausmachen.
15 atü Maximaldruck ergeben reichlich Sicherheitsabstand zur Maximalleistung des Verdichters.
Der Hersteller lässt sich auf dem Foto leider nicht mehr entziffern.
Ich bin gespannt, wie Tobias mit ihm zurecht kommt.

9 Gedanken zu „LKA7 unter Druck“

  1. Ach wie süß 🙂
    mein kompressor ist noch etwas größer. ich hab nen 4 Zylinder mit 15Bar arbeitsdruck und 700Liter kessel.

    Hab ich günstig geschossen aus ner LKW werkstatt konkurs masse

  2. Ja, war ein Spaß, den Trümmer abzuladen. Herzlichen Dank an alle Helfer!

    Zur Historie des Geräts habe ich noch nichts herausfinden können. Auch über die Ersatzteilversorgung muss ich mir Gedanken machen. Ein neuer Luftfilter täte nach dem Betrieb bei einem Steinmetz mal Not.

    Ein Fehler hat sich eingeschlichen: Der Kompressor hat(te) einen 32A-Stecker, in der Halle gibt’s aber nur einen 16A-Anschluss. Mittlerweile habe ich im Max-Bahr-Ausverkauf einen 16A-Stecker geräubert und am Motor angebracht. Für den 4-kW-Motor sollten 16 A ja ausreichen, oder?

    @Stan: Gute Idee! Gibt es etwas worauf man achten muss? Im Moment hat das Teil nicht einmal einen Ein/Aus-Schalter, den wollte ich auch noch nachrüsten.

    1. Hmm, so prähistorisches Gerät hat doch normalerweise einen auswaschbaren Filter.
      Kannst ihn ja mal durch nen Schälchen Benzäng ziehen oder je nach Material ne Runde in der Waschmaschine fahren lassen.

      Schnelle Nachfrage bei eBay zeigt, dass die Motorschutzschalter auch häufig mit einem integrierten Ein/Aus-Schalter daher kommen:
      Z.B. http://www.ebay.de/itm/Motorschalter-Schutzschalter-Motorschutzschalter-K3000-GB-KA-Therm-400-V-/310808392621
      Fliegen, Klappe….

      1. Naja, nach etwa 45 Jahren darf’s auch mal ein neuer Filter sein – wenn’s denn noch einen zu kaufen gibt…

        Das Teil mit dem Schalter habe ich schon gefunden. So kam auch mein Hinweis zustande. Ich weiß allerdings nicht worauf man bei so einem Motorschutz achten muss. Zum Beispiel: Ist der verlinkte mit 7.5 kW für einen 4-kW-Motor nicht einiges zu groß ausgelegt? Gibt’s Unterschiede im Ansprechverhalten (wegen Anlaufstrom)?

  3. ich würde ja sagen, der viereckige Kasten, auf den Bildern links, ist der Druckschalter. und von dort geht auch eine kleine Leitung weg, die entlastet beim Abschalten, durch abblasen, den kleinen Druckbehälter. somit läuft der Kompressor drucklos an und die Anlaufströme sind gering.
    bei nem cos phi von 0,85 braucht der Motor 7,16A an 380V.
    daher würde ich den Motorschutzschalter auf 7A stellen. am besten ihr baut auch noch ne kleine UV wo der Motorschutzschalter ein Schütz und nen Betriebsstundenzähler rein kommt. dann schaltet der Druckschalter den Schütz und die alten Kontakte werden entlastet 😉

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