My first Zahnriemen I

Beim Combo stand die 90.000 km-Inspektion an.
Die 60.000 km-Inspektion hatte ich ja auch schon selbst gemacht. Warum also nicht wieder?
How hard can it be?
Ölwechsel? Läppisch:

Erstaunt mich jedes mal wieder, wie sauber so ein Erdgasfahrzeug verbrennt.
Luftfilterwechsel? Easy:

Auch wenn ich mit dem Heißluftfön den Luftfilterkasten wieder in Form bringen musste (man achte auf die rechte untere Seite). Irgendein Praktikant bei Opel hatte den Kasten mal schief zusammengesetzt und einfach angeknallt. Nun war der ganze Kasten verzogen und schloss nicht mehr dicht mit dem Filter ab…*grrrr*…“Fachwerkstatt“…*grr*.
Die eigentliche Herausforderung an der 90.000er-Inspektion ist jedoch der Wechsel des Zahnriemens.
Ich hatte sowas noch nie gemacht und etwas Bammel. Also erstmal ganz unvoreingenommen ein Angebot in der lokalen Opel-Bude eingeholt. 521,93 Euro zierten den Kostenvoranschlag.
Das war ja schon mal ne Ansage.
Also wieder an den Rechner geklemmt und recherchiert.
Kann ja keine Raketenwissenschaft sein.
Bei dem Z16YNG-Motor unseres Combos hat das anscheinend noch niemand selbst gemacht und im Netz dokumentiert.
Doof. Vielleicht doch Raketentechnik?
Allerdings erschien es mir unwahrscheinlich, dass die Opelmannen den Motor seinerzeit komplett neu geschnitzt haben.
Tief in ihrem Ingenieurherzen sind die ja auch faul.
Und richtig: Meine Recherche ergab, dass der Z16YNG lediglich ein an Innereien modifizierter Z16XE-Motor ist.
Der wiederum war in jedem 7. Ei Opel seit den späten 90ern.
Da fand sich reichlich Literatur im Netz.
Auch in der einschlägigen Fachliteratur wird der Motor samt Zahnriemenwechsel behandelt:

Für denjenigen, der die Aufgabe ebenfalls selbst angehen möchte, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen! Zwar wird auch hier gerne auf Opel Spezialwerkzeug zurückgeriffen oder im Hazet-Regal gewildert, aber ansonsten sind alle Schritte gut verständlich beschrieben.
Zur zwingenden Grundausstattung zählt dann noch ein breites Sortiment an Innen- und Außentorx:

Kleinste benötigte Torx-Nuss ist T8.
Wer sich das Leben für’s erste Mal nicht unnötig erschweren will, der investiert auch noch 15 € in ein „Nockenwellenblockierwerkzeug„:

Geht zwar auch ohne, aber man muss ja nicht unbedingt mehr Fehlerquellen provozieren, als ohnehin schon lauern.
Ebenfalls als sehr hilfreich hat sich ein heller Lackstift erwiesen. Damit kann man sehr gut die teils mikroskopisch kleinen OT-Markierungen besser kenntlich machen und auch die Einbauposition von verschiedenen Bauteilen markieren.
Wenn man eh schon in den Innereien des Motors rum wühlt, sollte man bei der Gelegenheit auch gleich die, ebenfalls vom Zahnriemen angetriebene, Wasserpumpe mit wechseln.
Zumindest habe ich persönlich extrem wenig Lust, wegen 35€ in 30 oder 40.000 km alles wieder auseinander zu reißen. Da lese ich lieber die „Satanische Verse“ per Brailleschrift auf meiner Raufasertapete. Also komplettes Set (Riemen, Umlenkrollen, Spannrolle, Wapu mit Dichtung, Schrauben) orgen. Aufgrund des Spaßfaktors sollte man auf Markenware achten.
Ich habe ein Riemenset von Quinton Hazell und eine Wasserpumpe von skf verbaut.
Für den Tausch habe ich (mit gelegentlicher Hilfe Vadderns) einen kompletten Tag gebraucht. Eine dritte und vierte Hand ist eh angeraten.
Aber genug der Vorrede!
In Teil 2 des Artikels geht’s ans Werk!

2 Gedanken zu „My first Zahnriemen I“

    1. Für mich war das auch Neuland und ein wenig mulmiges Gefühl hab ich immer noch. Wer weiß, ob ich wirklich alle Schrauben richtig angezogen habe?!

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