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Scheiße kauft man zweimal -Reloaded-

Wie schon geschrieben, hat der Verkäufer mir ne falsche Ersatzgrundplatte für Lola geschickt. Gestern Abend hab ich ihm dann eine „deutliche“ E-Mail geschrieben und dort ein paar dezente Paragraphen und rechtliche Hinweise eingestreut. Eigentlich hasse ich es ja, wenn Leute den Juristen raus hängen lassen und dann, typisch deutsch, gleich mit Klage zu drohen. Bei ebay aber habe ich gelernt, dass wenn man das nicht macht, man ewigen Diskussionen ausgesetzt ist und die Verkäufer sich gerne querstellen. Da hat es sich als effektiver erwiesen ersteinmal einen Schuss vor den Bug zu geben und sich dann erst kooperativ zu zeigen. Klassische amerikanische Vorgehensweise: Erst schießen, dann fragen.
Ich hatte gestern Abend auch schon einen ganzen Absatz darüber getippt, warum der Haftungsausschluss des Typen nicht greift. Dann habe ich mir die Auktion nochmal durchgelesen und festgestellt, dass der überhaupt keinen Haftungsausschluss drin hatte…klarer Fall von Übereifer. Macht die Sache für mich aber wesentlich einfacher.

Nachts bekam ich dann auch prompt noch eine kleinlaute Antwort, in der er die Unannehmlichkeiten bedauert, sich dafür entschuldigt und mir verspricht direkt heute nachzusehen, ob er noch eine passende Zündung da hat. Sehr schön, hat also gewirkt die Mail. Ich bin gespannt, was noch kommt.

Scheiße kauft man zweimal

Um Lolas Zündprobleme in den Griff zu bekommen, habe ich mir ja vor einiger Zeit bei eBay ne neue Grundplatte samt Polrad geschossen. Heute ist das Paket angekommen und was soll ich sagen?
S-C-H-E-I-ß-E!
Die verfickte Grundplatte ist eine 8307.12/1-100:

Die steht so zwar nicht in der (eh nur mit Vorsicht zu genießenden) Liste, aber es deutet alles darauf hin, dass damit eine 8307.12/1 gemeint ist und das bedeutet: 12V… und ich brauche 6V….. ich könnte explodieren.
Und der Kerl schreibt in seiner Auktion „Unterbecherzündung für S51, Schwalbe…“. dabei wurde die Scheiße nur in der S51 und dem Roller SR 50/1B verbaut. Die Schwalbe hatte niemals 12V. Natürlich gab es auch Zündungen, die parallel in der Schwalbe und in der S51 verbaut wurden. Das waren alles 6V Zündungen…deshalb habe ich dieses verfickte Teil ja auch gekauft. Hätte laut Modellbeschreibung ja auch passen müssen…aber wenn man zu dumm ist die eingestanzten Zahlen auf dem Rand zu lesen… es ist ja nicht nur, dass ich den Dreck nun wieder rückabwickeln muss, sondern, dass ich auch dieses WE wieder nix an Lola machen kann…. *Arrrghhhsl* Moment, ich muss mal gerade meine Wut aus dem Fenster schreien…bin gleich zurück….

So, wieder da. Und es ist nicht nur, dass es ne falsche Zündung ist was mich aufregt (wenn auch zu 95%), nein, dass Teil ist auch noch versifft bis zum geht nicht mehr und die Kabel sind an zwei Stellen gebrochen und bis auf die Kupferseele blank….“Die Zündung ging bis zum Ausbau ohne Probleme“…jaja, my Ass!!
Der Typ soll sich jetzt bitte anstellen, wenn ich ihm die Scheiße zurück schicke! Ich würde dem so gerne ne Klage vor den Latz hauen….Fuck, wenn ich sauer bin, werde ich zum Juristen…
Auf der Anderen Seite: Das ist die letzte Ausbaustufe der SLPZ… 12V und Bilux…. könnte man sich hinlegen, wenn man das Duo mal auf 12V umrüsten will… ach, drauf geschissen.
Boar, bin ich sauer!!…Wenn wer fragt, ich bin beim Waffenhändler.
Hier noch nen paar Bilder von der Misere:

Thematischer Musiktipp: Mono für alle – Amoklauf

Rallybolide

Nachdem der Entschluss gefallen war, an der Rally Dresden-Dakar-Banjul teilzunehmen, stellte sich die essentielle Frage nach dem fahrbaren Untersatz. Nach einigem unschlüssigen Überlegen brachte mich mein Bruder auf das philosophische Grundkonzept der Fragestellung: „Was für ein Fahrzeug will ich nach Afrika bringen?“:
Denn entweder man will Entwicklungshilfe in Sachen Fahrzeuggeschmack leisten und bringt etwas mit Style auf den schwarzen Kontinent, oder man will die deutschen Straßen von einem Übel befreien und verklappt ne möglichst hässliche Möhre.
Mit dieser Verkürzung und „Runterbrechung“ des Entscheidungsprozesses liegt mein Bruder genau richtig.
Aufgrund meiner altruistischen Grundhaltung (erscheint das bei nem Jurastudium unglaubwürdig?….öhh…ja.) hätte ich mich für die erste Variante entschieden: Ein Auto mit Style.
Als erstes dachte ich an eine Bowler Wildcat. Aber das wäre zu einfach und one-way-Ticket spricht da auch einfach mal entschieden gegen (sooo altruistisch bin ich nun auch wieder nicht). Bowler Fahrzeuge werden dauernd für die Paris-Dakar genommen und sind erprobt. Das kann jeder… Also Unimog? Reizvoll, aber auch zu einfach. Wo nämlich nen Unimog nicht durchkommt, da sollen Menschen auch nicht hin. Also was weniger offroadiges. Nächste Idee war nen Mercedes W123. Wesentlich besser, weil wesentlich ungeeigneter für die Sahara, aber…. der W123 ist ja mittlerweile in Afrika zuhause. Der gehört da öfter zum Straßenbild als hier. Also muss er ja sehr gut für afrikanische Straßen geeignet sein und scheidet folglich auch aus (Mal wieder das „zu einfach“-Argument). Schwierig, schwierig.
Eh ich mir weiter Gedanken machen konnte, kam die Lösung in Gestalt meiner besten Freundin Marlen. Der habe ich nämlich in der Mensa mal von meinen Plänen erzählt und sie war sofort Feuer und Flamme. Sie fragte sofort, ob ich noch Platz im Auto hätte, was ich bejahte (Tobias war zu diesem Zeitpunkt noch entschiedener Gegner dieses Unternehmens). Marlen hat als Co-Pilot fünf große Vorteile: 1. Sie ist anspruchslos, 2. Sie bleibt unter Stress ruhig, 3. Mit ihr passieren immer die geilsten Dinge, 4. Sie arbeitet in der Notfallaufnahme der Städtischen Klinik, 5. Und vor allem: Sie stellt das Rallyauto…..

Wir bringen den Mohren nun ihren 1992er VW Golf III vorbei. Der Wagen ist das ideale Nichtrallyauto: Kleinster Motor (1,4l, 60PS), Benziner, Frontantrieb, kein Reduktionsgetriebe, keine Sperren, normales Straßenfahrwerk, kein Servo, kein Klima, Zweitürer, kein Kofferraum und „Miami Florida-Grün“. Ein Traum.
Der Wagen auf den Bildern unten ist übrigens ein „GL“ und dient nur der Verdeutlichung. Wir haben noch ein Klasse da drunter…Basisausstattung „CL“. Also keine Alus, keine Außenspiegel in Wagenfarbe, keine Stoßfänger in Wagenfarbe, keine Vellourssitze, keine geteilte Rückbank, 13″ Reifen, hinten Trommelbremsen, kein ABS, keine Schiebe-/Hubdach, mehr Beulen….

Der Vorteil ist, dass wir so die 500€ Anschaffungspreis gespart haben und somit mehr in den Umbau stecken können. Mir schweben da schon ein paar schöne Schweißarbeiten vor….Unterfahrschutz, Frontschutzbügel, verlegter Ansaugstutzen zum Dach samt Sandfilter, etc… Bevor ich da aber was anfange, werde ich erstmal mit dem lokalen TÜV-Menschen sprechen, ob es den alten „Ausfuhr-TÜV“ noch gibt. Wenn ich mich nämlich recht entsinne, wurde der abgeschafft, und es gibt jetzt nur noch die normale Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO…das wäre schade, weil damit nämlich all diese schönen Sachen wegfallen würden bzw. erst hinter der Grenze möglich wären.

Next Stop: Banjul, Gambia

Ich habe mir letztes Jahr überlegt, dass ich mir selbst zum ersten Staatsexamen eine Rallyteilnahme schenke. Auf die Idee bin ich bei einer Fernsehreportage über die Rally Dresden-Dakar-Banjul gekommen und das Konzept hat mich sofort überzeugt! Die Strecke führt (wie der Name schon sagt) von Dresden über Dakar nach Banjul, der Hauptstadt von Gambia in Westafrika. Die Route beträgt ungefähr 7500 Km und führt durch Deutschland, Frankreich, Spanien, Marokko, Westsahara, Mauretanien, Senegal und Gambia.
Die Rally hat eine einfach Regel: Der Weg ist das Ziel.
Das bedeutet: Kein Reglement, keine Wertungsprüfungen, keine Platzierungen, keine Preise, keine Profis, nur Spaß. Also genau meine Einstellung. Einfach mal lässig durch die Wüste.
Allerdings gibt es eine kleine…naja, nicht „Regel“…, aber Richtlinie: Die Autos werden am Ende in Gambia zugunsten wohltätiger Einrichtungen versteigert (tut man also auch noch was Gutes) und sollen daher nicht mehr als 500,00 EUR in der Anschaffung kosten. Das führte mich dann schon zum ersten Problem: Ich besitze kein Fahrzeug, dass so billig ist. Woher also Auto nehmen, wenn nicht stehlen? Hier kam mir nach einiger Zeit der Zufall zu Hilfe….

Und was machst du sonst so?

Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, gibt es eine neue Artikel-Kategorie. In der Kategorie „Rallye Dresden-Banjul“ werde ich in unregelmäßigen Abständen Updates über Marlen und meine Rallyvorbereitungen für nächstes Jahr veröffentlichen. Der erste Artikel gibt euch schon mal einen kleinen Einblick, worum es geht.