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Mein Bremsennachsteller hat vier Ecken… II

Nach ewig langer Zeit sind wir auch mal dazu gekommen an der Bremstrommel des Kleinen weiter zu wurschteln.
Leider mussten wir feststellen, dass sich die hintere rechte Bremse nicht mehr vollständig löst, wenn man die Handbremse los macht. Hammerschläge auf die Trommel konnten das Problem leider nicht positiv beeinflussen. Eine penible Überprüfung des Übertragungsweges auch nicht. Blieb also nur: Trommel ab und nachgucken.
Also aufbocken (natürlich auf Achsständer), Rad ab und Splint raus:
Bremstrommel
Danach dann die erste Hürde. Die Kronenmutter ist nen harter Gegner. 32er Nuss und starrer Hebel bei eingelegtem Gang und angezogener Handbremse helfen.
Will man nun den Abzieher benutzen, so sei einem stark angeraten, vorher die Kronenmutter verkehrt herum bündig auf den Achsstumpf zu schrauben:
Bremstrommel mit umgekehrter Kronenmutter
Der Abzieher benötigt nämlich so viel Kraft, dass es sein kann, dass man (ohne Mutter) den Achsstummel oval drückt und dann befindet man sich in ganz großen Schwulitäten!
Danach den Abzieher mit allen (!) Radmuttern fest auf die Trommel schrauben und den Bremsnachsteller der betreffenden Trommel ganz raus schrauben.
Jetzt erstmal nen Kakao trinken und Kräfte sammeln. Die 32er Nuss kommt nun auf einen starren Hebel mit der längsten Verlängerung die sich finden lässt (1,5m-Rohr fehlt auf dem Bild):
Bremstrommelabzieher
Passt auf, dass ihr den Wagen bei all der folgenden Uchterei nicht von dem Achsständer hebt! Immer nur vertikal am Hebel ziehen/drücken. Nie horizontal ziehen/drücken!
Um das Ergebnis vorweg zu nehmen:
Trotz eingelegtem Gang, angezogener linker Bremse und mir als zusätzlicher Radbremse, hat mein Vater es geschafft die Trommel zu drehen. Bewegt hat sie sich keinen Milimeter…..
Unglaublich, welche Kräfte diese konische Verbindung aushält!
Vielleicht versuchen wir es noch ein zweites Mal, aber ich sehe schon, dass wir da professionelle Hilfe benötigen. Schade.

Nur als Warnung:
Manchmal ließt man auch als Tipp, den Abzieher so zu montieren, dass die Radmuttern noch ca. 3-4 mm Platz bis zur Bremstrommel haben. Dann die Zentralschraube andrehen bis sie anschlägt und fest anziehen.
Jetzt soll man im Ring um immer jede zweite Schraube nur maximal eine viertel Drehung anziehen und wenn es schwerer geht immer etwas Zeit lassen. Irgendwann macht es dann *polpp* und die Trommel ist unten.
Diese Variante ist *Pfui, Pfui*!
Sobald die Radbolzen Seitendruck bekommen, können sie abreißen bzw. anreißen und dann überholt einen im schlimmsten Fall das eigene Rad!
Also schön die Finger davon lassen!

