Vor einiger Zeit erreichte mich der Hilferuf meines Schwagers.
Er hatte auf die harte Tour (leere Batterie) feststellen müssen, dass der Zigarettenanzünder beim Opel Astra H mit Dauerstrom versorgt wird.
Damit er morgens vor der Arbeit nicht wieder so ins schwitzen kommt, bat er mich um Abhilfe.
Eine kurze Netzrecherche später stand fest, dass der Zigarettenanzünder wirklich nicht an der Zündung hängt, dafür aber die Beleuchtung des Zigarettenanzünders:

Da könnte man doch ne saubere Lösung, in Form eines Relais basteln:

Den Zigarettenanzünder-Einsatz aus der Verkleidung zu bekommen ist an sich schon eine Herausforderung. Ich empfehle den Konsum von Youtube-Tutorials und ein beiseite-schieben der Angst vor abbrechenden Plastiknasen.
Hat man den Hasen draußen, kann man den kombinierten Stecker abziehen:

Dieser Stecker vereint den geschalteten Plus-Kontakt für die Beleuchtung, Dauerplus für den Anzünder und das gemeinsame Massekabel.
Versucht man alles zusammen zu stecken, scheitert man evtl. am Steckkontakt der Beleuchtung:

Opel hat hier statt des üblichen 6,3mm Steckkontakts, 4,8mm-Kontakte verwendet.
Hätte ich’s vorher gewusst, hätte ich einen passenden Kontakt angecrimpt. Vom Bond Bug-Umbau hab ich da noch reichlich.
Vor Ort in der Normgarage blieb mir nur der kreative Einsatz des Dremels:

So passten nun alle Kontakte und der Strom konnte glücklich fließen.
Meint man zumindest….
Unerklärlicherweise krabbelen zwar 12V-Schaltstrom in das Relais rein, aber es kommen nur 7,8V raus! Dies reicht leider nicht, um den Schaltkontakt auszulösen, weswegen der Zigarettenanzünder stromlos bleibt.
Mist.
Mysteriöser Weise hat die Steckdose immer für einen kurzen Augenblick Strom, wenn man die Zündung einschaltet. Das Relais klickt auch, aber danach scheint die Spannung direkt einzubrechen und das Relais wieder zu trennen.
Eine Erklärung habe ich nicht, außer der pauschalen Beschuldigung des CAN-BUS.
Direkt an einer 12V-Quelle funktioniert das Relais 1A.
Da sich die Sache vor Ort nicht aufklären ließ, musste eine Alternativlösung her.
Diese besteht darin, dass man auf den Wegweiser zum Aschenbecher bei Dunkelheit verzichtet und stattdessen an dessen Zuleitung den Zigarettenanzünder hängt:

Funktioniert natürlich Top, hat aber einen gravierenden Nachteil: Die mikroskopische Kabelstärke:

Die Beleuchtung wird normalerweise durch ein 1,3 Watt-Birnchen sichergestellt.
Nun läuft über das Kabel der gesamte Ziggi-Strom.
Meine Einschätzung war, dass man an dem Drähtchen sich in Zukunft den Glimmstängel direkt entzünden kann.
Aber selbst bei einem 2h-Test mit brüllender Sitzheizung, Mehrfachsteckdose und zwei Ladegeräten dran, wurde das Käbelchen nicht merklich warm. Erstaunlich.
Auch zur Absicherung kann ich nicht sicher was sagen. Ich vermute, dass es an der 5A-Sicherung der Innenraumbeleuchtung hängt. Ist aber nur Spekulatius.
Hat wer von euch ne Erklärung?
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Brennenstuhl brennt wieder
Von meinem Schwager bekam ich diese defekte Steckdosenleiste von Brennenstuhl:

Die Typenbezeichnung lautet Secure-Tec MB-158-2S.
Die Fehlerbeschreibung lautete: Slaves haben Dauerstrom, egal ob Master belegt ist oder nicht.
Fragt man dieses Internet zu dem Defekt, so stolpert man über haufenweise identische Fehlerbeschreibungen.
Der Grund ist wohl ein minderwertiges Schaltrelais, welches irgendwann einfach hängen bleibt.
Aufhorchen ließ mich dieser Kommentar von Sebastian Burge.
Wenige Minuten später war eine Mail an den Brennenstuhl-Support raus, mit der Bitte auch mir ein neues Relais zuzuschicken.
Wenige Tage später trudelte dann ein Paket mit zwei neuen Relais bei mir ein.

