Kategoriearchiv: Allgemein

WABECO No.25 II

Natürlich bin ich mittlerweile auch mit dem geerbten WABECO No.25-Schraubstock fertig.
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass auch mein zweiter Schraubstock von WABECO ist?

Ist mir allerdings auch erst aufgefallen, als zufällig beide nebeneinander standen und ich das Logo sah.
Der Zweite ist ein Modell No. 23 aus Aluguss mit 125mm breiten Backen. Ich denke irgendwas aus den 90ern.
Der musste auch gleich den kleinen Bruder in die Zange nehmen, damit ich die rostig-vernarbte Ambossfläche mit der Feile bearbeiten konnte:Nach ordentlich Ellenbogenschmalz war die Fläche wieder ausreichend glatt und plan:Auch die Auflageflächen der Spannbacken habe ich mit der Feile geglättet:Alle Gewinde und Schrauben genossen eine Reinigung mittels Gewindeschneider:Für die anschließende Lackierung habe ich den Hammerschlag-Lack „Metallblau“ von Hammerit verwendet. Leider habe ich die Dose VOR der Reinigung des Schraubstocks gekauft. Nachher musste ich feststellen, dass der originale Farbton deutlich dunkler ist. „Dunkelblau“ sollte da ganz gut passen. Die Verarbeitung mit dem Pinsel war ok, auch wenn die Deckkraft stellenweise zu wünschen übrig ließ. Ich habe auch (wie im Original) sowohl die Backen als auch die Schrauben mit lackiert.Für den abschließenden Zusammenbau habe ich mir noch ein Spezialwerkzeug aus einem Stück 18mm Kupferrohr (Rest vom Ofuro-Bau) gebastelt, um die Feder zu komprimieren und gleichzeitig die Spindel mit einem Splint sichern zu können:Natürlich gab es noch an alle strategischen Stellen etwas Schmierfett.
Trotz der falschen Farbe finde ich, dass No. 25 wieder ganz schick aussieht:Insbesondere der Unterschied zu vorher ist deutlich:

Dem Gebrauchswert dürfte die falsche Farbe auf jeden Fall keinen Abbruch tun.
Jetzt muss ich mir im Nachgang noch ein paar Alu-Backen basteln und ihn mit dem Krawatteneck verheiraten.

31. Internationales Dreiradtreffen

Ker, was bin ich mit der Berichterstattung ins Hintertreffen gekommen.
Und das ausgerechnet bei einem meiner gesellschaftlichen Highlights des Jahres! Es tut mir wirklich leid.
Am Wochenende des 15.06.2019 war nämlich das 31. internationale Dreiradtreffen. Diesmal in der pulsierenden Metropole Michendorf (OT Stücken).

Ich habe ja schon beim letzten und vorletzten Mal berichtet, wie putzig das immer ist. Da werden Informationsunterlagen noch per Post, statt Facebook verschickt und im Briefumschlag findet sich nicht eine ausgedruckte Route von google-Maps, sondern eine selbstgemalte Wegbeschreibung. Eine Homepage mit Infos sucht man ebenfalls vergeblich. Solche Anachronismen ziehen sich durch jede dieser Veranstaltungen.

21. Jahrhundert? Weit entfernt.
Kopfschütteln? Mildes Lächeln?
Das Problem der Spötter ist: Es läuft!
Und zwar wie geschmiert. Ich habe es ja schon zum letzten Jahr geschrieben:
Ich kenne keine (nicht-kommerzielle) Veranstaltung die besser organisiert ist als diese Treffen ohne ihren familiären Charakter zu verlieren.
Verfahren? Panne? Verpflegung vergessen? Unterkunft verpennt? Sonstiges Zipperlein?
Alles kein Problem. Zu allem steht im freundlichen Brief ein Ansprechpartner samt Telefonnummer.
Extrawürste bei der persönlichen Organisation nötig? Kein Problem, einfach anrufen und schon wird geholfen.
Bei der 7-stündigen (!) Ausfahrt findet sich an jeder noch so kleinen Weggabelung ein Helfer (!) mit einem Richtungsschild in der Hand.
Tollende Kinder, die gerne mal im Vorkriegstempo sitzen möchten? Aber gerne doch, bitte nehmt Platz!
Ich bin jedes Mal wieder völlig von den Socken, was die Leute da in ihrer Freizeit für solch ein Nischenevent auf die Beine stellen.
Und das auch noch für die Breite der Teilnehmer (regelmäßig drei Generationen jeglicher Geschlechter).
Ehrlich gesagt wüsste ich nicht, was da ein Facebook-Account oder Google-Link verbessern sollte.

