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Mit dem Strom schwimmen II

Um im Genesungswerk für die nötige Erleuchtung zu sorgen, orderte ich 18 LED-Doppelwannenleuchten:

Wannenleuchten geliefert

Mit 156 cm Länge passten sie nicht in die Paketkiste und wurden daher direkt vor der Haustür abgeworfen.
Die Hasen spucken bei 44 Watt 4000 Lumen in 4000 Kelvin aus. Der Abstrahlwinkel beträgt 120°.
Warum ich keine von den schicken Ufo-Werkstattleuchten oder LED-Panele genommen habe, die alle auf Youtube bewerben?
Ganz einfach: Wannenleuchten verwenden genormte Leuchtmittel. Die kann ich jederzeit austauschen:

Innenleben Wannenleuchte

Und an 19,99€ inkl. Leuchtmittel kommt preislich auch sonst kaum was ran. Außerdem war die Montage der Wannenleuchten ein weiterer Pluspunkt. Das seht ihr aber nachher.
Im Netz nörgeln immer wieder Menschen, dass man LED-Röhren leicht verpolen kann und sie dann durchbrennen. Dafür muss man aber blind sein:

Do not power

Auch der elektrische Anschluss stellt einen vor keine Hürden:

Stromanschluss Wannenleuchte

Bevor ich aber an die Montage ging, habe ich erst noch eine simple Verbesserung vorgenommen:

Alu Klebeband Wannenleuchte

Die LED-Röhren strahlen ja ihr Licht ringsum ab. In der dunklen Wannenleuchte nützt es mir aber nix. Abhilfe schafft für schmalen Taler ein Streifen Alu-Klebeband. Von dem Gedanken, das Klebeband knickfrei aufzukleben, muss man sich allerdings verabschieden:

Alu Klebeband aufgeklebt

Ist für die Reflexion aber auch egal. Ich habe natürlich auch Vergleichsfotos ohne/mit Alu-Klebeband gemacht. Allerdings sieht man darauf keinen Unterschied.
Mit bloßem Auge behaupte ich ihn aber zu sehen. Ehrlich!
Egal. Probelauf!
Ich habe erstmal zwei Leuchten mit Steckern versehen und mittels Kabelbindern an den beiden mittigen Pfetten befestigt:

Probemontage

Ein Verlängerungskabel samt Mehrfachsteckdose brachte ihnen Strom. Gewagte Konstruktion, aber so konnte ich testen, ob mein Plan, die Leuchten an den Pfetten zu montieren auf ging.
Die Pfetten sind ja (genauso wie der Rest der Dachkonstruktion) um 11° geneigt. Daher hatte ich ein wenig Bedenken, dass der Abstrahlwinkel der Leuchten nicht ausreichen würde, um auch die niedrige Wandseite zuverlässig auszuleuchten. War aber unbegründet. Genauso wie die Sorge um den seitlichen Schattenwurf der Sparren.
Damit musste ich die Leuchten auch nicht abhängen, sondern konnte sie schön geschützt direkt an den Pfetten verschrauben.
Die Montage erfolgt einfach über jeweils zwei Federklemmen:

Halteklammer Wannenleuchte

Da klickt man einfach die Wannenleuchte ein und kann sie dann noch etwas in den Aufnahmen verschieben, um sie auszurichten:

Chassis Wannenleuchte montiert

Die Verkabelung erfolgte dann in den Z-Pfetten:

Verkabelung Wannenleuchten

Natürlich habe ich die Pfetten beim Anschluss an die entsprechende Ringleitung auch nochmal extra geerdet.
Die Ansteuerung erfolgt ja über Stromstoßrelais im neuen Schaltschrank:

Stromstoßrelais

Die haben nebenbei den Vorteil, dass man das Relais auch manuell auslösen kann. So habe ich schon jetzt mit einer provisorischen Stromzufuhr einen Lichtschalter:

Beleuchtung montiert

Ich bin mit der Ausleuchtung sehr zufrieden. Wenig Schattenwurf, schön gleichmäßig hell und angenehme Farbtemperatur:

Beleuchtung montiert 2

Auch mit der Qualität der Leuchten bin ich sehr zufrieden. Alles ausreichend stabil und sauber verarbeitet. Für den Preis eine klare Empfehlung.

Mit dem Strom schwimmen I

Nachdem nun die Hütte endlich zu war, konnte ich mit der Elektrifizierung beginnen.
Vorab: Keine Angst, das guckt sich nachher noch ein Profi an und macht den finalen Anschluss.
Als erstes stand aber die Frage im Raum, wie ich die Leitungen (Strom, Wasser, Luft) im Genesungswerk verlege. Klar war, dass sowohl Strom als auch Luft als Ringleitung geführt werden sollen. Dazu bietet sich der schmale Absatz zwischen Mauerkrone und Trauf-/Firstpfette an.
Da ich ja nix wegschmeiße, hatte ich noch reichlich verzinkte Estrichmatten von den Brennholztürmen. Davon habe ich Streifen abgeschnitten und in die Löcher der oberen Porotonsteine gesteckt:

Kabeltrasse

Auf dem Bild sieht man übrigens auch schön den Effekt meiner Isolierung der Firstpfette. Der schmale Streifen an der Sandwichplatte ist Raureif auf dem Blech. Ca. 2 cm tief krabbelt die Kälte (an dem Tag -7°C) noch in die Halle. Ansonsten schafft es die Isolierung in Verbindung mit der halb unterirdischen Bauweise, dass die Halle dauerhaft über 0°C bleibt.