Jay!
Auf die Lötkolben, fertig, los!
Erste Hürde sind die Schrauben des Gehäuses.
Das sind Sicherheitsschrauben (Schlitz mit Steg). Da hilft ein zurechtgeschliffener Schraubenzieher oder ein Sortiment an Sicherheitsschrauben-Bits:

So sieht das Innenleben der Steckdosenleiste aus:

Den (blauen) Übeltäter findet man nachdem die Platine gelöst ist:

Zum entlöten habe ich eine Entlötpumpe verwendet, was nach ein wenig Übung erstaunlich gut funktioniert hat:

Eine Entlötlitze geht natürlich auch. Hat man auch die nicht, kann man auch das Abschirmgeflecht einer Koaxleitung benutzen.
Nachdem das alte Relais ausgelötet war, konnte eines der Neuen rein:

Fertig:

Nun alles wieder zusammenschrauben (dabei drauf achten, keine der Leitungen einzuklemmen), testen und an einer wieder funktionierenden Leiste erfreuen!
Vielen Dank Brennenstuhl für die schnelle Hilfe.
French Connection
Zu unserer Mietwohnung gehört auch ein kleines Kellerabteil mit ca. 10 m². Selbstverständlich habe ich dieses direkt in Beschlag genommen, eh die Beste von Allen es mit Weihnachtsdeko, Einhörnern oder anderem Mädchenkrams füllen konnte.
Ein Mann braucht einen Werkkeller!
Mag er auch noch so mickrig sein…. Der Keller, nicht der Mann….
Leider besteht dieser Keller nicht mehr aus massiven Wänden wie unser alter, sondern aus einem Metall-Ständersystem von Käuferle.
Das System basiert auf soliden Vierkantständern, die an Boden und Decke verschraubt werden. Zwischen diesen vertikalen Ständern sind ähnlich massive Querstreben eingehangen. Die „Verlattung“ wird mittels umgebördelter Bohrungen an den Querstreben befestigt:

Diese Löcher sind auch der Schlüssel zu meinem „modularen, nicht invasiven Werkkeller“™.
Die Werkzeugwand und die Grundlage für die alten Spot-Regale, bilden die schon im früheren Keller verwendeten Spanplatten:
Die Spanplatten sind mit Schlossschrauben und großen Unterlegscheiben durch die Bördellöcher der Querstreben geschraubt.
So hängt das ganze Gewicht an den Querstreben und wird von den vertikalen Ständern aufgenommen.
Da es vom Hersteller ein teures Regalsystem („9 DM pro Träger“) mit 25 Kg Traglast pro Boden für diesen Kellertyp gibt, habe ich in die Stabilität auch volles Vertrauen.
Auch der kleine Küchenblock findet wieder seine Verwendung als Werkbank.
Dieser Teil der Einrichtung war einfach.
Im Laufe der Zeit sammelte sich jedoch immer mehr Gelump an, für das ich keine wirkliche Aufbewahrungsmöglichkeit hatte.
In der Not habe ich es dann irgendwie an die Wand getüddelt oder es hat mir die Werkbank zugestellt.

Dank des Hinweises von Stan auf das Blog von Martin bin ich über die von ihm verwendeten „French Cleats“ gestolpert:

