Kupferwurm XIV – Nebenkriegsschauplätze

Bevor ich mich dem Kabelbaum zuwendete, habe ich neben der Lüfterfrage noch ein paar andere Nebenkriegsschauplätze abgearbeitet.
Einer davon war der Halter des Wischwasserbehälters. Der Bond Bug hat (wie schon berichtet) ein herrlich antiquarisches System für die Wischwasserversorgung!
Ich gebe zu, jetzt zum ersten Mal einen Blick in den Vorratsbehälter geworfen zu haben:
Bodensatz
*Buärgs* Das, was sicherlich mal Wasser mit Spülmittel war, war mittlerweile nur noch eine glibberige, schlierige Flüssigkeit. Erinnerte ein wenig an Schnodder. Ab in den Ausguss damit und kräftig spülen!
Wesentlich liebesbedürftiger war jedoch der Halter des Vorratsbehälters:
Halter für Wischwasserbehälter
Das ist natürlich kein Originalteil, aber er passt und ich hab momentan genug andere Probleme, als da dass richtige Teil zu suchen.
Kommt Zeit, kommt Original.
Bis dahin muss das Ding aber konserviert werden.
Mechanisch entrosten scheidet aus. Zu rund, zu doppellagig.
Also Chemotherapie.
Zitronensäure hatte ja schon beim Tank der Gorilla vorzüglich funktioniert.
Also Sack aus dem Keller geholt und nach Anleitung angerührt:
Zitronensäure
Da ich bei dem ollen Halter leichter die Lösung auf Temperatur bringen kann, habe ich mich für die „heiße“ Anwendungsvariante entschieden und einen alten Topf missbraucht:
Halter für Wischwasserbehälter im Bad
Es ist erstaunlich, wie sehr die Lösung anfängt zu brodeln, wenn man das rostige Eisen rein gibt. Nach ca. einer Stunde bei mittlerer Hitze, war der Halter gar und konnte gründlich abgespült werden.
So sah er vor dem Anstrich mit Brantho Korrux 3in1 (Wusste gar nicht, dass „90er-Retro“ auch bei Homepages „in“ ist?!) aus:
Halter für Wischwasserbehälter entrostet
Bei den November-Außentemperaturen ist der Anstrich keine Augenweide geworden, aber das Ding verschwindet auch in den Tiefen des Motorraumes und soll einfach nur nicht weiter gammeln.
Die etwas höheren Temperaturen Ende Oktober musste ich derweil dazu nutzen, eines der vielen nachträglich gesägten Löcher im Bug zu stopfen.
Irgendeiner der multiplen Vorbesitzer meinte, dass auf der Rückseite der Mittelkonsole ein Loch zum Motorraum nötig ist:
Loch hinter Mittelkonsole
Fragt mich nicht warum!
5 cm darüber ist das original Zugangsloch, welches extra einen Alu-Hitzeschild hat.
Die Mittelkonsole ist auch statisch für die Karoserie wichtig, da z.B. die Lenksäule an ihr aufgehängt ist.
Mehr als nötig sollte man da dementsprechend nicht dran rum säbeln.
Also die Chance des ausgebauten Kabelbaumes genutzt und alles rings um sorgfältig abgeklebt:
Loch hinter Mittelkonsole abgeklebt
Wie ihr seht, habe ich auch über die Getriebeglocke im Hintergrund Frischhaltefolie gelegt. Sollte da was vom Harz tropfen, muss man nachher nicht die große Sauerei abknibbeln.
Das Loch selbst habe ich vom Motorraum aus mit Panzertape abgeklebt. Von Innen kamen dann zurechtgeschnittene Flicken aus GFK-Gewebe drauf:
Loch hinter Mittelkonsole abgeklebt 2
Für alles was mit GFK zu tun hat, ist „Bootsservice Behnke“ meine erste Anlaufstelle. Große Auswahl, faire Preise, gute Auswahl und Beratung. Echter Tipp.
Die letzte Schicht bildet eine besonders feine GFK-Matte, deren Fasern durch einen in Styrol löslichen Binder zusammengehalten werden. Durch das Tränken mit Polyesterharz löst sich der Binder auf und die Glasmatte kann in fast jede Form laminiert werden:
Loch hinter Mittelkonsole verschlossen
Das ergibt eine für GFK erstaunlich glatte Oberfläche ohne „Fleischhaken“. Für die Rückseite der Mittelkonsole wäre das nicht wirklich nötig gewesen, aber ich wollte das Zeug mal testen. Hat sich bewährt und für Reparaturen im sichtbaren Bereich werde ich es in Zukunft öfters verwenden.
Allerdings stopfe ich nicht Löcher ohne Neue zu reißen.
In die Hutablage habe ich ein Loch gesägt, in dass die 12V-Steckdose von Tante Louis kam:

Die Steckdose ist sehr schlank und lässt sich gut in bestehende Abdeckungen integrieren. Außerdem ist sie spritzwassergeschützt, was im notorisch undichten Bond Bug sicherlich auch nicht falsch ist.
Die in den Louis-Bewertungen aufgezählten Mängel (brechender Sicherungshalter und Lenkerhalter) waren für mich unerheblich, da ich beides im Bug nicht verwende.
Seinen Platz hat die Steckdose in der Ecke hinter dem Beifahrer gefunden:
Steckdose eingebaut
Der sichtbare (und abnehmbare) Gummideckel ist etwas größer als ein 5-Mark-Stück (heute viel zu selten genutzte Referenzgröße!) und verschwindet für das ungeübte Auge nahezu unsichtbar.
Auch auf der Unterseite und damit im Innern des Kofferraums stört die Dose kaum, da sie recht kompakt ist und so montiert in der hinteren Ecke sitzt.
Natürlich habe ich vorher getestet, dass noch genügend Platz für sperrige Navi-Netzteile ist.
Das sollte die nächste Tour zu einem beliebigen Oldtimertreffen erheblich vereinfachen.

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