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Wasser Marsch! VIII

Am Gartenhaus fehlte ja noch der Wasserhahn für die Gartenbewässerung. Da wir dort in den Sommermonaten immer zwei Rasensprenger zur Bewässerung des Gemüses parallel laufen haben, sollte es ein Doppelhahn werden. Das Problem dieser Doppelhähne ist aber leider durchgängig, dass sie die identische Eingangsgröße auf zwei Ausgänge aufteilen. Also 1/2″ Eingang auf zwei mal 1/2″ Ausgang. Benutzt man die Abgänge nur alternativ ist das kein Problem, will man jedoch parallel zwei Verbraucher anschließen, bricht der Durchsatz aufgrund der Engstelle am Eingang zusammen.

Die Bärchenbrigarde hat nun aber nicht im ganzen Garten 32mm-Leitungen verscharrt, damit da am Ende nur ein mickriger 1/2″-Rasensprenger draus bepillert wird!
Keine Ahnung, warum sich da kein Hersteller erbarmt.
Egal. Also selber bauen.
Das Ganze ist ein Puzzle aus verschiedenen Einzelteilen:

Wir starten mit einer „Wandscheibe“ 32mm auf 1″. Über ein 1″ Zwischenstück kommt ein 1″ T-Stück daran. Nun jeweils ein 3/4″ Reduzierstück und ein 90°-Bogen in den dann ein 3/4″ Kugelhahn geschraubt wird. Fertig ist der Doppelhahn mit bärtigem Durchsatz:

Da ich keine gekröpften 1″ Kugelhähne zu vertretbarem Kurs gefunden habe, muss ich auf 3/4″ reduzieren. Das ist aber nicht so tragisch, da die ganzen Gartenverbraucher eh nur 1/2″ haben. Da bleibt also noch genügend Volumenstrom übrig.
Dementsprechend finden sich auch an den Kugelhähnen 1/2″-Schnellkupplungen.
Nun kann man das ganze Geraffel kunstvoll „verhanfen“.
Da das bei mir aber immer wenig kunstvoll aussieht und in diesem Fall später ja nicht nur die Ausrichtung stimmen muss, sondern sich die Verschraubungen auch nicht lösen dürfen, wenn da mal jemand einen 10l-Eimer dran hängt, habe ich mich für „verkleben“ entschieden:

Der Mannol 9926-Kleber lässt sich gut verarbeiten, braucht aber etwas Temperatur zum aushärten (bei 8° in der Garage war er nach 3h immer noch feucht). Im Heizungsraum bei ~23°C härtete er hingegen ruck-zuck, so dass man nach 10 Minuten schon nix mehr an der Ausrichtung der Bauteile ändern konnte.
Nicht besonders schlau war es von mir auch die Kugelhähne zu verkleben, da diese die Einzigen Verschleißteile sind. Hier hätte ich doch klassisch Hanf nehmen sollen. Mal sehen, wann sich das rächt.
Die Wandscheibe habe ich erst auf dem gekürzten PE-Rohr montiert und dann den „Doppelhahn“ verklebt:

Ob das Ganze wie geplant funktioniert, werde ich berichten, sobald die Gartenbewässerung aus dem Winterschlaf erweckt ist.

Wasser Marsch! VI

Zuletzt hatte ich unter dieser Überschrift über den provisorischen Anschluss der Pumpe an den Brunnen per PE-Rohr berichtet. Allerdings lag das Rohr immer noch oberirdisch und auch die restliche Verteilung Richtung Grundstück fehlte noch. Da passte es gut, dass die Kita 2 Wochen Sommerferien machte. Kinderhände schaufeln so schön schmale Gräben…:

Kinderarbeit

Die einen nennen es Kinderarbeit, die anderen Montessori-Konzept.
Während das große Schräubchen sich also an die 80m Verlegegraben machte, organisierte ich 300 handgemachte Dachziegel (ca. 100 Jahre alt):

Dachpfannen

Durch rein göttliche Fügung stieß die Grabenbrigade „Bärchen“ auf dem Weg Richtung Brunnen auf das Ende der Entwässerung des Wärmetauschers:

Drainage Wärmetauscher

Bisher wusste ich nicht, wo das Rohr endete und ärgerte mich im Winter schon mal über den solide vereisten Ablauf. Fürs Protokoll: Der Ablauf endet 150 cm vor dem linken Fuß des Wärmetauschers.
Meine Lösung für die Vereisungsproblematik seht ihr auch schon auf dem obigen Bild. Ich habe mit meinem Erdbohrer (Keine Ahnung, wie man ohne leben kann) ein 100cm tiefes Loch unter das Ende des Rohres gebohrt. Da rein kam ein entsprechend langes Stück Drainagerohr, welches mit einem HT-Adapter 100 auf 50 oben verschlossen wurde:

