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OpenSource für mein Defy

Nachdem mein geliebtes Motorola Defy nun aus dem Garantiezeitraum raus war, konnte ich endlich dem beschämenden Support seitens Motorolas ein Ende setzen.
War die Auslieferung mit dem schon damals veralteten Android 2.1 „Éclair“ ein Ärgernis, so grenzte das stiefmütterlich behandelte Update auf Android 2.2.2 „Froyo“ an eine Frechheit!
Dementsprechend verwunderte es auch niemanden, dass Motorola kurz nach dem Update verlautbarte, es würde keine weiteren Updates mehr für das Defy geben.
Dazu kamen dann noch all die Hemmnisse durch das Branding namens „MotoBlur“, welches seinen Namen ganz zu recht trägt.
Passenderweise häuften sich in letzter Zeit auch unmotovierte Abstürze und Neustarts.
Damit war meine Hemmschwelle, die Programmierung des Smartphones zu kacken und ein neues Betriebssystem zu installieren in Flokati-Höhe angelangt.
Also Nägel mit Köppen gemacht und schlau gelesen, was die OpenSource-Community für das Defy in Petto hat.
Das sind eine überraschend stattliche Anzahl an Betriebssystemen!
Nach näherer Betrachtung kamen für mich eigentlich nur zwei Systeme in Betracht:

  1. CyanogenMod 7 (Android 2.3.7) 7.2.0 stable
  2. CyanogenMod 10 (Android 4.1.2) Nightly Builds

Da ich auf das Telefon täglich angewiesen bin, entschied ich mich gegen das momentan noch experimentelle CyanogenMod 10 und für die erprobte Version 7.

Der erste Schritt war, die Root-Sperre des Defys zu knacken.
Hierbei ist das Programm „SuperOneClick 2.2“ in Verbindung mit diesem Thread sehr hilfreich.

Als zweites Stand ein umfassendes Backup auf der Tagesordnung, denn ein schlechtes Backup-System ist besser als gar kein System!
Alle Programme, die eine eigene Backup-Funktion haben (z.B. mein geliebtes „acar„), durften selbige zum Besten geben.
Außerdem habe ich noch mittels „SMS Backup & Restore“ den nicht eh Cloud-mäßig gesicherten Teil meiner vergangenen Kommunikation kopiert.
Um jedoch ein 1:1 Spiegelbild des gesamten Systems zu erzeugen (sollten später beim flashen alle Stricke reißen) habe ich ClockworkModRecovery installiert (findet sich im Anhang zu diesem Post). Das Programm wird später auch zum Wechsel der ROMs gebraucht.
Zum Vorgehen kann man sich an den Abschnitt „Backup“ in der oben verlinkten Anleitung halten oder auch die hier nehmen. Das Backup dauerte bei mir knapp 10 Minuten (zwischendurch herrscht verdächtige Untätigkeit, also nicht nervös werden) und benötigte etwas über 1 GB an freiem Speicherplatz auf der SD-Karte:
ClockworkModRecovery Backup
Will man den Platz auf der SD-Karte anschließend für das neue ROM frei räumen, kann man das erstellte Image auch einfach auf den Rechner kopieren. Zur Wiederherstellung muss dann natürlich die Ordnerstruktur auf der SD Karte (Clockworkmod/Backup/IMAGEDATUM/) vorhanden sein bzw. erstellt werden.

Anschließend kommt das Telefon ans Ladegerät, bis der Akku randvoll ist.

Zum flashen habe ich mich hauptsächlich an die hübsch bebilderte Anleitung von Domingo2010 und RATTAR aus dem Android-Hilfe-Forum gehalten.
Will man auch die proprietären Anwendungen aus dem Hause Google (Maps, Navigation, GMail, Play Store, etc.) nutzen, so muss man neben der Datei „cm-7.2.0-jordan.zip“ auch „Gapps“ als Zip mit auf die SD-Karte packen und später ebenso über ClockworkModRecovery installieren. Hierbei ist es wichtig, dass ihr eine kompatible Gapps-Version verwendet! Eine Übersicht findet sich hier im cyanogenmod-Wiki.
Ich verwendete (nach einem ersten fehlgeschlagenen Versuch) „gapps-gb-20110828-signed.zip“.
Die Installation verlief erfreulich reibungslos:
ClockworkModRecovery Installationsablauf CM7
Einzig Schritt 18 – „Fix Permissions“ aus der Anleitung musste ich auslassen, da es diesen Eintrag in der von mir verwendeten Version 5.0.3.1 nicht mehr gab.

