Alle Beiträge von Adrian

Günters Nachlass

Die Reliant-Welt ist bekanntlich klein. Mit entsprechender Trauer habe ich daher erfahren, dass der langjährige Reliant-Freund Günter verstorben ist. Karsten ist nun so nett seinen dreirädrigen Nachlass zu regeln. Wenn also jemand Interesse an einem 1984er Reliant Rialto mit H-Kennzeichen hat, stelle ich gerne den Kontakt her:

Die Eckdaten lauten:

Reliant Rialto Saloon
Baujahr: 1984
Kilometerstand: 60.000
Farbe: rot
Bereifung: 145/80 10 Falken (2018)
Wartung bzw. Erneuerung:
10/2018 – Beleuchtung in Ordnung gebracht, Heizungskasten instand gesetzt
06/2019 – Stoßdämpfer hinten erneuert, Gummilager Stabi, Spurstange erneuert
05/2022 – Kingpin incl. Lagerung neu, Bremse komplett vorn neu, Hauptbremszylinder neu, Akku neu, Bremsbeläge hinten neu
03/2023 – Elektrik teilweise erneuert, Motor gespült, neue Kühlflüssigkeit, Kühlerschläuche neu, Vergaser gereinigt, Benzinschläuche neu, elektrische Benzinpumpe verlegt (mit Notabschaltung), Benzinfilter neu, Tankgeber incl. Dichtung und Haltering neu, Thermostat neu, Luftfilter neu, Akkuspark Zündung eingebaut, neue Zündkabel, neue Zündkerzen, Ventile eingestellt, Öl- und Filterwechsel, Sitzfedern erneuert

Seit 2018 ist der Reliant etwa 200km gefahren.
Das Fahrzeug hat eine H – Zulassung und es wurde im Mai 2023 ein Wertgutachten gemacht.

Alles senkrecht?

Hatte ich neulich noch geschrieben, dass mich das stete Tropfen der Heizung in den Überlauf nervös machte, regelte sich das Problem Anfang der Woche von selbst.
Ich kam in den Technikraum und bemerkte direkt eine Pfütze rings um das Podest der Heizung…
Nach dem obligaten Wischmob-Einsatz war der Schuldige schnell gefunden.
Das Membran-Sicherheitsventil des Brauchwasserkreislaufs tropfte munter vor sich hin:

Vom Auslösedruck (10 Bar) war das System aber weit entfernt:

Zieht man die blaue Kappe ab, findet sich darunter ein Plastikkäfig mit einer starken Feder darin:

Da gibts auch nix zu reparieren oder abzudichten, sondern nur auszutauschen.
Es gibt die Ventile in unterschiedlichen Ausführungen und Druckstufen. Hier wird das ganz anschaulich erklärt:

Ich benötigte demnach ein Trinkwasserventil (blau) mit 10 bar zulässigem Maximaldruck. Der maximal zulässige Druck steht auf der Kappe des Alten bzw. findet sich auf dem Datenschild des Brauchwasserspeichers. Die Gewindegrößen sind auch unterschiedlich. Gemein ist aber allen, dass der Ausgang immer eine Nummer größer ist, als der Eingang, um sicher zu stellen, dass bei Überdruck genügend Wasser entweichen kann. Da muss man also auch bei der folgenden Verrohrung aufpassen, dass man da keine Engstelle einbaut. Mein Ersatzteil (evenes 90 014 92) kam nach zwei Tagen:

Hier sieht man auch nochmal die Membran im Inneren:

Um eine große Wasserschlacht beim Austausch zu vermeiden, reicht es, wenn ihr den Hauptwasserhahn abdreht und dann für kurze Zeit irgendwo einen Warmwasserhahn aufdreht, bis nichts mehr kommt.
Da der Austausch aber nur durch eine geschulte Fachkraft erfolgen darf, habe ich mich vorher geschult und die Montagehinweise gelesen:

Besonders ins Auge fällt uns der vorletzte Punkt:
„Die Einbaulage des Sicherheitsventils ist immer senkrecht….“
Auch in dem ausführlichen Datenblatt zu dem Ventil wird die senkrechte Einbaulage nochmals betont, genauso wie überall im Internet (Sonderformen ausgenommen).
Nun schauen wir uns nochmal die ersten Bilder in diesem Artikel an…
*Seufz*
Also ab in den Baumarkt und einen 1/2″ 90°-Winkel besorgt.
Damit lässt sich das Sicherheitsventil problemlos auch korrekt montieren:

Warum auch immer das der Heizungsmonteur damals nicht ordentlich gemacht hat?! War wahrscheinlich einfach keine Fachkraft.

Dieser Montagefehler war wohl auch der Auslöser für die stete Undichtigkeit. Durch die seitliche Lage konnten sich Schwebteilchen an der Dichtung ablagern und sich bei z.B. einem Funktionstest (soll alle 6 Monate gemacht werden) zwischen Dichtung und Sitz klemmen.
Und das da schon reichlich Brauchwasser in den Auslass getropft war, zeigt ein Blick in die zugehörige Leitung:

Nun ist alles wieder schön ordentlich montiert (Ich liebe mittlerweile PTFE-Schnur zum eindichten) und nix tropft mehr:

Alternativwärme

Wie die geneigte Leserschaft ja weiß, haben wir Solarthermie auf dem Dach. Und wenn da gerade mal nicht der Marder dran knabbert, produziert die auch schön warmes Brauchwasser. Im Sommerhalbjahr sogar mehr als wir regelmäßig verbrauchen. Das stete Plätschern des Überlaufes höhlte meinen steinernen Geduldsfaden.
Da muss sich doch noch was von nutzen lassen!
In direkter Nachbarschaft zum Brauchwasserbehälter steht die Waschmaschine. Die braucht warmes Wasser, muss es jedoch trotz sengenden Sonnenscheins mit Strom erwärmen. Da könnte man doch…. Ja, nee, kann man wohl nicht so einfach. Das Wasser wäre zu heiß für die Bibi-und-Tina-Schlüpper bei uns im Haushalt. Und die Wäsche der Kinder verträgt das auch nicht.
Aber das sind ja noch nicht alle Warmduscher in der näheren Umgebung. Eine Wand weiter steht der hier schon leider viel zu oft thematisierte Miele-Geschirrspüler.
Der kann laut Handbuch bis 75°C warmes Wasser ab und muss das bislang auch mühsam per Strom erhitzen. Den Tellern ist es auch egal, ob sie mit 30 oder 60°C warmem Wasser gespült werden. Noch einfacher wird der Umbau, da sich der Anschluss direkt neben dem Warm-Wasseranschluss der Küchenspüle befindet:

Also neuen Eckhahn besorgt und munter ausgetauscht:

Das alte Eckventil habe ich sitzen lassen und lediglich den Geräteanschluss mit einem Blindstopfen verschlossen:

Wer weiß, wozu man das nochmal braucht.
Natürlich waren die beiden Wandscheiben aber so dicht beieinander an der Wand verschraubt, dass ich das höher bauende Eckventil mit dem extra Abgang nicht eindrehen konnte:

Also musste ich auch die Wandscheibe lösen und das ganze Geraffel „fliegend“ miteinander verschrauben. Zum Glück haben es alle verpressten Verbindungen überlebt, zumal ich die ganze Geschichte drei mal machen musste, bis alles dicht war.
Schlussendlich half nur noch Dichtfaden. Damit auch später noch unterschieden werden kann, was Warm- und Kaltwasser sind, hat das kleine Schräubchen noch mit der Nagelschere aus rotem Klebeband einen Aufkleber geschnitzt:

Keine Ahnung, wie der Armortisierungshorizont für die 12,49 € für das neue Eckventil ist, aber wenigstens rauscht jetzt nicht mehr ganz so viel warmes Wasser ungenutzt in den Ausguss.

Riegelware

Laut Statik soll die hohe Seite des Genesungswerkes in der Mitte eine horizontale Aussteifungslage aus Stahlbeton bekommen.
Darin sollen 4 x 8mm Eisen liegen, welche alle 25 cm von 6mm geschlossenen Steckbügeln umgeben sind. Das lässt sich auch gut mit den verbliebenen Schalungssteinen realisieren:

Fertige Ringe in 6mm wollte man mir nicht verkaufen. „Bei uns geht’s erst ab 8mm los. Alles darunter is‘ kein Eisen…“
Also habe ich mir Meterware besorgt und eine Biegeschablone gebaut:

Das große Schräubchen und ich haben Sie dann mit umlaufenden Schlössern verrödelt:

Zusätzlich zur Vorgabe in der Statik wollte ich die Aussteifung noch um die Ecke zum Wandstummel am späteren Tor laufen lassen:

Die nötigen Aussparungen in den rechten Endstein habe ich auf dem Bild schon angezeichnet und später mit der Diamantscheibe ausgeschnitten.
Damit ist die Aussteifung sowohl an die hintere massive Betonwand, als auch an die vertikale Aussteifungssäule angeschlossen und läuft auch vorne um die Ecke. Da sollte sich nix mehr rühren.
Apropos!
Eine Betonpumpe lohnte sich für das Bisschen nicht. Das Gleiche gilt für meinen Eigenbau-Betonkübel. Außerdem hat der Weise aus dem Nachbardorf leider den Arbeitgeber gewechselt und nun keinen Teleskoplader mehr zur Hand. Also selber anrühren und mittels Eimer in die Mauer kippen.
Da selbst gemischter Beton zwar in 85% hält, was er verspricht aber dennoch nicht normgerecht ist, habe ich zu fertiger Sackware gegriffen.
Der „Baumit Trockenbeton“ von Hornbach ist preislich ok und garantiert ein DIN-gerechtes Mischungsverhältnis. Musste ich nur noch jemanden finden, der mir die 55 Sack zusammenrührt…:

Ist halt die beste Ehefrau von Allen! *Kussemoji*
So kam Eimer um Eimer an den Kranhaken und in die Mauer:

Natürlich hatte ich vorher die Löcher der Porotonziegel abgedichtet, damit er mir nicht direkt nach unten wieder raus läuft.
Während der Beton anschließend aushärtete habe ich schon mal die Ecken hochgezogen:

Danach hieß es stumpf „Strecke machen“. Auch hier bewies sich mal wieder die Unentbehrlichkeit meines Kranes:

Dank des selbst gebauten Hebezeugs konnte ich ohne große Mühe immer 12 Steine von der Porotonpalette auf eine halbe Europalette umladen, auf das Gerüst heben und dort für den anschleißenden Kleber-Durchgang verteilen. Mittlerweile komme ich auf ca. 65 Steine pro Sack Kleber ohne die Wienenberger-Vorgabe von 80% Klebeflächenüberdeckung zu unterschreiten.

Den Puma plätten

Das große und kleine Schräubchen sind mittlerweile so alt, dass wir den Fahrrad-Kinderanhänger schon lange zum Transport von allerlei sonstigem Geraffel zweckentfremdet haben. Leider war das aber alles immer sehr provisorisch, da sich aufgrund der abgewinkelten Sitzfläche weder Klappkisten noch Altglasbehälter oder Bierkisten ordentlich verstauen ließen:

Neulich hatte ich Lust auf ein überschaubares Bastelprojekt mit sicherem Erfolg, so dass ich mich an den Umbau unseres Chariot Cougar 2 zum Lastenanhänger begeben habe.
Erstmal habe ich alles bis auf das nackte Fahrgestell zerlegt:

Während ich noch auf verschiedenen Lösungen sinnierte, fiel mir der abgeschraubte Alu-Bügel, welcher früher die Seiten und den Fußbügel bildete, auf, der hinter mir auf dem Boden lag. „Der könnte doch…..“ Moment… Tatsache! Es passen haargenau zwei Klappkisten zwischen die Bügel:

Der früher vertikale Bügel wird nun also zur neuen horizontalen Reling:

Wie man auf dem Bild an der Wasserwaage sieht, hat man so auch direkt schon seine Auflagepunkte für die spätere Ladefläche.
Leider ist da aber noch die Mechanik der früheren Feststellbremse in der Mitte im Weg. Die haben wir schon mit Kindern nie genutzt und kann nun getrost raus fliegen.
Sie ist mit der Achse vernietet, so dass man die Nieten ausbohren muss:

Ansonsten ist das aber nur Plastikgeraffel, dass sich einfach ausfädeln lässt.
Blieb noch die Frage des hinteren Abschlusses. Da hatte ich ja damals einen dünneren „Bügel“ verbaut um Fahrrad-Packtaschen montieren zu können. Die flog nun wieder raus und der frührere, gepolsterte, Schiebegriff fand als „Stoßstange“ seinen Weg zurück an seinen angestammten Platz:

Damit waren auch die Maße der Ladefläche fix: 125 x 60 cm
Die Achse liegt dann 65 cm von der hinteren Kante entfernt. Das passt also auch grob mit dem Schwerpunkt.
Nun brauchte ich noch Verschraubungspunkte und Verstärkungen für die Ladefläche. Ich habe zu zwei kesseldruckimprägnierten Dachlatten gegriffen. Die hatte ich noch liegen und unter der Ladefläche interessiert das eh niemanden. Da ich nicht in den Alu-Rahmen bohren wollte und eh etwas Höhe gewinnen musste, habe ich vorne zu Rohrschellen mit aufgeschweißter Mutter gegriffen:

Ein bisschen schwieriger ist es die Dachlatten um die asymmetrische Achse herum zu formen. Ich habe mir mit einer Schablone beholfen, über die ich mich der endgültigen Form angenähert habe:

Auch für die hintere Querstrebe musste eine Aussparung in die Dachlatte. Hier mal eine Ansicht von der Seite:

Natürlich ist mit dieser Konstruktion die serienmäßige Federung des Anhängers umgangen. Die brauchen die Einkäufe aber eh nicht.
Mit einem Stück Pappe habe ich dann die Ladefläche simuliert und eine Schablone gebastelt:

Vom Ladevolumen schon mal vielversprechend.
Allerdings fehlt noch eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Kleinkram. Ich habe dazu die frühere rückseitige Tasche samt Bügel an der Vorderseite befestigt:

Ein Holzklotz mit entsprechenden Aufnahmen stellt die Verbindung zum Rahmen her. Auch hier waren keine zusätzlichen Bohrungen im Rahmen notwendig.
Um die Beschichtung der 12mm Siebdruckplatte beim aussägen nicht zu beschädigen, habe ich die Schnittkanten mit dem Cuttermesser vorgeschnitten:

Hat gut funktioniert. Die Schnittkanten habe ich anschließend mit der Siebdruckplatten-Farbe gestrichen, die noch von der Kletterwand übrig war:

So sieht das Geschoss mit der Platte von unten aus:

Die Platte habe ich anschließend mit den Dachlatten verschraubt:

Von den Rohrschellen im vorderen Bereich gehen Gewindestangen durch die Dachlatten und die Siebdruckplatte. Gehalten wird sie dort über Ringösen und Unterlegscheiben. So hat man auch direkt zwei Anschlagpunkte für einen Spanngurt:

Auch einen Belastungstest mit 50 kg Fliesenkleber (darunter Anti-Rutsch-Pads) habe ich schon gemacht:

Fährt sich erwartungsgemäß: klassische Einkäufe sind problemlos und man muss nur ein wenig auf die Lastverteilung achten. Bei Fliesenkleber, Blumenerde und Trasszement kommen die klassischen Gummi-Block-Bremsen meines 90er-Jahre Mountainbikes aber an ihre Grenzen.
Aber die Beste von Allen hat ja neuerdings ein E-Bike. Da sollten auch die 11 Paletten Porotonsteine für das Genesungswerk kein Problem sein. Kann sie ja auch nacheinander holen…