Archiv der Kategorie: Genesungswerk

egalisiert I

Um damit anfangen zu können, größeres Gelumpe in das Genesungswerk zu verfrachten, gab es nach der Fliesenaktion noch ein kleine Hürde zu überwinden. Und zwar im wörtlichen Sinne:

Absatz vor Fliesen

Am Eingang der Halle gab es nun eine kleine Stufe auf die erste Fliesenreihe. Lässt man das so und fährt mit Fahrzeugen einfach über die Fliesenkante, bricht sie nach kürzester Zeit ab oder die ganze Fliese löst sich.
Da die Stufe aber nur ca. 17mm betrug, schied auch Estrich aus, da er größere Schichtstärken benötigt, um eine feste Schicht auszubilden.
Meine Wahl fiel auf Ausgleichsmasse. Der reicht eine Schichtstärke von 2mm für eine Traglast von 30N/mm². Selbst Faserestrich braucht für 35N/mm² mindestens 25mm Schichtstärke.
So wirklich hatte ich noch nie mit Ausgleichsmasse gearbeitet. Wird also ein Experiment.
Für die Begrenzung nach vorne stellte ich ein Schalungsbrett. Die verbleibende Fuge zur Bodenplatte verschloss ich mit Fugenfüllprofil und Silikon:

Eingeschalt

Das war eine doofe Idee, aber dazu später mehr.
Mit einer Bleistiftmiene an einer Wasserwaage markierte ich mir zur Kontrolle die Höhe:

Höhe markieren

Da alle Anleitungen im Netz immer wieder betonten, wie schnell man mit der Masse sein müsse und das man mindestens zu zweit arbeiten müsse, machte ich mir für meinen Ein-Personen-Einsatz einen genauen Ablaufplan:

Ablaufplan

Ringsherum kam dann noch ein Streifen Schaumstoff, damit sich die Fläche unabhängig von den Fliesen bewegen kann:

Randstreifen kleben

Nun gab es kein Zurück mehr: anrühren, ausgießen, verteilen und fluchen:

Masse übergelaufen

In der Mitte habe ich eine kleine Senke in den Fliesen, so dass mir dort die Ausgleichsmasse über die Fliesen lief.
Half ja aber nix. Ich habe dann „betreutes aushärten“ gemacht und immer wieder mit dem Lappen nachgewischt, bis keine der immer zäher werdenden Masse zurück über die Fliesen lief:

Nachwischen

Nach drei Stunden war sie dann so fest, dass nichts mehr nach lief:

Läuft nicht mehr über

Nach weiteren zwei Stunden habe ich dann mit einem nassen Schwamm begonnen die Oberfläche zu bearbeiten und möglichst alle Poren zu verschließen:

Feuchter Schwamm

Damit die Masse möglichst langsam aushärtet habe ich sie mit einer Folie abgedeckt:

Schwelle mit Folie abgedeckt

Für die Feinarbeit musste ich bis zum nächsten Tag warten.

Lückenschluss IV

Auch am Genesungswerk geht es trotz eisiger Temperaturen weiter.
Auf der Liste mit den kleineren Arbeiten stand noch die Dämmung der Firstpfette. Wie schon berichtet, konnte ich sie ja nicht, wie die untere, von außen dämmen. Daher schnitt ich passgenaue Styroporblöcke zu und klemmte sie zwischen Sandwichplatte und Mauerkrone:

Kalte Pfette

Meine Hoffnung ist, dass auf der kalten Pfette so kein Wasser kondensiert. Und wenn doch hat es durch den Hohlraum genügend Hinterlüftung um wieder zu verdunsten.

Obere Pfetten innen gedämmt

Auch den Abschluss der mittleren Trennwand habe ich so gebildet. Jetzt gibt es oben unterm Dach einen umlaufenden schwarzen Streifen. Ganz hübsch, wie ich finde:

Innendämmung

Auf dem Boden der Tatsachen

Während die Putzer draußen zauberten, ging im Genesungswerk der fliesenlegende Mensch zu Werke. Ich hatte bewusst nach einem Profi gesucht, da die Fliesen direkt auf den recht unebenen Betonboden geklebt werden mussten. Aufgrund der geringen Durchfahrtshöhe zum Werkraum war ein ausgleichender Estrich leider nicht möglich.

