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Schräubchens Kramladen

Weihnachten ist die Zeit der Herzenswünsche und das große Schräubchen wünschte sich mit all der innigen Kraft ihres kleinen Herzens ein Hochbett.

Welcher Vater kann solch einen Wunsch ausschlagen?

Insbesondere, wenn er ihn schon seit langem vorhergesehen und bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen hat. Das große Schräubchen sollte nämlich eine angepasste Variante der „Himbeerlounge“ bekommen. Warum? Schaut euch die Bilder an! Wer das dann noch ernsthaft fragt, war nie selber Kind.
Ausgangslage war ein gebrauchtes „Kura“-Hochbett, von eBay-Kleinanzeigen, in dem sie (umgebaut zur tiefergelegten Flachvariante) schon seit 2 Jahren unbemerkt schlief.
Um ungestört werkeln zu können, erhielt das große Schräubchen zwei Wochen vor Weihnachten einen Brief vom Weihnachtsmann, der um ihre Hilfe bat. Er habe nämlich ein Geschenk für sie, dass so groß sei, dass es nicht durch den Schornstein passen würde. Außerdem wäre es so aufwändig, dass er die Hilfe von ihrem Papa und dem „kleinen Opa“ (Vaddern) bräuchte. Und damit es auch eine Überraschung würde, müsse sie bis Weihnachten ins Gästezimmer ziehen.
Dank der schriftlichen Zusicherung, alle Kuscheltiere mitnehmen zu dürfen, war der Umzug auch problemlos und der Weg für uns frei. Hauptmaterial sind:

  • Profilholz Fichte (2000x96x12,5mm) zwei Pakete à 10 Bretter
  • Profilholz Fichte (2500x96x12,5mm) zwei Pakete à 10 Bretter
  • 7 Profilrahmen Fichte (44 x 44 x 2500 mm)

Dazu braucht man noch einen Berg an Schrauben 4×70 und 3×30.
Im ersten Schritt haben wir das Kura-Hochbett etwas abgewandelt aufgebaut:Geändertes Kura HochbettDen vorderen unteren Verbindungssteg mit der Nut für die blau-weiße Blende haben wir (samt Blende) so gekürzt, dass ein 60 cm breiter Durchgang entstand.
Den seitlichen Abschluss, an dem die Treppe andocken sollte haben wir so gekürzt, dass die Hälfte frei blieb:Rückseite BettAn der hinteren Unterseite haben wir eine neue Querstrebe eingefügt. So entfiel die ursprüngliche Leiter. Die verblendete Rückseite eignet sich übrigens sehr gut als versteckte Installationsebene für die Elektrik.
Nachdem das Grundgerüst stand, ging es an den Giebel:Dachstuhl begonnen
Die Schwierigkeit ist, alles gleichmäßig auszurichten. Ein breites Arsenal an Zwingen hilft ungemein:Dachstuhl ausgerichtetDa die Kanthölzer des Bettes an den Ecken verschraubt werden, ist es schwierig dort noch zusätzlich den Dachstuhl zu verschrauben. Wir haben daher an der geschlossenen Seite eine keilförmige Leiste eingefügt und sowohl mit dem Querbalken des Bettes, als auch (über das unterste Profilbrett) mit dem Dachstuhl verschraubt:Dacheindeckung begonnenSo war schon mal diese Seite festgesetzt und das Dach konnte gedeckt werden:Dach gedecktBei der Eindeckung bin ich auch vom Original abgewichen. Statt des klappbaren Dachteils habe ich das Dach offen gelassen.
So ist es für Erwachsene leichter Bettbezug oder Matratze raus zu holen. Außerdem kommt mehr Licht in den oberen Teil.
Nachdem das Dach fertig war, konnte die Front verkleidet werden. Hierbei kam in die Mitte ein Fenster samt stabilem Fensterkreuz (Rausfallschutz):Front begonnenDa sich an dieser Stelle die Verblendung in zwei Teile teilt (ober- und unterhalb des Fensters), ist die Herausforderung beide Teile so weiter zu führen, dass sie sich hinten wieder treffen und man mit einem durchgehenden Brett wieder anschließen kann. Hierbei hilft nur messen, messen, messen. Am besten zu zwei Fixpunkten, die vom Ausgangsbrett horizontal gleich weit entfernt sind.
Nachdem der Rohbau abgeschlossen war, ging es nach und nach an’s Finish. Den Dachüberstand haben wir auf der linken Seite mit kleinen Brettchen weiter geführt und über dem Laden noch ein Rollo montiert:Rohbau fertigHierzu eignet sich das Rollo „Tretur“ von Ikea besonders, da sich die Halterung sowohl oben als auch hinten verschrauben lässt. Da kann man gut oben drauf ein Abschlussbrett (Basis für den späteren Blumenkasten) montieren:Abdeckung RolloAuf dem obigen Bild seht ihr auch die Beleuchtung für den Laden. Das „Dioder„-System ist da schön nutzbar. Für den Schlafbereich habe ich auf das flexible „Ledberg„-System in bunt zurück gegriffen. LEDs haben den Vorteil, dass sie wenig Strom verbrauchen, wenn die Kinder mal wieder das Licht vergessen und auch nicht heiß werden.
Das Rollo ist übrigens dazu da, den Kunden zu zeigen, das der Laden aktuell geschlossen ist:Laden geschlossenAls Treppe habe ich ein Trofast-Treppenregal in der Massivholzvariante verwendet:Treppe fertigZum einen halte ich es für stabiler und zum anderen ist es ein wenig niedriger als die Sperrholz-Variante, was besser zur Höhe des Lattenrostes passt. Natürlich habe ich das Regal zusätzlich mit Winkeln verstärkt und auch am Bett verschraubt.
In den Innenraum habe ich noch einen gebrauchten Kaufmannsladen eingepasst und ebenfalls verschraubt:Kaufmannsladen eingebautHier sieht man ebenfalls eine Abweichung vom Original. Ich habe die linke Seite nicht verkleidet. Das hat den Vorteil, dass die Kisten vom Trofast auch für den Laden genutzt werden können und dass wieder etwas mehr Licht in den Laden kommt.
Abschließend gab es noch ein wenig Deko (Plastikpflanzen, Briefkasten, Klingel, Schilder):Blick in den KaufmannsladenGlücklicherweise lässt sich die Klingel recht leise stellen und es gibt sogar zwei Klingeltöne, sie einem nicht den letzten Nerv rauben (Wichtig: Empfänger außer Kinderreichweite montieren!).
Hier ein Blick in den fertigen Schlafbereich:Beleuchtung SchlafbereichAbschließend noch ein Bild von fertigen Spielhaus:Haus fertigWie erwartet, sorgte es für Begeisterungstürme. Herzenswunsch erfüllt.
Und für das kleine Schräubchen habe ich auch schon einen Plan….

