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Frohe Weihnachten

Auch euch liebe Leser, wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Weihnachtsgruß 2012

Auf dass eure Wünsche in Erfüllung gehen, keine Schraube abreißt, kein Rost sich durchfrisst, ihr immer genug Öldruck und eine handbreit Benzin unterm Tankgeber habt!

Allzeit freie Fahrt
Adrian

P.S.: Und immer dran denken: Abgase gefährden die Gesundheit! Also 2013 mit dem Rauchen aufhören. 😉

Kennzeichen wechsel dich IV

In der aktuellen „AutoClassic“ findet ihr einen Artikel zum jetzigen Stand der Nutzbarkeit der „Wechselkennzeichen“ für uns Oldtimerfahrer:
AutoClassic 1/2013
Der Artikel stammt von Bodo Wistinghausen, welcher auch schon den Artikel über meinen Bond Bug und mich geschrieben hat. In dem Artikel findet ihr auch ein kurzes Interview mit meinem Schrauberkollegen und juristischem Mentor Goof.
Herr Wistinghausen und ich hatten schon während der Aufnahmen für den Bug-Artikel kurz über das Kennzeichen gesprochen. Eigentlich sollte ich daher auch das Interview hierzu geben, jedoch fiel seine spätere Anfrage mitten in die Hochphase meiner Examensvorbereitung, so dass ich ihn leider an Goof verweisen musste.
Allerdings ist Goof ein nicht minder kompetenter Ansprechpartner, so dass es seinen Ausführungen auch wenig hinzuzufügen gibt.
Tenor bleibt: Für unsere Schätzchen ist es schlicht unattraktiv.

Dass das Wechselkennzeichen auch sonst ein Flop zu sein scheint, kann man an der Aussage der LVM-Versicherung in dem Artikel ersehen. Die LVM hat in der Zeit zwischen Juli und Oktober 2012 gerade einmal 27 Versicherungen für das „W-Kennzeichen“ in ganz Deutschland abgeschlossen….
Eine Totgeburt, wie ich sie schon prognostiziert hatte.

Johnson’s Welding and Repairs

Da ich momentan wenig Neues zu berichten habe (die Restaurierung der Gorilla steht jedoch in den Startlöchern), möchte ich euch Thomas aus Philo, Illinois vorstellen, welcher als echter Motorhead die verlassene Autowerkstatt von „Johnson’s Welding and Repairs“ gekauft und restauriert hat.
An sich eine wenig bemerkenswerte Geschichte, jedoch gehörte die von 1930 bis 1980 betriebene (und dann völlig überwucherte) Werkstatt zwei Eigenbrötlern und absoluten Technik-Messies, welche auf dem Gelände tonnenweise (Thomas spricht von über 100t!) historische Technik horteten.
Auch der neue Eigentümer Thomas ist ein bemerkenswerter Zeitgenosse, denn er hat dieses Chaos nicht einfach entsorgt, sondern über Jahre akribisch aufgearbeitet und mit viel Fachwissen, Schweiß sowie Geld einen absoluten Traum von Werkstatt hergestellt.
Hier ein paar Vorher-Nachher-Fotos (Ja, das ist die identische Werkstatt!):

Dankbarerweise hat Thomas die gesamte Restaurierungsgeschichte mit der Kamera begleitet und in einen mittlerweile 300 Seiten umfassenden Thread im The Garage Journal Board Forum dokumentiert.
Aufgrund des schieren Umfangs des Projekts gibt es für die schnellere Lektüre eine sehr gute Übersicht, in der nur die wichtigsten und bildgewaltigsten Postings von Thomas verlinkt sind.

Solltet ihr also noch eine Fluchtmöglichkeit vor dem Weihnachtstrubel suchen, so freut euch! 1-2 Tage sind schon mal mit dieser Geschichte gut verplant.
Dann erfahrt ihr auch die Geschichte dieses 1936er Hudson Terraplane, welchen Thomas, neben einigen anderen völlig überwucherten Autos, auf dem Grundstück fand:

„Ein Leben ohne Eier ist möglich, aber sinnlos.“

So oder so ähnlich formulierte es schon ein großer deutscher Humorist.
Auch der bekannte Gegenwartsphilosoph Oliver Rolf Kahn brachte es mit seinem Ausspruch „Eier, wir brauchen Eier!“ auf den Punkt!

Diese eierlose Leere fühlten auch wir seit unserer Rückkehr aus Afrika vor 3 Jahren.
Zu sehr waren uns die kleinen Dinger ans Herz gewachsen.
Mochten wir und der Rest der Welt sie doch anfangs für furchtbar hässlich befunden haben, so zeigten sie doch auf unserer Reise ihren wahren generösen Charakter.
Denn wie so oft im Leben kommt es nicht auf die äußere Hülle an, sondern auf das was sich darunter verbirgt!

Kaum waren wir also wieder hier, äußerten wir beide den Wunsch, wieder ein Ei zu besitzen.
Diesmal aber kein Wegwerfmodell, sondern eins zum behalten. Zum lieb haben….

Dementsprechend hattet ihr natürlich Recht.

