Wie ich schon öfters schrieb, finde ich es wichtig zwischendurch auch mal kleine Projekte für das schnelle Erfolgserlebnis zu haben. Das geht besonders gut bei Werkstattinfrastruktur. So lief mir vor einiger Zeit eine belgische Kiste „Jupiler“-Bier zu:
Die 0,25l-Flaschen nimmt hier kein Geschäft zurück und auch die Kiste wird man nicht los. Was also tun? Richtig! „Zweitverwertung“. Da die Unterteilungen zu klein sind, geht die Kiste leider nicht als Spraydosen-Regal. Bei näherer Betrachtung wurde auch deutlich, dass einige der Unterteilungen schon gebrochen waren:
Dann wäre doch eine Verwendung als stilsichere Werkzeugkiste vielleicht eine Option. Also flux ein paar Zwischenwände mit dem Multitool herausgetrennt und mit dem Schleifaufsatz am Dremel geglättet:
Aus Pappe habe ich anschließend Schablonen für die Einlegeböden gebastelt:
Aus einer alten Schrankrückwand zauberte die Stichsäge dann passende Einlagen. Fertig:
Dank des Mittelgriffes lässt sich die Kiste auch gut mit einer Hand tragen und notfalls dient sie als Tritthocker. Deutlich besser, als dass sie im Müll landet.
Ich hatte also in allen möglichen Winkeln der Republik gestreut, dass ich auf der Suche nach einem Trafo bin, der mir aus kontinentalem Drehstrom, imperialen Drehstrom zaubert. Armin meldete sich. Er hätte in der hintersten Ecke seines Elektro-Bastelkellers noch einen seit ewigen Zeiten ungenutzten Trafo:
Leistungsdaten:
3x380V auf 3x220V und der Hase liefert sogar 6000VA. Er fragte sich schon immer, warum er eigentlich diesen Trümmer aufgehoben hatte und ich konnte die Antwort liefern! Wir einigten uns auf einen wirklich fairen Preis, der sicherlich nichtmal der anteiligen Kellermiete der all die Jahre beanspruchten Grundfläche entsprach. Man achte für die Altersbestimmung auf die einstellige (!!) Postzonenzahl auf dem Typenschild. Wie schon bei den Stahlträgern war Teil der Preisgestaltung, dass so einen Trümmer kein Postbote durch die Lande schleppt. Er musste also irgendwie aus Süddeutschland zu mir in den „Mittleren Osten“ kommen. Auch hier half klagen und glückliche Fügung! Der Schwiegervater der Cousine der Besten Ehefrau von allen wohnt in der Gegend und kommt dort regelmäßig vorbei. Die Cousine ihrerseits, wollte uns eh samt Mann und Kind seit langem besuchen….. Bestes Teiletaxi! Herzlichen Dank nochmals! So fand der Trümmer seinen Weg zu mir in die Garage:
Nun hatte ich alles beisammen, um zu testen, ob meine Idee aufgeht. Da die Halle ja noch verputzt und gestrichen wird, konnte ich nur einen Testaufbau machen. Seilzug und Laufkatze waren schnell installiert:
Der Kettenzug mit seinen knapp 100 kg war da schon eine andere Herausforderung. Dank Seilwinde und Umlenkrolle konnte ich ihn aber hoch auf das Rollgerüst ziehen:
Dort legte ich ihn ab und fuhr die Laufkatze so weit die schräge Ebene hinunter, bis sie nah genug über dem mitgeschobenen Gerüst war, dass ich den Kettenzug direkt einhängen konnte:
Den Trafo habe ich provisorisch an meinen Baustromverteiler angeschlossen und auch den Kettenzug am Trafo vorübergehend verdrahtet:
Der anschließende Moment der Wahrheit ließ anfangs ein wenig auf sich warten. Es kam zwar Strom am Kettenzug an und man hörte auch die Relais im Inneren klicken, aber er rührte sich nicht. Nach etwas Zweifeln verriet mir das Handbuch, dass der Kettenzug eine interne Verpolungssicherung hat, die ihn bei falsch angeschlossenen Phase abschaltet. Also kurzes Phasenbingo:
Nun aber der Moment der Wahrheit:
Der Stahlträger hat zwar nur ca. 100 kg, aber für den Beweis, dass meine Konstruktion funktioniert reicht mir das. Sehr schön! Ich kann es kaum erwarten, alles final zu installieren. Vielleicht kann ich mir im Frühling mal testweise einen IBC-Container organisieren, den mit Wasser befüllen und auf den Anhänger laden. Das wären dann zumindest schon mal 1,3t.