IKEA-Hack – Wäschesortierstation

Die beste Ehefrau von Allen kämpfte auf verlorenem Posten gegen „Mount Washmore“. Kein Wunder bei einem Haus voller Schmuddelkinder. Zeit also für eine technisierung der Schmutzwäscheaufbereitung. Bisher hatten wir nur eine große Wäschetonne in die (mit Glück) der Großteil des Haushalts seine Wäsche warf. Die Idee ist nun, dass alle an der Schmutzwäscheproduktion Beteiligten ihre Wäsche selbständig vorsortieren, damit die Fachkraft die einzelnen Berge nur noch auf Fremdkörper (Schrauben, Steine, Schnecken) untersuchen und in die Waschmaschine packen muss. Glücklicherweise bin ich nicht der Erste mit diesem Plan, so dass ich mal wieder einen beliebten IKEA-Hack abwandeln konnte. Ausgangspunkt ist das Trofast-System von IKEA. Die großen 36cm-Behälter haben die Eigenschaft leicht gehäuft genau den Inhalt einer 7-kg Waschmaschine zu fassen. Dementsprechend besorgte ich zwei 3er Regale aus dieser Serie. Das erste baut man ganz normal zusammen, lässt aber die oberen Blenden weg:

Unterer Teil

Beim zweiten Regal lässt man die oberen Blenden und die Sockelleiste weg. Es kommt anschließend umgekehrt auf das untere Regal:

zusammengebaut

So ergibt sich ein kompaktes Doppelregal samt eingefasster Ablage oben drauf.
Wie man auf dem Bild sieht, passen beim oberen Regal die Bohrungen für die Schienen nicht mehr.
Hier also messen und den Bohrer schwingen:

Löcher bohren

Da IKEA die Schienen mit asymmetrischen Haltezapfen versieht (um eine versehentliche Überkopf-montage zu vermeiden) muss der mittlere Zapfen ebenfalls entfernt werden. Das geht mit einem Holzbohrer sehr gut:

Zapfen ausbohren

Anschließend kann man die Schienen passend „verkehrt herum“ montieren:

Schienen oben montiert

Versieht man allerdings alle Löcher mit Schienen, hat man am Ende zu wenige. Leider gibt es die Schienen bei IKEA auch nicht ohne weiteres einzeln (nur über den Ersatzteilservice) und bei eBay tauchen sie ebenfalls nur unregelmäßig auf.
Die Lösung sind kleine weiße Möbelstopfen, die es für Centbeträge bei eBay gibt:

Stopfen montiert

Nachdem die Kisten nun schön in ihren Schienen gleiten, entert man den nächsten Baumarkt und plündert dort die Auslage mit den Farbkarten.
In einer gemütlichen Bastelarbeit stellt man hieraus die in den Kleiderschränken vorherrschende Farbpalette zusammen:

Farbkarten

Die gebastelten Farbkarten werden laminiert und mit doppelseitigem Klebeband auf den Trofast Kisten befestigt. Mit drei Frauen im Haushalt gibt es bei uns einen extra Schuber „Lila-Rot-Pink“. Das ist vielleicht bei einem anderen Geschlechterverhältnis abweichend zu regeln. Dazu kommen bei uns noch Sonderabteilungen für Socken/BHs, Handtücher/Unterwäsche und Arbeitsklamotten. Piktogramme waren hierzu das Mittel der Wahl. Fertig sieht die Wäschesortierstation so aus:Wäschesortierstation fertigDie Ablage oben drauf ist natürlich komplett mit dem Zubehör der Besten belegt. Auch da ist es schön, dass dies außer Reichweite der Kinder ist.
Bisher sind alle Beteiligten begeistert und auch ich tätige weniger Fehlwürfe.

