Da ich immer mehr in Rückstand mit den aktuellen Entwicklungen komme, gehts heute mal wieder am Räucherofen-Projekt weiter. Da muss noch einiges aufgearbeitet werden.
Nachdem das Räucherhäuschen nun grob fertig war, konnte es an die Detailarbeit gehen.
Um einen ersten Testlauf des Rohbaus absolvieren zu können, haben wir einen Einschub mit feinem Maschendraht bespannt:

Anschließend kamen zwei Schubebenen in den Ofen. Einmal oben:

Die Ebene ist später eher für hängendes Räuchergut.
Eine Zweite kam in die Mitte:

Anschließend haben wir den Ofen wieder mit Buchenholz angeheizt:

Und nachdem das provisorisch angebrachte Thermometer anständig Temperatur anzeigte:

Kam eine Ladung Eismeergarnelen auf das Gitter:

Die Biester haben den Vorteil, dass man sie zum Verzehr eigentlich nur auftauen muss.
Da konnte also nix schief gehen, sollten wir die Temperatur nicht oberhalb von 70-80°C halten können. So heiß muss die Kerntemperatur von Fisch (der spätere Hauptanwendungszweck unseres Ofens) nämlich werden, um eine zuverlässige Denaturierung zu gewährleisten.
Nachdem wir uns vergewissert hatten, dass der Ofen die notwendige Temperatur lange genug würde halten können, ließen wir das Feuer runter brennen und bedeckten die Glut mit Räuchermehl (Buchenspäne):

Anschließend konnten wir genau beobachten, aus welchen Ritzen der Rauch überall entfleuchen kann:

Als die Temperatur auf 30-40°C abgesunken war, haben wir das Räucherhäuschen geöffnet:
Alleine für den Anblick, war es die Arbeit wert!

Entsprechend schnell haben Vaddern und ich auch die kleinen Biester gepuhlt und zusammen mit Weißbrot sowie Odense-Dosenbier in der Abendsonne vertilgt:

Schlagwort-Archiv: bauen
“Smoker!!” VIII
Der nächste Schritt nach dem Aufsetzen des Dachs, war die Verkleidung des Giebels.
Auf der Vorderseite sollten die Bretter gegenüber der Tür etwas vor stehen, damit Regenwasser, dass an ihnen herunter läuft abtropfen und nicht direkt in das Hirnholz der Tür ziehen kann.
Damit das genau hin kam und der Spalt später auch schön gleichmäßig war, haben wir die Tür provisorisch eingepasst:

Böse Zungen behauptete: „Würde man ein Herz in die Vorderseite sägen, könnte es auch ein Lokus sein….“
Die Giebel zu verkleiden war echte Fummelarbeit. keine Ahnung, wie oft wir hin und her gelaufen sind, um nochmal einen Millimeter mehr ab zu schneiden, oder den Winkel anzupassen.

Irgendwann trudelte dann auch die Bestellung von Inox-Expert.de mit den Beschlägen für die Tür und den Lüftern ein.

Leider war ihnen jedoch ein Fehler unterlaufen. Statt der zwei bestellten verschließbaren Rundlüfter lieferten sie einen Rundlüfter und ein Kiemenblech. Mit dem Kiemenblech konnten wir jedoch nix anfangen, da die Belüftung des Häuschens auch komplett verschließbar sein muss (z.B. fürs Kalträuchern). Ein Telefonat später wurde der Fehler aber korrigiert und das fehlende Teil sofort hinterher geschickt. Guter Service. Da verzeiht man so einen Fehler gerne.
In der Zwischenzeit haben wir die Rückseite des Giebels verkleidet. Hier haben wir die Bretter des Giebels über die des Korpusses überlappen lassen. So bleibt die Hirnholzfläche 100%ig trocken.
Den einen Rundlüfter konnten wir auch schon einpassen:

Das war natürlich der Zeitpunkt für einen ersten Testlauf mit abendlichem Dosenbier:

Sehr befriedigend! Ein schönes Projekt.
Ohne Tür und mit offener Ofentür zieht der Räucherofen natürlich gewaltig.
Kaum hatten wir jedoch die vordere Tür wieder provisorisch eingesetzt und die Ofentür geschlossen pöfkerte es gemütlich aus dem Rundlüfter:

Allerdings mussten wir feststellen, dass ein Rundlüfter alleine nicht ausreichend ist, um genügend Zug zu erzeugen. Das Feuer im Ofen wurde immer kleiner und drohte sich selbst zu ersticken.
Mal sehen, wie der zweite Lüfter wirkt.
“Smoker!!” VII
Nachdem der Korpus fertig war, konnte wir an die Tür gehen.
Die Basis bildet hier wieder eine wasserfest verleimte Sperrholzplatte. Diesmal jedoch an den Außenseiten unbehandelt:

Auf die Platte kamen Nut-Feder-Bretter um ein einheitliches Erscheinungsbild sicher zu stellen. Um eine bessere Abdichtung später zu gewährleisten, fertigten wir die Tür mit einer „doppelten Stufe“. Quasi so wie eure Haustür. So muss die Luft einen komplizierteren Weg nach außen nehmen, als wenn die Tür einfach Stoß auf Stoß sitzen würde. Da zu diesem Zeitpunkt die Edelstahl-Beschläge (aus dem Bootsbau) für die Tür noch nicht da waren, haben wir erstmal mit dem Dach weiter gemacht.
Glücklicherweise hielt das Wetter, so dass wir gemütlich draußen arbeiten konnten:

Nachdem Winkel und Größe des Dachs festgelegt waren, haben wir den Korpus zu seiner späteren Heimstätte verbracht:

Ohne aufgesetztes Dach war er wenigstens noch halbwegs handlich. So langsam nahm die ganze Geschichte Formen an.