Das war der Zeitpunkt, auf den die beste Ehefrau von Allen seit 6,5 Jahren wartete. So lange standen nämlich 80m² feinste Werkstattfliesen bei uns hinter dem Haus. Da die Gelegenheit damals ausgesprochen günstig war, kaufte ich sie, noch bevor der erste Spatenstich erfolgte (und verbog beim Transport die Lafette). „Besorge in der Zeit, dann hast du in der Not“ oder so ähnlich.
Wir haben die 1,5t Fliesen dann in einer Menschenkette Paket für Paket runter ins Genesungswerk verfrachtet.
Ganz ungewohnter Anblick, so ganz ohne Europaletten:

Lager leer

Im Genesungswerk kamen die Pakete auf Paletten mit Rollen (seit den Stahlträgern eigentlich immer im Einsatz). So konnten die Handwerktätigen sich die Pakete hinrollern, wo sie wollten. Man ist ja serviceorientiert. Nachdem der Boden geschliffen und einige Setzungsrisse in der Bodenplatte mit Epoxydharz und Klammern verschlossen waren, ging es dann auch rasch an’s Werk:

Fliesen begonnen

Schon vorher wusste ich, dass die Werkstattfliesen nicht für die gesamte Fläche reichen würden. Daher orderte ich bei Fliesenoutlet-Shop24.de weitere 50m² Werkstattfliesen im identischen Format. Da die original Fliesen nicht zu bekommen waren, entschied ich mich für ein deutlich anderes Muster. So sieht es wenigstens halbwegs gewollt aus. Leider kann ich den Fliesenladen nicht empfehlen. Die Kommunikation war schleppend und von der gewünschten Fliese gab es kein Muster. Ich musste daher blind bestellen. Auch die Lieferung erfolgte ohne versprochene Ankündigung, so dass ich nur durch Zufall zuhause war. Kaum stand die Palette vor dem Genesungswerk bemerkte ich, dass einige Pakete beim anfassen so komisch knirschten:

Fliesen nachgekauft

Hier sieht man, wie sich das Packband in einen Karton einschneidet:

Kaputte Pakete

Das verhieß nichts gutes.
Glücklicherweise arbeiteten echte Fachkräfte dort in der Kommissionierung. Sie hatten mir nämlich nicht nur die bestellten 56m² geschickt, sondern eine volle Palette mit 64,8m².
Das sparte mir wenigstens die Reklamation, da ich die zerdepperten Fliesen einfach aussortieren konnte.
Die weißen Werkstattfliesen reichten bis auf knapp zwei Reihen an die Trennwand heran:

Übergang Fliesen

Dort schlossen die fliesenden Menschen dann mit den dunkleren Fliesen an. Leider bin ich auch mit dieser Arbeit nicht wirklich zufrieden. Schaut euch mal genau die Fugen zwischen hellen und dunklen Fliesen an:

Fuge verspringt

In der Mitte geht es noch, aber je weiter es nach außen geht, desto deutlicher verspringt die Fuge.
„30×30“ ist halt bei keinem Fliesenhersteller gleich. Bei einem sind es „29,3×29,3“, beim Anderen „30,2×30,2“. Hat wohl mit dem Schrumpfverhalten während des brennens zu tun. Ist aber auch egal. Mir hat man auf jeden Fall beigebracht, dass man deshalb bei einem solchen Fliesenanschluss (nachdem man eine Probereihe trocken gelegt hat und weiß, wie die Fuge verspringt), mit einer halben Fliese startet. So liegt die Anschlussfuge immer in der Mitte der Fliese und dort fällt es niemandem auf, dass sie um 2-3 cm wandert. Aber ich behaupte ja auch nicht gelernter Fliesenleger zu sein.

Nun war es aber zu spät und der Fliesenkleber hart.