Einen Reboot später erfreute mich mein Defy mit neuem Bootlogo („Tschüss Motorola!“) und neuer Benutzeroberfläche:
CyanogenMod 7 Boot Animation

CyanogenMod 7 Desktop

Die Freude währte allerdings nur kurz.
Im Abstand von Sekunden tauchte immer wieder folgende Fehlermeldung auf:
„Die Anwendung Android-Tastatur (Prozess com.android.inputmethod.latin) wurde unerwartet beendet. Versuchen Sie es erneut.“:
Fehlermeldung
Da ein Defy ohne Touchscreen-Tastatur jedoch kaum zu nutzen ist, musste ich über den Rechner-Umweg Lösungen probieren.
Um es kurz zu machen: Alle in verschiedensten Foren vorgeschlagenen Lösungswege (Cache mehrfach löschen, „UserDictionaryProvider.apk“ neu installieren, Dalvik Cache löschen, ROM komplett neu installieren etc.) brachten keine Besserung.
Das Defy war in diesem Zustand nutzlos.

Warum dann also nicht weiter experimentieren und einfach eine „Nightly-Version“ von CM7 installieren? „Kaputt is eh schon.“
Ich entschied mich für „Cm-7-20121207-UNOFFICIAL-jordan-signed.zip“ von maniac103. maniac103 ist in Deutschland für die Weiterentwicklung des CyanogenMods für das Defy (Motorola-intern „Jordan“ genannt) verantwortlich. Daher hatte ich in das von ihm kompilierte ROM dass meiste Vertrauen.
Die Installation lief mithilfe dieser Anleitung ebenfalls problemlos.

Und was soll ich sagen? Der Fehler ist verschwunden!
Das System läuft bisher absolut stabil und erfreut mit schnellerer Reaktion sowie längerer Akku-Laufzeit.
Auch die Wiederherstellung meiner alten Nutzerdaten verlief problemlos.
Ein Sieg auf ganzer Linie!

Damit dürfte mein geliebtes Motorola Defy noch lange Zeit nicht zum alten Eisen gehören.

Anschließend installierte ich noch Swype Beta 1.4, welches ebenfalls einen großen Fortschritt gegenüber dem alten Motorola-Swype darstellt.

Der einzige Wermutstropfen ist bisher, dass ich kein Widget finde, welches mit der Androideigenen Mailverwaltung kooperieren möchte, um mir meine neuen Mails auf dem Desktop darzustellen.
Beim alten 2.2.2 gabs da extra noch ein Widget für (ähnlich des Kalender-Widgets). Weiß da einer von euch ne elegante Lösung?

P.S.: Nachdem ich nun weiß, wie der Lagomorpha läuft, werde ich irgendwann sicherlich auch auf CyanogenMod 10 umsteigen. Da warte ich jedoch erst noch, bis die Version ausgereifter ist. Aktuell berichten mir zu viele Leute von rapidem Akkuverbrauch beim Defy mit CyanogenMod 10.

Back on the Road again

Ein frohes neues Jahr euch allen!
Herr Koch meldet sich voller Tatendrang zurück an der Werkbank!

Den Anfang machte direkt der heimische Rechner, den ich dieses Wochenende (Sonntag mit einem ansehnlichen Kater)  in einem gewaltigen Update-Ritt von Ubuntu 10.04 „Lucid Lynx“ auf Ubuntu 11.10 „Oneiric Ocelot“ gebracht habe.
Mit dem verträumten Ozelot zogen viele Neuerungen ein. Zum einen Unity als Desktopumgebung (was ich zwar gut zu bedienen finde, jedoch den Weg der Eigenlösung eher kritisch sehe), zum anderen gehört mein ehemaliges Mail-/Kalenderprogramm „Evolution“ nicht mehr zum Lieferungsumfang und wurde durch „Mozilla Thunderbird“ ersetzt. Da die Portierung bestehender Mails zwischen den beiden Programmen nur über einen Umweg möglich ist, durfte ich die letzten beiden Tage damit verbringen knapp 16.000 Mails seit 2002 neu zu sortieren…
Da der Donnervogel ab Werk ohne Kalender daher kommt, habe ich auch direkt „Lightning“ nachgerüstet. Beides gefällt mir sehr gut und verhält sich sehr artig. Auch die Feedreader-Funktion von Thunderbird gefällt mir gut.
Alles in allem eine erfreuliche Neuerung. Nur die Geschichte mit der Mail-Transferierung war unschön. Hoffen wir mal, dass das das letzte Mal für die nächsten Jahre war!

