Schlagwort-Archive: Dunstabzugshaube

Fensterkontaktschalter nachrüsten II

Wir schon beschrieben, bestand der Auftrag bei unserer Miele DA 430-4 Dunstabzugshaube einen Fensterkontaktschalter nachzurüsten. Die Besonderheit dabei war jedoch, dass die Beleuchtung unabhängig von der Stellung des Fensters weiterhin funktionieren sollte. Zur Umsetzung wenden wir uns der Unterseite der Dunstabzugshaube zu und bauen die Gebläsemotoren samt Halterahmen aus. Hierzu lösen wir jeweils die inneren beiden Torx-Schrauben:

Dabei braucht ihr einen kräftigen Helfer, der die Motoren hält bzw. langsam nach unten entnimmt. Achtet hierbei auf die Verbindungskabel, die müsst ihr ausclipsen. Nun steht die ganze Einheit samt Steuerplatine vor euch:

Um die Verkleidung der Platine zu öffnen, müsst ihr die Schraube entfernen und an den angezeigten Stellen mit einem Schraubenzieher vorsichtig hebeln. Geöffnet sieht das Ganze so aus:

Der Strom vom Haus kommt unten rechts bei der 3-fach-Schraubklemme an. Für uns interessant sind jedoch die bunten Kabel, die in der braunen Hülle mittig-unten verschwinden. Das sind die Zuleitungen zum Gebläse. Konsultiert man den Schaltplan zu der Dunstabzugshaube (den ich aufgrund des riesigen Copyright-Vermerks darauf hier nicht zeige), sieht man schnell, dass jede Farbe für eine Gebläsestufe und das blaue Kabel der entsprechende Null-Leiter für alle ist. Dementsprechend muss man hier das Relais einschleifen:

Das entsprechende Kabel lässt sich gut nach oben aus dem Gehäuse heraus führen:

Ich habe das Relais ganz oben am Anschlussstutzen montiert, um den Funkempfang möglichst nicht durch die Edelstahl-Verkleidung zu stören. Man muss hierzu jedoch auch die Verkleidung der Dunstabzugshaube demontieren, um das Kabel nach oben zu führen. Hier gab es einen erneuten Testaufbau:

Das funktioniert bislang tadellos. Das die Kabelfarbe nicht ganz stimmt, ist bei eigenem Pfusch verschmerzlich.

Also alles sauber vertüdeln und verstauen:

Nun, wieder das ganze Geraffel zurück bauen und den Kontaktschalter montieren. Hierbei musste ich ein Distanzstück basteln, damit der Sensor auf einer Ebene mit dem Magneten ist. Statt der beigelegten Schrauben habe ich Spiegelklebeband verwendet:

Alles in allem kein Hexenwerk. Baut man keine Miele DA 430-4 um, ist jedoch ein Schaltplan sehr angeraten. Auch die Wago-Klemmen waren eine deutliche Erleichterung. So ist die Arbeit an einem Nachmittag erledigt und das Abendessen kann sich im Glanze der Herd-Beleuchtung sonnen, ohne dass ein Fenster gekippt werden muss.

Fensterkontaktschalter nachrüsten I

Wir sind ja glückliche Besitzer eines Ofens, welcher sich den Raum mit unserer großen Wohnküche teilt. Trotz dessen, dass der Ofen eine externe Luftzufuhr hat, schafft es jedoch die Dunstabzugshaube, eine Miele DA 430-4, einen so großen Unterdruck zu erzeugen, dass der Rauch in den Raum gesogen wird. Wir haben dies frühzeitig bemerkt und seit dem penibel darauf geachtet, entweder nicht beides parallel zu betreiben oder ein Fenster zusätzlich zu öffnen. Allerdings besteht der Schornsteinfeger (völlig zu Recht!) auf einer technischen Lösung in Form eines Fensterkontaktschalters. So ein Schalter bewirkt, dass die Dunstabzugshaube nur funktioniert, wenn auch ein Fenster offen ist. Wenn man schlau ist, integriert man sowas schon beim Bau. Ich musste mich nun nach Nachrüstlösungen umschauen. Gibt’s natürlich reichlich. Kabel schied gleich aus. Sieht Scheisse aus. Also Funk. Die 08/15-Lösung sieht so aus, dass man ein Relais einschleift, welches den gesamten Strom zur Dunstabzugshaube bei geschlossenem Fenster unterbricht. Normalerweise ist das auch völlig ausreichend. Allerdings hat die Miele DA 430-4 eine integrierte Herd-Beleuchtung, auf welche die Beste nicht verzichten wollte. Also mal wieder wat spezial.

Entsprechend komplizierter ist auch der Einbau, so dass ich dies mal dokumentieren möchte. Los geht’s damit, dass man die Unterseite der Dunstabzugshaube demontiert:

Danach entnimmt man die Glasplatten, die seitlich in der Abdeckung der Haube stecken. Die Platten werden durch federbelastete Haltenasen gehalten:

Indem man die Glasplatten „nach innen“ drückt, erhalten sie auf der Außenseite genügend Spiel um entnommen zu werden. Lässt sich doof beschreiben, der Nachmacher wird es aber heraus finden. Als nächstes entfernen wir den „Kranz“ an der Oberseite. Einfach gleichmäßig und kräftig neu unten ziehen, schon entblößt sich auf der rechten Seite der elektrische Anschluss:

Die Steckkontakte ganz rechts, sind die Anschlüsse der Dunstabzugshaube, links neben der grauen Anschlussklemme kommt der hausseitige Strom an. Das Kabel oben drüber soll uns nicht weiter interessieren.