Der Vorteil dieses Systems ist, dass wenig tragende Befestigungsstellen gebraucht werden.
Die älteren unter uns haben mit diesen „Hängeleisten“ früher™ Küchenschränke montiert.
In der alten Welt ist diese Aufhängungsmethode ein wenig in Vergessenheit geraten. Da unsere amerikanischen Freunde jedoch Papphäuser lieben, erfreuen sich diese Hängeleisten dort großer Beliebtheit, auch außerhalb der Küche.
Der Plan war die obere und die mittlere Querstrebe der Seitenwand und der Tür mit Frensh Cleats auszustatten. Das ergibt dann 3,2 m zusätzlichen vertikalen Stauraum.
Der lokale Baumarkt lieferte für schmale Mark Konstruktionsholz im Format 75 x 40 mm.
Es wäre sicherlich auch filigraner gegangen (Martin verwendet 18mm Multiplex-Platten), aber das Angebot bestimmte die Ausführung.
Dank Vadderns Kappsäge und Bandschleifer wurden da im Handumdrehen handschmeichlerische French Cleats mit 45°-Winkel draus.
Die Befestigung der Wandleiste erfolgte analog zur Werkzeugwand.
Man muss jedoch darauf achten, dass keine Schraubenköpfe über stehen, da diese später ein Verschieben der Module behindern würden.
Anschließend kommt der kreative Teil.
Es gilt sich möglichst sinnvolle Module auszudenken!
Denn gerade dieser Aspekt macht die Frensh Cleats so überlegen gegenüber anderen Montagesystemen:
Auf der statischen „Wandleiste“ lassen sich alle Module beliebig anordnen und nach gerade benötigten Arbeitsschritten umorganisieren.
Der Schleifbock weicht der Lötstation, die Lötstation weicht dem Kleinteilemagazin, etc.
Gerade in beengten Werkkellern wie meinem eine super Lösung!
Um mich ein wenig einzugroven hab ich mit einfachen Dingen begonnen:
Mein Langholzlager benötigte eine Begrenzung, damit die Besenstiele nicht immer umfielen:

Ok, das ist nicht wirklich modular, aber es kann wenigstens mit dem Holzlager mitwachsen.
Auch mein geliebtes Bosch C3 Ladegerät bekam einen Halter, indem ich einfach den mitgelieferten Wandhalter mit einer kleine Sperrholzplatte auf ein Modul schraubte:

Das Ladegerät wird dann einfach eingehangen und die Kabel kann man schön ordentlich darum wickeln:

Auch der Schleifbock und mein kleines Labornetzteil bekamen eigene Module, so dass man sie hängend betreiben kann:

Es folgte ein kleines Modul mit einem Haken für die Jacke, sowie ein Modul mit meinem Sortimentskasten:

Hat man erstmal angefangen, findet man dauernd neue Dinge, die man vom Boden an die Wand befördern kann:

Auf diesem letzten Bild seht ihr auch meine „Staubsaugerstation“.
Der Sauger hängt an einem Modul und kann so sehr bequem bedient werden. Der Schlauch reicht dabei bis zur Werkbank. Er steht nicht mehr vor den Füßen rum und man muss nicht mehr jedes mal das Kabel ein- und ausrollen.
Auch der Heizlüfter oben rechts hat ein eigenes Modul mit der original Wandhalterung bekommen. Wenn es kälter wird, kann er einfach die Position mit z.B. dem Labornetzteil tauschen und mir den Hintern wärmen.
Um auch mit den ganzen Stromverbrauchen flexibel zu bleiben, gab es noch ein Modul mit einer Mehrfachsteckdose, welches ebenfalls nach Bedarf umgehangen werden kann.
Natürlich gibt es auch einfache Module mit Haken um z.B. den Handfeger oder das Überbrückungskabel aufhängen zu können.
Ich hoffe, meine Begeisterung kommt ausreichend zu Geltung.
Vielen Dank Stan und Martin für die Inspiration!
7 Jahre Dacia fahren
Wer Spiegel zerdeppert hat 7 Jahre Unglück.
Was ist nun mit Spiegeln an nem Dacia Logan?
Sacht da das Schicksal: „Oh, du fährst Logan?! Nee, lass mal, dein Leben is schon hart genug…“?
Egal. Er war hinüber und Oma wollte gerne nen neuen.
Kein Problem. Wozu gibt es rumänische Lehrvideos bei Youtube:
Wenn ich den Sprecher richtig verstehe, ist die Strumpfmaske zwingend.
Allerdings ist mein rumänisch etwas eingerostet.
Also Strumpfmaske und langen Schraubenzieher geschnappt und frisch ans Werk:

Der Spiegel muss dazu an der unteren Innenseite ganz nach innen gestellt werden. Dann steckt man den Schraubenzieher in die Lücke oben-außen und hebelt den Spiegel vom Träger. Er knarzt dabei herzerweichend und fordert einiges an Nachdruck. Passt auf, dass ihr den Schraubenzieher nur auf dem Spiegel ansetzt und nicht an der (weißen) Trägerplatte.
Solltet ihr beheizte Spiegel haben (Jaha, sowas gibt’s beim Logan!), müsst ihr aufpassen, dass euch das Glas nicht wegfliegt, wenn es sich löst. Nicht dass die feinen Anschlussdrähte auf der Rückseite noch Schaden nehmen.
Anschließend einfach die Drähte umstecken und den neuen Spiegel fest auf die Trägerplatte drücken. Er rastet mit einem gut hörbaren *Klick* ein.
Es gibt übrigens unterschiedliche Spiegel beim Dacia Logan:

Mit dem Facelift im Juli 2008 wurde die Spiegelform geändert. Also Obacht bei der Bestellung!
Ich hatte zwar richtig bestellt, es wurde aber falsch geliefert….
Aufs Dach gestiegen
Eigentlicher Grund meiner Heimreise war die Dachsanierung unseres Gartenhauses.
Die alten Dachrinnen waren V-förmig angeordnete Bretter, die mit Dachpappe ausgelegt waren. Hier im Hintergrund zu erahnen:

Rustikale Optik, aber nach 20+ Jahren hatte das Regenwasser einen Weg unter die Dachpappe gefunden und die Deckbretter und Sparren angegriffen.
Also alles runtergerissen:

Wir haben die Chance auch genutzt und den Dachstuhl ein wenig geändert.
Der Dachüberstand auf der Räucherhausseite wird verlängert und bekommt auch eine andere Regenrinne:

Auf dem Bild erkennt man ganz gut, dass der alte Sparren im Vordergrund am Ende abgeschrägt war, um das „V“ der Dachrinne aufzunehmen.
Unter diesem Dachüberstand ist nämlich neben dem Holzstapel ein Sitzplatz, auf dem man herrlich Bier trinken und dem Räucherofen bei der Arbeit zusehen kann.
Allerdings wurde man da bisher bei Regen immer nass, da der Überstand nicht lang genug war, um auch die Füße mit abzudecken. Untragbarer Zustand!
Dank Vadderns Vorbereitung, ging die Arbeit flott von der Hand, so dass am Samstagabend schon die neuen Sparren samt (ebenfalls etwas verlängerter) Deckbretter drauf waren:

Der Überstand ist nun wesentlich breiter und sollte für trockene Füße sorgen:

Später kommen da noch Einbauspots unter den Überstand, damit man dort auch im dunklen sein Bier findet.
Durch die Dachrinne wird der Überstand später sogar nochmal ein wenig breiter.
Am Sonntag haben wir dann die erste Lage Schweißbahnen aufgebracht. Wir haben uns für Schweißbahnen aus dem Dachdeckerbedarf (Icopal Sicotec & BauderPYE PV 200 S5 EN) entschieden. Zwischen diesen und dem Krams, den man im Baumarkt bekommt, liegen Welten! Und das noch nicht mal preislich. Das Geheimnis ist neben der wesentlich durchdachteren Verarbeitung mit integrierter Klebekante (kein verschweißen nötig!) und Überlappungsmarkierungen, der hohe Kautschukanteil. Die Baumarktpappe kann man mit bloßen Händen zerreißen. Bei der Dachdeckerpappe haben wir das selbst zu zweit nicht geschafft.
Leider habe ich vergessen, von den Arbeiten ein Foto zu machen. Lediglich als ein sinnflutartiger Regenschauer runter kam, hab ich zur Kamera gegriffen:

Der Überstand funktioniert übrigens vorzüglich.
Glücklicherweise hatten wir zu diesem Zeitpunkt gerade das Dach provisorisch für die Nacht fertig gemacht:

Als der Regen sich verzogen hatte, haben wir noch ein wenig zusammengesessen und Makrelen geräuchert:

Das ist jedes Mal ein kleiner Urlaub für mich.
Vaddern hat in den folgenden Tagen die beschieferte Deckschicht aufgebracht und die gegenüber liegende Seite erneuert. Fehlt noch die Dachrinne und ein wenig Feinschliff.