Volvotreffen in Radbruch

Auf dem Rückweg von der Hochzeit meines Cousins sind wir noch beim Volvotreffen der Volvoniacs in Radbruch vorbei gefahren. Das Wetter war ideal für solch einen Zwischenstopp. Das Treffen findet alle zwei Jahre statt. Hier die Seite vom letzten mal.
Schon am Eingang erwarteten uns ein paar echte Perlen. Dieser Volvo 210-Lastwagen soll laut Eigentümer der einzige außerhalb Schwedens sein:
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Ein paar Schritte weiter, wartete dann ein Wagen, welchen ich außerhalb eines Museums niemals erwartet hätte:
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Es handelt sich bei dem Fahrzeug um einen von ca. 50 noch existierenden Volvo P1900. Der P1900 war Volvos erster Versuch im Sportwagenbereich und ein riesiger Flop. Trotz innovativer Technik (z.B. GFK-Karosserie) wurden nur 67 Stück produziert. Die Leute fanden den Wagen zwar interessant, aber niemand wollte einen haben. Nach nur einem Jahr Produktionszeit stellte Volvo ihn ein und traute sich erst vier Jahre später mit dem P1800 zurück auf das Sportwagenparkett.
Der Zustand des oben abgebildeten Fahrzeugs war wirklich perfekt. Die Lackstruktur, welche bei GFK-Fahrzeugen sehr schwierig ist, war von einem Metall-Fahrzeug nicht zu unterscheiden. Der Chrom sah neu aus und das Leder wie geleckt. Ein echter Traum. Allerdings dürfte der Preis auch in traumhaften Regionen rangieren.
Zwei Autos weiter wartete der nächste Leckerbissen auf uns:
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Es handelt sich hierbei um einen (von mir schon mal kurz angesprochenen) Volvo 780. Ein Traum-Coupé, welches niemals offiziell in Deutschland verkauft wurde, da der umgerechnete Neupreis von ca. 100.000 DM als nicht konkurrenzfähig angesehen wurde. Auch dieser Wagen befand sich augenscheinlich in perfektem Erhaltungszustand, was nicht selbstverständlich ist. Bis auf den Antriebsstrang ist so gut wie nichts mit den Großserienmodellen 740/760 identisch. Weder Blech noch Interieur können verwendet werden. Die Ersatzteilsuche gestaltet sich somit als sehr schwierig. Um so schöner war es daher, diesen Top-Wagen zu sehen.
Etwas weiter vorne am Eingang, fand sich das Gegenstück zu den obigen Pretiosen in Form eines Volvo 66 Kombi:
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Der 66 kam zu Volvo über den Kauf von DAF. Dort lief er schon drei Jahre als DAF 66 in Serie. Die Besonderheit dieses Fahrzeugs ist sein Variomatik-Getriebe, welches ein stufenloses Automatikgetriebe (wie bei modernen Plastikrollern) ist. Dadurch kann der Volvo 66 theoretisch rückwärts genauso schnell wie vorwärts fahren. Ich gebe zu, dass dieser Volvo mich auch noch sehr reizen würde. Allerdings soll die Verarbeitung, welche damals in Holland bei DAF statt fand, gruselig sein und durch die chronische Ineffektivität der Variomatik der Spritverbrauch weit jenseits der 10 Liter liegen.
Weitere Leckereien des Treffens:
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Zwischen ein paar Bäumen versteckte sich ein Volvo C202:
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Weiter hinten stand noch sein großer Bruder, der C303:
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Auf einem Zettel an der Stoßstange stand noch der Hinweis: „Wenn dir die Farbe nicht gefällt, guck doch wo anders hin!“. Der Eigentümer spielte wohl darauf an, dass der C303 mit dem Pinsel weiß lackiert worden war. Die Lackierung erschien mir zeitwertgerecht. Allerdings sollte man bei einem Allradkraxler auch andere Maßstäbe ansetzen, als bei einem normalen Fahrzeug.
Ein paar ungelöste Fragezeichen hat dieser Wagen bei mir verursacht:
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Der „Körper“ des Wagens sieht aus wie ein 145/245. Die Front aber wie ein 164. Der Schriftzug auf der Heckklappe sagt „165“. In der Volvo-Nomenklatur würde das bedeuten, das dies eine Kombiversion des 164 wäre. Die gab es aber nie (bis auf zwei Einzelstücke)… Alles sehr mysteriös! Ich vermute daher einen (sehr gut gemachten) Eigenbau. Ist Geschmackssache.
Zwischendurch bollerte noch ein Lanz Bulldog auf der Straße vorbei:
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Ein zweiter 780 war auch noch anwesend:
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Allerdings erschien sein Zustand mir nicht so perfekt wie der des Obigen.
Dann gab es noch einen geleckten Volvo 760 Turbo Intercooler in Vollausstattung zu bestaunen:
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Ich finde diese Kombination von schwarz und reichlich Chrom schon echt sexy.

Kindheitserinnerungen kamen hoch, als ich diesen Volvo 244 DL sah:
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Exakt so (bis auf die Turbo-Alus) sah unser erster Volvo aus, auf dessen Rückbank ich die ersten Jahre meines Lebens verbrachte. *Schnüff*

Für die Freunde des Groben gabs noch einen schönen Volvo Schlepper Typ „T24“:
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Neben der Würstchenbraterei stand dann noch ein Schnittmodell von einem Volvo-Turbo-Motor (B21ET):
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Meine Freundin murmelte was von „schicke Blumenvase“…naja, sie hatte eine harte Nacht hinter sich…

Alles in Allem ein tolles Fahrzeugaufgebot, welches ich so nicht erwartet habe! Danke an die Veranstalter und Austeller! Auch die Teilehändler hatten ein interessantes und breites Angebot. Mal sehen, vielleicht kommen wir ja 2011 mit dem Kleinen vorbei.

Am Wegesrand XIV (Der eilige Schwedenstahl)

Bei meinem lieblings Lebensmittelladen vor der Tür habe ich diesen Volvo der 700er-Serie gesehen. Für das ungeübte Auge, an sich nix besonderes. Die Felgen allerdings ließen mich näher heran gehen. Es sind die typischen Turbo-Felgen, welche es auch nur in Verbindung mit dieser Motorisierung gab.
Volvo 760 Turbo 002
Die Beschriftung auf dem Heckdeckel bestätigte dann meine Vermutung:
Volvo 760 Turbo
Es ist ein Volvo 760 Turbo Intercooler. Der zusätzliche Ladeluftkühler zeichnet ihn als post 1987-Modell aus. Er galt zu dieser Zeit als schnellster Diesel-Personenwagen Europas (0 auf 100 km/h = 11 sec.).
Der Wagen ist in dieser Ausführung schon recht selten auf deutschen Straßen anzutreffen. Er war damals Volvos Top-Modell und wurde nur noch von dem 780 Coupé in seiner Exklusivität übertroffen.