Im nächsten Schritt habe ich die Federklemmen entfernt, durch wiederverschließbare Wago-Klemmen ersetzt und das Relais testweise fliegend verkabelt:

Das Relais schaltet den Nullleiter („N“; blau), daher wird dieser durch geschleift. Hierbei weicht die Bedienungsanleitung vom Aufdruck auf dem Gehäuse ab. In der Anleitung steht „NO rein, COM raus“, auf dem Gehäuse ist es andersherum aufgedruckt:

Einen Unterschied konnte ich aber nicht feststellen und habe mich daher am Gehäuse orientiert. Wenn in 10 Jahren die Einbauanleitung verschlampt ist, kann ich die Verkabelung so immer noch nachvollziehen. Zusätzlich braucht das Relais natürlich noch „N“ und „L“ zur eigenen Stromversorgung. Lebt ja nicht von Luft und Liebe!

Theoretisch könnte man das ganze Geraffel jetzt hübsch vertüddeln und wäre fertig. Fenster offen = Strom an, Fenster zu = Strom aus. Wie gesagt, hatte die Beste jedoch weitergehende Wünsche. Die Beleuchtung sollte ja auch bei geschlossenem Fenster funktionierten. Daher steigen wir in Teil 2 tiefer in die Gedärme der Miele DA 430-4 Dunstabzusgshaube.

Das Salz in der Suppe

…ist manchmal ein Fettauge.
Und leider kommt das nicht immer daher, wo man möchte.
Doch fangen wir am Anfang meiner Geschichte an:
Der erste Winter im eigenen Haus brachte einige Überraschungen.
Zum Beispiel stellten wir immer häufiger fest, dass sich Wasser auf der Herdplatte fand:
Wasser auf Herd
Die ersten Male denkt man noch ans pütchern und wischt’s einfach weg.
Allerdings häuften sich die Wasserfunde, so dass wir mal sorgfältig darauf achteten, die Herdplatte nach dem Abendbrot trocken zu hinterlassen.
Ein Blick am Morgen auf die Platte zeigte dann wieder Wassser und ein Blick nach oben die Quelle:
Tropfen am Gitter
Das Wasser kam deutlich aus der Dunstabzugshaube.
Kaum hatte ich das Gitter geöffnet, zeigten sich weitere Spuren:
Tropfen am Motor
Ich habe dann mal kurz die Dunstabzugshaube eingeschaltet und sofort wieder ausgeschaltet, als die Lüfter ein plätscherndes Geräusch verursachten.
Wasser und Elektromotoren sind zwei Dinge, die sich nicht zwingend gut vertragen.
Um zu schauen, wie schlimm es ist und um das Wasser aus den Motoren zu bekommen, habe ich die Inbusschrauben der Gehäuse leicht geöffnet, worauf sich direkt ein deutlicher Schwall Wasser gen Herdplatte entleere. Gut, dass ich eine Auffangschüssel drunter gestellt hatte.
Während also die Motoren vor sich hin tropften, habe ich mich mal weiter auf Ursachenforschung begeben.
Die Entlüftung der Dunstabzugshaube läuft bei uns durch den Dachboden, gen Dach. Und dort fand sich direkt auch das Problem:
nacktes Rohr
Wie man sieht, führt das nackte PVC-Rohr der Entlüftung durch den ungedämmten Dachboden (die Wohnraumdecke ist gedämmt). Das führte dazu, dass bei eisigen Temperaturen, die abgesogenen Dämpfe an dem kalten Rohr kondensierten, wieder runter liefen und dann zurück gen Topf tropften….lecker!
Daher also immer die besondere Würze beim kochen.
Um diesen Mangel zu beheben, habe ich mich auf die Suche nach geeignetem Isolationsmaterial gemacht. Mir schwebte Alu-kaschierte Mineralwolle vor. Die lässt sich gut zuschneiden, wickeln und fest kleben.
Nachdem ich vier Baumärkte und drei Baustoffhändler abgeklappert hatte, war ich um die Information reicher, dass „man sowas heute nicht mehr verwendet“.
Lösungen konnte mir jedoch auch keine der Fachkräfte aufzeigen. Nur das Problem bewundern, dass konnte jeder. *Grmpfl*
Erst der Mini-Baustoffhändler bei uns im Ort (keine Ahnung, warum ich den zuletzt gefragt habe) sagte mir, dass er sowas organisieren könne. Das wäre dann auch speziell zum isolieren von Rohrleitungen gedacht. Nice!
Eine Woche später konnte ich dann zwei Rollen hiervon abholen:
Datenblatt
Die Mineralwolle ist ab Werk mit Schlitzen versehen, um sie besser trennen und wickeln zu können:
Isolierung geschlitzt
Hat auch spitzenmäßig funktioniert.
Mit Hilfe meines Schwagers habe ich das Rohr immer Abschnittsweise umwickelt und das Ganze dann verklebt:
Aufbau Isolierung
Um keine Kältebrücken zu produzieren, haben wir die Enden immer überlappen lassen.
Am Ende sah das Ganze dann so aus:
Rohr isoliert
Nicht schön, aber bisher sehr wirkungsvoll.
Selbst bei den -15°C die wir mittlerweile hatten, kommt kein Wasser mehr auf dem Herd an.
Und sollte mir das irgendwann mal zu hässlich sein, kann ich das Rohr immer noch mit OSB-Platten verkleiden.