Hängt sie höher

Die Weihnachtszeit ist bei uns traditionell auch die Zeit der werkstattmäßigen Optimierungen.
So auch dieses Jahr.
Auf dem Plan stand eine Reorganisation unseres Werkstattwagens und damit verbunden, die Erweiterung der heimischen Werkzeugwand.
Um dem pädagogischen Auftrag dieses Blogs ein wenig nach zu kommen mal ein kurzer Exkurs in die Welt der Werkzeugwände:
Es gibt zwei Methoden, wie man sein Werkzeug aufbewahren kann. Entweder man lagert es in Schränken, wie es z.B. in Amerika sehr verbreitet ist:

oder man macht es „the continental way“ und hängt es an die Wand:

Ich bin ein Verfechter letzterer Lösung.
Sowohl im Selbstversuch als auch durch validierte Studien in Form von Kinderarbeit (30+ Jahre Werkunterricht an Haupt- und Grundschulen der Region) hat sich in unserer Familie herausgestellt, dass es viel einfacher ist eine Werkzeugmäßige Lösungsstrategie zu erarbeiten, wenn man die möglichen Gerätschaften vor Augen hat.
Wenn es drum geht eine einfache 10er-Mutter zu lösen ist es egal, wo sich der Maulschlüssel versteckt. Sobald man aber vor einem bisher unbekannten Problem steht und improvisieren muss, ist es viel leichter Lösungsstrategien zu erarbeiten, wenn man direkt vor Augen hat, was alles zweckentfremdet werden kann. Vaddern meint, dass dies insbesondere im Umgang mit Kindern deutlich wird (Seine Eigenen teilweise leidvoll eingeschlossen).
Da diese noch ganz am Anfang ihrer Heimwerkerkarriere stehen, ist für sie jedes Problem neu und verlangt nach einer neuen Lösungsstrategie.
Nachdem Vaddern im schulischen Werkraum die Handwerkzeuge aus den Schubladen geräumt und an die Wand geschraubt hatte, kam es viel seltener vor, dass ein Kind ratlos zu ihm kam, da es nicht wusste, welches Werkzeug ihm helfen könnte.
Die Kinder gingen nun umher, schauten aufmerksam was alles zur Verfügung stand und probierten dann einfach das Werkzeug, welches ihnen am passendsten erschien. Die Fehlerquote bei der Auswahl war in der Folge viel geringer als zu Zeiten, als sie einfach Werkzeug aus den Schubladen holten.
Ähnliches konnte ich auch bei mir beobachten. Welche Spezialwerkzeuge in unserem Werkstattwagen schlummerten, hatte ich schon längst vergessen. Was an unser Werkzeugwand hängt, kann ich noch mit 3 Atü auf dem Kessel in verteilten Rollen singen.
Ganz zu schweigen von dem Kontrollvorteil, dass man viel schneller erkennt, wenn die Bagage mal wieder einen Hammer in den Wald zum spielen geschleppt hat (Ebenfalls ein Erfahrungsbericht.).
Also Männer: Tut eurem Nachwuchs einen Gefallen und spaxt das Werkzeug an die Wand!
Back to Topic:
Unsere bestehende Werkzeugwand sollte erweitert werden und das Spezialwerkzeug aus dem Wagen aufnehmen.
Auserkoren war der Platz zwischen Bohrtisch und Wand:
Alte Wand
Das Kennzeichen stammt übrigens von Vadderns erstem Käfer.
Eine Sperrholzplatte in ausreichender Stärke (19mm) war fix besorgt und mit Abdeckfarbe passend gerollt, so dass die Werkzeuge arrangiert werden konnten:
Probeliegen
Als fest stand, wo was hin soll, konnten Vaddern und ich unsere künstlerische Ader ausleben:
Werkzeuge aufgemalt
Fertig bestückt und montiert sieht die Platte nun so aus:
Werkzeugwand final
Die Schubkästen in Kopfhöhe beinhalten Holz-, Stein- und Metallbohrer. Da man die eh raus nimmt um darin zu wühlen, konnten die auch ruhig so hoch montiert werden.
Der Werkstattwagen beinhaltet jetzt größtenteils nur noch Nüsse und Knarren.
Auch den Einsatz von Atorn habe ich etwas angepasst:
Atorn Einlage optimiert
Das seitliche „Kramfach“ habe ich abgeschnitten. Der Bitkasten musste seinen Platz zugunsten überschüssiger Nüsse verlassen. Mittels Locheisen habe ich noch ein paar weitere Löcher (bis zum blauen Boden) in den Einsatz geschnitten, um Platz für die im Set vermissten Torx-Nüsse zu schaffen. „Gerade“ ist was anderes, aber das ist eine bekannte Schwäche bei mir.