Archiv der Kategorie: Digitales

Küchenrechner II

Nachdem die Basis für den Küchenrechner stand, konnte ich an die Umsetzung gehen.
Problematisch war dabei, dass der Dell Latitude weder ein CD-Laufwerk, noch eine USB-Bootoption bot.
Allerdings bin ich nicht der erste Mensch, der vor diesem Problem steht, so dass es hierzu verschiedene Workarounds aus der Linux-Welt gibt, welche DHCP/BOOTP, TFTP, und FTP/HTTP verwenden.
Ich entschied mich für die sehr gut dokumentierte und nachvollziehbare Variante der PXE-installation per TFTP- und DHCP-Server aus dem Ubuntu-wiki.
Nachdem ich alles eingerichtet hatte, musste ich jedoch feststellen, dass dieser Weg daran scheitert, dass für Lubuntu noch kein netboot-Image vorliegt…
Dieses mir auch noch zu klöppeln war dann doch der Liebesmühe zu viel.

Also besann ich mich wieder auf meine Kernkompetenz und habe den Schraubenzieher geschwungen:
Festplattentausch
Der Plan war, einfach die Festplatte des Dell Latitude in meinen Alltagslaptop (ebenfalls hoffnungslos veralteter Acer Aspire 1350, jedoch mit eingebautem CD-Laufwerk) umzuschrauben, dort dann Lubuntu zu installieren und dann alles wieder zurück zu bauen.
Für alle die ähnliches vorhaben:
Lasst euch nicht von dem komischen Dell-Kontaktstreifen am hinteren Ende der Festplatte täuschen! Das Ding ist nur ein aufgesteckter Adapter (warum auch immer Dell meinte, da was eigenes haben zu müssen). Da drunter verbirgt sich eine ganz normale Notebookfestplatte:
Notebookfestplatte mit Dell-Adapter
Insgesamt war dies eine Sache von 15 Minuten und anschließend konnte ich den Installationsbildschirm der „Lubuntu Alternate CD“ bewundern:
Lubuntu auf Dell Latitude CSx
Ich gebe zu, dass diese Herangehensweise weniger elegant als der LocalNet-Weg ist, aber manchmal zählt eben nur was unterm Strich raus kommt…
Dementsprechend problemlos funktionierte auch die Installation samt anschließendem Rückbau.

Allerdings war dann immer noch kein Friede-Freude-Eierkuchen-backen.
Funktionierte die Installation der Datenbanksoftware Gourmet Recipie Manager, sowie Dropbox und WLan-Adapter noch reibungslos, so verweigerte der mitgelieferte Browser Chromium mit der ewig gleichen Meldung gänzlich seinen Dienst:
He's dead Jim
Gut, 128MB-RAM sind jetzt echt nix um Grashalme auszureißen, aber von dem extra leichtgewichtigen Browser, welcher Lubuntu beigelegt wird, hätte ich mehr erwartet.
Also Ausschau nach Alternativen gehalten.
Ganz unten in der Nahrungskette grafischer Webbrowser (Konsolenbrowser sind mir dann doch eine Spur zu hardcore) stehen xombrero und Midori.
Beide sind ausreichend hübsch und einfach in der Bedienung, um sie auf einem Küchenrechner laufen zu lassen.
Also habe ich mal beide parallel installiert, um sie zu testen.
Leider verweigern auch diese Beiden die Mitarbeit, sobald man eine Seite aufruft:

kuechenrechner@Kuechenrechner:$ midori
-> Midori wird geöffnet ->läd man anschließend eine beliebige Seite wirft die Konsole folgende Meldung aus und schließt den Browser:
Ungültiger Maschinenbefehl (Speicherabzug geschrieben)

Mit xombrero ist es dass gleiche Spiel.
Auch 256MB RAM änderten nix an diesen Ergebnissen.
Aus reiner Neugierde habe ich dann mal den als Speicherfresser verschrieenen Firefox installiert und siehe da:
Der läd sang und klanglos alle Internetseiten. Zwar in einer Geschwindigkeit, in der zwei Maja-Kalender ablaufen, aber er läd.
Während ich also noch über der Fehlerursache brütete, meldete sich Leser as mit einem Lösungsansatz, welcher gleich mehrere meiner Probleme in Luft auflösen sollte…

Küchenrechner I

Die beste Ehefrau von Allen hat ein Problem.
Ja, ich weiß, was ihr nun denkt, aber nein: Ich bin es nicht!
Sie ist eine leidenschaftliche Köchin und wir probieren in der Folge viele exotische sowie aufwändige Rezepte aus.
Da es bei diesen One-Meal-Wonders oft nicht lohnt, das Rezept auszudrucken, bzw. die Idee spontan entsteht, stellt die Beste ihren Laptop häufig in die Küche.
Will sie dann mit Schmuddelfingern schnell nochmal nachsehen, ob es ein oder zwei Löffel Garam Masala sein sollten, so muss sie entweder erst Pfötchen waschen oder in artistischer Weise mit dem Ellenbogen das Touchpad bedienen.
Von Fettspritzern auf dem Display und dem belegten Platz auf der Arbeitsplatte ganz zu schweigen.
Das geht so natürlich nicht weiter!
Also steht mal wieder „ein Problem wahllos mit Technik bewerfen“, auf dem Plan.
Die Idee ist, extra einen Küchenrechner aufzusetzen und ihn an die Wand neben dem Herd zu spaxen.
Klaro gibts da auch was professionelles!
Panasonic bietet zum Beispiel das Toughpad A1 an. Ähnlich unkaputtbar, wie mein geliebtes Motorola Defy, aber leider zu einem Preis von 900 € weit jenseits dessen, was wir für sowas ausgeben wollen. Auch Android als Betriebssystem scheidet aus, da wir ein systemübergreifendes Datenbanksystem für die Rezepte haben wollen und das Programm unserer Wahl (siehe Lastenheft) kein Pendant im Appstore hat.
Doch es geht auch billiger. Mit dem Qooq, gibt es ein Tablet, welches speziell auf den Einsatz in der Küche abgestimmt ist (zwingend eine französische Erfindung). Robust, wasserfest und mit einem Linuxderivat als Betriebssystem garnicht mal so übel. Allerdings ist auch hier der Preis von 350 € viel zu viel für eine Spielerei. Insbesondere, wenn das Tablet mit einem dubiosen Abo-Dienst daher kommt.

Also selbst was basteln.
Im Lastenheft stehen folgende Dinge:
– Billig
– WLAN-fähig
– Browser (für z.B. Chefkoch.de)
Gourmet Recipe Manager (Nutzen wir schon jetzt als Datenbank für gute Rezepte)
– Internetradio

Also habe ich mich mal in meinen Fundus für überholte Datentechnik nach brauchbarem Material umgesehen.
Mein IPC Porta-PC P5-486/DSTN schied recht schnell aus. 25MhZ, 16MB RAM und 328 MB HDD sind trotz Farbdisplay heutzutage doch eine Spur zu Benutzerunfreundlich:
 IPC Porta-PC P5-486/DSTN
Es wird mir weiterhin treue Dienste als Türstopper im Arbeitszimmer leisten.
Aber der nächste Kandidat scheint brauchbar zu sein. Ein Dell Latitude CSx. 500MhZ, 128 MB RAM und 12 GB HDD könnten reichen:
Dell Latitude CSx
Passend zum Latitude habe ich auch noch einen Dell Latitude C/Port II:
Dell Latitude C/Port II
Eine Art Dockingstation mit zusätzlichen Anschlüssen (u.A. LAN und 2x USB) und Montagepunkten, um es an einem Objekt der persönlichen Wahl festzuschrauben.
Eine gute Ausgangsbasis.

Damit Schmuddelfinger dem Laptop nichts anhaben können, gibts einen Bedienstift für kapazitive Touchscreens.
Den kann man sich entweder mittels ESD-Schaumstoff oder Anti-Statikfolie selber basteln oder man investiert nen Fünfer und kauft was hübsches, dass zur Not auch mit in die Spülmaschine kann.
Für die wenigen zu erwartenden Eingaben, kann man so eine relativ umständliche Bedienung verschmerzen.

Als Nächstes stellt sich die Frage nach dem passenden Betriebssystem.
Bisher war auf dem Latitude noch ein prähistorisches Windows XP drauf, welches mein Bruder in einem fingerbrechenden Stunt einst installiert hatte. Problem am CSx ist nämlich, dass es lediglich ein Diskettenlaufwerk besitzt und im BIOS keine Möglichkeit zum booten von USB vorgesehen ist.
Allerdings ist XP „ein totes Pferd, welches man nicht mehr streicheln sollte„, um meinen Bruder zu zitieren.
Das war ja auch damals der Grund für mich, auf Ubuntu umzusteigen.
Das Projekt hatte ja durchschlagenden Erfolg, warum dann also nicht auch für den Küchenrechner?
Hmm, die Hardwareanforderungen von Ubuntu sind dann doch eine Ecke zu happig, für die alte Krücke.
Aber auch da gibts eine Lösung, namens „Lubuntu„.
Schlank, einfach zu bedienen und als mittlerweile offiziell anerkanntes Derivat auch mit dauerhaftem Support gesegnet. Ebenfalls gute Voraussetzungen.
Damit stand also das Grundgerüst und es konnte an die Umsetzung gehen.

Kristopher hat den Stecker gezogen

Kristopher Tate, der Gründer des Bilderhosters „Zooomr“ hat überraschend den Stecker der Server gezogen.
Die dort jetzt noch erscheinende Ankündigung klingt wie Hohn.

Einige Bilder konnte ich noch retten, jedoch sind alle zwischen dem 5. Juni 2008 und dem 23. Oktober 2009 sowie zwischen dem 6. Mai 2010 und dem 31. August 2011 verloren.
Vielleicht finde ich noch ein paar davon auf meiner Festplatte, aber große Hoffnungen hege ich da nicht mehr.

Was davon zu halten ist, einen Bilderdienst ohne Vorankündigung einfach dicht zu machen, muss ich wohl nicht extra erwähnen, oder?

Schrauberbibel online

Der Delius Klasing Verlag ist bekannt für die berühmte „Bibel der Bastler“ aus der Feder von H.R. Etzold „So wird’s gemacht„:

Insbesondere die älteren Ausgaben wie zum Beispiel für Mercedes W123, Renault R4, VW Golf I/Jetta I oder Opel Kadett B+C waren bisher leider nur noch antiquarisch zu bekommen und das teils zu astronomisch anmutenden Preisen.
Dem hat der Delius Klasing Verlag nun entgegen gewirkt und in einer ersten Beta-Version etliche Bücher kostenlos im Volltext (!!) online gestellt.
Viele andere könnt ihr als e-book kaufen oder online bestellen.
Eine echt schicke Sache!
Die gesamten bisher online stehenden Bücher findet ihr unter diesem Link.
Ich bin gespannt, welche Bücher noch dazu kommen.

Fritz knows all about Cable-DSL

Nachdem die Beste und ich nun gen blühende Landschaften verzogen sind, bestand die Notwendigkeit auch hier schnelles Internet zu bekommen.
Da hier jedoch die Abdeckung mit Telefonleitungsgebundenem DSL mehr als dürftig ist (wäre auch zu viel verlangt im Zentrum einer 230.000-Einwohner Stadt…) mussten wir auf Kabel-DSL zurück greifen.
Die Umstellung ist nicht wirklich schmerzhaft, da es (bei gleicher Bandbreite) überraschenderweise billiger ist, als mein alter 1&1-DSL-Vertrag.

Jedoch erfordert die Umstellung auch neue Hardware.
Die Kabelgesellschaften nutzen ihr Monopol schamlos aus, indem man eigene Router/Modems in ihrem Netz nicht verwenden kann. Damit war eBay schon mal raus.
Bei der Gesellschaft (MDCC) selbst, bekommt man kostenlos zum Anschluss nur ein einfaches Kabelmodem mit lediglich einem Netzwerkanschluss.
Gegen Zuzahlung gibt es ein kaum besseres Gerät, welches dann W-Lan integriert hat. Technische Details oder gar eine Herstellerbezeichnung konnte die Dame im Infocenter mir jedoch nicht verraten.
Auch nicht wirklich zufriedenstellend.
Da musste also eine eigene Lösung her.
Mit unserer alten AVM Fritz!Box 7170 waren wir eigentlich sehr glücklich. Ausreichend Netzwerkports, gute W-LAN-Reichweite, sehr gut Software und einfache Bedienung.
Also Tante Google mal gefragt, obs da keine Bastellösung gibt, so dass man eine normale Fritz!Box an einem Kabelmodem betreiben kann.
Sehr zu meiner Überraschung, gibts da sogar eine offizielle Lösung von AVM!
Man kann die 7170 auch als reinen Router betreiben und ein Modem vorschalten.
In dieser Konfiguration verliert man zwar LAN-Port 1, aber der Rest lüppt einwandfrei.
Eine sehr anschauliche Anleitung findet ihr auch hier.
Und solltet ihr, wie ich, eure Fritz!Box bei der Konfiguration kaputt spielen, so dass ihr die Benutzeroberfläche nicht mehr erreicht, so haben sich die Mannen von AVM da auch was schlaues einfallen lassen.
Ihr schließt einfach ein altes analoges Telefon an die Box an und wählt folgende Nummer: #991*15901590*
Danach befindet sich die Box wieder im Auslieferungszustand und ihr dürftet wieder per Browser auf sie zugreifen können.
Weitere Möglichkeiten zum zurücksetzen findet ihr hier.

Insgesamt eine billige und sexy Lösung, wie ich finde.