Diese Art der Kabeltrasse kann ich auf jeden Fall zur Nachahmung empfehlen! Ist schön stabil und man kann Leitungen gezielt raus führen. Vom Preisunterschied zu professionellen Kabeltrassen ganz zu schweigen.
Ebenfalls in grauer Vorzeit hatte ich mich schon um die Grundlagen für die Verkabelung des Genesungswerkes gekümmert.
Aus einem industriellen Abrissgebäude konnte ich ca. 200 Meter 5-adriges Kabel in unterschiedlichen Stärken, einen Haufen Sicherungsautomaten sowie zwei kleine Unterverteilungen ergattern:

Sicherungsvorrat

Auch eine angefangene Trommel mit Telefonkabel lief mir zu. Das waren die Grundlagen für die Stromversorgung und Lichtschaltung.
Bei Kleinanzeigen gab es noch für ein Taschengeld einen bestückten Hager System 90 SL Schaltschrank:

Gebrauchter Schaltschrank

Leider hat den Schrank mal jemand eingeschäumt. Da ist also noch ein neuer Anstrich fällig:

Schaum am Schaltschrank

Außerdem war er leicht verzogen, so dass die Tür nicht mehr sauber schloss. Das war aber nix, was sich nicht mit Gewalt lösen ließe.
Um die Blenden für den Zähler zu entfernen, muss man die weißen Stöpsel über den Schrauben ausbohren:

Schrauben freilegen

Danach kann man sie einfach abschrauben und samt den Schienen aus dem Kasten entnehmen.
Danach war es nur noch ein einfacher Blechkasten. Den habe ich auf eine Ecke gestellt und mich auf die andere Seite drauf gelehnt, bis alles wieder rechtwinklig war.
Leider war auch der Plastikriegel der Tür abgebrochen. Dank Markenware gab es da aber auch für schmalen Taler Ersatz:

Türverschluss

Neu bestückt wanderte er dann an die Wand in der Halle:

Schaltschrank am neuen Platz

Darunter ist der noch aktuell angeschlossene Bauverteiler. Daneben fand der Trafo für den Hallenkran seinen Platz.
Warum ich so einen riesigen Schaltschrank genommen habe?
Wer weiß, was da noch alles rein kommt?! Photovoltaik? Frequenzumrichter? Extra Stromkreise für eine historische Drehbank?
Besser ich hänge da jetzt einen größeren Schrank hin, als dass ich später keinen Platz mehr habe.
Aktuell habe ich drei Stromkreise mit jeweils eigenem FI in dem Schaltschrank.
Zwei Stromkreise davon für (CEE-)Steckdosen sowie fixe Verbraucher (Kran, Hebebühnen) und einen separaten für Licht und Tor.
Das Licht ist dann nochmals unterteilt in eine Hauptbeleuchtung und eine Not-/Orientierungsbeleuchtung.
Sollte da also mal eine Sicherung fliegen, steht man nicht gleich im dunklen und auch das Tor lässt sich noch öffnen.
Die Steuerung des Lichtes erfolgt über 12V-Stromstoß-Relais. So kann ich die Verkabelung mit Telefonkabel machen und auch von allen Ecken und Enden des Genesungswerkes das Licht steuern.
Apropos Licht: Das war der nächste Posten auf der Liste….

Alltagsservice II

Auch der Gnadendacia hatte sich zumindest einen kleinen Service in den letzten Monaten erarbeitet:

Dacia beim Service

Der für den Vierkant an der Ölablassschraube Verantwortliche, gehört heute noch ausgepeitscht!
Aber hierüber hatte ich mich ja schon in der Vergangenheit hinlänglich beschwert.
Bis er seiner gerechten Strafe zugeführt wird, verwende ich einfach weiterhin den Tür-Vierkant und zwei Gripzangen:

Ölablassschraube

Laut Handbuch wäre auch der Luftfilter mit dem Wechsel dran gewesen, aber der sieht noch takko aus:

Luftfilter

Darf also bleiben.
Beim Ölwechsel machte ich noch eine unschöne Entdeckung. Anscheinend ist der Dichtring der rechten Antriebswelle undicht:

Antriebswelle undicht

Mal sehen, was ich da mache.
Die Kontrolle der Bremsbeläge verschob ich auf einen Tag mit Hebebühne.
Noch schnell den Eintrag ins Service-Heft samt Stempel und fertig ist der Lachs.

