Zentrifugaler Bodensatz II

Nachdem nun die Zentrifuge wieder sauber war, konnte ich an den Zusammenbau gehen.
Hierzu mussten erstmal die Dichtungsreste am Gehäuse entfernt werden.
Für die abnehmbare Hälfte haben sich die (damals für die REMA I-Restaurierung angeschafften) Proxxon-Politurscheiben als sehr effektiv erwiesen:

Polierscheiben
Allerdings sollte man zur Sicherheit einen Atemschutz tragen (siehe unten).
Am eingebauten Motorgehäuse fanden sich auch noch ein paar Dichtungsreste. Damit die mir nicht in den Motor bröckeln, habe ich einen Lappen mit Öl getränkt und sorgfältig über die Innereien gehangen:
Lappen im Motor
Hat sich als sehr gutes Konzept erwiesen:
Brösel auf Lappen
Vor dem Ölwechsel hatte ich ein komplettes Dichtungsset für die Gorilla beim http://www.daxmonkey-shop.de geordert.
Leider konnte ich die Gehäusehälftendichtung direkt entsorgen.
Die kleinen Chinesen, welche die Dichtungen mit der Nagelschere auspopeln, hatten beim schnippeln nicht bemerkt, dass das Papier eine Falte geworfen hatte:
Dichtung unbrauchbar
Somit passten weder die Löcher noch das Papier selbst. Von der Verwerfung in der Papierstruktur ganz zu schweigen.
Eh mir die Kiste dann das Tröpfeln anfängt, habe ich zu einer Dichtung aus einem Set gegriffen, welches damals bei dem Teilekonvolut mit bei war:
Asbest-Dichtung
Knorke verarbeitet. Was stört, ist der Aufkleber unten links in der Ecke….“Achtung! Enthält Asbest“.
So ist das halt bei 20 Jahre alter Lagerware…. Die NOS-Bremsbeläge, welche ich auch noch habe, ziert derselbe Aufkleber.
Normalerweise versuche ich sowas direkt im Sondermüll zu entsorgen. NOS hin oder her.
Ich mache auch direkt eine Notiz, dass ich beim nächsten Ölwechsel wieder einen Atemschutz benutze.

Beim abschließenden Zusammenbau hat sich die Stellung des Kupplungshebels als Knackpunkt erwiesen.
Nur in der folgenden Stellung passen die Gehäusehälften aufeinander:
Kupplungsbetätigung positioniert
Die Teile der Kupplungsbetätigung müssen so platziert werden, dass rings um das Öldruckventil (Röhrchen in der Mitte) etwas Platz zu dem Blech ist.
Hierein greift ein montiertes Gegenstück im Kupplungsdeckel. Achtet man nicht darauf, passt alles wunderbar zusammen. Bis auf einen 1mm-Spalt im Gehäuse, welcher einen zur Verzweiflung treiben kann.
Also nochmal alles demontieren und von vorne beginnen.
Für die Platzierung der Betätigungsfeder und des Kugellagers ist es hilfreich, dass Moppet auf die Seite zu legen.
Will man den Simmering der Kickerwelle wieder verwenden, so empfiehlt es sich vor dem Aufsetzen des Kupplungsdeckels, die Verzahnung der Welle mit Klebeband abzukleben.
Anschließend alle Schrauben schön handwarm festziehen, Öl auffüllen (Ölstand bei aufrecht stehender Maschine und lediglich aufliegendem Öldeckel messen!) und nach Lecks gucken.
Das Motoröl wechselt man alle 2000 km, die Zentrifuge ist alle 8000 km an der Reihe.

P.S.: Es tut mir Leid, dass ihr so lange auf einen neuen Artikel warten musstet.
Der Typ, der dieses „Arbeiten“ erfunden hat, hatte garantiert keine Hobbys!
Irgendwie muss ich da noch meinen Rhythmus finden. Es stapeln sich auch schon die ungetippten Artikel. Mal hoffen, dass ich am Wochenende etwas Zeit finde.

5 Gedanken zu „Zentrifugaler Bodensatz II“

  1. Ich hoffe, die asbesthaltigen Bremsbeläge führst du aber direkt der Schadstoffsammlung zu!? So eine Dichtung produziert ja keinen Abrieb, das sehe ich auch entspannter. Aber bei Bremsbelägen würde ich da kein Risiko eingehen wollen.

    P.S.: Arbeiten war vermutlich das Hobby von diesem unbekannten (und zu Recht wahrscheinlich gelynchten) Erfinder. Ich hoffe ja immer noch mich durch Einheiraten in den Geldadel von diesem Joch befreien zu können, aber ich komme neben der Arbeit einfach nicht dazu die Bewerbungen durch zu schauen. 😀

  2. Bei Asbest muss ich immer an die gute alte Zeit denken, als Oppa noch mit der Fluppe im Hals die Wellasbestplatten mit der Handsäge auf Maß gebracht hat

  3. Axel,
    ich habe das Gefühl, das Ihr Asbest in der Gefährlichkeit überbewertet.
    O.K. bei Reinigungsarbeiten an der Bremsamlage bin ich auch vorsichtig, aber mit
    Mundschutz oder gar schwerem Atemschutz zu arbeiten halte ich für übertrieben.
    Die Rußpartikel aus einem modernen Dieselmotor sind genauso lungengängig, und damit gefährlich (ungesund). Oder tragt Ihr im Auto auch einen Atemschutz wenn Vor Euch ein Diesel fährt? (dann auch bitte die Lüftungsschlitze zukleben). Bin gespannt wie lange es unsere mopedfahrende Zunft es ohne Lüftung unterm Helm aushält.
    Gonzos Opa ist mit Sicherheit nicht mit der Säge in der Hand verstorben. Mein Großvater ist als Zigarrenraucher (Kettenraucher) 96 Jahre alt geworden. Da soll mir einer sagen rauchen ist ungesund.
    Gruß Axel

    1. Wie das immer so bei Gefühlen ist, ist das eine sehr subjektive Geschichte.
      Nachdem ich miterlebt habe, wie meine Mutter als Nichtraucherin mit Mitte 50 elendig und qualvoll am Lungenkrebs zugrunde gegangen ist, bin ich da vielleicht ein wenig sensibler.
      Mir ist klar, dass weder Asbest noch Fluppen zwingend Krebs verursachen.
      Das sie aber zumindest das Risiko erhöhen, halte ich schon für eine gesicherte Tatsache.
      Ist im Ergebnis halt immer eine Abwägungsfrage, wie sehr man bereit ist, sein Leben zugunsten der Risikominimierung einzuschränken.
      Weder Mundschutz beim arbeiten an der Bremsanlage noch mein Dasein als Nichtraucher haben mich da bisher subjektiv gefühlt wesentlich zurück geworfen.
      Wenn wer anderes da für sich persönlich zu einem unterschiedlichen Ergebnis kommt, ist mir das natürlich auch recht.
      Von einer allgemeinen „Überbewertung“ würde ich jedoch in diesem Zusammenhang nicht sprechen.

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