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Container-Ingo III

Ich bin ja noch eine Erklärung schuldig, wie unser Baucontainer hübsch werden soll und warum ich Gewindestangen in die Seite geschraubt habe. Wie im letzten Artikel geschrieben, fehlte mir noch eine Holzlieferung zum weiterarbeiten. Die ist zwischenzeitlich eingetroffen:

Mein herzensguter Nachbar versorgte mich mit einigen gebrauchten Balken in unterschiedlichen Längen und Formaten. Dementsprechend habe ich sie auch erstmal sortiert und beschriftet:

Der Plan ist, den gesamten Container zu überdachen und an drei Seiten mit gestapeltem Brennholz zu umgeben. Meine Säulen muss ich eh auflösen um Platz für die Halle zu schaffen. Das sollte recht hübsch werden und ist dazu noch praktisch.

Um festzustellen, ob ich mit den Balken genügend Gefälle erreiche, um die favorisierten Pfannenprofilplatten montieren zu können, habe ich einen Versuchsaufbau errichtet:

Es passt genau. Der Hersteller schreibt 14° Mindestneigung vor und mit 280 cm hohen Balken erreiche ich 14,20°.

Nun ging es darum, die Breite festzulegen. Auch hier half ein Versuchsaufbau:

Die Auflagebretter links und rechts sind jeweils 4 cm dick, die Balken haben jeweils 9 cm und der Klotz in der Mitte nochmal 4 cm. Macht einen mittigen Abstand von 22cm. Der Scheit in der Mitte hat 33 cm. Mit etwas Abstand zur Rückwand (Hinterlüftung) sollte das also auch gut passen.

Zum ablängen der Balken habe ich mir eine Japansäge zugelegt:

Top Teil! Damit bekomme selbst ich gerade Schnitte hin. Ganz klare Empfehlung!

Plan schon durchschaut? Die Balken werden als tragende Stützen der Holzstapel über die bestehenden Verschraubungspunkte mit dem Container verbunden. So kann nix wackeln oder umkippen. Daher auch die Gewindestangen. Um nun aber ein Maß zu ermitteln, wo die Bohrungen für die Gewindestangen durch die Balken laufen müssen, habe ich einen Bolzenstummel eingeschraubt:

Davor kam dann ein Balken (der als Nässeschutz auf Dachpappe steht) und bekam mit dem Gummihammer zwei saftige Schläge. So zeichneten sich die Bohrlöcher ab und ich wusste, dass ich bei 13,5 und 204,5 cm jeweils durch die Balken musste.

Während mir das kleine Schräubchen beim eindrehen der Gewindestangen weitestgehend half:

Habe ich die Balken und Bretter mit „Labsal“ gestrichen:

Das gibt dem Holz eine schön gelbe Farbe und der Geruch erinnert mich immer an die alten schwedischen Holzboote meiner Kindheit. Außerdem hat sich der Anstrich beim Haus bewährt. Als alles schön abgelängt, gebohrt und gestrichen war, kamen die Balken auf die Gewindestangen:

Dem Nachmacher empfehle ich dringlich die Löcher in den Balken ausreichend groß (die Bolzen haben M12, ich habe mit einem 13,5er-Bohrer gebohrt) und vor allem GERADE zu bohren. Und zwar nicht gerade zum Balken, sondern gerade zum jeweils anderen Loch! Ihr bekommt sonst arge Schwierigkeiten, die Balken auf die Gewindestangen zu fädeln. Ich habe mir einen mittelkomplizierten Aufbau für meine Tischbohrmaschine gebastelt und die einzelnen Löcher mittels Wasserwaage längs und Quer ausgerichtet. Das war mit der komplizierteste Teil des Bauprojekts. Trotzdem brauchten einige Balken noch Feintuning mittels Raspel und Gummihammer.

So sieht die Verschraubung der Balken im Detail aus:

Links steckt die Gewindestange in der eingeschweißten Mutter der Container-Seitenwand, danach kommt eine Kontermutter, die den früheren Bolzenkopf ersetzt. In 4 cm Abstand kommt dann wieder eine Mutter mit Unterlegscheibe, die den ersten Balken auf Distanz zum Container hält. Zwischen den Balken sitzen wieder Muttern um hier die Distanz zu wahren und etwaige Differenzen in der Balkenstärke auszugleichen. Vor Kopf sitzt dann eine Hutmutter für den verletzungssicheren Abschluss und die hübschere Optik. Dank „Sonderpreis Baumarkt“ kostete das Metall nur Peanuts und erleichterte die Montage (insbesondere der unterschiedlich dicken Balken) erheblich!

