Kategoriearchiv: Allgemein

Früher (™)

So, mittlerweile dürften die ersten Feiertagsbesucher ins Haus stehen.
Wenn sich darunter, wie bei uns, auch ein paar notorische „Umrechner“ befinden, die auch heute noch gerne ausrufen: „Das waren mal XXX Mark!“ so will ich euch schnell noch diesen Link mit an die Hand geben.
Michael Heßburg hat sich dort die Mühe gemacht, mit den Daten des Bundesfinanzministeriums einen Euro-Umrechner zu stricken. Grundlage ist ein verheirateter (oder in einer Lebensgemeinschaft lebender) Arbeitnehmer mit zwei Kindern, Alleinverdiener: verfügbares Jahresgehalt abzüglich Steuern, zuzüglich Zulagen wie Kindergeld.
Ihr wählt dort einfach das Umrechnungsjahr und den Betrag aus („1965 habe ich für meinen Käfer gerade mal 1000 Mark gezahlt!“) und schon wirft er euch aus, was das 2013 in Kaufkraft bedeutete. Schon erfährt man, dass 1000,00,- DM im Jahr 1965 einer Kaufkraft von ungefähr 3453,- EUR im Jahre 2013 entsprechen.
Das verfügbare Jahresdurchschnittsgehalt lag 1965 übrigens bei 7974,- DM (4077 EUR). Damit war der Käfer nämlich garkein so guter Schnapper, wie Opa uns immer glauben machen möchte.
Frohes Streitgespräch euch allen!

Mighty Mini und Super Gramps

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage, was man die Weihnachtstage über machen soll um die Zeit zwischen den Völlereien tot zu schlagen.
„Action-Weihnachten“ macht RTL ja schon seit Jahren nicht mehr zuverlässig.
Wem nach Lesestoff mit vielen schicken Bildern zumute ist, dem lege ich nochmal „Johnson’s Welding and Repairs“ an Herz. Da hat sich in den letzten 3 Jahren auch einiges getan.
Wer lieber auf bewegte Bilder steht, dem empfehle ich zwei Projekte von Mighty Car Mods.
Die Jungs hatte ich euch ja schon wegen ihres Films „Kei To The City“ empfohlen. Mittlerweile bin ich ein echter Fan der Beiden geworden. Daher empfehle ich euch an dieser Stelle mal „Gramps the 11 Second Car„:

In der Serie bauen die Jungs einen 11-Sekunden Sleeper, indem sie in einen Gramps-Style Subaru Legacy einen 3,6l V6 aus einem Subaru Tribeca verpflanzen, einen dicken Turbolader anschrauben und das ganze noch E85-Kompatibel machen. Das Schöne an dem Umbau ist, dass sie an der Optik des Wagens wenig ändern und er absolut alltagstauglich werden soll.
Insbesondere die voll programmierbare Can-Bus-Steuereinheit von Haltech finde ich sehr interessant, da sie einer der Lösungswege für das in Youngtimer-Kreisen immer wieder diskutierte Steuergeräte-Problem ist.

Projekt Nummer zwei ist der Classic Mini von Moog:

Eigentlich ausschließlich für den japanischen Markt gebaut, wartet er mit ein paar Besonderheiten auf, die es sonst nie in einem Mini gab.
Das alleine reicht Moog jedoch nicht, so dass sie ihn mit einem Kompressor (ironischer Weise aus einem BMW New Mini) und auf Flex-Fuel aufrüsten. Alles natürlich ohne den Look zu ändern.

Beide Projekte sind sehr unterhaltsam und vom technischen Standpunkt aus durchaus interessant.
Also klare Empfehlung für die Feiertage!

Poor mans Hebebühne

Es gibt Tage, an denen verdient die DHL-Frau ihre Brötchen noch härter als ohnehin schon:
Ramen verpackt
Ich habe mir die Hebebühne des armen Mannes zugelegt:
Hydraulische Auffahrrampen:
V50 angehoben
Wie man sieht sind es einfache Auffahrrampen, bei denen man das Podest mittels Wagenheber anheben kann:
Wagenheber
Das Podest kann in drei Stufen verriegelt werden. Zugelassen sind die Rampen für zusammen 2 Tonnen und eine Reifenbreite von 225. Das dürfte eigentlich alles abdecken, was so in Otto-Normalgarage vorkommt.
Abgesehen von diesen Luxus-Teilen, gibt es anscheinend zwei chinesische Produktionsbänder von denen solche Rampen purzeln. Die Einen sind rot, die Anderen blau. vertriebenw erden sie natürlich von X-Anbietern.
Wie man auf den Bildern sieht, habe ich mich für die blaue Variante (von dem verlinkten Händler) entschieden. Beide Rampen haben den identischen maximalen Hub (37,5 cm) und die gleiche Länge, unterscheiden sich aber in der Ausgangshöhe. Was daran nun so besonders ist? Nun, bei gleicher Länge eine geringere Höhe bedeutet, dass die Steigung, die man hoch fahren muss geringer ist.
Und das wiederum bedeutet, dass man nicht (wie häufig bei anderen Rampen) mit modernen, flachen Autos hängen bleibt!
Unser neuer Stief-V50 z.B. hatte durchgängig mehr als eine Handbreit Luft unterm Kiel, als ich ihn hoch gefahren habe.
Sollte das immer noch nicht reichen, so bietet obiger Händler auch Verlängerungen für schmale Mark an, die den Auffahrwinkel noch weiter verringern.
Anfangs war ich skeptisch, ob die Autos nicht mit dem Arsch auf Grundeis gehen, wenn man sie vorne weiter hoch kurbelt, aber auch diese Sorge hat sich bisher als unbegründet erwiesen. Wenn der Überhang hinten nicht zu üppig ist, passt das locker.
Was die Arbeitshöhe angeht kann ich hier auch nur positives vermelden:
Klar, man robbt immer noch auf der Erde rum, aber gearbeitet wird mit locker ausgestreckten Armen und drunter kommt man auf allen Vieren.
Mal sehen, wie sie sich so im Dauereinsatz zeigen.

Zuwachs

Eine meiner größten Freuden ist es, wenn meine Mitmenschen an mich denken. Insbesondere, wenn dabei für mich etwas raus springt.
Sei es der Gedanke „Das würde ich eigentlich wegschmeißen, aber vielleicht kann Adrian es ja noch brauchen.“, wie jüngst bei der Einhell-Säge oder wie bei meinem Schwiegervater, der gezielt geschuftet hat, um mir eine Freude zu machen. Vor einiger Zeit half er nämlich das Dach einer ehemaligen Schreinerei zu decken. Als „Bezahlung“ gab es eine über 100-jährige Hobelbank und eine große Kreissäge. Sehr zu meiner Freude reichte er diese Schätze direkt an mich weiter und legte noch einen kleinen Kompressor sowie einen Edelstahlgrill drauf.
Und schon hat sich mein neuer Anhängerführerschein gelohnt:
Beladener Hänger
Man beachte die hölzernen Spindeln der Hobelbank auf dem oberen Bild! Ein tolles Stück!
Natürlich hat sie schon einiges einstecken müssen und wurde an vielen Stellen schon ausgebessert. Auch der Holzwurm hat ihr in ihrem Leben schon arg zugesetzt, aber sie ist immer noch voll funktionsfähig und atmet den Hauch von echtem Handwerk. An der Stirnseite findet sich eine eingelassene Metallplakette:Firma Friedrich Ott Hobelbank Plakette
Das „KLEINE WERKZEUGMUSEUM“ von Wolfgang Jordan verrät uns hierzu: „Das Fabrikzeichen ‚Löwe mit Wappen‘ und den Buchstaben „O&C“ ist vermutlich das älteste Warenzeichen der Firma Ott. Auf Katalogen ist es nur aus den ersten Jahren der Firma zu finden (ca. 1900-1910; siehe unten).„.
Ein wirklich großartiges Stück, dass bei mir einen Ehrenplatz erhalten wird. Ob ich es noch zum arbeiten verwenden werde, ist unklar. Vielleicht zieht es auch als tolles Deko-Stück ins Haus ein.
Aktuell steht die Hobelbank noch unter Quarantäne auf einer dunklen Pappe, um festzustellen, ob der Holzwurm noch aktiv ist. Allerdings bildeten sich im letzten Monat keine Sägespäne-Häufchen unter der Bank, was mich zuversichtlich sein lässt.
Neben der Bank steht auf dem folgenden Bild die Säge:
Hobelbank und Säge
Auch die ist mit Baujahr 1986 schon ein nostalgisches Schätzchen und hat einiges an Action gesehen.
Es handelt sich dabei um eine Elektra Beckum Combi HS 315. Sie stammt noch aus der Zeit, als Elektra Beckum noch keine Billigmarke für Fernost-Produkte war.
Mit dabei war einiges an Zubehör:
Zubehör
Leider sind die Sägeblätter allesamt stumpf. Glücklicherweise hatte jedoch „Norma“ vor einiger Zeit Hartmetall-Sägeblätter in 315 und 350 mm Durchmesser im Angebot. Bei 20€ für ein neues Sägeblatt muss ich die alten nicht schärfen lassen.
Aktuell bin ich dabei die Säge um zu bauen. Sie bekommt einen größeren Sägetisch, ein Rollgestell und einen neuen Anschlag. Die Bilder folgen demnächst.
Der Kompressor ist eher was zum Reifen füllen, aber auch damit ist er eine große Verbesserung. Bisher musste da eine Handpumpe ran:
Kompressor
Wie gesagt: Toll wenn man an mich denkt!
Herzlichen Dank lieber Schwiegervater!