Im August waren sowohl der Combo als auch der Gerontengolf mit dem Service dran. Zeit für eine Großbestellung (Paket 1 von 2):
Beim Combo stand nix an, was wir nicht schon mal hier im Blog behandelt hätten. Da will ich euch nicht mit Wiederholungen langweilen. Nachdem meine Unterdruckpumpe zwischenzeitig das Zeitliche gesegnet und Tante Louise sie aus dem Programm genommen hat, habe ich mir eine neue besorgt:
Funktioniert tadellos. Beim Tanz um die Bremssättel fiel mein Blick auf die Feder hinten links:
Hmm, so sollte die eigentlich nicht enden. Eher so:
Mist, Federbruch. Da kümmere ich mich aber nach dem Service drum. Hinten rechts habe ich dann noch den defekten Entlüfternippel im Bremssattel ausgetauscht:
Damit war der Service abgeschlossen und ich konnte das Serviceheft weiter stempeln:
Einen Eintrag habe ich noch frei, dann muss ich auch hier Einlegeblättchen basteln.
So, es gibt einiges aufzuarbeiten. Fangen wir beim Dachüberstand an:
Nachdem as und Christian mich ausreichend verunsichert hatten, ob es sich bei dem „Dreck“ an unserem Dachüberstand nicht doch um Schwarzalgen handeln könnte, habe ich mal den von Christian beschriebenen Test durchgeführt:
Mit dem puren Chlorreiniger habe ich einen Lappen getränkt und damit ein paar besonders „befallene“ Stellen abgetupft, so dass eine feuchte Oberfläche blieb:
Das sollte eigentlich allem den Gar aus machen. Allerdings zeigten die behandelten Stellen weder nach 30 Minuten noch nach einem weiteren Tag irgendwelche Veränderungen. Ich bin da also erstmal vorsichtig optimistisch, dass es wirklich „nur“ Dreck ist. Bestärkt sehe ich mich in der Tatsache, dass der weiße Rauputz am Haus gänzlich ohne „Algenspuren“ ist. Wir werden sehen, was die Zeit bringt.
Am vergangenen Wochenende habe ich mit einem Großteil der deutschen Reliant-Dreiradszene (4 Personen) Andreas besucht. Andreas hatte mich kontaktiert, weil er nach 40 Jahren Reliant-Leidenschaft leider aus gesundheitlichen Gründen seine (unvollendete) Sammlung auflösen muss. Ein bitterer Schritt, der ihm sichtlich schwer fällt. Damit seine umfangreiche Sammlung nicht in alle anonymen Winde verstreut wird, habe ich ein paar Leute zusammen getrommelt und wir haben geschaut, ob wir das Ganze nicht als Paket übernehmen können. Das Sahnehäubchen bildete dieser tolle Bond Bug:
Das er super original erhalten ist, liegt auch an seiner ungewöhnlichen Historie. Es ist laut Fahrgestellnummer der erste produzierte 750 ccm-Bond Bug. Dementsprechend war die Erstzulassung auch auf das Werk in Tamworth. Danach kam er direkt nach Deutschland (!) und wurde auf die Ehefrau eines britischen Soldaten zugelassen. In den 80ern kaufte ihn ein Nachbar und verkaufte ihn anschließend an Andreas. Fertig. Nicht 16 Pfuscher wie bei meinem… Natürlich habe ich reichlich Fotos von dem Bug gemacht, für die Restaurierung meines Exemplars. Neben dem Bug fand sich noch ein schöner Robin Estate:
Die Kombis sind ja eine rare Spezies und daher auch hier ein besonders schönes Exemplar. In einer Scheune fanden sich dann noch zwei Reliant Kitten:
Der Rote ist schon komplett neu lackiert, der Rahmen gesandstrahlt und überholt. Der Grüne ist entweder Teilespender oder ebenfalls zur Restaurierung. Neben den Fahrzeugen gab es noch Berge an Teilen (siehe Bild oben) zu bestaunen. Zum Beispiel reihenweise Motoren:
Oder kistenweise Einzelteile:
Aber auch hier fanden sich wieder extrem seltene Stücke. Zum Beispiel diese original Reliant-Leuchtreklame:
oder eine original verschlossene Dose mit Reliant-Lack in „Tangerine Orange“. Noch flüssig!
