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Changfeng Rhombus – Ein Typ mit Ecken und Kanten

Leser as schickte mir freundlicherweise einen Link zum Changfeng Rhombus (Eine Anspielung auf die Anordnung der vier Räder.), welcher als Conceptcar „R-6“ vorgestellt wurde:

Da stand doch ganz klar mein heiß geliebter Rialto Pate!
Ok, den Chinesen hatte er zu wenig Platz, so dass sie hinten einfach noch einen zweiten Rialto umgedreht dran laminiert haben, aber auch die Idee ist alt:

Die Geschichte besagt hierzu, dass zur British International Motor Show 1974 nur vierrädrige Fahrzeuge zugelassen waren, Reliant aber unbedingt den Bond Bug zeigen wollte. Das Obige war dann ihre Lösung….
Ich betone ja immer wieder, dass ich die unkonventionellen Lösungsansätze von Reliant überaus schätze!
So ein Changfeng Rhombus würde mich aber auch sehr reizen…..

Mr. Bond ist Schotte

Unser alter Rallye-Weggefährte Mango schickte mir vor kurzem diesen Schnappschuss aus seiner schottischen Heimat:
Bond in Scotland
Wie man sieht attackiert ein Bond Minicar Mark G „Ranger“ (1961–1966) mit seinen 12-15 PS voller Zuversicht einen schottischen Berg.
Der „Mark G“ bildete die Spitze der „Minicar“-Baureihe bei Bond.
Gerade die Modelle „Estate“ (Kombi):
Bond Minicar Mark G Estate
und „Ranger“ (Lieferwagen ohne Rückbank und hintere Seitenfenster) erfreuten sich relativ großer Beliebtheit. Dies beruhte zum Teil auch auf solch fortschrittlichen Entwicklungen, wie hydraulischen Bremsen (vorher nur per Seilzug), einem Benzinhahn im Innenraum statt im Motorraum, verstellbaren Vordersitzen und einer Höchstgeschwindigkeit von „just over“ 60 mph (97 km/h) bei einem durchschnittlichen Benzinverbrauch von 4,9 L/100 km.
Wer will da noch so etwas wie einen Mini oder Ford Anglia 105E?!

Ich selbst bin ja schon lange ein Minicar-Fan. Insbesondere die Motoranordnung hat es mir angetan.

Danke Mango für das schöne Bild!

fettes Pölsterchen

Nach langem Warten konnte ich am vergangenen Wochenende die neue Innenausstattung für meinen Bond Bug inspizieren:
neue Innenausstattung
Ich habe sie bei Peter Homan anfertigen lassen.
Wenn man Zeit hat zu warten, rechtfertigen Qualität und Preis den Aufwand. Die Teile machen einen ausgezeichneten Eindruck!
Schade ist lediglich, dass die Sitzauflagen nicht den geprägte „BOND“-Schriftzug haben. Das ist aber wohl technisch nur sehr schwer zu realisieren und lohnt für solch ein Nieschenfahrzeug nicht.
Die Teile kommen auch ohne montierte Druckknöpfe. Das lässt sich aber nicht vermeiden, da die Gegenstücke an der Karosserie bei Reliant früher von Hand montiert wurden und so von Bug zu Bug leicht variieren.
Würde Peter die Druckknöpfe schon montieren, würden die Abdeckungen im Zweifel schief sitzen und Falten werfen.
Ich habe die Abdeckung über dem Motor mit Kartentasche geordert (riesig!). So habe ich endlich eine Möglichkeit um den ganzen Kleinkrams, den man so im Auto hat zu verstauen.
Wo das kleine Paar „map pockets“ hin kommt, muss ich noch recherchieren, da diese schon beim Kauf meines Bugs fehlten.

Sommerzeit – Cabriozeit

Jetzt, wo der Frühling seine ersten warmen Fühler ausstreckt, kommen die ersten Menschen auch wieder mit offenen Gefährten um die Ecke.
Sollte das euch einen schmerzlichen Bedarf vor Augen führen, so hat marktplaats.nl aktuell was passendes im Angebot:
Ein 1958er Bond E Cabriolet:


Der Blick unter die Motorhaube ist ein besonderer Leckerbissen:

Wie den Stammlesern bekannt sein dürfte ist dieses Arrangement aus lenkbarer Motor-Getriebe-Vorderrad-Einheit die Besonderheit der Bond-Microcar-Fahrzeuge.
Bei Lenkbewegungen schwenkt der gesamte mit dem Vorderrad verbundene Block aus Motor und Getriebe mit.
Dies führt dazu, dass der Bond nahezu auf der Stelle wenden kann und der Hersteller daher auch den Rückwärtsgang eingespart hat.
Dem genauen Betrachter fällt auch der Kickstarter an der Seite des Motors auf. Ebenfalls ein aufsehenerregendes Detail.
Der Zustand sieht sehr ordentlich aus, was die geforderten 4.300 € gerechtfertigt erscheinen lässt.
Ein anständiger MX-5 ist auch nicht billiger….

Minimierung der Bewegungsfreiheit

Wie ich mittlerweile raus gefunden habe, waren „Gurte“ beim Bond Bug aufpreispflichtige Extras.
Allerdings gönnte sich der Erstbesitzer meines Bugs augenscheinlich diesen Luxus. Der Bug hat nämlich die passenden Befestigungspunkte. Jedoch fand einer der Vorbesitzer, dass sowas arg überbewertet wird, hat sie einfach ausgebaut und die Bohrungen mit Stopfen und Schrauben verschlossen:
Bond Bug Gurteinbau 9
Nun fordert der TÜV aber für das Baujahr 1973 mindestens Statikgurte.
Mir ist bewusst, dass Gurte keinen wesentlichen Einfluss auf meine Überlebenschancen haben, wenn mich ein holländischer Blumenlaster abräumt. Da werden der einfache Blechtank in meinem Rücken, die lanzenartige Lenksäule, die „Türen“ aus Kunstleder und die maximal 40cm Abstand zum Fahrzeugende schon für ganz andere Probleme in meiner kleinen Plastikwelt sorgen….
Egal. Ich mag Gurte. Fand ich als Kind schon so. Unangeschnallt durfte kein Meter gefahren werden. Lauter Protest war sonst von hinten sicher.
Daher stand also fest, dass ich wieder welche einbaue.
Gurteinbau ist mittlerweile ja eine meiner Spezialitäten. Sowohl der Kleine als auch Sir Edward wurden schon von mir verzurrt.
Am Samstag kam dann das große Paket von Stevens bei uns an. Von dem Laden hatten wir schon die Spezial-Automatikgurte für den Kleinen. Gute Qualität, problemlose Abwicklung. Warum also nicht nochmal?! Bei der Bestellung orderten wir auch gleich 40l Penrite 20W-50 Classic Motoröl und 5l 80W-90 Hypoid Getriebeöl mit:
Bond Bug Gurteinbau 6
In Reliant-Kreisen schwören sie auf das 20W-50 von Penrite. Der Preis war dank Groß-Gebinde-Rabatt und nochmal 10% extra-Rabatt auch vertretbar. Sollten also die nächsten paar Ölwechsel sicher sein.
Als Gurte habe ich statische Dreipunkt-Gurte gewählt. Die sind zum Einen original und zum Anderen auch die einzige Option im schrägen Innenraum des Bugs.
Als erstes mussten die Plastik-Stopfen aus den Bohrungen. Eine Spax-Schraube mit dicken Unterlegscheiben bot ausreichende Angriffsfläche für die Fingerchen um nicht an der Karosserie hebeln zu müssen:
Bond Bug Gurteinbau 12
Bei der provisorischen Montage des unteren, äußeren Befestigungspunktes zeigte sich auch direkt die erste Schwierigkeit. Direkt neben der Bohrung läuft ein in die Karosserie einlaminiertes Versteifungsrohr:
Bond Bug Gurteinbau 27
Da war somit kein Platz für die von mir auserkorenen Verstärkungsplatten
Bond Bug Gurteinbau 15
Die original Platten hat der Vorbesitzer bei seinem Ausbau anscheinend direkt mit entsorgt. Danke….
In einem spontanen Geistesblitz besann ich mich aber auf Reliants Stärke der Kostenminimierung bei der Produktion. Wäre doch gelacht, wenn die nicht für die oberen Befestigungspunkte die gleichen Platten verwendet hätten, wie unter der Karosserie! Im Kofferraum waren nämlich noch die beiden oberen original Platten verbaut:
Bond Bug Gurteinbau 10
Also abgeschraubt und ausprobiert. *Tadaaa*:
Bond Bug Gurteinbau 40
Passen haargenau. Glück gehabt. Sollte jemand von euch mal passende Platten benötigen, die Originale sind 50 x 25 mm groß. Die Bohrung hat 11,5mm und ein zölliges Feingewinde (passend zu den standardisierten Bolzen).
In den Kofferraum kamen nun die einfachen Platten samt passenden Muttern:
Bond Bug Gurteinbau 37
Bei der Gelegenheit hab ich übrigens festgestellt, dass die Karosserie links und rechts unterschiedlich breit ist. Da liegen Zentimeter zwischen! Dammte Handarbeit.
Um das Gurtschloss in der Mitte zu befestigen, muss man dessen Halterung unter der Karosserie etwas lösen:
Bond Bug Gurteinbau 7
Diese Verschraubung hält gleichzeitig auch den Tank. Also die Mutter nicht komplett abschrauben!
So hat der Bug nun wieder ein paar anständige Gurte:
Bond Bug Gurteinbau 16
Normalerweise bin ich ja kein großer Freund von Statikgurten, weil man mit ihnen häufig nicht mehr alle Bedienelemente in einem Fahrzeug erreichen kann. Da der Bug aber so schmal ist, ist das bei ihm kein Problem. Ich komme sogar noch an das Knie der Beifahrerin….