Drainage Wärmetauscher 2

Das Ganze funktioniert jetzt als großer „Auffangtank“ für das Kondenswasser. Statt lediglich über das kleine HT50 Rohrende kann das Wasser nun über das 100er Drainagerohrende bzw. die seitlichen Schlitze versickern. Durch die wesentlich größere Tiefe sollte das umgebene Erdreich am Auslass auch nicht mehr gefrieren (und somit ein Versickern verhindern). Auch das zusätzliche Volumen des „Tanks“ sollte einen Rückstau verhindern. Keine Angst: Wenn’s nicht klappt, erfahrt ihr es.
In der Zwischenzeit war dem Kätzchen-Kommando der Durchbruch gen Brunnen gelungen. Es folgte eine Lage Sand (mit 2% Gefälle Richtung Brunnen), das Saugrohr, ein Wasserrohr und ein Erdkabel für den Garagenhof:

Abstand Richtung Brunnen

Auch hier fürs Protokoll: Die Verteilung liegt 175 cm von der Rasenkante am KG/HT-Auslass entfernt. Die Einmündung am Brunnen ist 33 cm von der dortigen Rasenkante entfernt.
Haarscharf zwischen Brunnen und (dilettantischer) Rasenkante konnten wir Strom und Wasser gen Garage durchführen:

Am Brunnen

Hatte ich eigentlich schon erklärt, wozu ich die historischen Dachziegel brauchte?
Nein?
OK. Kommt. Über die Leitungen kam wieder eine Schicht Sand (als Schutz gegen drückende Steine), darauf kamen dann halbierte Ziegel (als Schutz gegen Spaten), dann gelbes Warnband („Achtung Stromleitung“) und anschließend wieder Erde:

Aufbau der Gräben

Es tat mir ein wenig in der Seele weh, die historischen Dachziegel mit FLEX und Hammer zu teilen, aber bei „zu verschenken“ auf eBay-Kleinanzeigen kann man wenig wählerisch sein. Sie wären ansonsten in die Mulde gewandert.
Wenigstens ist das total Öko, da die alten Ziegel nicht beschichtet sind.
Während ich mich also meinen Sentimentalitäten Hingabe, wühlte sich das Pilz-Platoon am Klettergerüst vorbei:

Abstand Klettergerüst

Auch hier für Protokollzwecke: Abstand zum ersten Betonfundament „Spielhaus“: 163 cm; Abstand zum hinteren Betonfundament „Sandkasten“: 120 cm
Auch längs am Haus musste entlanggewühlt werden:

Abstand Richtung Wohnzimmer

Dabei stieß die Bärchenbrigade auf mit Schüppchen unüberwindliche Mauerreste des Vorgängerhauses.
Dank des großen Abbruchhammers meines Nachbarn war aber auch dieses Hindernis bald aus dem Weg geräumt:

Bauschutt

Leider fanden sich aber noch mehr Kuriositäten.
In 215cm Abstand zum 3. großen Pflasterstein von links, der Pflasterfläche vor dem Wohnzimmerfenster, findet sich dieses unbekannte Erdkabel:

Unbekanntes Stromkabel

Und die folgende rote Leitung findet sich in 215 cm Abstand zum 5. großen Pflasterstein von rechts, der Pflasterfläche vor dem Wohnzimmerfenster:

Unbekannte Leitung

Richtung Terrasse führt die Leitung in einem Meter Abstand zum Haus am Badezimmer entlang.
Damit waren alle Leitungen verlegt.
Um später noch zu wissen, was wohin führt, habe ich sie farbig markiert:

Verteilung

Gelb: Saugleitung vom Brunnen
Blau: Leitung Richtung Garage
Rot: Leitung Richtung Terrasse
Grün: Leitung Richtung Garten-/Gewächshaus
Die identischen Markierungen finden sich auch oben an den Rohrenden bei der Pumpe.
Die Verteilung habe ich großzügig in Sand gepackt und mit einer Gehwegplatte abgedeckt:

Verteilung abgedeckt

Darauf noch ein paar Krumen Erde und später Rasen. Sollte ich da dann nochmal dran müssen, muss ich nur die Platte ausgraben und komme dann recht einfach an die Verschraubungen.

Die Bärchenbrigade bekam zum Abschluss noch ein Eis und ist nun zur Erholung wieder im Kindergarten.

