Zum Saisonstart zeigte der Ginza einen schönen Tachostand:

Zum Saisonstart zeigte der Ginza einen schönen Tachostand:

Nachdem der Rialto fit für den Start in die neue Saison war, konnte ich am JZR weiter machen.
Das war der erste größere Service nach dem Kauf.
Als erstes habe ich mal den Zustand der Bremsflüssigkeit getestet:

So einen Bremsflüssigkeitstester kann ich nur empfehlen! Spart einem so manchen turnusmäßigen Wechsel.
Nächster Halt waren die Bremsbeläge. Vorne ist das einfach:

Hinten gibt es eigentlich eine Verschleißanzeige an Trommel und Betätigungshebel. Da sind zwei Pfeile, die sich im Laufe der Zeit immer näher kommen.
Jedoch wurde am JZR für den Einbau einer Handbremse der Betätigungshebel der Bremse getauscht und der Neue hat keine Markierung:

Ich habe dann den Betätigungsweg gemessen und daraus geschlossen, dass da noch reichlich Fleisch auf den Bremsschuhen sein muss.
Der gründliche Check samt Nachrüstung einer Markierung wird aber als Winterarbeit notiert.
Da ich für den Abschmierdienst eh den kompletten Innenraum ausräumen musste, habe ich dies mal für eine gründliche Reinigung genutzt. Das war dringend nötig:

Den ersten Schmiernippel findet man am Endantrieb:

Den nächsten am Lagerbock der Kardanwelle im Innenraum unterm Teppich:

Bei der Gelegenheit habe ich auch die Blechverkleidung der Kardanwelle demontiert:

Auch das vordere Lager freut sich über frisches Schmierfett:

Ein echtes Problemkind ist der Schmiernippel im vorderen Kreuzgelenk:

Keine Chance da mit dem Mundstück der Fettpresse drauf zu kommen.
Während ich da auf die DHL-Fee wartete, mir eine Lösung zuzustellen, habe ich schon mal auf der Rückseite des hinteren Lagerbocks ein wenig gegraben:

Keine Ahnung, auf welchem englischen Acker der JZR mal unterwegs war, aber das Leistungsgewicht hat das definitiv beeinflusst:

Jetzt sieht man auch wieder das Lager:

Beim vorderen Lager hatte schon jemand die Abdeckbleche rausgehebelt, so dass man direkt an den Lagerkäfig samt Kugeln kam:

Ich habe das Lager dann mehrfach mit Bremsenreiniger ausgespült und sinnlich neues Fett einmassiert:

Auch den Austausch dieses Lagers setze ich auf die Winter-Liste. Leider muss dafür der Motor raus.
Mittlerweile hatte auch die DHL-Fee geklingelt und von Krümmel 4×4 Technik diesen super Aufsatz für die Fettpresse geliefert:

Ist eine super Anschaffung für schwer zu erreichende Schmiernippel. Der Adapter wird einfach mit einem eigenen Schmiernippel auf das Mundstück der Fettpresse geklickt und mit einer Schiebehülse gesichert. Klare Produktempfehlung!
Damit war der erste Teil der Services abgeschlossen.
Nachdem ich das Problem mit dem Blinkerhebel nochmal weitere 15 Jahre reifen lassen muss, habe ich den normalen Service am Rialto abgearbeitet. An erster Stelle den Abschmierservice. Um den Achsschenkelbolzen des Vorderrades („Kingpin“) abzuschmieren, demontiert man immer (!!) das Vorderrad:

HALT! Was sehen meine traurigen Augen?
Einer der Radbremszylinder ist fritte:

Verdammt. Dabei habe ich den erst vor 15 Jahren gewechselt.
Dann stöbern wir doch mal im Fundus, ob wir da noch was haben.
Ja, kein Problem. Haben wir lagermäßig da: 2x NOS Radbremszylinder Ford Escort MK I vorne links:

Und da die mittlerweile knapp werden, habe ich die Chance genutzt und zwei weitere NOS bei eBay besorgt.
Mit dem Aktuellen sollte mich das rechnerisch über die nächsten 60 Jahre bringen. Und damit sie so lange auch noch frisch bleiben, habe ich sie zerlegt, gereinigt und satt mit Bremsenpaste eingerieben:

Und wenn wir schon mal eh die Bremse zerlegen, konnte ich auch gleich die vorderen Bremsbacken vermessen:

Die vernieteten Beläge sind laut Handbuch an der Verschleißgrenze, wenn sie noch 1mm Material über den Nieten haben.
Die haben Sie noch ganz knapp. Allerdings können bei der sehr überschaubaren Jahresfahrleistung des Rialtos, die Beläge ruhig noch 1-2 Jahre drin bleiben.
Neue Beläge (Delphi LS1154) liegen schon im Regal bereit:

Eh ich nun die Bremse wieder zusammenbaue, habe ich den Achsschenkelbolzen abgeschmiert. Hier nochmal das Beweisfoto, warum man das immer und ausschließlich bei abgenommener Bremstrommel macht:

Das will man nicht direkt neben den Bremsbelägen haben.
Auch die Schmierung des vorderen Radlagers habe ich kontrolliert:

Sieht noch gut aus.
Weiter ging es mit der Fettpresse zur Kardanwelle:

Zeitlich wäre auch laut Serviceplan der Benzinfilter dran. Der sieht aber noch makellos aus:

Den Abschluss bildeten die Bremsen hinten:

Die Beläge sehen noch Top aus und ließen sich einwandfrei nachstellen.
Damit war der Rialto fit für den Start in die Saison.
Wie wir alle gelernt haben, gibt es problematische Einstellungen die sich zwar eine Zeit lang ignorieren lassen, aber einen doch irgendwann wieder einholen.
So zum Beispiel die fehlerhafte Einstellung des Blinkerschalters am Rialto. Da war ich ja schon vor ziemlich genau 15 Jahren dran und habe des Problem danach erfolgreich ignoriert. Da ich für die Reparatur der „Fernlichtautomatik“ eh schon den Blinkerschalter demontieren musste, konnte ich auch gleich nach dem Rückstell-Mechanismus schauen. Und wenn ich schon dabei war, konnte ich auch gleich den einstufigen Rücksteller, gegen einen mit zwei Rückstellnasen tauschen. Max aus unserer Reliant-Gruppe hatte da nämlich mal was am 3D-Drucker gezaubert.
Also erstmal alles schön markieren, damit nachher das Vorderrad auch wieder gerade steht:

Hat man die Zentralmutter gelöst, lässt sich das Lenkrad mit moderatem Kraftaufwand von der Lenksäule ziehen:

Auch die Position der Nase auf dem schwarzen Plastikring des Rückstellers habe ich markiert:

Auch der Ring lässt sich mit etwas Kraft abziehen.
Hier Alt und Neu im Vergleich:

Der Vorteil des neuen Rings ist, dass man bei einer Linkskurve nicht mehr ewig darauf warten muss, dass sich der Blinker zurück stellt. Durch 0,2mm mehr Höhe gleicht er auch etwas die Abnutzung der alten Ringe aus.
Bis zur feinen Verzahnung lässt er sich bequem aufschieben:

Danach hilft ein Zündkerzenschlüssel beim vorsichtigen aufklopfen:

Leider zeigte schon ein erster Test, dass der Ring zwar super ist, aber bei meinem Problem der fehlenden Rückstellung nach Rechtskurven nicht hilft.
Bei „Blinker-links“ ist der Nocken sehr nah am Gehäuse des Blinkerarms:

Bei „Blinker-rechts“ gleitet er fast ohne Kontakt unter dem Rückstellarm hindurch:

Da das Drehgelenk der Blinkermechanik auf der Grundplatte vernietet ist, gibt es da auch leider keine Einstellmöglichkeit, um die Arme etwas zu vermitteln. Sehr komisch.
Was bleibt mir also? Richtig: Problem weiter ignorieren und den Blinker von Hand zurück stellen. Wird schon nicht so schlimm sein.
Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich….
Auf meiner Winterliste stehen neben klassischem Fahrzeugservice auch einige kleinere Reparaturen, auf die ich während der Sommersaison keine Lust hatte. Zum Beispiel hatte der Rialto im letzten Sommer die Eigenart entwickelt, bei Schlaglöchern das Fernlicht einzuschalten. Quasi eine umgekehrte Fernlichtautomatik…. Hielt man den Lenkstockschalter jedoch leicht auf Zug Richtung „Lichthupe“ trat das Problem nicht auf. Damit war auch direkt der Schuldige ausgemacht:

Da die Komponenten alle nur geklemmt sind, markiert ihr euch am Besten deren Position. Dann passt nachher auch wieder die Abdeckung hinter dem Lenkrad ordentlich.
Ist die Abdeckung ab, könnt ihr die Halteklemme der beiden Lenkstockschalter lösen:

Auf der unteren Schraube befindet sich ein Distanzstück. Nicht verlieren:

Anschließend noch den großen Stecker am Kabelbaum trennen und ihr habt den Schalter in der Hand:

Oberhalb des braunen Kabels seht ihr den Kontakt für das Fernlicht:

Der rechte, dicke Kontakt ist für das Fernlicht. Die dünne Zunge links ist für die Lichthupe. Über den Lenkstockhebel wird der mittige Kontakt zwischen diesen beiden Polen hin- und her bewegt.
In einem ersten Schritt habe ich die Kontakte mittels eines feinen Schleifpapiers gereinigt:

Schon dabei wurde deutlich, dass der mittlere Kontakt in seiner Ruhestellung kaum Abstand zum Fernlichtkontakt hat. Da passte kein Schamhaar zwischen.
Der mittige Federkontakt ist einfach im Laufe der Jahrzehnte müde geworden. Ich versuchte erst, die Kontakte etwas nachzubiegen, das funktionierte aber aufgrund der engen Platzverhältnisse nicht.
Die Lösung waren am Ende zwei Lagen Isolierklebeband auf dem Federarm:

So ist der Kontakt in Ruhestellung etwas weiter vom Fernlichtkontakt entfernt, lässt sich aber noch problemlos hin und her bewegen.
Da ich aber schon mal so weit vorgedrungen war, konnte ich auch gleich ein uraltes Problem angehen….