Ich setze mich nun mal direkt an die Aufarbeitung meiner heimlichen Weihnachtsschraubereien. Natürlich konnte ich nicht widerstehen. In einem reinen Männerhaushalt kann man erfreulicherweise auch am 24. & 25. Dezember ölige Finger haben…

P.S.: Ich weiß, dass das Blog momentan einen fiesen Grafikfehler hat. Ich hab Tobias schon drauf gehetzt. Mal sehen, ob er den Fehler finden und beseitigen kann. Bis dahin möchte ich mich für die Unannehmlichkeit entschuldigen.

Süßkrams

Vor langer und noch längerer Zeit wurde mein armes Defy ja immer bekrittelt, dass es mit dem alten Android 2.1 „Eclair„rum laufen musste, obwohl schon 2.2 „Froyo“ verfügbar war.
Seit Anfang letzten Monats gab es nun endlich das offizielle Update von Motorola auf (das mittlerweile auch schon nicht mehr aktuelle) Android 2.2.
Gestern bin auch ich mal dazu gekommen auch mein Defy zu updaten.
Vorweg: Es ist eine Frechheit von Motorola, dass man für die Software, mit der man ein Linuxsystem updaten muss, zwingend Windows braucht!
Ich habs mit wine versucht, lüppt nicht.
Gut das ich hier noch eine alte XP-Installation rumschimmeln habe. Die habe ich, ehrlich gesagt, nie wieder benötigt, nachdem Ubuntu lief. Bis gestern…
Unter Windows ist das Update aber ne schmerzlose Sache. Einfach den Anweisungen des Updaters folgen.
Man braucht nur Geduld! Wenn sich da minutenlang nix tut, immer nur der gleiche Bildschirm angezeigt wird oder der USB-Port dauernd aktiviert und deaktiviert wird, darf man nicht in Panik verfallen. Bei mir wurden auch alle Daten behalten/wiederhergestellt.
Ich bin rundum zufrieden. Gibt auch ein paar neue Spielmöglichkeiten. Müsst ihr einfach mal durchs komplette Einstellungs-Menü pflügen.
Es bleibt zu vermuten, das dies das letzte Update für das Defy war. Gerüchten zufolge steht schon der Nachfolger „Defy Plus“ in den Startlöchern. Der kommt dann mit Android 2.3.3.

Da ist also Eigeninitiative gefragt. Kommt Zeit, kommt Gingerbread.

Im Zuge des Updates bin ich aber über ein schickes verstecktes Feature gestolpert. Je nach Polarität kann man mit einem Magneten entweder die (bekannte) Auto-Funktion aktivieren oder die (nahezu unbekannte) Dockingstation-Funktion.
Letztere verwandelt das Defy in einen hübschen Wecker. Hier im Video ganz schick zu sehen:

Muss ich zuhause mal die Legokiste plündern.

Besuch der Hydralisken

In einem Anflug von spontaner Langeweile habe ich gestern Abend mal in meiner alten Computerspiele-Box gekramt. Ein seliges Lächeln huschte über mein Gesicht, als mir dabei StarCraft und seine Erweiterung Brood War in die Hände fiel. Hach, was waren das für unbeschwerte Zeiten bei Köllermeier, dem Lange oder Fritz im Keller…
Noch heute ziert eine ca. 10 cm große Hydralisk-Figur meinen Schreibtisch:

Also fix mal installiert und nach Updates geguckt. Leider gibt es immer noch keine Möglichkeit die Auflösung zu ändern. 640×480 auf nem 24″-Monitor ist schon fies.Allerdings erkenne ich auch, dass es sich für Blizzard nicht mehr lohnt für ein über 10 Jahre altes Spiel, solch grundlegende Änderungen zu entwickeln. Um so erfreuter war ich, als ich entdeckte, dass Blizzard immer noch Support und Updates für StarCraft liefert. Respekt! Noch mehr Respekt gibts von mir dafür, dass mit dem aktuellen Update auf Version 1.161 keine CD mehr zum spielen notwendig ist! Damit trägt Blizzard (als einziger mir bekannter Spielehersteller) dem Umstand Rechnung, dass CDs nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Top!
Um StarCraft und Brood war dann ohne CD spielen zu können, müsst ihr neben dem Update auch noch dieser Anleitung folgen.
Macht echt Spaß!
Man sollte öfters die Spiele seiner Kindheit ausgraben. Irgendwo müsste ich auch noch Syndicate, Manic Mansion – Day of the Tentacle und Oil Imperium haben….