Auf dem Boden der Tatsachen II

Ich muss hier noch ein paar lose Enden zusammenfegen. Zum Beispiel die Fußleisten in der Halle.
Die beauftragten Menschen meinten ja, dass es Ihnen zu aufwändig wäre, die Fußleisten aus den Abschnitten der Fliesen zu schneiden, obwohl ich erstaunlicherweise die Rechnung zahlte. Also mal wieder selber ran.
Erfreulicherweise durfte ich mir von einem Bekannten einen schönen Nassschneidetisch borgen:

Schneidetisch

Kurzes durchzählen ergab, dass ich bei 5cm Fußleistenhöhe ausreichend Reste hätte, um die gesamte Halle zu versorgen:

Fliesenabschnitte

Da ich geliehene Dinge gerne besser zurück gebe, als ich sie bekommen habe, spendierte ich dem Nassschneider noch einen Spritzschutz um das Sägeblatt, aus einem LKW-Schlauch. Da das trotzdem noch eine tropfige Angelegenheit war, kam er in ein „Becken“ aus Plane und untergelegten HT-Rohren:

Aufbau Schneidetisch

Danach ging es an die Serienfertigung:

Fußleisten aufgereiht

Bevor der Frost auch in der Halle Einzug hielt, schaffte ich es noch zumindest die dunklen Fliesen zu verkleben:

Fußleisten angeklebt

Auch die Silikonfugen habe ich hier schon gezogen. Davon gibt es aber keine Bilder. Wenn ich eine Hass-Arbeit beim Bau habe, dann sind das Silikonfugen!
Egal. Was zählt, ist, dass ich wieder einen Haken an eine Aufgabe machen konnte.

P.S.: Natürlich reichten die Reste locker für die Fußleisten und ich musste keine einzige volle Fliese zerschneiden.

Alltagsservice I

Neben all den Arbeiten am Genesungswerk musste ich auch noch den Service an den Alltagsmöhren absolvieren.
Hoffentlich war das der letzte Service als Bodenturner. Den nächsten bitte im Genesungswerk auf einer Hebebühne.
Egal, Luxusproblem.
Apropos:
Ich bin immer noch offen für Lösungsvorschläge, was das Drainageventil des Ölfilters angeht. Das ist jedes Mal eine riesen Sauerei.
Neben dem üblichen Kram, den wir hier schon X-mal behandelt haben, habe ich auch am Gerontengolf erstmalig die Zündkerzen gewechselt.
Eigentlich kein großer Akt, aber vielleicht doch einen kleinen Einblick wert. Insbesondere, weil das augenscheinlich schon mal jemand vor mir am Gerontengolf gemacht hat.
Wie sollte es auch anders sein, müssen es auch hier Berggorillas gewesen sein.
Woher ich das weiß?
Na, es fehlten schon immer beim Gerontengolf die Abdeckung und die Halteschrauben der Zuleitung zu den Zündmodulen:

Module ohne Schrauben

Und da die Gorillas sich auch das Geld für den passenden Abzieher gespart haben, sind an den Zündmodulen die Rippen gebrochen:

Abzieher auf beschädigtem Modul

Das passiert nämlich, wenn man, statt den Abzieher zu benutzen, einfach mit einem Schraubendreher unter den Modulen hebelt.
Auch beim Abzieher müsst ihr darauf achten, ihn nur an der oberen, dicken Rippe anzusetzen.
Die Abzieher gibt es als VAG-Satz für unter 20€:

Abzieherset

Mit dem Abzieher und etwas Kraft zieht man die Module nun ein Stück raus.
Anschließend drückt ihr die Stecker Richtung Modul (also „weiter rein“) und löst dabei die Verriegelung. So lassen sich alle Stecker entfernen:

Stecker abgezogen

Die Gorillas haben beim Ölwechsel übrigens auch gerne gepütchert:

Ölrückstände

Tief unten im Loch sitzen die Zündkerzen:

Zündkerze im Loch

Zum lösen ist eine schmale Zündkerzennuss samt länger Verlängerung nötig.
Da ich immer damit kämpfe, die Zündkerzen aus dem Gummi der Zündkerzennüsse raus zu bekommen, habe ich mir damit beholfen, zwei identische Nüsse zu besitzen.
Aus einer Nuss habe ich aber das Gummi entfernt.
Das Prozedere ist, mit der Nuss ohne Gummi, die Zündkerze zu lösen und sie mit der Nuss, mit Gummi aus dem Loch zu fischen. So muss man die Nuss nur locker aufstecken und bekommt die Kerze wieder gut aus dem Gummi. Beim Einbau geht es umgekehrt: Erst die Zündkerze in den Gummi einstecken und locker im Zylinderkopf eindrehen. Danach die Nuss wechseln und mit der Nuss ohne Gummi auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen:

Drehmomentschlüssel

Vor dem Einbau der neuen Kerzen habe ich noch die Zündkerzenlöcher ausgesaugt:

Staubsaugerschlauch

Da braucht keiner Krümel drin.
Jetzt sind auch wieder die korrekten Zündkerzen verbaut und keine FLR 8 LDCU:

Alte Zündkerze

Wenn ihr die Zündmodule wieder auf die Kerzen drückt, achtet auf die Ausrichtung. Die Module haben Nasen. Sie sollen spürbar auf der Kerze einrasten.