In den letzten Produktionsmonaten legte Mazda eine auf 500 Exemplare limitierte Sonderversion des 121 DB namens „Ginza“ auf.
Neben den bekannten Vorzügen wie spritziger 72 PS-Motor und Faltdach wartete dieses Sondermodell mit Metallic-Lack, weißer Volllederausstattung (mit blauen Nähten), elektrischen Fensterhebern, Sitzheizung, Servolenkung und weiteren Extras auf! Die ideale Ausgangsbasis für einen zukünftigen Klassiker also.
Tobias suchte sich die Finger wund, um ein akzeptables Exemplar für schmales Geld zu finden.
Anfang November war es dann soweit. Auf dem Rückweg vom Motorenbautag schaute ich mir ein Ei in Friesland an:
Ginza auf Wiese
Auf einer feuchten Wiese erwartete mich ein original Ginza mit leichtem Frontschaden.
Ginza auf Wiese 2
Bevor ich mich dem Blech zuwendete inspizierte ich erstmal die wichtigsten Teile.
Beschädigungsfreie Innenausstattung:
Rückbank
Intakte Türpappen und Armauflagen:
Türverkleidung rechts 2
Auch von oben alles lecker:
Laufschiene Sonnendach
Lediglich das Leder des Fahrersitzes zeigt ein paar Knitterfalten, welche aber die Laufleistung von knapp 100.000 km glaubhaft erschienen lassen und noch als „Patina“ durch gehen:
Fahrersitz
Einziger Wermutstropfen im Innenraum sind die Abdrücke auf dem hinteren linken Sitz:
Rücksitzbank mit Spuren
Auch das Faltdach zeigte sich makellos und rissfrei:
Faltdach
Nun also zum Blech.
Die Schwellerecken waren besser als erwartet:
Schwellerecke links
Klar sind die knusprig, aber ich hatte faustgroße Löcher erwartet….
Auch fand sich lediglich ein rostiger Radlauf:
Radlauf Rost
Schlimmer stand es da schon um die Falz der Schweller:
Schwellerfalz
Da fehlten große Stücke:
Schwellerfalz 3
oder waren Gevatter Rost zum Opfer gefallen:
Schwellerfalz
Soweit ich es erkennen konnte, rührten diese Schäden von konsequent falschem aufbocken her. Die Falz war in weiten Bereichen platt gedrückt und umgebogen.
Der Motorraum hingegen, präsentierte sich Ei-typisch unspektakulär.
Schmunzeln musste ich jedoch bei dem ungewöhnlichen Aufbewahrungsort für das Bordwerkzeug:
Kneifzange im Motorraum
Sogar den seltenen „Ginza“-Schlüsselanhänger hatte der Verkäufer noch:
Schlüsselanhänger
Der Unfallschaden hatte den Kühler, die Haube und die vordere Stoßstange gekostet. Die ältere Vorbesitzerin war im Winter in den Graben gerutscht (es fanden sich noch Gras und Erde an der Front) . Soweit ich es jedoch beurteilen konnte, ist die tragende Struktur des Wagens nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Zumindest fanden sich keine Knitter- oder Schweißspuren.
Auch die verbeulte Haube deutet eher auf einen milden Anstoß hin:
verbeulte Haube
Wie zu erwarten war, sprang der Motor sofort an, lief ruhig und kehrte nach der Warmlaufphase in einen niedrigen gleichmäßigen Leerlauf zurück. Alle elektrischen Gimmicks funktionierten ebenfalls problemlos.
Die Bremse vorne links ist fest, aber das ist nach über einem Jahr Standzeit auf einer feuchten Wiese auch nicht weiter verwunderlich.
Auch wenn das Ei blechtechnisch mit wirtschaftlichen Mitteln nicht mehr zu retten ist, so glänzt es doch mit einem unvergleichlichen Originalzustand. Selbst das original Mazda-Radio ist noch verbaut und die Sommerreifen stehen auf Stahlfelgen mit original „Ginza“-Radkappen. Der Aschenbecher ist jungfräulich und auf den Rücksitzen scheint nie jemand gesessen zu haben. Von Ausschnitten für größere Boxen oder ähnlichem ganz zu schweigen.
Da der Eigentümer um den Seltenheitswert des Wagens anscheinend nicht, jedoch um den Umfang der Rostschäden sehr wohl Bescheid wusste, konnten wir ihn für die Kosten einer ausgewachsenen Tankfüllung einpacken. Das dürfte alleine die Lederausstatttung Wert sein.
Also kamen wir am nachfolgenden Wochenende mit einem Hänger vorbei und luden das Ei auf:
Ginza auf Hänger
Gut verzurrt gings gen Heimat:
Ginza auf Hänger 2
Leider habe ich es versäumt vom Verkäufer und seiner hüfthohen Dogge ein Foto zu machen.
Soviel sei jedoch gesagt: Er arbeitete früher als Schausteller und die Dogge hatte ein Halsband mit kleinen Schlagringen als Verzierung….
Es erinnerte ein wenig an die Auto-Kauf-Szene aus Bang Boom Bang.

Es war aber mal wieder meine Lieblingsart des Autokaufs:
Billig!
Da gibts keine bösen Überraschungen, sondern nur Gute.

Was aus dem Ei wird, steht noch nicht fest. Entweder es dient als Spender für ein blechmäßig besseres Exemplar, oder Tobias stellt es ohne Rücksicht auf Kosten wieder her.
Ist aber keine Sache für einen absehbaren Zeitraum. Wir reden hier eher von den nächsten zehn Jahren, als den nächsten Fünf.
Gut Ei will Weile haben!

Die Beste fürs Leben

Es tut mir Leid, dass ihr so lange nix von mir gehört habt!
Allerdings war ich auch mal wieder anderweitig eingebunden:
Hochzeit
Nachdem ich euch seit Jahren mit Lobpreisungen über die „beste Freundin von Allen“ in den Ohren lag, habe ich sie nun überreden können, mich zu heiraten.
Wir wollen es vorerst bis zum Ende unserer Tage miteinander versuchen und sehen dann mal weiter.