So, die erste Reihe „Industriefalzklemmen 2.0“ saß auf dem Dach, jetzt konnte es losgehen mit den Solarplatten:

Natürlich haben die beste Ehefrau von allen und ich jedes mal die Schuhe gewechselt, wenn wir auf’s Dach geklettert sind, um den Lack nicht zu zerkratzen.
So, wie schon beim verschrauben der Sandwichplatten.
Ich kann mir gut vorstellen, was der gemeine Solateur zu solch einem Ansinnen gesagt hätte.
Egal. Los geht’s!
Natürlich war die erste Reihe die schwerste:

Bis wir alles ausgerichtet und vermessen hatten dauerte es ewig.
Schließlich macht Trina genaue Vorgaben in welchen Bereichen die Platten für welche Wind-/Schneelasten geklemmt werden dürfen.
Diese Abstände passen natürlich nicht zu 100% zu dem Rastermaß der Roma RD-Dachplatten.
Also galt es die Abstände und Ausrichtungen der Platten so zu arrangieren, dass alle Platten möglichst hohe Lasten aushalten.
Das hatte ich natürlich vorher schon alles geplant, aber wie wir wissen, überlebt kein Plan die erste Feindberührung.
Brauchten wir anfangs noch gut 30 Minuten pro Platte, lagen wir am Ende der 60 Module bei 7 Minuten pro Platte. Ist halt alles Übungssache.
Da die Tage regelmäßig über 30°C hatten, war es tagsüber auf dem dunklen Dach nicht auszuhalten. Daher arbeiten wir von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr und dann nochmals von 19 Uhr bis 23 Uhr.
Dementsprechend lief aber auch das Tauwasser morgens vom Dach, so dass ich zur Unfallverhütung (nicht dass ich da auch noch was flicken muss) immer erst wischen musste:

Die Nachbarn nehmen solcherlei Absurditäten mittlerweile nur noch schulterzuckend hin.
Zum Frühstück an Tag zwei hatten wir den ersten String fertig:

Immer zwei Reihen wurden in Reihe geschaltet, so dass sich aus den 20 Modulen eine Stringspannung von ~750V ergibt. Das kann der Wechselrichter (Fronius Verto 25.0 Plus) gut verknuspern.
Das hatte auch den schönen Nebeneffekt, dass die Verkabelung sehr simpel war:

Plus- und Minusleitung beider Reihen endeten so auf einer Seite und konnten ohne lange Zusatzleitung zum Anschlusskasten geführt werden.
Auf dem Bild seht ihr auch die Edelstahl-Federklemmen, die ich für das Kabelmanagement verwendet habe. Ebenfalls ein Top-Tipp!
Damit hängen keine Kabel runter und alles ist schön geschützt innerhalb des Rahmens verlegt. Der Aufpreis zu UV-beständigen Kabelbindern ist marginal.
Etwas, worüber ich mir vorher keine Gedanken gemacht hatte, war, wie wir die Module von der Palette runter bekommen.
Bei der ersten (nicht vollständigen) Palette war das kein Problem:

Da konnte ich einfach beide Stapel mit Klemmzwingen und Hartschaumplatten an der Mittelwand sichern und die grünen Sicherungsbänder durchtrennen.
Um dann eine einzelne Platte zu entnehmen, löste man die Klemmzwinge, klappte die Platte vor und verspannte den Rest wieder.
Eine Technik, die bei der zweiten (vollen) Palette nicht funktionierte:

Die Experten haben da ein extra Stützgestell, dass sie neben die Palette stellen und dann den ganzen Stapel dagegen lehnen.
Hatte ich nicht. Aber ich war motiviert!
Ein paar Kanthölzer (von der Verkleidung des Containers) später war auch diese Hürde genommen:

Danach hieß es wieder Platten legen, bis die Dunkelheit den Schlussstrich zieht:

Aber auch das war irgendwann fertig:

29,5 kwP liegen jetzt drauf. Zeit für den elektrischen Anschluss…







































