Nachdem die Laufschienen des Tores montiert waren, habe ich bei der Welle weiter gemacht. Um sicherzustellen, dass sie später auch möglichst reibungsarm in ihren Lagern läuft, habe ich wieder den Laser und einen kleinen magnetischen Neigungsmesser bemüht:
Damit auch später alle Stützlager in einer Flucht verlaufen, habe ich bei jedem (der unterschiedlich großen) Lager die Mitte markiert:
So konnte ich sie entlang der Laserlinie ausrichten und an der Wand montieren:
Die einzelnen Wellensegment montierte ich wieder vom Rollgerüst aus:
Keine Ahnung, wie man das ohne Gerüst machen will. Die Dinger sind bestialisch schwer. Aufgrund des Gewichtes lohnt es sich vorher drei mal zu kontrollieren, ob man wirklich alle vorgesehenen Bauteile aufgefädelt hat. Achtung, es gibt unterschiedliche Bauteile für links und rechts! Die Anleitung ist auch hier eine Herausforderung. Von der Montage der Torsegmente habe ich leider keine Bilder. Wie schon gesagt, waren wir zu dritt gut ausgelastet. Kein Vergleich zu den Sandwichelementen des Daches, aber immer noch herausfordernd. Aber am Ende war das Loch zu:
Endlich ergab sich auch von Außen ein finales Bild:
Nächster Schritt war die Montage des Torantriebes. Das war eher eine sprachliche Herausforderung…
…das Tor macht weit. Seit Ewigkeiten bildeten zwei modifizierte Bauzaunelemente ein improvisiertes Tor zum Genesungswerk. Ziel zum Jahresende war es, dieses Provisorium durch ein schickes neues Sektionaltor zu ersetzen. Nach einem astronomischen Angebot von Hörmann (etwas über 6000€; ohne Montage!) entschied ich mich für Omnitore als Anbieter. Dort kostete das Tor knapp die Hälfte und die Abwicklung samt Lieferung war absolut problemlos:
Um die Kosten weiter in Grenzen zu halten entschied ich mich für einen Aufbau in Eigenleistung. Aus der Retrospektive kann ich sagen: Kann man machen.
Die mit Abstand größte Herausforderung war es, die Piktogramme in der Anleitung zu verstehen. Die Anleitung umfasst verschiedene Varianten des Tores und die unterschiedlichen Baugruppen werden immer nur als „Option X“ tituliert. Da ist Detektivarbeit gefragt, um herauszufinden, welche „Option“ man denn nun da vor sich liegen hat. Die Bauteile sind häufig optisch gleich, weichen aber in den Dimensionen um ein paar Millimeter ab. Man beachte auch die kreative Nummerierung der Seiten.
Bei einem Tor in den Dimensionen 5 x 3 Meter geht der Aufbau selbst auch alleine, sofern man ein (Roll-)Gerüst hat. Nur beim einsetzen der Torelemente waren wir zu dritt und gut ausgelastet. Los ging es aber mit der Montage des Rahmens und der Schienen:
Ebenfalls empfehlen möchte ich für den geneigten Nachmacher einen Nivelierlaser und Einhandzwingen zum ausrichten:
Eine gute Idee in der Anleitung ist es, die hintere Querstange als temporäre Abstandslehre für die Schienen vorne zu nehmen:
So kann man die vertikalen Schienen schön vor der „Torloch“ vermitteln und mittels Einhandzwingen und Laser parallel ausrichten. Danach noch 12 mal die Maße checken, die Löcher anzeichnen und dann gibt es keinen Weg mehr zurück:
Für die Verankerung in Porotonsteinen schwöre ich auf TOX „Bizeps“ Poroton-Dübel. Die halten wirklich super! Nur oben im Betonsturz führte die hohe Reibung im Dübel dazu, dass ich mir eine Schraube abriss:
Merke: Für relevante Verangerungen in Beton IMMER Bolzenanker verwenden! Es gab anschließend ein neues Loch, etwas darunter und einen ordentlichen Anker:
Zur Montage der knapp 5m langen horizontalen Laufschienen ersann ich eine hasardeuristische Stützkonstruktion aus zwei Gerüstböcken, einer Baustütze und reichlich Kabelbindern:
Bis einen Moment später mein Blick auf mein Rollgerüst fiel….:
So konnte ich die Schienen bequem an das Tor heranrollen, vorne verschrauben und hinten hoch halten. Mittels Ratschengurten habe ich sie dann temporär von den Stahlträgern abgehängt:
Mittels der Ratschengurte ließ sich auch die Höhe der Schienen gut justieren. Abgehängt habe ich die Schienen dann final über an einem Stahlträger aufgehängte Dreiecke:
Das war ein wildes Puzzle aus gelochten Winkeleisen. Die Klemmung am Stahlträger erfolgt über Gewindestangen, die die Winkeleisen anpressen. Ich habe die Dreiecke bewusst nach innen überstehen lassen, damit ich neben dem Tor ggf. noch ein Hochregal stellen kann. Der geneigte Nachmacher muss darauf achten, dass das Tor beim Hochlauf nicht mit der Querstrebe kollidiert. Im nächsten Artikel geht es dann in die Vollen.
Man sieht deutlich, wo die Masse immer wieder abgeflossen ist. Sie hatte jetzt die Konsistenz von nahezu festem Gips. Auch einige Poren waren noch deutlich sichtbar:
Sie ließ sie sich aber gut ausschalen:
Hier sieht man auch deutlich, warum die Verwendung der Füllprofile dumm war. Die Masse findet eh ihren Weg und ich hatte mir jetzt einen Hohlraum geschaffen, der eine zukünftige Schwachstelle bildete. Genau über diese Ecke fahren ja später die Autos. Noch blöder war die Verwendung von Silikon, da ich das mühsam aus den Hohlräumen puhlen musste:
Notiz an eventuelle Nachmacher: Lücken einfach umbauen und voll laufen lassen. Kein Heckmeck. Eh ich mich aber dieses Fehlers annehmen konnte, wollte ich mich erstmal der Fläche zuwenden, eh diese vollständig aushärtete. Die Oberfläche vertrug noch etwas Finish:
Mit dem Reibebrett ließen sich einige der größeren Unebenheiten egalisieren:
Und der feuchte Schwamm schaffte wieder eine schön glatte Oberfläche:
Das war jetzt 28 Stunden nach dem Guss. Auch die vordere Kante wollte ich noch abrunden. Hier bewährte sich Grobarbeit mit dem Cutter:
Und der nasse Schwamm machte alles schön rund:
Den Hohlraum vorne schloss ich mit eng gestopftem Quellmörtel:
Das hat auch bei den Stahlträgern gut funktioniert. Später wird an die Fläche ja ran gepflastert, so dass ich hoffe, dass auf die Kante nicht zu viel Last kommt. Trotz des Malheurs bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden:
Beim nächsten Mal würde ich die Masse steifer anrühren (weniger Wasser als vorgeschrieben) und sie dann händisch modelliert. Dann kann man auch direkt ein Gefälle mit realisieren.
Um damit anfangen zu können, größeres Gelumpe in das Genesungswerk zu verfrachten, gab es nach der Fliesenaktion noch ein kleine Hürde zu überwinden. Und zwar im wörtlichen Sinne:
Am Eingang der Halle gab es nun eine kleine Stufe auf die erste Fliesenreihe. Lässt man das so und fährt mit Fahrzeugen einfach über die Fliesenkante, bricht sie nach kürzester Zeit ab oder die ganze Fliese löst sich. Da die Stufe aber nur ca. 17mm betrug, schied auch Estrich aus, da er größere Schichtstärken benötigt, um eine feste Schicht auszubilden. Meine Wahl fiel auf Ausgleichsmasse. Der reicht eine Schichtstärke von 2mm für eine Traglast von 30N/mm². Selbst Faserestrich braucht für 35N/mm² mindestens 25mm Schichtstärke. So wirklich hatte ich noch nie mit Ausgleichsmasse gearbeitet. Wird also ein Experiment. Für die Begrenzung nach vorne stellte ich ein Schalungsbrett. Die verbleibende Fuge zur Bodenplatte verschloss ich mit Fugenfüllprofil und Silikon:
Das war eine doofe Idee, aber dazu später mehr. Mit einer Bleistiftmiene an einer Wasserwaage markierte ich mir zur Kontrolle die Höhe:
Da alle Anleitungen im Netz immer wieder betonten, wie schnell man mit der Masse sein müsse und das man mindestens zu zweit arbeiten müsse, machte ich mir für meinen Ein-Personen-Einsatz einen genauen Ablaufplan:
Ringsherum kam dann noch ein Streifen Schaumstoff, damit sich die Fläche unabhängig von den Fliesen bewegen kann:
Nun gab es kein Zurück mehr: anrühren, ausgießen, verteilen und fluchen:
In der Mitte habe ich eine kleine Senke in den Fliesen, so dass mir dort die Ausgleichsmasse über die Fliesen lief. Half ja aber nix. Ich habe dann „betreutes aushärten“ gemacht und immer wieder mit dem Lappen nachgewischt, bis keine der immer zäher werdenden Masse zurück über die Fliesen lief:
Nach drei Stunden war sie dann so fest, dass nichts mehr nach lief:
Nach weiteren zwei Stunden habe ich dann mit einem nassen Schwamm begonnen die Oberfläche zu bearbeiten und möglichst alle Poren zu verschließen:
Damit die Masse möglichst langsam aushärtet habe ich sie mit einer Folie abgedeckt:
Für die Feinarbeit musste ich bis zum nächsten Tag warten.
Auch am Genesungswerk geht es trotz eisiger Temperaturen weiter. Auf der Liste mit den kleineren Arbeiten stand noch die Dämmung der Firstpfette. Wie schon berichtet, konnte ich sie ja nicht, wie die untere, von außen dämmen. Daher schnitt ich passgenaue Styroporblöcke zu und klemmte sie zwischen Sandwichplatte und Mauerkrone:
Meine Hoffnung ist, dass auf der kalten Pfette so kein Wasser kondensiert. Und wenn doch hat es durch den Hohlraum genügend Hinterlüftung um wieder zu verdunsten.
Auch den Abschluss der mittleren Trennwand habe ich so gebildet. Jetzt gibt es oben unterm Dach einen umlaufenden schwarzen Streifen. Ganz hübsch, wie ich finde: