Ein ausgekochter Bremsbelag

Wie euch ja hinreichend bekannt sein dürfte, waren beim Bug die vorderen Bremsschuhe bzw. deren Beläge ja durch die inkontinente Bremse versaut.
Sie hatten sich über die lange Standzeit voll mit Bremsflüssigkeit gesogen.
In meiner jugendlichen Naivität hatte ich erst überlegt, sie in Bremsenreiniger einzulegen um sie (zumindest für die TÜV-Abnahme) wieder tauglich zu bekommen. Axels einleuchtender Kommentar erstickte diesen Versuch allerdings zu Recht im Keim.
Durch den Bremsenreiniger wäre die Bremsflüssigkeit nur oberflächlich verschwunden. Sobald die Schuhe aber etwas Temperatur bekommen hätten, wäre sie aus der porösen Struktur wieder an die Oberfläche getreten. Not nice.
Also hatte ich mich nach Ersatz umgesehen, welchen Meister Koch auch für mich bestellte.
Allerdings teilte ihm sein Lieferant mit, dass Bremsschuhe für 10″-Mini-Vorderräder momentan überall ausverkauft sind. Die Wartezeit soll mehrere Monate betragen!
So lange will ich natürlich die TÜV-Abnahme nicht aufschieben.
Der Meister zeigte mir daher beim letzten Garagendonnerstag , wie man früher solche versauten Beläge wieder fit gemacht hat.
Bremsflüssigkeit basiert auf Polyglykolverbindungen. Sprich: Alkohol. Wir alle wissen, dass Alkohol ab einer gewissen Konzentration nicht nur nen dicken Kopp macht, sondern auch vorzüglich brennt.
Also habe ich die Schuhe kurzerhand an ein paar alten Strippen vor die Heizkanone gehangen:
Bond Bug Bremsschuhe ausbrennen 4
Es dauerte auch nicht lange, bis der schon angesprochene Effekt auf trat und die aufgesogene Bremsflüssigkeit an die Oberfläche kam. Leider hab ich davon keine scharfen Fotos:
Bond Bug Bremsschuhe ausbrennen 5
Allerdings dürften diese ausreichen um zu verdeutlichen, wie 1. ölig feucht sie wurden und 2. gefährlich meine Ausgangsidee war:
Bond Bug Bremsschuhe ausbrennen 6
Wartet man dann noch eine Weile länger erreicht die aufgesogene Flüssigkeit ihren Flammpunkt und das Spektakel geht los. Die Beläge stehen in Flammen:
Bond Bug Bremsschuhe ausbrennen 11
Ab dann gilt es, die Temperatur so zu regulieren, dass die Beläge nicht das glühen anfangen. Dann sind sie nämlich auch hinüber. Ansonsten vertragen sie die Hitze.
Das Spiel treibt man dann so lange, bis nix mehr fackelt bzw. keine Bremsflüssigkeit mehr an die Oberfläche kommt. Zwischendurch wenden nicht vergessen.
Ich hab hier gerade kein Foto vom Endergebnis zur Hand (wird nachgeliefert), aber ich bin positiv erstaunt. Die Schuhe sehen wieder Knochen trocken aus und glänzen auch nicht mehr. Faszinierend. Mal wieder was gelernt.
Für den TÜV sollte das reichen. Neuwertigen Ersatz gibt es, sobald er wieder lieferbar ist. Steht oben auf der Liste.

5 Gedanken zu „Ein ausgekochter Bremsbelag“

  1. Don’t try this at home without serious cause…. 😉

    Jau, soweit ich das Bisher feststellen konnte, bremsen die nun wieder wie wild. Unsere Asbestvergiftung dürfte sich im Rahmen gehalten haben. Durch die Bremsflüssigkeit waren sie ja feucht, als ich sie abgewischt habe. Da war also kein Staub mehr drauf. Und als sie brannten, dürfte das ja keinen Abrieb erzeugt haben. Waren also nur ganz ungefährliche Bremsflüssigkeitsdämpfe die wir eingeatmet haben….*ürgs*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.