Andreas war in seinen 40 Jahren wirklich sehr fleißig. Wie wir erkennen mussten ZU fleißig. Es war einfach zu viel, als dass wir das irgendwie sinnvoll hätten bewältigen können. Bevor ich selber den anderen Teilefundus aufgekauft habe, vielleicht. Aber so und ohne fertiges Genesungswerk? Keine Chance. Es blieb daher wenig anderes übrig, als kleinere Pakete zu schnüren. Der Bond Bug samt spezieller Teile ist (innerhalb unseres Kreises) verkauft. Der Robin ebenfalls.
Somit bleiben noch die beiden Kitten und schätzungsweise 1,5t Teile. Sollte jemand von euch Interesse haben, vermittle ich den Kontakt gerne!
Wie man sowas in den Boden bekommt ist die größere Herausforderung. Mit einem Hammer haut man eher alles krum und schief, als dass der Stab sich 3m in die Erde bohrt. Insbesondere die Verbindungsstücke zu den nachfolgenden Stangen haut man so leicht zu Brei. Die Lösung ist ein Adapter für SDS-Max-Aufnahmen. Stab Nummer 1 setzt man locker an:
Dann kommt der Adapter drauf und der beste Nachbar borgt einem seinen großen Boschhammer:
Keine Minute später ist der erste Meter in der Erde verschwunden und man kann den nächsten Meter aufstecken:
Beim anschließenden hämmern verbinden sich die beiden Stangen endfest und dann geht es weiter in den Boden. Am Schluss guckt nur noch ein kurzes Ende der Stange raus, an das man die Anschlussfahne anbringt:
Der Aufpreis für den Adapter ist auf jeden Fall gut investiertes Geld! Nur falls das jemand nachmachen möchte…
Im Sinne einer frühkindlichen Prägung dürfen die kleinen Schräubchen in unseren Alltagsautos spielen, wenn diese auf dem Hof stehen. Natürlich ist danach regelmäßig alles im Innenraum verstellt und der Innenspiegel mit Klebefingern voll, aber das ist der Preis. Zum Preis gehört es auch, dass mal etwas zu Bruch geht. So zum Beispiel die (zugegebenermaßen extrem filigrane) Brodit-Handyhalterung im Gerontengolf:
Im Combo habe ich damit ja exzelente Erfahrungen gemacht, aber die für den Golf Plus ist einfach Mist. Da die Dinger aber nicht gerade billig sind, habe ich ein erstes Experiment auf dem Feld des Kunststoffschweißens gewagt. Tobias hat damit sehr erfolgreich seinen (beim Vorbesitzer) verunfallten BMW Z4 wieder zusammen geklebt. Nur mit einem Lötkolben und ein paar Kabelbindern als Füllmaterial. Kann also nicht so schwer sein.
Leider ist das Verfahren bei notwendigerweise filigranen und maßgenauen Teilen eher nicht geeignet. Die Bruchstelle bleibt der Schwachpunkt Dementsprechend hielt die Reparatur auch nicht lange:
Für die nächste Runde versuchte ich ein feines Drahtgewebe als Verstärkung in die Oberfläche mit einzuschweißen:
Das klappte so leidlich, aber mittlerweile war die nötige Passform so weit dahingeschmolzen, dass sich die Halterung nur unter Gewalt wieder in das Armaturenbrett des Gerontengolfs integrieren ließ. Dabei machte es dann leise *knack* und sie war wieder gebrochen:
Damit verwarf ich die Angelegenheit und ging das Problem neu an. Die Halterung des Innenraumheizers oben mittig auf dem Armaturenbrett hat sich im letzten Winter sehr bewährt. Warum das Konzept nicht einfach auf den Handyhalter übertragen? Voila: