Akkuna Matata

Vor bald 3 Jahren habe ich diesen 5,2 Ah 18V-Akku aus der Einhell Power X-Change-Serie gekauft (historisches Bild):

Seit dem habe ich ihn richtig hart rangenommen. Dank Säbelsäge und Poroton-Sägeblatt musste er sich durch einen Großteil der zu schneidenden Steine am Genesungswerk knabbern, bis mir die Hände kribbelten. Und am Schlagschrauber musste er mittlerweile knapp 300 Bolzen fest, lose, fest ballern. Hat er alles klaglos gemacht.
Bis er vor einiger Zeit anfing, in bestimmten Lagen keinen Saft mehr zu liefern. Eine Zeit lang half es, wenn man am Akku wackelte, bis auch das nichts mehr brachte.
Ein Test mit dem Multimeter deutete auf einen Wackelkontakt an den Kontaktklemmen oben auf dem Akku hin. Das wundert auch kaum, da alle Schläge und Vibrationen genau auf diese Verbindung gehen. Dazu dann noch das erhebliche Gewicht dieses großen Akkus und man hat den perfekten Hebel, um kleine Lötstellen zu knacken.
Also schauen wir doch mal, ob man da nicht was mit dem Lötkolben zaubern kann.
Das Gehäuse ist erfreulicherweise, so wie beim E-Bike-Akku damals, nur geschraubt. Lediglich den Aufkleber an den Seiten muss man mittig trennen:

Aufkleber trennen

Jetzt sieht man schon mal die Platine mit den Kontakten:

Deckel abgenommen

Das braune ist übrigens Poroton-Staub. Der kriecht echt in jede Ritze. Eine alte Zahnbürste hilft bei der Reinigung. Die Seiten lassen sich dann einfach abziehen:

Seiten demontiert

Auch der Wackelkontakt ließ sich gut replizieren. Kein Druck:

Wackelkontakt 1

Druck auf den Kontakt:

Wackelkontakt 2

Leider sehen wir dann aber ziemlich schnell, dass die Lötpunkte der Kontaktklemmen auf der Unterseite der Platine sind und diese durch die punktgeschweißten Fähnchen fest an den Akkuzellen sitzt.
Da brauchte ich Expertenrat, den ich im lokalen Repaircafé fand. Nochmals danke Jürgen, für deine Hilfe!
Jürgen stellte mich vor die Wahl, ob ich versuchen will alle Kontaktfähnchen aus der Platine auszulöten (hab’s versucht, geht beschissen) oder ob ich die Kontaktfähnchen auf einer Seite aufsägen möchte. Der Dremel gewann:

Kontakte aufgetrennt

Wenn ihr das nach macht, zersägt die Fähnchen so, dass später noch Platz für die nötigen Schweißpunkte ist!
Nun ließ sich die Platine (nach entfernen der Schrauben) vorsichtig hochbiegen und erlaubte einen Blick auf die Lötkontakte. Hier mal der vergrößerte Blick auf die Lötstelle des Minus-Pols:

Riss sichtbar

Die kleinen Sägezähne zeigen ganz deutlich die gebrochene Lötstelle.
Also munter den Lötkolben geschwungen und prophylaktisch alle Lötpunkte der Kontaktklemmen nachgelötet:

Kontakte nachgelötet

Anschließend Platine wieder runter klappen und mit den Schrauben fixieren.
Nächster Schritt: Nickelstreifen als Brücken auf die zersägten Kontaktfähnchen punktschweißen:

Beim Schweißen

Da ich das noch nie gemacht hatte, habe ich dabei Jürgen über die Schulter geschaut.
Ist sehr ordentlich geworden:

Punktverschweißt 2

Die Nickelstreifen lassen sich übrigens super mit einer Verbandszeug-Schere schneiden:

Punktverschweißt

Danach alles wieder zusammen bauen (verliert den kleinen Knopf für die Ladestandsanzeige nicht!) und testen.
Läuft wieder in allen Lebenslagen!
Sehr schön.