…die glaubt einem zu Recht kein Mensch. Hatte ich doch ganz frech behauptet, einen Fertigungsmangel am Scheinwerfer des Gerontengolfes gefunden zu haben. War natürlich alles erstunken und erlogen. Knapp zwei Wochen nach der Reparatur des linken Scheinwerfers fiel plötzlich der Rechte aus. Hmm, Glühwendel sieht noch gut aus:
Aber achtet mal auf den Kontakt auf der gegenüberliegenden Seite:
Der ist aber dunkel… Natürlich hatte das Glühobst auch noch Durchgang. Da lugen wir doch mal mit dem Winkelspiegel in den Scheinwerfer:
Ja, der Kontakt sieht auch komisch aus. Ok, also wieder den Kühlergrill samt Scheuerleiste demontieren. Dann kann ich bei der Gelegenheit wenigstens meine Kühlerpappe entfernen. Beim Blick auf den Kontakt fällt auf, dass auch hier wieder der „Produktionsfehler“ vorliegt:
Insgesamt ist der Kontakt aber zu dunkel und das Schwarze sieht nach geschmolzenem Plastik aus. Also frei gepopelt und beide Kontakte (Fassung und Scheinwerfer) mit einem feinen Schmirgelpapier attackiert:
Danach alles wieder zusammen werfen und schon leuchtet der Hase wieder. Da die Leuchtmittel 08/15 und keine 100Watt-Monster sind, vermute ich, dass der Ausfall auf beiden Seiten der Korrosion an den Kontakten geschuldet war. Dadurch wurde der Widerstand zu groß und schmolz im Laufe der Zeit das Plastik. Irgendwann war der Widerstand so groß, dass kein Strom mehr fließen konnte, und die Lampen fielen aus. Dann nehme ich mal eine Reinigung der Kontakte in meine Austauschroutine mit auf.
Da auch ich (gemächlich) aus Fehlern lerne, habe ich jeden Monat einen fixen Termin im Kalender stehen, der da lautet „Batterien laden“. Ab diesem Datum tingel ich immer mit meinem Bosch C3-Ladegerät durch die Garage und klemme nach und nach jede Batterie an. Bei Fahrzeugen mit Motorhauben klappt das auch ganz wunderbar. Ein Problemfall war bisher immer der JZR, dessen Batterie sich im Beifahrerfußraum an der Spritzwand befindet. Da musste man also entweder akrobatisch im Fußraum abtauchen oder die ganze Front demontieren. Abhilfe tat Not. In einem ersten Schritt stellen wir fest, dass auch bei ausgeschalteter Zündung Strom am Zigarettenanzünder anliegt:
Wo Strom raus kommt, kann auch Strom rein gehen. eBay lieferte Ringkabelschuhe mit passendem Stecker für das C3-Ladegerät und im Fundus fand sich noch der Rest vom 12V-Aschenbecher (Scheiße, das ist 10 Jahre her!):
Um da offen für spätere weitere Adapterlösungen zu sein, habe ich den Zigarettenanzünder-Stecker nicht direkt an das Adapterkabel gelötet, sondern Kabelschuhe angecrimpt:
Um eine Verpolung auszuschließen, habe ich Männchen und Weibchen immer abwechselnd vercrimpt und auch das schwarze Kabel zum Stecker mit rotem Schrumpfschlauch markiert. Fertig:
Links original, rechts Ziggi-Adapter. Ah, welch ein Komfortgewinn: