Um für den damals bevorstehenden Weltuntergang gerüstet zu sein, haben wir die besinnliche Vorweihnachtszeit auch dazu genutzt, unser prähistorisches Stromaggregat mal wieder auszumotten, etwas zu beservicen und ein wenig laufen zu lassen. Wie soll man ansonsten das Bier kühl halten, wenn die Grundversorgung zusammen bricht?!
Der 4-Takt Benzinmotor ist ein Briggs & Stratton 206cc 5hp AT 3600 R/Min (SAE J 607) proudly made in „Milwaukee, Wisconsin U.S.A.“.
Die genaue Bezeichnung ist: Model 130232, Type 2108, Trim 01, Code 84122007 (Die findet sich auf dem Abdeckblech an der linken Seite über der Anwerfschnur zwischen Motor und Tank).
Der Generator ist ein Endress ESE 203 HS Stromerzeuger mit 2000 VA Leistung und 3 KW bei 3000 U/Min.
Bei einer Grundreinigung wurde eine gerissene Dichtung am Luftfilter diagnostiziert, so das dieser zerlegt wurde:

Der Vorbesitzer hat dem treuen Tier mal eine Dusche mit matt-schwarz angedeihen lassen. Glücklicherweise hat er sich anscheinend die Mühe gemacht, dass Luftleitblech, sowie den Tank zu demontieren, so dass die Aufkleber erhalten blieben. Bei der Zündkerze und dem Zündkabel war er nicht so umsichtig, so dass die gleich mit lackiert wurden. Ich erwähne dies nur, damit ihr nicht meint, dass das Zündkabel rissig ist und ich es trotzdem nicht austausche:

Der Luftfilter war schnell zerlegt, wobei festgestellt wurde, dass der zusätzliche Schaumstoff-Filter, welcher laut Teilekatalog normalerweise um die Filterpatrone sitzt, fehlt:

Mal sehen, ob der sich noch irgendwo auftreiben lässt. Allerdings dürfte die zusätzliche Filterwirkung für unser Anwendungsfeld (Wald, Wiese) zu vernachlässigen sein, da er kaum in staubiger Umgebung betrieben wird.
Die Dichtung hingegen war fix ersetzt. Dichtpapier und zwei Unterlegscheiben im passenden Durchmesser halfen.
Anschließend habe ich die ebenfalls prähistorische Champion RCJ8-Zündkerze raus geschraubt und gesäubert:

Diese Kerze wird schon seit Anfang der 90er nicht mehr produziert und findet sich nur noch als NOS.
Sollte man sie ersetzen wollen, so empfiehlt Briggs & Stratton die Champion RJ19LM. Alternativ soll auch die NGK BMR6A gut funktionieren.
Allerdings weise ich darauf hin, dass die RCJ8 und die BMR6A Schlüsselweite 19 haben. Die moderne Alternative hat SW 21! Ob damit dann noch ein Zündkerzenschlüssel zwischen Kühlrippen und Kerze passt, kann ich leider nicht sagen.
Bei uns im Fundus findet sich glücklicherweise noch ein Zündkerzenschlüssel mit SW 19, so dass wir weiterhin bei diesem Format bleiben.
Nachdem die Grundeinstellungen getätigt waren und er einen guten Schluck frisches Benzin bekam, sprang er überraschend zügig an und lief nach der Aufwärmphase auch ohne Choke schön rund:
Solltet ihr für euren B&S-Motor Unterlagen suchen, so kann ich nur die amerikanische Firmenhomepage empfehlen. Solltet ihr dort nicht über die normale Suche fündig werden, so gibt es extra eine Sektion für „Antique Operator Manuals„. Für unser Exemplar gab es dort z.B. neben einer Bedienungsanleitung auch einen Teilekatalog mit Explosionszeichnungen in pdf-Form. Spitzen Service!
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Küchenrechner I
Die beste Ehefrau von Allen hat ein Problem.
Ja, ich weiß, was ihr nun denkt, aber nein: Ich bin es nicht!
Sie ist eine leidenschaftliche Köchin und wir probieren in der Folge viele exotische sowie aufwändige Rezepte aus.
Da es bei diesen One-Meal-Wonders oft nicht lohnt, das Rezept auszudrucken, bzw. die Idee spontan entsteht, stellt die Beste ihren Laptop häufig in die Küche.
Will sie dann mit Schmuddelfingern schnell nochmal nachsehen, ob es ein oder zwei Löffel Garam Masala sein sollten, so muss sie entweder erst Pfötchen waschen oder in artistischer Weise mit dem Ellenbogen das Touchpad bedienen.
Von Fettspritzern auf dem Display und dem belegten Platz auf der Arbeitsplatte ganz zu schweigen.
Das geht so natürlich nicht weiter!
Also steht mal wieder „ein Problem wahllos mit Technik bewerfen“, auf dem Plan.
Die Idee ist, extra einen Küchenrechner aufzusetzen und ihn an die Wand neben dem Herd zu spaxen.
Klaro gibts da auch was professionelles!
Panasonic bietet zum Beispiel das Toughpad A1 an. Ähnlich unkaputtbar, wie mein geliebtes Motorola Defy, aber leider zu einem Preis von 900 € weit jenseits dessen, was wir für sowas ausgeben wollen. Auch Android als Betriebssystem scheidet aus, da wir ein systemübergreifendes Datenbanksystem für die Rezepte haben wollen und das Programm unserer Wahl (siehe Lastenheft) kein Pendant im Appstore hat.
Doch es geht auch billiger. Mit dem Qooq, gibt es ein Tablet, welches speziell auf den Einsatz in der Küche abgestimmt ist (zwingend eine französische Erfindung). Robust, wasserfest und mit einem Linuxderivat als Betriebssystem garnicht mal so übel. Allerdings ist auch hier der Preis von 350 € viel zu viel für eine Spielerei. Insbesondere, wenn das Tablet mit einem dubiosen Abo-Dienst daher kommt.
Also selbst was basteln.
Im Lastenheft stehen folgende Dinge:
– Billig
– WLAN-fähig
– Browser (für z.B. Chefkoch.de)
– Gourmet Recipe Manager (Nutzen wir schon jetzt als Datenbank für gute Rezepte)
– Internetradio
Also habe ich mich mal in meinen Fundus für überholte Datentechnik nach brauchbarem Material umgesehen.
Mein IPC Porta-PC P5-486/DSTN schied recht schnell aus. 25MhZ, 16MB RAM und 328 MB HDD sind trotz Farbdisplay heutzutage doch eine Spur zu Benutzerunfreundlich:

Es wird mir weiterhin treue Dienste als Türstopper im Arbeitszimmer leisten.
Aber der nächste Kandidat scheint brauchbar zu sein. Ein Dell Latitude CSx. 500MhZ, 128 MB RAM und 12 GB HDD könnten reichen:

Passend zum Latitude habe ich auch noch einen Dell Latitude C/Port II:

Eine Art Dockingstation mit zusätzlichen Anschlüssen (u.A. LAN und 2x USB) und Montagepunkten, um es an einem Objekt der persönlichen Wahl festzuschrauben.
Eine gute Ausgangsbasis.
Damit Schmuddelfinger dem Laptop nichts anhaben können, gibts einen Bedienstift für kapazitive Touchscreens.
Den kann man sich entweder mittels ESD-Schaumstoff oder Anti-Statikfolie selber basteln oder man investiert nen Fünfer und kauft was hübsches, dass zur Not auch mit in die Spülmaschine kann.
Für die wenigen zu erwartenden Eingaben, kann man so eine relativ umständliche Bedienung verschmerzen.
Als Nächstes stellt sich die Frage nach dem passenden Betriebssystem.
Bisher war auf dem Latitude noch ein prähistorisches Windows XP drauf, welches mein Bruder in einem fingerbrechenden Stunt einst installiert hatte. Problem am CSx ist nämlich, dass es lediglich ein Diskettenlaufwerk besitzt und im BIOS keine Möglichkeit zum booten von USB vorgesehen ist.
Allerdings ist XP „ein totes Pferd, welches man nicht mehr streicheln sollte„, um meinen Bruder zu zitieren.
Das war ja auch damals der Grund für mich, auf Ubuntu umzusteigen.
Das Projekt hatte ja durchschlagenden Erfolg, warum dann also nicht auch für den Küchenrechner?
Hmm, die Hardwareanforderungen von Ubuntu sind dann doch eine Ecke zu happig, für die alte Krücke.
Aber auch da gibts eine Lösung, namens „Lubuntu„.
Schlank, einfach zu bedienen und als mittlerweile offiziell anerkanntes Derivat auch mit dauerhaftem Support gesegnet. Ebenfalls gute Voraussetzungen.
Damit stand also das Grundgerüst und es konnte an die Umsetzung gehen.
„Smoker!!” X
Da 10 eine schön runde Zahl ist, will ich mit diesem Artikel die Dokumentation über den Bau unseres Räucherofens abschließen.
Mittlerweile haben wir die Edelstahlbeschläge an der Tür angebracht und das Thermometer samt zweitem Rosettenlüfter montiert.
Für die Dacheindeckung wählten wir Bitumen in Bieberschwanz-Form:

Das gibt ein schön historisches Finish und war einfach zu verarbeiten. Den Firstabschluss bildet eine beschieferte Schweißbahn. Die Zeit wird sie sicherlich noch farblich anpassen.
Nun ist der Ofen samt Häuschen fertig:

Genauso wie die Schweißbahn wird sich auch die Farbe des Holzes im Laufe der Zeit an die unseres Gartenhauses angleichen. Sollte dann ein ganz hübsches Ensemble ergeben. Vielleicht sollte ich mal bei „Landlust“ anrufen…

Natürlich musste auch die Fertigstellung gebührlich gefeiert werden!
Da wir beim letzten Testlauf ja schon festgestellt hatten, dass die Temperatur lässig ausreicht, um Fisch zu räuchern, gabs den ersten Durchgang selbst gefangener Meerforellen:

Hier seht ihr auch, dass nun im Inneren ein großes entnehmbares Aluminium-Backblech (aus dem Bäckerei-Zubehör) auf Stelzen Einzug gehalten hat.
Das Blech sorgt zu einen dafür, dass sich der Rauch aus dem Rohr besser verteilt und zum anderen dafür, dass der herab tropfender Fleischsaft aufgefangen wird.
Ansonsten steht zu befürchten, dass die Katzen der Nachbarschaft sich erbitterte Kämpfe mit den Tieren des Waldes um das Häuschen liefern würden.
Nicht dass wir in besonderer Sorge um Mitzi, Muschi und Co. wären. Aber es wäre doch schade, wenn ein Wildschwein das Häuschen zerlegt, nur um ein wenig eingetrockneten Fleischsaft zu lecken….
Damit die Fische schön aufgereiht hängen können, hat Vaddern einen zweiten Einschub mit Edelstahlstangen gebaut:

Die passenden Stangen findet ihr als Rundstahl oder Rohr bei eBay als Zubehör für Eigenbau-Treppengeländer.
Abschließend noch ein Bild von den fertigen Fischen:

Damit ist der bautechnische Teil abgeschlossen.
Jetzt müssen nur noch die beiden Wacholderbüsche, die ich gepflanzt habe gut anwachsen und unser Vorrat an Buchen- und Erlenholz aufgestockt werden.
Danach heißt es erstmal experimentieren, experimentieren, experimentieren.
Smoker!!” IX
Da ich immer mehr in Rückstand mit den aktuellen Entwicklungen komme, gehts heute mal wieder am Räucherofen-Projekt weiter. Da muss noch einiges aufgearbeitet werden.
Nachdem das Räucherhäuschen nun grob fertig war, konnte es an die Detailarbeit gehen.
Um einen ersten Testlauf des Rohbaus absolvieren zu können, haben wir einen Einschub mit feinem Maschendraht bespannt:

Anschließend kamen zwei Schubebenen in den Ofen. Einmal oben:

Die Ebene ist später eher für hängendes Räuchergut.
Eine Zweite kam in die Mitte:

Anschließend haben wir den Ofen wieder mit Buchenholz angeheizt:

Und nachdem das provisorisch angebrachte Thermometer anständig Temperatur anzeigte:

Kam eine Ladung Eismeergarnelen auf das Gitter:

Die Biester haben den Vorteil, dass man sie zum Verzehr eigentlich nur auftauen muss.
Da konnte also nix schief gehen, sollten wir die Temperatur nicht oberhalb von 70-80°C halten können. So heiß muss die Kerntemperatur von Fisch (der spätere Hauptanwendungszweck unseres Ofens) nämlich werden, um eine zuverlässige Denaturierung zu gewährleisten.
Nachdem wir uns vergewissert hatten, dass der Ofen die notwendige Temperatur lange genug würde halten können, ließen wir das Feuer runter brennen und bedeckten die Glut mit Räuchermehl (Buchenspäne):

Anschließend konnten wir genau beobachten, aus welchen Ritzen der Rauch überall entfleuchen kann:

Als die Temperatur auf 30-40°C abgesunken war, haben wir das Räucherhäuschen geöffnet:
Alleine für den Anblick, war es die Arbeit wert!

Entsprechend schnell haben Vaddern und ich auch die kleinen Biester gepuhlt und zusammen mit Weißbrot sowie Odense-Dosenbier in der Abendsonne vertilgt:

Saugfußstativ im Eigenbau
Wie schon angedeutet, musste ich mir für die Rallye was einfallen lassen, wie ich Videos während der Fahrt drehen kann. Und da ich wusste, dass es schnell und holprig werden kann, musste es auch ne massive Konstruktion werden.
Natürlich gibts für sowas professionelle Lösungen. Aber die waren mir entweder zu teuer oder zu windig (man las oft von wackeligen Kugelgelenken).
Also selbst was stricken. Kameras haben genormte 1/4″-Grobgewinde-Aufnahmen für Stative. So auch meine treue Olympus µ 1030 SW. Solche Schrauben haben wir dank angelo-amerikanischem Fuhrpark zur Genüge im Fundus. Also fehlt nur die Basis.
Beim sinnieren über Fensterscheiben, fiel mir ein, wie die Dinger eingebaut werden. Nämlich mit Vakuumhebern.
Wenn die Teile ausreichen, um so eine schwere Scheibe hoch zu heben, dann werden die meine 500 gr.-Kamera wohl auch bei Tempo 120 an ner Scheibe halten können.
Also nächsten Baumarkt aufgesucht und einen „Einhand-Saugheber Typ WH 9601 C“ geshoppt. Bei Tragkraft senkrecht: 25 Kg und Tragkraft waagrecht: 50 Kg dachte ich, kann man nix falsch machen.
Zuhause kam noch fix ne Schleife Lochband als Aufnahme für die Stativ-Schraube, sowie ein Fangband mit massiven Wirbeln dazu und dann wurde das ganze dick mit Panzertape umwickelt, um die Schrammgefahr zu minimieren, sollte sich das Ding doch bei 120 km/h mal lösen. Fertig sah es dann so aus:

Ich gebe zu, dass die fehlende Neigungseinstellung ein klares Manko ist, aber ansonsten hat sich das Ding absolut bewährt! Selbst Autobahntempo, Kopfsteinpflaster oder strömender Regen konnte es nicht beeindrucken. Die Saugkraft ist immens und gibt auf jeder halbwegs ebenen Fläche sicheren Halt. Für eine Bastellösung bin ich sehr zufrieden und werde sie auch weiterhin einsetzen.