Nachdem der diesjährige Nebenkriegsschauplatz abgeschlossen war, konnte der TÜV die Buddeln in ihrem alten Fettmantel inspizieren:
Ich nehme das Ergebnis vorweg:
Begeisterungsstürme und fliehende Fahnen:
Der Prüfer war sichtlich angetan vom Zustand der Flaschen, auch wenn das wenig an seiner grundsätzlichen Ablehnung der Erdgastechnik änderte. Er habe einfach zu viele Fahrzeuge gesehen, deren Tanks nicht so gepflegt würden wie meine. Dem konnte ich nicht widersprechen. Auch im Erdgasfahrerforum grassieren furchtbare Bilder.
Um so größer ist mein missionarischer Eifer für eine Fettbehandlung zu werben!
Daher habe ich Zuhause das gesamte alte Fett entfernt (Holzspatel und bergeweise Lappen). So sehen die Flaschen sauber aus:
Absolut makellos.
Nicht ein Fünkchen Rost oder schrumpeliger Lack.
Mehr als die Fläche interessieren natürlich die Bereiche unter den Haltebändern. Von denen geht der Gammel schließlich aus. Hier die Flasche hinten links:
Hier die mittlere Flasche links:
Mitte rechts:
Und vorne (dort lassen sich die Bänder ja nicht demontieren):
Hatte ich schon „makellos“ ins Gespräch gebracht?
Ihr erinnert euch ja sicherlich an den Zustand der alten Flaschen nach 7 Jahren und an die deutlichen Lackschäden nach gerade mal 1.000 km?
Die Hälfte der 7 Jahre haben die neuen Flaschen schon auf dem Buckel und es sind in den letzten ~70.000 km keine weiteren Lackschäden hinzu gekommen.
Ich finde das ganz beachtlich für „Murks mit dem man höchstens Mutti beeindrucken kann„. Dementsprechend habe ich die Flaschen nach der Inspektion auch wieder frisch eingemurkst:
Wir sehen uns hoffentlich erst in 2 Jahren wieder.
Für einen Durchgang sollte das Fett noch reichen:
Der TÜV-Prüfer hat mir übrigens noch Bilder von Erdgas-Composittanks mit Stahlinnenleben gezeigt. Ebenfalls gruselig. Leider kann man da auch nix mit Fett ausrichten.
Beim nächsten Erdgasauto würde ich darauf achten, das es Tanks ohne Stahlanteil und diese auch vor den Elementen geschützt verbaut sind.
Archiv des Monats: August 2018
Rüsselsheimer Rohrbombe V
Nachdem der V50 mit frischen Bremsscheiben problemlos die HU bestanden hatte, war der Combo mit AU, HU & GAP an der Reihe. Dank der Stahl-Erdgastanks ist das ja ein wenig tricky. Zuletzt hatte ich die Tanks vor zwei Jahren angeschaut und war, ob des damaligen Ergebnisses, sehr zuversichtlich. Der Plan war deshalb: hinfahren, Tankabdeckungen vor Ort demontieren, Begeisterungsstürme ernten und mit fliehenden Fahnen vom Hof reiten.
Es kam anders:
Das mit dem Licht: Geschenkt. Hätte der Prüfer auch als geringen Mangel durch gewunken, wenn ansonsten alles i.O. gewesen wäre. (Ich habe die Scheinwerfer Abends mit Vaddern wie früher eingestellt.)
Allerdings konnte beim Prüftermin die GAP nicht durchgeführt werden, was automatisch eine versagte HU nach sich zieht.
Und was war es nun?
Völlig vergammelte Gasbuddeln?
Undichte Gasanlage?
Unzulässige Beschichtung der Flaschen?
Nix von alledem!
Es scheiterte schlicht an den Titanic-mäßig verrosteten Haltern der Handbremsseile:
Die verdammten Mistdinger sind links und rechts an der vorderen Abdeckung der Tanks montiert:
Leider waren die Schrauben so fest gegammelt, dass ich sie nur noch rund drehen konnte. Ohne Demontage der Halter lässt sich aber die Abdeckung nicht entfernen. Ohne entfernte Abdeckungen kann der Prüfer nicht sehen, ob die Flaschen rostig sind und ohne Sichtprüfung keine GAP. Ohne GAP keine HU.
Das Leben ist ein mieser Rattenschwanz.
Also bedröppelt wieder nach Hause gefahren und zum Werkzeug gegriffen:
Eine Schraube habe ich raus gedreht bekommen. Die drei Anderen musste ich ausbohren. So war wenigstens schon mal die Abdeckung ab.
Leider sitzen die Schrauben in solchen Plastiknieten:
Die ausgebohrt Reste bekam ich dort partout nicht raus, so dass auch die Nieten dran glauben mussten.
Vaddern entrostete derweil die oblatendünnen Halter:
Ich habe sie dann 2x mit Fertan bepinselt und anschließend mit Brantho Korrux 3in1 lackiert.
Für die nun fehlenden Schrauben und Dübel hatte ich mir auch schon etwas überlegt. Mittels Hammer waren flugs aus einer Gewindestange zwei „U“ gebogen:
Die Bögen haben einen Abstand von 5 cm und passen damit genau durch die Dübellöcher:
Wieder eingebaut habe ich eine gerade Linie vom tiefsten Punkt der Karosserie gezogen, um zu bestimmen, wie viel von den Schenkeln der „U“s ab muss:
Da gab es dann noch einen Sicherheitszuschlag und ich konnte die Halter final montieren:
Mal sehen, wie sie in 2 Jahren aussehen.
P.S.:
Natürlich war ich nochmal beim TÜV zur Nachuntersuchung. Das ist aber eine eigene Geschichte.
Svens Tandy
Heute Mal eine rare Gelegenheit mit vier Rädern. Sven trennt sich von seinem Reliant Fox Tandy:
Wem das WoMo auf VW Caddy I-Basis zu sehr Mainstream ist, der sollte zugreifen:
Mit dem Tandy seit ihr auf jedem historischen Campertreffen der Hit:
Und da Platz in der kleinsten Hütte ist, ist er innen sogar erstaunlich geräumig:
Das schreibt Sven zu seinem Tandy:
Ich habe 5 Jahre mit dem TÜV kämpfen müssen um den Engländer, der zuletzt in den Niederlanden zugelassen war, hier in Deutschland zuzulassen. Ich werde das nie wieder machen… Aus Platzgründen muss nun, nach den drei Reliant Robin die ich besaß, leider schweren Herzens… auch unser Tandy gehen.
Viel Technik und Teile von Fiat und vom Mini.
Mobil & WhatsAPP: 0175/1975354
eMail: zuhause@sven-baumert.de“
Technische Details und Preisvorstellungen findet ihr bei Mobile, Autoscout24, eBay & Co…
Weitere Bilder findet ihr hier.
Ich hätte ehrlich gesagt selber zugeschlagen, wenn er nicht nur für zwei Personen zugelassen wäre.
BØRNING TO THE NORTH CAPE II
Im vorbeilaufen noch schnell ein TV-TIPP für heute Abend:
Um 21:45 Uhr sendet RTL Nitro „Børning„. Auf den Film hatte ich ja schon mal hingewiesen. Bisher wusste ich aber nicht, dass es auch eine deutsche Synchronisation gibt.
Scheibenkleister
Es liegen arbeitsame Tage hinter mir. Drei Autos mussten zum TÜV und dafür war einiges nötig:
Den Start machte der V50. Auf einer Testfahrt (normalerweise der Wagen der Besten) zeigte sich ein deutliches rubbeln im Lenkrad wenn man bremste. Je höher die Geschwindigkeit, desto schlimmer wurde es.
Fragt man dieses Internet, kann es alles sein. Sogar Krebs.
Erfahrungsgemäß sind es aber einfach die Bremsscheiben, die fertig sind (abgenutzt, Unwucht, etc.):
Die Bremsscheiben des Volvo V50 dürfen minimal 23mm Reststärke haben. Die hier hatten 22mm.
Also einmal neu (Achtung, es gibt drei unterschiedliche Scheibendurchmesser!). Der Austausch ist straight forward und bei allen 08-15-Fahrzeugen ziemlich ähnlich. Knackpunkt sind eigentlich immer filigrane Zentrierschrauben (Hat der V50 glücklicherweise nicht) und die Bolzen des Bremssattelträgers:
Auf der Fahrerseite hilft ein kleiner Wagenheber bei der Problemlösung:
Auf der Beifahrerseite ist die Drehrichtung leider umgekehrt, so dass dort nur der Knebel samt Rohr als Verlängerung bleibt.
Ist alles demontiert, wird die Radnabe gereinigt:
Und anschließend alles mit Neuteilen wieder zusammen geworfen. Die Drehmomente findet ihr im Haynes.
Damit war das Rattern verschwunden und die HU kein Problem mehr.
Hier noch modellhaft ein Tipp, wie ihr die Reststärke von Bremsscheiben mittels Messschieber bestimmen könnt:
Auf jede Seite der Bremsscheibe kommt eine dicke Unterlegscheibe, um den Grad am Rand zu überbrücken (auf dem sonst der Messschieber aufliegen würde). Wenn ihr das Maß bestimmt habt, zieht ihr davon noch die Stärke der Unterlegscheiben ab und ihr habt eure Reststärke.


















