Das Ende der Hitzewelle IV

Bevor ich an den Einbau des Kühlers gegangen bin, habe ich mich noch den verrosteten Schlauchstutzen zugewendet.
Nach über 30 Jahren sahen die schon recht fies aus:
rostige Anschlüsse
Zum entrosten habe ich die schon von mir oft gelobten Proxxon Polierscheiben für den Dremel verwendet:
Polierscheiben
Zusammen mit einer flexiblen Welle ließen sich die Stutzen so in Windeseile entrosten:
Anschlüsse entrostet
Anschließend habe ich sie mit zwei Schichten Rostschutzfarbe bepinselt. Das sollte erstmal halten.
Dank der passgenauen Halterung war der Einbau des Kühlers nicht besonders schwer:
Neuer Kühler eingebaut
Als er drin war, ging’s ans ablängen der neuen Kühlwasserschläuche:
Neuen Schlauch ablängen
Da half mal wieder meine akribische Buchführung. Dank der wusste ich auch noch welcher Schlauch an welchen Anschluss gehörte.
Sollte das jemand mal bei seinem Rialto vergessen, gibt’S hier eine Zeichnung aus Fifers Bestand:

Achtung, das obige Bild gilt nur für frühe Rialto/Robin Modelle (erkennbar an den beiden nach vorne zeigenden Stutzen der Vergaservorwärmung).
Anschließend noch Kühlmittel (auf die Eignung für Alu-Motoren achten) auffüllen und schon konnte es los zur Proberunde gehen.

Das Ende der Hitzewelle III

Nachdem der Kühlkreislauf gespült war, habe ich den alten-neuen Alu-Kühler hervorgekramt und für die ewige Anprobiererei das Kühlernetz mit Pappen gepolstert:
Neuer Kühler
Grob reingehalten; schon mal nicht gänzlich unmöglich:
Neuen Kühler reingehalten
Richtet man den Einlass des Kühlers auf den Auslass des Thermostatgehäuses, sieht man, dass da in allen Dimensionen einiges an Abstand zum karosserieseitigen Halter ist:
Abstand rechts
Auch auf der linken Seite ist reichlich Luft:
Abstand links
Während ich noch auf Konstruktionen mit Winkeln sinnierte, brachte Tobias mich auf die Idee, den alten Rahmen des Kühlers zu verwenden. Der Rahmen ist zwar am Boden durchgerostet bzw. Oblaten-dünn, aber die Seiten mit den zur Karosserie passenden Haltemutter sind noch ok. Nachdem eine erste Anprobe vielversprechend aussah, habe ich die Seitenteile grob abgesäbelt:
Alter Rahmen zersägt
Sieht gut aus:
Testeinbau
Der Kühler sitzt mit den Seitenteilen schön mittig:
Neuen Kühler mit altem Rahmen
Nun gings ans befestigen. Der alte Kühler wird vom Rahmen einfach umschlossen. Dafür ist der Alu-Kühler aber zu breit und nachdem ich den Boden des Rahmens abgesägt hatte, war das eh raus. Der Alu-Kühler hat extra auf jeder Seite vier aufgeschweißte Muttern um ihn zu verschrauben.
Also mussten passende Löcher in die Seitenteile.
Um die richtige Position für die Löcher zu bekommen, habe ich mich eines Tricks bedient:
Eigenbau-Dorn
Bei einem passenden Bolzen feilt man das Ende so zurecht, dass es eine Spitze ergibt und sägt anschließend den Kopf ab.
Nun kann man den angespitzten Stummel von Hand in eine der Muttern drehen:
eingeschraubter Dorn
Platziert man nun das Rahmenteil an zuvor festgelegten Markierungen und gibt ihm einen kleinen Klapps mit dem Hammer, erhält man vorzügliche Markierungen zum bohren:
Markierung außen
Zur besseren Sichtbarkeit kann man auf die Innenseite auch ein Stück „Crap-Klebeband“ aufkleben. Die Markierung bohrt man anschließend durch und schraubt einen Bolzen zur Zentrierung ein. Dann markiert man nacheinander alle anderen Bohrlöcher und schraubt ebenfalls Bolzen ein. So kann man immer für das nächste Bohrloch nachkorrigieren.
Um zu zeigen, wie schief die kleinen Chinesen die Muttern am Kühler fest geschweißt haben, habe ich mal zwei extra lange Bolzen eingeschraubt:
schiefe Anschweißmuttern
Unschön, aber im Endeffekt unererheblich, da die später verwendeten Schrauben so kurz sind, dass sie trotzdem noch auf den Unterlegscheiben großflächig aufliegen. Ob das beim Mini (für den der Kühler im Original bestimmt ist) auch so problemlos klappt, kann ich natürlich nicht sagen.
Nachdem die Seitenteile gebohrt waren, habe ich sie noch fein bearbeitet und lackiert. Anschließend ging’s an den Einbau.

Das Ende der Hitzewelle II

Nachdem alle alten Kühlerschläuche entfernt und katalogisiert waren, sowie der Kühler auf der Werkbank lag, habe ich den Rialto nach draußen gerollt um den Motorblock zu spülen.
Dazu habe ich die Wasserauslässe an der Pumpe und dem Block mit Schläuchen zu einem Kreislauf verbunden bzw. verschlossen und anschließend den Gartenschlauch platziert:
Block spülen
Um das Wasser wieder aus dem Block raus zu bekommen, gibt es an der hinteren linken Seite eine Ablassschraube:
Kühlwasser-Ablassschraube
Auf dem Bild seht ihr auch schon eine Plastiktüte, die ich großflächig über der Fußraumöffnung ausgebreitet habe.
Das sollte man nachmachen, will man nicht den gesamten Fußraum überfluten:
Block spülen 2
Während das Wasser vor sich hin plätscherte, habe ich mit einem Draht im Ablauf rumgestochert und einiges an Sedimenten rausgeschwemmt bekommen:
Sedimente
Danach konnte es an den Umbau gehen.

Das Ende der Hitzewelle I

Als ich vor einiger Zeit die Ventile am Rialto nachgestellt habe, fiel mir auf, in welch schlechtem Zustand die Kühlerschläuche waren:
aufgequollener Schlauch
Aufgequollen, rissig, ausgehärtet.
Höchste Zeit da mal tätig zu werden.
Da der Rialto im Sommer sein Hitzeproblem nie ganz losgeworden ist, konnte ich bei der Gelegenheit auch den latent gammeligen Kühler austauschen.
altes Setup
Vom Bond Bug hatte ich ja noch den China-Alu-Kühler liegen.
Alles ein Aufwasch.
Als erstes habe ich mich an den Ausbau der alten Schläuche gemacht.
Beim abziehen sind sie entweder direkt abgerissen:
abgerissenes Schlauchende
oder ich musste sie mühsam von  den Stutzen schneiden:
alten Kühlwasserschlauch aufschneiden
Wirklich höchste Zeit für den Austausch.
Die entfernten Schläuche habe ich durchnummeriert und den Verlauf notiert:
alter Schlauch 3
Danach habe ich noch Fotos von den verschiedenen Distanzstücken und der Anordnung des alten Kühlers gemacht:
Befestigung alter Kühler
Um anschließend alles raus zu reißen:
Alles ausgebaut
Auf dem letzten Bild sieht man sehr schön, wie grob Reliant damals im Werk die GFK-Karosserien für den Kühler ausgeschnitten hat. Da muss man beim hantieren schon ein wenig aufpassen, dass man sich nicht die Hände aufreißt.