Wasser Marsch! III

Nachdem die Leitungen Richtung Haus (Strom und Wasser) gezogen waren, konnte ich mich um die Leitungen Richtung Grundstück kümmern. Zum einen musste der Strom für Gartenhaus und Werkstatt weitergeleitet werden und zum anderen mussten der Zulauf und die Verteilungsleitungen von der Pumpe verlegt werden.
Hierzu habe ich zu einem „L“ aus 160er HT-Rohr gegriffen:Leitungen zum Grundstück
Da das Wasser im Winter eh aus den Leitungen abgelassen wird, kam es hierbei nicht auf eine frostfreie Verlegung an. Die Stromkabel habe ich bis auf jeweils eine kleine Schlaufe komplett durch gefädelt. Die 32mm Kaltwasserrohre habe ich als kurze Enden durch geführt. Hier gibt es einen Zulauf und drei Verteilungen (Hof/Einfahrt, Garten, Terrasse). Die Enden der Rohre habe ich sauber verpackt und werde dort einen kleinen „Anschlusskasten“ verbuddeln. Der wird eher rudimentär aus Pflastersteinen zusammengestellt, mit einer kleinen Gehwegplatte abgedeckt und dann wieder mit Erde überhäuft. Sollten später Undichtigkeiten oder Änderungswünsche auftauchen, kann man das Ganze mit geringem Aufand wieder aufbuddeln und Änderungen vornehmen.
Der nächste Halt war der Wärmetauscher der Heizung. Die Vorbesitzer hatten die Entwässerung (So ein Ding produziert eine erklägliche Menge Kondenswasser) nonchalant nach vorne über die Betonbasis geführt:Kondenswasserführung alt
Das war schon ursprünglich eher unschlau, da man immer eine Stolperfalle und Kante für den Rasenmäher im Weg hatte. Auch das verhältnismäßig geringe Gefälle im ersten Rohrabschnitt war im Winter wenig hilfreich, ganz zu schweigen vom optischen Faktor. Da ich aber bündig an den Betonbasen Rasenkanten vorbei führen wollte um Pumpe, Wärmetauscher und Fläche daneben gleichmäßig einzufassen, musste ich die Entwässerung früher gen Erde führen:Kondenswasserführung neu
Als Sammler unter dem Auslass des Wärmetauschers fungiert nun ein KG-Rohradapter 100 auf 50 und gehalten wird die Chose nur noch von einer Rohrschelle hinten an einer kurzen Gewindestange:Kondenswasserführung neu 2
Anschließend konnte ich mit den Rasenkanten anfangen. Da hatte ich glücklicherweise noch einen größeren Vorrat vom Rest des Hauses:Kantsteine gesetzt
Am rechten Bildrand sieht man auch die Gehwegplatten, mit denen ich die Leitungsenden provisorisch abgedeckt habe, damit kein Kind in den noch offenen Graben fällt.
Bevor ich den Bereich der Pumpe mit Schotter als Frostschutzschicht aufgefüllt habe, habe ich noch eine Noppenbahn an die Hauswand gestellt. Nicht dass ich mir beim verdichten dort Löcher in die Dämmung drücke:Noppenbahn
Ob man nun die Noppen zur Hauswand hin oder davon weg stellt, scheint eine Frage der Religion zu sein. Noppen zur Wand hin sorgen für eine bessere Belüftung, Noppen zum Erdreich sorgen für einen besseren mechanischen Schutz. Da meine Sorge eher Richtung Beschädigung gingen, habe ich mich für Noppen Richtung Erdreich entschieden. Damit konnte ich mit den Pflasterarbeiten beginnen, um die es im nächsten Artikel gehen soll.

Wasser Marsch! II

Ein längeres Projekt, über das ich die Berichterstattung habe schleifen lassen, ist unsere Gartenbewässerung.
Letzter Stand im Blog war der Test, ob meine billige Aldi-Jetpumpe nicht nur die 5 Meter Brunnentiefe, sondern auch die 13 Meter zu ihrem späteren Standort gesaugt bekommt. Das lief gut.
Um vom Haus aus Strom für „Pumpenhäuschen“, Gartenhaus und Werkstatt zu bekommen, habe ich das verscharrte Leerrohr ausgebuddelt:
Loch gebuddelt
Erst mit Spaten, dann mit Gartenschäufelchen und Kindereimer und schließlich musste jemand schlankeres ran:
Häschen in der Grube
In 2,10 m unter Fensterbank-Niveau war das Ende des unbelegten Leerrohrs aus dem Technikraum gefunden:
Ende gefunden
Anschließend wurden die fünf Stromkabel (3 x 230V, 2 x 400V) und ein 32mm-PE-Rohr (Sollte mal Bedarf an Brunnenwasser im Haus bestehen) durchgefädelt. Auch hier waren wieder schlanke Schultern gefragt:
Kabel durchfädeln
Das kleine Schräubchen hielt Mama fest, dami sie nicht ins Loch fiel, während das große Schräubchen „auch mal abtauchen wollte“. Kinder bei der Arbeit sind so putzig! Natürlich kam auch hier ein KG-Rohr als Leerrohr zum Einsatz, sollte man später nochmal was nachfädeln müssen.
Im Technikraum selber kommen die Kabeln nun neben den Leitungen für den Wärmetauscher raus und gehen von dort in einen Kabelkanal:
Leitungen im Technikraum
Damit die schweren Erdkabel im Kabelkanal bleiben und diesen nicht ausbeulen habe ich an den Befestigungsschrauben des Kanals Winkel mit einer Maschinenschraube befestigt:
Kabelkanal
So ligt das Gewicht der Kabel auf den Wnkeln und nicht auf dem Kanal. Auch enge Radien in den Ecken sind so problemlos möglich und später wird alles sauber von den Abdeckungen des Kanals verdeckt.
Damit war die Verrohrung Richtung Haus bis auf den Anschluss im Schaltschrank abgeschlossen. Weiter gings anschließend Richtung Grundstück.