So in dieser Richtung wird das später mal aussehen:

Container-Ingo II

Im letzten Teil haben wir den Schnellbaucontainer von Kovobel bei uns im Garten errichtet. Da er aber als permanentes Gartenhaus herhalten soll, musste ich mich noch an den Innenausbau begeben. Als erstes musste Strom rein. Dazu habe ich in die äußerste hintere Ecke ein Loch gebohrt und dort das Erdkabel reingeführt:

Das Loch an dieser Stelle hat den Vorteil, dass es hinter der außen umlaufenden Verstärkung liegt und so vor Regen geschützt ist.
Damit sich das Kabel aber nicht am scharfkantigen Blech aufschneidet und mir den ganzen Metallcontainer unter Starkstrom setzt, habe ich aus einem Leerrohr eine Hülse gebastelt:

Danach habe ich zuerst die linke Wand mit 18mm-OSB-Platten verkleidet:

Die Platten habe ich dabei so geschnitten, dass sie in den Nuten oben und unten im Container sitzen. Um die Platten untereinander zu verbinden, habe ich jeweils 10 cm breite und 2 cm starke Bretter quer in die Blechvertiefungen gelegt. Das hat den weiteren Vorteil, dass ich schwerere Werkzeuge ebenfalls dort verschrauben kann. Um die Platten weiter an der Wand zu befestigen, ohne jedoch das Blech zu beschädigen, habe ich die serienmäßige Diebstahlsicherung entfernt und statt des Bolzens eine Gewindestange bis in das Innere des Containers gedreht (oben am oberen Rand des Bildes).
Von außen sieht die Verschraubung so aus:

Das Rote ist das Knie, welches Seitenwand und Dach in der Mitte verbindet. Die Gewindestange nutzt die aufgeschweißte Mutter der Seitenwand und läuft durch die serienmäßige Öffnung sowie eine Verstärkung bis drinnen und schließt dort mit einer großen Bauscheibe samt Mutter auf der OSB-Platte ab. Warum ich eine Gewindestange genommen habe und keinen langen Bolzen? Gemach, gemach. Der Wahnsinn hat Methode.
Die rechte Wand folgte analog, jedoch habe ich dort in einem Leerrohr noch die Stromkabel für (Stark-)Strom und Licht zur Tür geführt:

Der Strom war auch der nächste Halt.
Um die Kabel etwas hübscher zu verpacken, habe ich ein Leerrohr mit passenden Bohrungen versehen und von seiner weißen Farbe befreit (gab einen Haufen zu den Kabeln geschenkt):

Auch ein kleiner Sicherungskasten war schnell zusammengestellt:

Die Kabel verschwinden nun unsichtbar in dem Leerrohr und die Ecke ist sauber gefüllt:

Noch Lampe, Schalter und Steckdosen installieren und es konnte munter an die Rückwand gehen:

Da die Wellen im Blech dort senkrecht verlaufen, musste ich mir eine andere Befestigung überlegen.
Ich habe hierzu zwei Bretter mit 10 cm Breite und 2 cm Stärke so zugesägt, dass ich sie gerade noch hinter die Blechfalze der Rückwand fädeln konnte:

Da die obere Falz breiter ist als die untere, kann man das Brett dort oben zuerst bis zum Anschlag einschieben, dann unten anzeichnen und absägen. Stellt man es dann in die Lücke, ist es noch lang genug, dass es auch oben noch anliegt.
Unten stehen die Bretter auf Gummistücken, damit eventuelle Feuchtigkeit nicht in das Hirnholz einziehen kann:

Verschraubt man nun die davor gestellten OSB-Platten mit den Brettern, klemmen sie sich selbst an der Falz fest:

Eine kurze Hürde stellten noch die Nieten der Rückwand in der unteren Falz dar:

Hier lagen die Platten nicht flächig an, was sich jedoch mit entsprechenden, halbtiefen Bohrungen auf der Rückseite der Platten schnell beheben ließ:

Damit war dann auch die letzte Innenwand fertig verkleidet:

Die Plattenstärke sollte ausreichen, damit ich dort das Gartenwerkzeug aufhängen kann. Selbst die schweren Sammelaufhängungen für Schüppen oder Kreuzhacken (hinten rechts) halten gut:

Wie ihr seht habe ich dem Schredder noch ein einbeiniges Tischchen spendiert. So kann er über der ebenfalls selten benutzen Motorhacke stehen und nimmt weniger Platz weg. Damit ist der Innenausbau fertig. Für die Verkleidung der Außenseite (Stichwort: „Hübsch“) muss ich leider noch auf eine größere Holzlieferung warten.

Container-Ingo I

Die Garage platzt aus allen Nähten. Vier Fahrzeuge, Holzspalter, Schredder, Freischneider, Motorhacke, Kreissäge, Kappsäge, Bollerwagen, Werkbänke, Regale, Schränke und haufenweise Gartenwerkzeuge sind einfach zu viel für 40m². Zumindest alles Gartenbezogene muss daher auswandern. Sommerprojekt 2019 ist somit ein Gartenhaus.

Klar, kann man einfach im Baumarkt kaufen. Machen Millionen Menschen so. Es gibt dort grob drei Kategorien von Gartenhäusern: Plastik, Holz oder Metall.
Plastik-Gartenhäuser sind deutlich zu klein und Holz muss ich pflegen. Damit war das beides schon mal raus. Blieben also Metall-Gartenhäuser. Da gibt es durchaus brauchbare Größen. Das ist dann aber entweder extrem teuer oder aber extrem wabbelig.
Also doch der kochsche Weg und schauen, was man zweckentfremden kann.
Einer meiner Nachbarn baut gerade eine große Garage und musste in der Zwischenzeit auch reichlich Gedöns zwischenlagern.
Dafür hat er sich einen „Schnellbaucontainer“ von Kovobel liefern lassen.
Ich habe beim Aufbau mitgeholfen und ihn mir im Detail besehen. Nicht schön, aber sehr massiv!
„Schön“ lässt sich machen. Ich hab da schon einen Plan.
Also Beste von Allen überzeugt und Selbstabholer- sowie Skonto-Rabatt ausgehandelt.
Passenderweise sitzt der damit für mich günstigste Importeur nämlich nur 25 km von Vaddern entfernt. Gute Gelegenheit mal etwas Größeres mit der Lafette zu transportieren:

Container auf dem Anhänger

2,20m x 3m passt gut drauf. Die Abholung verlief auch reibungslos. Wir bekamen noch ein paar Anti-Rutsch-Pads für den Anhänger geschenkt und konnten den Hasen dank Gabelstapler schnell aufladen.
Sehr angenehmes Geschäftsgebaren.
Zuhause angekommen habe ich die Einzelteile zerlegt und mit 1-2 Personen in den Garten geschafft:

Den Boden mit den rohen Holzbrettern habe ich separat gelegt, um ihn zu schleifen und zu streichen:

Im Hintergrund seht ihr auch schon das vorbereitete Fundament. Das Gartenhaus steht später auf Gehwegplatten, umgeben von einem weiteren Ring aus Gehwegplatten (Sinn erschließt sich später). Links seht ihr eine Wasserleitung, die an unser Bewässerungssystem angeschlossen ist und hinten rechts liegt ein Starkstromkabel, das später das Gartenhaus mit (Stark-)Strom versorgen wird.
Der Aufbau ging dann auch ähnlich schnell, wie ihn die Blue Man Group hier darstellt:

Quelle:Kovobel.cz

Seiten und Rückwand waren auch problemlos:

Lediglich das Aufsetzen des Daches erforderte einen vierten Mann. Insbesondere, da ich selbst auf Zehenspitzen einfach zu klein war. Ein Glück, wer hilfsbereite und große Nachbarn hat.
So sieht der Container dann fertig aus:

Beide Türen lassen sich vorne öffnen und die Innenhöhe beträgt 197 cm. Deutlich komfortabler als diese ganzen Minigartenhäuser mit ihren 170cm-Schiebetürchen.
So konnte das aber natürlich nicht bleiben. An den Innenausbau gehen wir daher in Teil 2.