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Am Wegesrand III (Italienische Lebensart)

Heute bin ich hinter einer Eisdiele neben den erbärmlich stinkenden Mülltonnen über einen Porsche 356 A 1500 Super Speedster gestolpert. War schon ein wenig surrealistisch neben den in der Mittagshitze verwesenden Hausabfällen, leeren Obstkisten, Plastikgartenstühlen und grünalgigen Hauswänden diesen aus dem Ei gepellten 100.000 €-Wagen zu sehen….

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Als schönes Detail an diesem Traumwagen, möchte ich die winzigen Rückleuchten in Wagenfarbe hervorheben. Diese moderne Tendenz zu Rückleuchten in Flachbildfernseher-Format stinkt mir gewaltig!

Am Wegesrand II (Das Fräuleinwunder)

In dieser unregelmäßigen Serie will ich Autos vorstellen, die ich am Wegesrand entdeckt habe und die ich (aus welchem Grund auch immer) für kulturell wertvoll halte.
Den Anfang machte ja eigentlich der unbekannte Golf-Cabrio-Umbau von neulich.

Heute folgt ein Citroen Ami 6, welchen ich neulich auf meinem Weg in die Uni gesehen habe. Besonders wertvoll machen diesen Wagen zwei Eigenschaften: Einmal das absolut abgefahrene Design (man beachte nur die schräg stehende Heckscheibe mit Überhang!) und zum anderen die Möglichkeit den Wagen mittels Handkurbel zu starten. Warum gibts sowas heute nicht mehr? Sobald ich mit Tobi anfange Autos zu bauen, werden die auf jeden Fall auch mittels Handkurbel zu starten sein! Da erweckt man noch etwas mit den eigenen Händen zum Leben! Und bei genug PS und passendem Sound ist die Parallele zu Dr. Frankenstein auch nicht weit… Ich geh und werkel schon mal am Blitzableiter! In der Zwischenzeit noch zwei Fotos von dem „Fräulein“:

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Entwicklungshilfe

Gestern war ich bei Henning aus dem Schwalbennest. Er hat sich vor einiger Zeit eine Schwalbe (KR51/1 Baujahr 1977) gekauft und stand nun mit dem altbekannten Wärmeproblem etwas hilfesuchend da. Klar, dass ich mich da nicht lumpen lasse und vorbeifahre um ihm ein wenig helfe. Ich erinnere mich ja noch gut daran, wie verzweifelt ich damals war, als meine Lola Hitzewallungen hatte. Da war ich über jeden Tipp dankbar. Wir hatten vorher schon per E-Mail die groben Arbeitsschritte abgesprochen und ich hatte einen ungefähren Zeitrahmen überlegt. Angesetzt waren 3,5 Stunden für Zündkerze, -kabel, -stecker, Unterbrecherkontakt und Kondensatorwechsel. Im Endeffekt haben wir kanpp 5 Stunden gebraucht. Überraschend lange hat es gedauert, die Zündung einzustellen. Wir haben es nach der „Moser-Methode“ gemacht. Sie erwies sich als praktikabel, aber langwierig. Ok, wir waren beide nicht so fit in elektronischen Belangen und auch logisches Denken war bei atomschwülem Wetter und knapp 30°C nicht mehr so ganz unsere Stärke. Das mag etwas Zeit gekostet haben…. An letzterem kann es auch gelegen haben, dass uns erst als wir wieder alles zusammengebaut hatten, auffiel dass wir das Lüfterrad vom Gebläsemotor vergessen hatten einzubauen. Also fröhlich wieder das ganze Geraffel auseinander rupfen. *Dummheit*
Ein interessantes Detail war, dass Hennings Vogel eine innenliegende Zündung hat. Diese produziert auch nur 15W für den Frontscheinwerfer, was die müde Puffbeleuchtung an seiner Schwalbe auch erklärt. So eine Zündung hatte ich bisher auch noch nicht in der Hand. Besonders fragwürdig finde ich bei den Teilen den Übergang von der Zündspule zum Zündkabel. Da steckt man einfach ein Kupferdrahtende der Spule in die Seele vom Zündkabel und drückt da eine Metalklammer drauf…nicht sehr vertrauenserweckend….der Vorbesitzer hatte den Kupferdraht da auch schon platt gebogen und ich hatte ihn beim zusammendrücken auch ausversehen umgebogen. Ich glaube lange macht der sowas nicht mit…. Da lobe ich mir doch die externe Zündspule vom Duo mit ihrem massiven Kupferdorn!
Die abschließende Probefahrt von Henning war anfangs nicht so pralle, da seine Schwalbe immer aus ging, sobald er einkuppelte. Das ließ aber nach, nachdem wir auf einem verwaisten Schulhof ein paar Proberunden gedreht haben. Dann noch ein wenig rumspielerei am Standgas und sie lief anständig rund. Allerdings viel uns da schon die lose Krümmermutter auf, aber solche Details hindern ja nicht an einer ausgedehnten Probefahrt…Selbige Mutter hatte aber keine Lust auf Probefahrt und versuchte durch lösen vom Motor sich von Dannen zu machen. Henning meint, es wäre etwas laut gewesen, so ganz ohne Auspuff. Komisch.
Grandioses Detail war sein original Schwalbe-Helm aus der DDR, welchen er von seiner Schwester geschenkt bekommen hat. Ein Traum in orange-braun! Darum beneide ich ihn wirklich. Das man den Helm mit den Händen zusammendrücken kann und er die Stabilität von Esspapier hat, sei hier nur am Rande erwähnt…
Alles in allem war es für mich ein schöner und lehrreicher Nachmittag. Einem Revival wäre ich durchaus zugetan 🙂 . Es hat mich auch in meinem Entschluss bestärkt, demnächst hier in Osnabrück mal ein regelmäßiges Simson-Treffen anzuleiern, im Stil des „Burger-Kingens“ Fuel&Food.

Abschließend noch ein Bild von Hennings Vogel während der OP am offenen Herzen:
Hennings Schwalbe

Reiseruf

Aus aktuellem Anlass strahle ich mal einen eigenen Reiseruf aus:

Herr XY aus Osnabrück (?) zur Zeit vermutlich unterwegs im Raum Osnabrück mit einem neon gelb-orangenen Simson Duo 4/1 mit dem Kennzeichen XYZ 123 (?) wird gebeten, sich umgehend mit mir in Verbindung zu setzen.“

Ich hab heute an einer Ampel (Sutthauser Straße/Rosenplatz) nen Duo gesehen. Das gute Teil schien in einem ziemlich desolaten Zustand zu sein. Es hatte ein graues Verdeck und war neon orange-gelb lackiert. Sah ziemlich nach Spraydosenlack aus. Leider reichte die Rotphase nur aus, um dem Fahrer zuzurufen, dass ich auch nen Duo besitze und das er doch mal ins Simsonforum bzw. Schwalbennest kommen soll. Auf die Idee, ihn zu fragen, ob er gerade mal rechts ran fahren könnte um nen kleinen Plausch zu halten, bin ich natürlich nicht gekommen…*Dummheit*
Naja, so hoffe ich, dass er hier mal vorbei schaut…. für sachdienliche Hinweise wäre ich dankbar. So häufig sieht man ja selbst in der Schwalbenhochburg Osnabrück nen Duo nicht. Da ist man über jeden Informationsaustausch froh…