Archiv der Kategorie: Sonstige Schraubereien

Große Hafenrundfahrt

Am Wochenende wurde aber nicht nur geraucht, sondern auch geschraubt.
Der Stiefastra der Besten von allen verlangte nach einem Ölwechsel.
Da auch sonstiger Service eine gute Zeit zurück liegt (Service-Details sind leider bei einem Festplattencrash vernichtet worden) entschied ich mich für eine große Inspektion:

  • Öl + Filter
  • Luftfilter
  • Zündkerzen
  • Benzinfilter
  • Innenraumluftfilter

Bei 205.000km sollte das drin sein. Dankbarerweise liefert eBay preislich angemessene Sets (Dabei auf die passende Motorvariante achten!). Bei den Sets sollte man darauf achten, dass beide Versionen des Innenraumfilters mit dabei sind. Opel hat während der Produktion den Hersteller der Heizung gewechselt (Behr oder Delphi). Leider erkennt man erst, was für einen Filter man braucht, wenn man das halbe Auto zerlegt hat. Da ist es besser, ein paar Cent mehr auszugeben und direkt beide Versionen liegen zu haben. Lediglich das Öl lieferte der lokale Restpostenmarkt:

Sowohl der Innenraumfilter als auch der Benzinfilter waren sicherlich noch die ersten (sofern die nicht im Zuge der Garantiezeit-Service-besuche vom „freundlichen“ getauscht werden).
Los ging die Tour.
Der Luftfiltertausch ist jetzt nix, was großer Worte oder Bilder bedarf. Das Vergleichsbild zeigt aber deutlich, dass es Zeit war:

Auch der Zünkerzentausch ist straight-forward. Die Zündkerzenstecker sitzen am Ende eines langen Rüssels, welcher immenser Kräfte bedarf, um abgezogen werden zu können:

Werkzeug ist zum abziehen jedoch beim 1,6l 8V nicht nötig. Lediglich zum rausschrauben benötigt man eine 16er-Zündkerzennuss.
Auch die Kerzen hatten ihre beste Zeit hinter sich:

Das Kerzengesicht sah aber gut aus. Beim einschrauben sollte man aufs Drehmoment achten. Ich habe sie mit 28Nm angezogen was im Mittelfeld der empfohlenen Drehmomente liegt.
Der erste näher erläuterungswürdige Job war der Tausch des Innenraumfilters.
Hierzu muss man das Handschuhfach ausbauen und braucht dafür einen 20er Vielzahn-Bit.
Bei geschlossener Klappe demontiert man die unteren drei Schrauben (die links ist nicht auf dem Bild):

Dann öffnet man die Klappe bis zur ersten Rastposition, hält das Fach mit einer Hand in Position und schraubt die drei oberen Schrauben raus. Danach kann man das Fach aus dem Armaturenbrett ziehen. Dabei muss man auf die Beleuchtung achten. Den Stecker kann man an der Rückseite vorsichtig abziehen.
In den linken Tiefen des Armaturenbretts findet sich jetzt eine mit drei Klammern gesicherte Klappe eines schmalen hochkant montierten Kastens (Wenn man den Filter von Delphi hat. Ansonsten sieht es so aus.). Da drin sitzt der Filter. Im folgenden Bild seht ihr die drei Klammern markiert:

Ihr müsst die Klammern „von hinten“ lösen. Löst ihr sie von vorne brechen die kleinen „Zähne“ die schmale Plastikkante ab, auf der sie sich festkrallen:

Ihr solltet die Klammern beim lösen festhalten, da sie unter reichlich Spannung stehen und sonst gerne weg fliegen und in den Tiefen des Armaturenbretts verschwinden!
Die Klappe könnt ihr nun öffnen und den alten Filter raus ziehen:

Der Vergleich ergibt auch hier, dass der Tausch dringend nötig war:

Bevor ihr den neuen Filter rein schiebt, solltet ihr noch einen Staubsauger mit langem Rüssel bemühen und den Herbstwald aus dem Filterkasten entfernen:

Da sammelt sich einiges an.
Der neue Filter sperrt sich ein wenig gegen sein neues Zuhause. Passt auf, dass ihr die Führungsschiene trefft:

Damit war nur noch der Benzinfilter zu tauschen. Das dauerte allerdings länger als alle anderen Arbeiten zusammen und bekommt daher einen eigenen Artikel…

„Smoker!!“

Am Wochenende haben Vaddern und ich an einem seiner Langzeitprojekte weiter gemacht.
Als leidenschaftlichem Jäger und Angler fehlte meinem Vater bisher immer ein eigener Räucherofen, um die geschmacklich höchsten Weihen aus dem erlegten Getier zu holen. Zwar besitzt er schon seit Jahren eine mittelgroße Räuchertonne, aber so richtig ist das nix. Weder ne anständige Meerforelle noch eine Wildschweinhaxe gehen da angemessen rein. Außerdem ist das sogenannte „Kalträuchern“ damit nicht oder nur sehr schwer möglich.
Da musste also mal wieder was professionelleres her.
Als Menschen mit einem Skandinavien-Tick hatten wir früher Ferienhäuser, zu denen auch regelmäßig Räucheröfen gehörten. Diese Öfen bestanden häufig aus einem Feuerraum und einem Räucherhäuschen, welche mittels Rohrleitung unterirdisch verbunden waren.
Quasi so, wie auf dieser Zeichnung:

Die Ausführungen reichten dabei von einfachen Blechkonstruktionen wie dieser:
Bild nicht vorhanden
bis zu feudalen Versionen mit verzierten Feuertüren und liebevoll gestalten Räucherhäuschen.
Der Bedarf war geweckt, das Ziel steht vor Augen!
Schon vor längerem haben wir daher an geeigneter Stelle ein Plateau in den Berg gegraben und eine Betonplatte als Sockel gegossen.
Am letzten Wochenende haben Vaddern und ich dann den Feuerraum zusammen gebaut und seine (später verdeckten) Seiten mit hitzebeständigem Lack lackiert. Da der Lack, um seine Endfestigkeit zu erreichen einbrennen muss, haben wir die Chance genutzt und schon mal ein kleines Feuerchen entzündet:
Räucherofen Brennkammer
Der Feuerraum war früher mal ein Brust-hoher Gusseiserner-Kachelofen, welchen Bekannte zum Schrotthändler geben wollten. Zum Glück konnte Vaddern sich den unteren Teil und den oberen Dekor-Abschluss sichern.
Der Feuerraum steht auf dem Bild schon an seiner finalen Position. Wir werden ihn rings um einmauern und dann mit Erde und Grasplatten zudecken. Durch das einmauern können wir ihn später noch entfernen, sollte das mal nötig sein, ohne ihn komplett ausbuddeln zu müssen. Links und Rechts der Front werden wir ihn mit historischen handbehauenen Sandsteinen einmauern, welche noch in unserem Baustofffundus lagern:
Sandstein

Sandstein
Zusammen mit dem Moos-Bewuchs sieht das dann aus, als würde er schon 100 Jahre dort sitzen.
Das Rohr wird dann unterirdisch bergauf führen (oben auf dem Bild sieht man schon die grobe Richtung), zu einem zweiten Plateau auf das das Räucherhäuschen kommt.
Ker, was ich mich schon darauf freue!
Das wird nicht nur spitze aussehen, sondern auch noch total lecker!

Häschen in der Grube II

Neben den ganzen Karren krepseln wir ja auch noch mit unserer Gruben-Renovierung ein wenig rum. Da ging es am Wochenende ein gutes Stück voran. Die Firma (Name wird nachgeliefert) hat unsere bestellten Gitterrosten fertig:
Grubenrosten 22
Die sollen nun die 30 Jahre alten Eichenbohlen ersetzen um eine bessere Luftzirkulation in der Grube zu gewährleisten.
Statt 15 Bohlen gibt es jetzt nur noch 6 Rosten:
Grubenrosten 25
Gewichtstechnisch sind sie noch einigermaßen händelbar. Beim nächsten mal würde ich sie aber eine Nummer kleiner (sprich 245cm in 7 statt 6 Stücken) wählen. Sind schon arg schwer. Das liegt aber auch daran, dass sie nun eine Traglast von 500 Kg pro Stück und daher eine anständige Stärke (3,5cm), enge Maschen und dicke Tragstäbe haben.
Allerdings ist nicht alles „drop & play“. Irgendjemand hat sich vermessen:
Grubenrosten 26
Sind ein bis zwei Millimeter zu lang:
Grubenrosten 27
Da muss also nochmal gekürzt werden.
Ich will auch noch unter die Rosten feines „Fliegengitter“ basteln, so dass Schrauben, die man runterplumpsen lässt nicht direkt in die Grube fallen, sondern man sie aus dem Gitter wieder raus angeln kann.

Keine Chance für Mister Freeze

Bei gepflasterten Flächen, wie zum Beispiel unserer heimischen Auffahrt hat man oft das Problem, dass im Laufe der Jahre der Frost einige der Steine knackt und Teile von ihnen abplatzen. Hier ein noch harmloses Exemplar:
Pflastersteinreparatur 34
Sieht unschön aus.
Will man diese Steine nun ersetzen, steht man vor dem Problem, wie man die Dinger da raus bekommt.
Die eine Möglichkeit ist, sie „aus zu pflastern“. Man fängt irgendwo an einer Ecke der Fläche an und nimmt alle Pflastersteine bis zum Beschädigten hoch. Mühsam und zeitaufwändig. Natürlich gibt es auch professionelle „Pflastersteinheber„, aber die funktionieren nur bei quadratischen Steinen einigermaßen und auch dann nur, wenn die Steine nicht verkantet sind. Die Anschaffungskosten von ca. 15€ Kann man sich also meist direkt sparen.
Die andere Möglichkeit ist es, den beschädigten Stein mit einem (pneumatik) Bohrhammer zu zertrümmern und dann bröckchenweise aus seinem Loch zu kratzen. Auch nicht wirklich schick.
Familie Koch hat nun einen dritten Weg entwickelt.
Man bohrt möglichst mittig ein Loch in den beschädigten Stein und setzt einen großkalibrigen Dübel samt Haken/Öse ein:
Pflastersteinreparatur 28
Nun verbindet man das ganze mit einer Stange, welche auf zwei Wagenhebern ruht. Dann einfach gleichmäßig pumpen und raus kommt der Stein:
Pflastersteinreparatur 33
Sollte sich der Stein zieren, weil er stark verkantet ist, helfen kräftige Schläge mit dem Gummihammer während er unter Zugspannung steht.
Beim einsetzen des neuen Steins sollte man den Abrieb der Jahre bedenken! Bei uns haben die Steine im Laufe der letzten 30 Jahre bis zu einem Zentimeter an Höhe verloren. Entsprechend tiefer muss man den neuen Stein in das alte Loch einsetzen.
Ansonsten ist die Methode aber narrensicher und die benötigten Materialien bekommt man beim freundlichen Nachbarn oder eBay für nen Euro. Zum Zeitaufwand lässt sich sagen, dass wir etwas über vier Minuten pro Stein gebraucht haben. Da dürfte selbst der Heber nicht wesentlich schneller sein.

Kopfarbeit II

Ich schulde euch ja noch die Bilder vom Zylinderkopf des 740 GL. Den Block habt ihr ja schon gesehen.
Hier in der Gesamtansicht (rechts ist vorne):
Volvo 740 Zylinderkopf Demontage 22
Zylinder 1:
Volvo 740 Zylinderkopf Demontage 25
Zylinder 2 & 3:
Volvo 740 Zylinderkopf Demontage 24
Zylinder 4:
Volvo 740 Zylinderkopf Demontage 23
Zum einen bin ich überrascht, wie gut die Ventile noch aussehen. Da hatte ich wesentlich mehr Schmodder erwartet. Allerdings fällt auch auf, dass die Kühlwasseröffnungen anscheinend Karies haben. Da fehlen einige Stücke an den Kanten. Allerdings scheint das keine neue Entwicklung zu sein, da sie schon von gleichmäßigen Ablagerungen überzogen sind. Strange. Keine Ahnung, ob das irgendwelche gravierenden Auswirkungen hat.
Um den Kopf bequemer betrachten und reinigen zu können, habe ich anschließend noch schnell eine Halterung, ähnlich der von Lolas Motor, gebaut:
Volvo 740 Zylinderkopf Demontage 26
Der Holzklotz bekam noch eine Aussparung für den einzelnen Bolzen in der Mitte und wanderte wesentlich näher an den Block um den Hebelweg zu verkürzen.
So konnte ich ihn dann in den Schraubstock spannen und bequem befingern:
Volvo 740 Zylinderkopf Demontage 27
Wie reinigen wir den am geschicktesten?
Nylonbürste und Bremsenreiniger?