Sie haben dann noch die Fläche beendet:

Fliesen fertig

Als es dann an die Fußleisten gehen sollte, sagten sie mir, dass es ihnen zu aufwändig wäre, diese aus den (ausreichenden) seitlichen Abschnitten zu schneiden und sie stattdessen nur ganze Fliesen zerschneiden würden.

Wir einigten uns darauf, die Zusammenarbeit an dieser Stelle zu beenden.

Wie putzig II

Nachdem die Putzer innen fertig waren, ging es außen weiter:

Halle grob verputzt

Vorher nutzte ich aber noch die Chance und verschloss die Lücke zwischen Firstpfette und Mauerwerk. Auf der niedrigen Seite hatte ich das ja mit den Styroporkeilen gemacht. Auf der hohen Seite war dafür die Pfette aber zu nah an der Kante:

Spalte Mauer Pfette

Ich verschraubte das Vogelschutzgitter an den Pfetten und ließ es im Bogen nach innen laufen. Durch die Eigenspannung drückt es sich bündig gegen das Mauerwerk:

Vogelgitter montiert 2

Natürlich bog ich es noch so zurecht, dass es auch seitlich keine Lücken gab. Den verbliebenen Hohlraum zwischen Pfetten und Mauerwerk stopfte ich mit Steinwolle aus. Ich hoffe so möglichst alles Kleingetier von dem Hohlraum fern zu halten. Die Isolierung der Pfetten erfolgt später mit Styroporkeilen von innen.

Auf den Grobputz außen folgte ein weißer Feinputz und anschließend ein Silikat-Strukturputz:

Oberputz aufgebracht

Bevor das Gerüst für den Sockelputz abgebaut wurde, montierte ich die zusammen mit den Fenstern georderten Fensterbänke:

Fensterbänke eingebaut

Auch wenn sie tiefenmäßig etwas zu kurz sind (ich habe nicht an die Putzstärke gedacht), bin ich ganz zufrieden:

Fenster eingebaut fertig

Die Seite bekommt eh nur sehr selten Regen ab und die Fenster liegen ja sehr weit oben. Das wird schon keine unschönen Laufspuren an der Fassade geben.
Abschließend sieht das Genesungswerk von außen nun so aus:

Außenansicht ohne Gerüst

Auf die abgesetzte Sockelleiste kommt noch ein Steinputz als Spritzschutz.

Wie putzig I

Es ist Zeit, euch beim Genesungswerk auf den aktuellen Stand zu bringen. Wir verließen die Baustelle mit eingebauten Fenstern und Türen, aber ansonsten rohen Wänden:

Wie schon gesagt, habe ich mich vorm verputzen der Wände gedrückt.
Dementsprechend wurde die komplette Halle innen und außen eingerüstet. Dann rückten auch schon bald die Putzer an und setzten die Putzleisten:

Putzleisten an den Fenstern

Erstmal innen alles grob verputzen:

Fensterseite begonnen zu streichen

Dann die Feinheiten:

Werkraum verputzt

Es war ein Massaker:

Putzmaschine

Als sie innen fertig waren, habe ich die Chance des Gerüstes genutzt und noch schnell alles weiß gestrichen.
Für die Grundierung riesiger Flächen kann ich solch eine elektrische Sprühpistole nur wärmstens empfehlen:

Spritzgerät

Ging super schnell und schön gleichmäßig.
Danach, streichen:

Fensterseite oben gestrichen

streichen:

Werkraum oben gestrichen

und streichen:

Erster Anstrich rechte Seite

Ich habe die Hausmarke vom Globus Baumarkt „Globusweiß“ verwendet. Die war gerade im Angebot und wenn man die Adresse der auf dem Eimer angegebenen „Rühl Farben GmbH“ googelt, landet man bei Alpina in Ober-Ramstad.

Ich habe die Farbe klassisch gerollt. Das ging wirklich gut. Kaum wolkig, gute Deckkraft. Nur die Übergänge der Gerüstebenen zeichneten sich nachher noch deutlich ab, so dass ich nach dem Abbau des inneren Gerüstes dort nochmal drüber gegangen bin:

Fertig gestrichen links

Macht die Halle gleich 150% heller:

Ohne Gerüst Blick Richtung Tor