Auf dem Boden der Tatsachen

Während die Putzer draußen zauberten, ging im Genesungswerk der fliesenlegende Mensch zu Werke. Ich hatte bewusst nach einem Profi gesucht, da die Fliesen direkt auf den recht unebenen Betonboden geklebt werden mussten. Aufgrund der geringen Durchfahrtshöhe zum Werkraum war ein ausgleichender Estrich leider nicht möglich.

Das war der Zeitpunkt, auf den die beste Ehefrau von Allen seit 6,5 Jahren wartete. So lange standen nämlich 80m² feinste Werkstattfliesen bei uns hinter dem Haus. Da die Gelegenheit damals ausgesprochen günstig war, kaufte ich sie, noch bevor der erste Spatenstich erfolgte (und verbog beim Transport die Lafette). „Besorge in der Zeit, dann hast du in der Not“ oder so ähnlich.
Wir haben die 1,5t Fliesen dann in einer Menschenkette Paket für Paket runter ins Genesungswerk verfrachtet.
Ganz ungewohnter Anblick, so ganz ohne Europaletten:

Lager leer

Im Genesungswerk kamen die Pakete auf Paletten mit Rollen (seit den Stahlträgern eigentlich immer im Einsatz). So konnten die Handwerktätigen sich die Pakete hinrollern, wo sie wollten. Man ist ja serviceorientiert. Nachdem der Boden geschliffen und einige Setzungsrisse in der Bodenplatte mit Epoxydharz und Klammern verschlossen waren, ging es dann auch rasch an’s Werk:

Fliesen begonnen

Schon vorher wusste ich, dass die Werkstattfliesen nicht für die gesamte Fläche reichen würden. Daher orderte ich bei Fliesenoutlet-Shop24.de weitere 50m² Werkstattfliesen im identischen Format. Da die original Fliesen nicht zu bekommen waren, entschied ich mich für ein deutlich anderes Muster. So sieht es wenigstens halbwegs gewollt aus. Leider kann ich den Fliesenladen nicht empfehlen. Die Kommunikation war schleppend und von der gewünschten Fliese gab es kein Muster. Ich musste daher blind bestellen. Auch die Lieferung erfolgte ohne versprochene Ankündigung, so dass ich nur durch Zufall zuhause war. Kaum stand die Palette vor dem Genesungswerk bemerkte ich, dass einige Pakete beim anfassen so komisch knirschten:

Fliesen nachgekauft

Hier sieht man, wie sich das Packband in einen Karton einschneidet:

Kaputte Pakete

Das verhieß nichts gutes.
Glücklicherweise arbeiteten echte Fachkräfte dort in der Kommissionierung. Sie hatten mir nämlich nicht nur die bestellten 56m² geschickt, sondern eine volle Palette mit 64,8m².
Das sparte mir wenigstens die Reklamation, da ich die zerdepperten Fliesen einfach aussortieren konnte.
Die weißen Werkstattfliesen reichten bis auf knapp zwei Reihen an die Trennwand heran:

Übergang Fliesen

Dort schlossen die fliesenden Menschen dann mit den dunkleren Fliesen an. Leider bin ich auch mit dieser Arbeit nicht wirklich zufrieden. Schaut euch mal genau die Fugen zwischen hellen und dunklen Fliesen an:

Fuge verspringt

In der Mitte geht es noch, aber je weiter es nach außen geht, desto deutlicher verspringt die Fuge.
„30×30“ ist halt bei keinem Fliesenhersteller gleich. Bei einem sind es „29,3×29,3“, beim Anderen „30,2×30,2“. Hat wohl mit dem Schrumpfverhalten während des brennens zu tun. Ist aber auch egal. Mir hat man auf jeden Fall beigebracht, dass man deshalb bei einem solchen Fliesenanschluss (nachdem man eine Probereihe trocken gelegt hat und weiß, wie die Fuge verspringt), mit einer halben Fliese startet. So liegt die Anschlussfuge immer in der Mitte der Fliese und dort fällt es niemandem auf, dass sie um 2-3 cm wandert. Aber ich behaupte ja auch nicht gelernter Fliesenleger zu sein.

Nun war es aber zu spät und der Fliesenkleber hart.

Sie haben dann noch die Fläche beendet:

Fliesen fertig

Als es dann an die Fußleisten gehen sollte, sagten sie mir, dass es ihnen zu aufwändig wäre, diese aus den (ausreichenden) seitlichen Abschnitten zu schneiden und sie stattdessen nur ganze Fliesen zerschneiden würden.

Wir einigten uns darauf, die Zusammenarbeit an dieser Stelle zu beenden.

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