Leider steht meine persönliche Teilnahme jedoch regelmäßig unter keinem guten Stern. Beim ersten Mal Junggesellenabschied, beim vorletzten Mal eine hoch schwangere Frau im Gepäck, konnte ich im letzten Jahr nur mit dem großen Schräubchen an der Ausfahrt teilnehmen. Dieses Jahr sollte wenigstens mit der ganzen Familie zur Ausfahrt angereist werden.
Natürlich bekam das große Schräubchen am Vorabend reichlich Fieber und war auch am Veranstaltungsmorgen noch mit weit über 38°C dabei. Also spontan umdisponiert und wenigstens mit dem kleinen Schräubchen zum Roadtrip gestartet. Die war etwas irritiert, dass Mama und Schwester nicht mit einstiegen, aber als auf der Autobahn die Gummibärchen-Flatrate eröffnet wurde, war sie ob der fehlenden Begleitung nicht mehr traurig.
Durch die spontane Umdisponierung verpassten wir den Start zur Ausfahrt um 10 Minuten, hatten den Tross aber bald eingeholt.
Am ersten Zwischenhalt trafen wir dann den gesamten Flohzirkus:

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Während einige durch die Auslage des Trödelmarktes streiften, machte ich es mir mit dem kleinen Schräubchen und einigen anderen im Schatten gemütlich.
Hier wurden alte Freundschaften gepflegt und neue Bekanntschaften geknüpft. Alles sehr kurzweilig.
Nachdem wieder zum Aufbruch geblasen wurde, ging es weiter über malerische Kreisstraßen:

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Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, die Gegend zu kennen, konnte es aber nicht richtig einordnen. Als ich aber plötzlich das hier sah, wusste ich woher:

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Da wo die Trabanten sprießen hatten wir damals unseren Combo gekauft.

Im Park von Ahrensdorf konnten wir unsere Fahrzeuge im Schatten parken und ein leckeres Mittagessen genießen. Das Kleine Schräubchen tobte über den Spielplatz, während einige andere im Schatten dösten oder sich zum Klönschnack versammelten.

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Man beachte auf dem obigen Bild übrigens den Messerschmitt Kabinenroller mit dem „DT“-Kennzeichen. Nicht nur, dass da heimatliche Gefühle aufkamen, das Kennzeichen zeugt auch von einer langen Beziehung zu dem Kabinenroller. Schließlich wird „DT“ schon seit 1990 nicht mehr vergeben. Schön, dass der Besitzer es behält. Ein „H“ ergibt auch weder steuerlich noch aus Umweltzonen-Gesichtspunkten Sinn.
Ein wenig traurig lässt einen dieser Anblick zurück:

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Während andernorts junge Familien von den eigenen vier Wänden nur träumen können, stehen hier Häuser in ordentlicher Lage leer. Leider ist „Lage“ auch hier das Problem. Außer blühenden Landschaften ist hier nämlich nix.
Doch zurück zum heimatlichen Kabinenroller. Das Wetter meinte es sehr gut mit uns, so dass den ganzen Tag bei 30°C die Sonne vom Himmel strahlte. Verständlich, dass die Besatzung da die Kuppel öffnete, solange es durch den Ort ging:

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Die älteren Herrschaften taten mir wirklich leid. Das ist eine harte Sauna-Diät unter der Käseglocke. Dass die beiden aber hart im Nehmen sind, beweist der Aufkleber auf ihrem Kabinenroller:

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„Nordkapp Rally 1999“ muss man sich erstmal verdienen. Insbesondere bei max. 15 Kg Zuladung.
Der nächste Halt in Körzin war ein Fest für’s kleine Schräubchen:

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Es ging auf einen Bio-Bauernhof zum Kühe streicheln:

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100m weiter gab es dann Kaffee und Kuchen (und Eis für das tapfere Schräubchen) im Garten eines schönen Bauerncafés:

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Danach wurde noch etwas geschaukelt, bis es im Anschluss wieder zurück in den Gutspark nach Stücken ging.
Dort traf ich dann Karsten mit seinem roten Reliant Robin MK II:

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Bisher hatten wir nur per Mail Kontakt. Umso größer war daher die Freude, sich endlich mal persönlich kennenzulernen.
Damit waren dann vier Reliant-Dreiradfahrer mit zwei Fahrzeugen vor Ort. Das dürfte damit das größte Reliant-Dreirad-Treffen Deutschlands gewesen sein.
Randgruppe? Ich? Niemals!
Es war jedenfalls ein Fest im Fest. Es wurden Teile getauscht (Vielen Dank!) und viel gefachsimpelt.
Stärken und Schwächen der jeweiligen Fahrzeuge wurden analysiert und Zukunftspläne geschmiedet.
Jedoch merkte ich zusehens, wie dem kleinen Schräubchen der Tag zugesetzt hatte, so dass ich mich leider viel zu schnell verabschieden musste, um die 1,5h Heimreise anzutreten. Schade.
Es dauerte auch nur bis zur Autobahnauffahrt, bis neben mir friedlich geratzt wurde. So rollten wir beide zufrieden und erschöpft durch die Abendsonne.
Ich freue mich schon sehr aufs nächste Jahr. Baden-Württemberg als Veranstaltungsort birgt die Chance auf eine längere Teilnahme.
Vielen Dank für die Ausrichtung dieses tollen Treffens!

Weitere Bilder und Eindrücke findet ihr auch im Blog „Stücken bloggt„.

Wabeco No.25 I

Liebe Menschen haben mal wieder an mich gedacht und mir einen WABECO No.25 75 vermacht:

WABECO ist die Abkürzung für „Walter Blombach & Co.„, einen bekannten Hersteller von Fräs- und Drehmaschinen.

„No.25“ bezeichnet hierbei die Bauform und „75“ die Breite der Backen in Millimeter. Es ist also eher ein handliches Hobby-Modell.

Wie man unschwer erkennen kann bedurfte das gute Stück etwas Liebe, bis es mit dem Krawatten-Eck ein zeitgenössisches Ensemble bilden kann. Als Lehrstücke finden sich multiple Beiträge bei YouTube oder im Netz. Also zuerst mal alles in Rostlöser einweichen und zerlegen. Der Schlitten hat keinen hinteren Anschlag an der Spindel, so dass man ihn einfach herunter drehen kann. Hierbei kommt einem auch die kleine Ausgleichsplatte entgegen, mit der das Spiel des Schlittens eingestellt wird:

Weiter geht’s auf der Unterseite:

Um die Spindel aus dem Gehäuse zu entfernen, muss der Pin links neben der Feder raus. Achtung, er ist aus eher weichem Metall und lässt sich auch nicht nach innen durchschlagen. Hier ist Schluss:

Ich habe ihn rausbekommen, indem ich die Spindel schräg stellte und den Pin möglichst weit diagonal raushämmerte:

Dann konnte ich den schmalen Überstand des Splintes mit einer Gripzange greifen und ihn langsam rausdrehen/ziehen. Anschließend kann man die Spindel einfach nach vorne rausziehen. Die Reihenfolge der Bauteile ist folgendermaßen:

Danach habe ich die Backen gelöst. Hier ist ein großer Schraubenzieher samt Schlüssel oder ein Hand-Schlagschrauber angebracht:

Da die Enden der Schlitzschrauben im Freien sitzen, rosten sie gut fest. Also Obacht. Anschließend habe ich alles in Bremsenreiniger gebadet und mit Fertan eingepinselt:

Für solche einfachen Bauteile sollte sich Fertan eigentlich gut eignen. Es sollte zumindest ein übersichtlicher Test werden. 48h später habe ich die Teile dann abgewaschen und war von dem Ergebnis nur so mittel angetan:

Wie ihr seht hat das Fertan auf der Basis (rechts) gut funktioniert, aber auf dem Schlitten (links) hat sich kaum etwas getan. Eine Erklärung habe ich nicht wirklich, da ich alle Teile identisch behandelt habe. Ich habe auf eine weitere Behandlung verzichtet, da die von mir ausgesuchte Farbe eh damit protzt, direkt auf Rost aufgetragen werden zu können. Und damit beschäftigen wir uns dann im nächsten Teil.