Stelle wo der Käfer das Wasser lässt II

So, heute war der große Tag.
Da ich weiß, dass ihr auf heißen Kohlen sitzt und jetzt nicht erst noch 2-3 Artikel lang warten wollt, obs mit dem TÜV geklappt hat oder nicht, ausnahmsweise mal die Geschichte in nicht chronologischer Reihenfolgen.

Für die ganz eiligen:
Der Bug hat mit fliegenden Fahnen bestanden!

Nun ausführlich:
Am Mittwoch bin ich bei der Zulassungsstelle hier in Osna vorbei um die Kurzzeitkennzeichen zu holen. War haarscharf. Wer kann auch ahnen, dass die schon um 12 Uhr den Griffel fallen lassen?!
Danach gings dann gen Heimat um den Bug für seine bisher längste Fahrt und die Vorstellung beim TÜV fertig zu machen.
Da gabs noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
Als ich die Kennzeichen (natürlich mit Schaumstoffunterlage) montieren wollte, fiel mir mal wieder die nonchalante Verarbeitungsqualität bei Reliant auf.
Man achte auf die Befestigungspunkte für die Kennzeichenschrauben:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 2
Für den Tacho habe ich aus einem post-it km/h-Markierungen gebastelt:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 3
Keine Angst. Die bleiben nicht….
Das Werkzeug-Ersatzrad wurden Bug-spezifisch bestückt (Bügelschloss, Kühlwasser):
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 8
und wanderte an die vorgesehene Stelle im Bug:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 9
Bei der Gelegenheit flogen einige unnütze Sachen raus. Unter Anderem der völlig vergurkte (Man achte auf die Augen für die Kurbel!) Wagenheber:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 10
Der ist 1. nicht original und 2. ist der vom Rialto besser.
Als ich dann am Donnerstag Nachmittag los wollte, holte unser Nachbar seinen Jaguar E-Type raus um ne Runde zu drehen. Das habe ich natürlich direkt für ein Foto genutzt:
Bond Bug TÜV Vorbereitungen 35
Könnte auch aus dem exzentrischen upperclass-Fotoalbum einer englischen Familie der 70er stammen.
Danach gings dann los nach Osna zum Garagendonnerstag.
Erst wollte ich in einem Anflug jugendlichen Wahnsinns ohne Fenster fahren. Vaddern meinte dann, dass es nach Regen aussehen würde, so dass ich zähneknirschend die Fenster eingehängt habe.
Das wäre was geworden….
Unterwegs geriet ich in ein ausgewachsenes Unwetter. Der Regen war so heftig, dass Menschen auf der Autobahn mit Warnblinkanlage entlang krochen (kam meinen Tempovorstellungen entgegen). Selbst mit Fenstern bin ich nass geworden. Naja, jetzt weiß ich zumindest wo alles Wasser rein kommt und warum der Bug serienmäßig in jedem Fußraumboden große Löcher hat. Warum ein englisches Auto jedoch dermaßen undicht ist und der Scheibenwischer serienmäßig nur die Geschwindigkeiten „an“ und „aus“ beherrscht, bleibt ein Rätsel der Geschichte. Die Sturmböen waren jedenfalls auch nicht ohne. Keine angenehme Sache insgesamt.
Zwischendurch machte sich auch noch die lange Standzeit bemerkbar.
Wenn man mal ein wenig mehr Gas gab, fing der Motor an zu stottern und beschleunigte nur noch ruckartig. Da wird wohl Dreck im Vergaser sein. Zum Glück gab sich das immer wieder, wenn man für einige Zeit etwas vom Gas ging. Muss ich die Tage mal auseinander nehmen.
Ansonsten war die Fahrt aber erfreulich reibungslos. Insbesondere die Temperatur ging nie über den Normalwert hinaus.
Jedoch muss ich festhalten, dass das aktuelle Fahrwerk mörderisch ist. Der Bug ist so hart gefedert, dass ich nun ganz genau sagen kann, wo auf der Strecke welche Anteile von Pelit, Psammit und Psephit im Asphalt sind. Muss ich mal gucken, ob und was ich da machen kann. Aber dauerhaft zerbröseln so einem die Wirbel.
Garagendonnerstag war schick, wie immer:
Bond Bug TÜV Vorbereitungen 39
Da gabs auch zum ersten Mal anständige Fotos vom Bug. Mehl arbeitet ja mit was anständigem und nicht so einer Werkstattknipse wie ich.
Einen Großteil der Bilder findet ihr bei 440er.de.
Es keimte auch der Entschluss, bei Gelegenheit mal ein anständiges Fotoshooting zu veranstalten. Locations schweben uns schon vor. Aber ohne Zulassung keine Competition!
Heute Vormittag habe ich dann nochmal die Bremsen nachgestellt:
Bond Bug TÜV Vorbereitungen 40
Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass ich den Spritzschutz hinter dem Vorderrad doch zu kurz gemacht habe:
Bond Bug TÜV-Abnahme 44
Die Ölwanne bekommt mir so noch zu viel Beschuss ab.
Danach gings los zum TÜV.
Ich bekam eine angemessene Halle zugewiesen:
Bond Bug TÜV-Abnahme 46
Der TÜV-Prüfer schmunzelte die ganze Zeit vor sich hin. Nie nen schlechtes Zeichen. Auch mit den von mir besorgten Papieren war er zufrieden und so geriet die Abnahme fast zur Formsache. Natürlich musste ich einiges erklären und die kleine Menschentraube aus Prüfern und Kunden brach in Gelächter aus, als der Prüfer sich für eine Testrunde hinters Lenkrad faltete. Jenseits von 180cm wirds halt eng….
Auch die H-Abnahme war kein Problem, ebenso wie die Eintragung der 165er-Reifen an der Hinterachse.
Ich bin mal gespannt, wieviele Ausnahmen und Auflagen nachher drin stehen.
So konnte ich nach ca. einer Stunde rundum glücklich wieder die Heimreise antreten.
Vielen Dank für Ihre Zeit und ihr Verständnis, Herr H.!
Die Unterlagen für die Zulassungsstelle kommen die Tage per Post.
Dann gehts da weiter.

9 Gedanken zu „Stelle wo der Käfer das Wasser lässt II“

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