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Alltagsservice I

Neben all den Arbeiten am Genesungswerk musste ich auch noch den Service an den Alltagsmöhren absolvieren.
Hoffentlich war das der letzte Service als Bodenturner. Den nächsten bitte im Genesungswerk auf einer Hebebühne.
Egal, Luxusproblem.
Apropos:
Ich bin immer noch offen für Lösungsvorschläge, was das Drainageventil des Ölfilters angeht. Das ist jedes Mal eine riesen Sauerei.
Neben dem üblichen Kram, den wir hier schon X-mal behandelt haben, habe ich auch am Gerontengolf erstmalig die Zündkerzen gewechselt.
Eigentlich kein großer Akt, aber vielleicht doch einen kleinen Einblick wert. Insbesondere, weil das augenscheinlich schon mal jemand vor mir am Gerontengolf gemacht hat.
Wie sollte es auch anders sein, müssen es auch hier Berggorillas gewesen sein.
Woher ich das weiß?
Na, es fehlten schon immer beim Gerontengolf die Abdeckung und die Halteschrauben der Zuleitung zu den Zündmodulen:

Module ohne Schrauben

Und da die Gorillas sich auch das Geld für den passenden Abzieher gespart haben, sind an den Zündmodulen die Rippen gebrochen:

Abzieher auf beschädigtem Modul

Das passiert nämlich, wenn man, statt den Abzieher zu benutzen, einfach mit einem Schraubendreher unter den Modulen hebelt.
Auch beim Abzieher müsst ihr darauf achten, ihn nur an der oberen, dicken Rippe anzusetzen.
Die Abzieher gibt es als VAG-Satz für unter 20€:

Abzieherset

Mit dem Abzieher und etwas Kraft zieht man die Module nun ein Stück raus.
Anschließend drückt ihr die Stecker Richtung Modul (also „weiter rein“) und löst dabei die Verriegelung. So lassen sich alle Stecker entfernen:

Stecker abgezogen

Die Gorillas haben beim Ölwechsel übrigens auch gerne gepütchert:

Ölrückstände

Tief unten im Loch sitzen die Zündkerzen:

Zündkerze im Loch

Zum lösen ist eine schmale Zündkerzennuss samt länger Verlängerung nötig.
Da ich immer damit kämpfe, die Zündkerzen aus dem Gummi der Zündkerzennüsse raus zu bekommen, habe ich mir damit beholfen, zwei identische Nüsse zu besitzen.
Aus einer Nuss habe ich aber das Gummi entfernt.
Das Prozedere ist, mit der Nuss ohne Gummi, die Zündkerze zu lösen und sie mit der Nuss, mit Gummi aus dem Loch zu fischen. So muss man die Nuss nur locker aufstecken und bekommt die Kerze wieder gut aus dem Gummi. Beim Einbau geht es umgekehrt: Erst die Zündkerze in den Gummi einstecken und locker im Zylinderkopf eindrehen. Danach die Nuss wechseln und mit der Nuss ohne Gummi auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen:

Drehmomentschlüssel

Vor dem Einbau der neuen Kerzen habe ich noch die Zündkerzenlöcher ausgesaugt:

Staubsaugerschlauch

Da braucht keiner Krümel drin.
Jetzt sind auch wieder die korrekten Zündkerzen verbaut und keine FLR 8 LDCU:

Alte Zündkerze

Wenn ihr die Zündmodule wieder auf die Kerzen drückt, achtet auf die Ausrichtung. Die Module haben Nasen. Sie sollen spürbar auf der Kerze einrasten.

Service in red II

Nachdem beim JZR alle Lager frisches Fett bekommen hatten, konnte ich direkt mit den sonstigen Schmiermitteln weiter machen.
Das Öl im Endantrieb steht genau am Gewinde:

Ölstand Endantrieb

und auch Motoröl ist ausreichend vorhanden.
Die NGK DR8ES sind etwas verrußt:

Zündkerzen verrusst

Aber nix, was eine Kupferbürste nicht regeln könnte. Der Abstand passt:

Abstand Zündkerzen

Als nächstes habe ich mich dem Schalthebel zugewandt. Der hatte auf seiner linearen Führung seitliches Spiel. Dann schauen wir doch mal, wie sowas in England konstruiert wurde:

Schalthebel demontiert

Man nehme also einen Rundstahl, den man in Form biegt und schweiße einen Bolzenstummel sowie eine fette Mutter an. Das Gewinde der Mutter schleift man dann so weit runter, dass ein kleines Nadellager (HK 1212) da saugend rein passt. In das Nadellager kommt dann noch eine Hülse, die auf einem an der Karosserie verschweißten Bolzen dreht.
Gut, dann bauen wir das Alles mal mit reichlich Fett und einer selbstsichernden Mutter wieder zusammen:

Schalthebel gefettet

Damit war der Service als Aufwärmübung durch und ich konnte an die größeren Baustellen am JZR gehen.

rollierender Service II

Nachdem das weiße Leder wieder strahlte, habe ich mich den Basics zugewandt:

Erster Halt war der Ölwechsel. Da hatte irgend so ein Werkstattgorilla die Ölablassschraube so angeballert, das sich ihre Dichtscheibe umgebogen hatte. Natürlich war sie in diesem Zustand auch schon vorher nicht mehr dicht, so dass der Gorilla sie noch zusätzlich mit Dichtmumpe eingeschmoddert hatte:

Die Schraube ließ sich nur mit vollem Körpereinsatz und einer Verlängerung am starren Knebel lösen. So sah sie ausgebaut aus:

Da muss ich also für den nächsten Service Ersatz besorgen.
In der Zwischenzeit verhilft ihr ein Kupferdichtring auch bei vorschriftsmäßigem Drehmoment zur Kontinenz:

Solcherlei High-Tech kann man aber auch von einer Fachwerkstatt nicht erwarten…
Nächster Halt war der Benzinfilter. Der soll laut Wartungsplan alle 40.000 km gewechselt werden und sitzt sehr Servicefreundlich direkt am linken Federbeindom:

Laut Werkstatthandbuch soll man vor Arbeiten am Kraftstoffsystem selbiges drucklos machen. Dazu startet man den Motor, baut die Rückbank aus, entfernt den Stecker von der Benzinpumpe und wartet bis der Motor verendet.
Alternativ lässt man das alles sein und nimmt einfach zwei Nylon-Schlauchklemmen:

So wahnsinnig großer Druck ist da eh nicht auf den Schläuchen.
Dann noch einen Lappen über den Anschluss, wenn man den Schlauch abzieht und gut.
Beim neuen Filter dann auf die Flussrichtung und die Ausrichtung der Anschlüsse achten:

Beim späteren anlassen habe ich den Zündschlüssel erstmal auf „Zündung ein“ stehen lassen und über den offenen Tankstutzen gehorcht, ob sich das Geräusch der Pumpe ändert. Wird das Geräusch tiefer, hat sie alle Luft aus dem System gedrückt und baut Druck auf. Fertig.
Auch die Zündkerzen waren für einen Wechsel fällig.
Im Werkstatthandbuch gibt es hier unterschiedliche Angaben zu den kompatiblen Kerzen, welche nur durch die Motorkennzeichnung „B1“ und „B3“ tabellarisch unterschieden werden. Um euch entsprechende Recherche zu ersparen:
Vergesst „B1“. Das sind die ganz astmathischen Motorversionen mit Vergaser und 59 PS. Die haben es noch nicht mal auf den deutschen Markt geschafft. In Europa kann man die wohl nur in Portugal antreffen (Die Australier hatten die Eier übrigens mit 1,5l und 87 PS; Das muss eine echte Rakete sein).
Ich habe mich dementsprechend gemäß Handbuch für NGK BKR5E-11 entschieden:

Der Kontaktabstand soll zwischen 1,0 und 1,1 mm liegen.
Da die Kupplung erst kommt, wenn man das Pedal fast losgelassen hat, habe ich mich abschließend noch um dessen Lehrbuchmäßige Einstellung gekümmert.
Verschlissen ist die Kupplung schon mal nicht. Da ist noch reichlich Gewinde zum nachstellen übrig:

Das Leerspiel dort passt aber leider ebenso wie das Spiel des Kupplungspedals im Innenraum. Alles vorschriftsmäßig eingestellt und nochmals überprüft.
Fazit: Das muss wohl so….komisch.
Gut, unsere Eier von damals sind kein Vergleichsmaßstab. Die hatten jeweils knapp 200.000 km auf der Uhr.
Ebenso irritiert ließ mich der Innenraumfilter zurück. Dass er in den offiziellen Service-Unterlagen nicht aufgeführt wird, könnte augenscheinlich daran liegen, dass der 121 keinen hat…. Also ich habe zumindest an den üblichen Orten (hinter dem Handschuhfach, Mittelkonsole, unter dem Windlauf) keinen finden können. Vielleicht gab es den nur bei Modellen mit Klimaanlage (Australien)? Wer da genaueres weiß, darf mich gerne erhellen.
Damit war ich mit den einfachen Servicearbeiten durch und hatte auf der Werkbank nur noch Zahnriemen, Wasserpumpe und Keilriemen liegen.
Das kann aber noch warten. Der 1,3l ist ja zum Glück ein Freiläufer….

Service 2020

Wie gesagt stand für den Combo noch ein kleiner Service an:

Nix besonderes, aber muss gemacht werden. Alles schon mal da gewesen:

Für den Combo gab es eine neue Runde Zündkerzen. Die NGK Laserline 1 hatten sich bewährt. Daher gab es davon neue:

Das Kerzenbild der alten Zündkerzen war tadellos:

Lediglich Kerze Nr. 3 ist ein wenig pink. Menschen behaupten, dass dies auf zu mager hindeutet. Bei modernen Motoren gebe ich da aber recht wenig drauf. Kein Handlungsbedarf meinerseits.

Einziges Problemchen waren zum Abschluss die Gummihalter der Motorabdeckung. Die Abdeckung wird hinten geschraubt und hält vorne lediglich in zwei Gummistücken. Die waren im Laufe der Jahre einfach zerbröselt und nun klapperte die Abdeckung lose auf dem Motor rum. Wer sie ebenfalls ersetzen muss, die Ersatzteilnummer lautet bei GM 90412868 bzw. bei Opel 607812:

Links neu, rechts zerbröselt. Sollten sie bei euch gänzlich verschwunden sein, sie werden in diese kleinen Nasen am Ventildeckel geklemmt:

Damit war der Service durch und es konnte auf große Fahrt gehen.

Zündkabelsalat

Nach 30+ Jahren habe ich dem Rialto mal einen Satz neue Silikon-Zündkabel und ein elektronisches Zündmodul spendiert:
Lieferung
Das Ganze ist Teil der Strategie ihm irgendwann mal endgültig das leichte Geruckel abzugewöhnen.
Da man für den Tausch der Zündkabel am besten die Verkleidung im Fahrerfußraum entfernt, konnte ich bei der Gelegenheit auch gleich mal den Zustand der Zündkerzen inspizieren:
Zündkerzen im Motorraum
Die alten Zündkabel waren im Laufe der Jahre gut ausgehärtet. Um mit der Zündreihenfolge nicht durcheinander zu kommen, habe ich Kabel für Kabel ersetzt und die neu nummeriert:
Zündkabel alt vs. neu
Soweit, so einfach.
Der Anblick der Zündkerzen war jedoch nicht so erfreulich:
Zündkerzengesichter -1. Zylinder links-
Zylinder 1 (links im Bild) und 3 waren schön grau-braun. Nummer 2 und 4 hingegen waren deutlich verölt. Komisch, da sowohl 1&2 als auch 3&4 sich einen Ansaugtrakt teilen. Da hätte ich eher einen Zusammenhang vermutet. Außerdem verwende ich schon die etwas heißeren 5ES-Zündkerzen:
5ES-Zündkerze
Da ich aktuell nicht weiter weiß, habe ich lediglich die Zündkerzen gereinigt, die Kontaktabstände überprüft:
Elektrodenabstand überprüfen
und dann die Kerzen einmal durchgetauscht. Mal sehen, wie der Zustand der Kerzen bei der nächsten Überprüfung ist.