Die Basis für das Dach bildet wieder wasserfest verleimtes Sperrholz. Die spätere Dachhaut wird Teerpappe bilden.
Eigentlich wollten wir der Einfachheit halber das Dach in einem 45°-Winkel bauen. Das wäre schön einfach mit der Kappsäge zu realisieren gewesen.
Allerdings stellte sich schon bei der ersten Anprobe heraus, dass das Haus damit optisch zu turmartig würde.
Der 45°-Winkel hätte auch den Nachteil gehabt, dass die Dachüberstände so kurz ausgefallen wären, dass herab tropfendes Regenwasser auf den Gehwegplatten gelandet und damit immer ans Holz gespritzt wäre.
Also wählten wir einen flacheren Winkel frei Schnauze:

So war zwar mehr Grübelei und Anpassungsarbeit nötig, damit alle Teile am Ende bündig waren, aber zu unser beider Überraschung hat es ziemlich gut hingehauen:

Die Fugen zwischen den Teilen sind minimal und dürften sich ziemlich schnell mit Räucherrückständen zusetzen.
So sah das Ganze schon eher nach einer amtlichen Räucheranlage aus:

„Smoker!!” VI
Um meinem Bruder die Chance zu geben seine grandiosen Fotos von der Rallye upload-fertig zu bekommen, schiebe ich erstmal ein paar andere Artikel ein.
Denn auch an anderen Fronten sind Fortschritte zu vermelden:
Vadderns Räucherofenprojekt ist mittlerweile nahezu abgeschlossen.
Als erstes stand die Überhäufung des Ofens an. Dazu hatten wir ja schon Mutterboden besorgt.
Die wanderte in einer schier endlosen Eimerkette zur Baustelle:

Nachdem die Erde gleichmäßig verteilt war, hat Vaddern Grassoden besorgt und den vorderen Rand befestigt, damit dieser nicht weggespült wird. Im hinteren Teil wurde einfacher Rasen ausgesäht:

Ich finde, man kann an dem vorderen Teil schon ganz gut erahnen, wie das ganze später mal aussehen soll.
Hoffentlich hält das Gras die hohe Bodentemperatur aus. Wenn nicht, muss ich mal den Jahresbesten der lokalen Baumschule nach Pflanzen mit feuerfesten Wurzeln befragen. Oder der Natur selbst eine Lösung überlassen…
Damit das Häuschen später auch schön gerade und sicher steht, mussten wir das Plateau am Ende des Rohres noch ein wenig feintunen:

Anschließend konnten dort auch die schon vor langem zurecht geschnittenen Gehwegplatten final verlegt werden:

Nachdem an dieser Stelle kein weiterer Handlungsbedarf bestand, konnten wir uns dem Häuschen selbst zuwenden.
Wir verwenden fast ausschließlich unbehandeltes Kiefernholz für das Häuschen. Lediglich Stellen, welche dauerhaft mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen (also hauptsächlich die Außenseite), bekamen einen Anstrich mit schadstoffgeprüfter Wetterschutzfarbe. Von diesem Grundsatz wichen wir nur beim Sockel des Häuschens ab. Hier verwendeten wir wetterfeste Multiplex-Platten (Siebdruckplatten) als Feuchtigkeits- und Nagetiersperre. Die Ausdünstungen an Phenol und Formaldehyd sind bei diesen Platten so gering, dass schon eine passiv gerauchte Zigarette oder ein T-Shirt von H&M mehr Schadstoffe enthält. Also nix zum inne Hose machen, auch wenn es um Lebensmittel geht.
Den Rahmen für das Häuschen bildeten Kiefern-Kanthölzer, welche durch Latten bzw. die Multiplex-Platten verbunden wurden:

Die doppelte Kantholzreihe am oberen Ende (im Bild, links) ist nicht zwingend. Wir fanden es lediglich optisch schöner, wenn die Nut-und-Feder-Bretter nicht direkt am Rand geschraubt sind.
Zur Verschraubung verwendeten wir Edelstahlschrauben. Die müssen hier ja nix lebenswichtiges halten. Da kann man ihre wesentlich geringere Festigkeit getrost vernachlässigen. Damit die Verschraubung nachher auch schön gleichmäßig aussieht, haben wir eine Bohrschablone gebastelt (links im Bild):

Fertig verkleidet sah der Korpus dann so aus:

Hier nochmal der Blick in den Innenraum:

In die dicken Kanthölzer haben wir auf der Unterseite massive Sechskantschrauben eingedreht. Diese dienen später als einstellbare Füße, um eventuelle Unebenheiten des Untergrunds auszugleichen.
Loewe Opta Mailand Multimediacenter IV
Ich gebe zu, dass der Gedanke, auf den Plattenspieler zu verzichten mir nicht ganz behagte.
Ich habe daher mal ganz genau Maß genommen und mit Hilfe von Panzerklebeband die einzelnen Komponenten arrangiert.
Als erstes musste der Zwischenboden wieder unter den Plattenspieler:

Wie man sieht, passt das Netzteil haargenau neben die „Rückwand“.
Als nächstes habe ich mich den „Käfigen“ der IDE/SATA-Geräte zugewandt.
Eigentlich brauche ich vier Slots für meine 3,5″-Festplatten. Drei Slots hat ein normaler Käfig. Da werde ich wohl meine treue 10GB-Platte aussortieren müssen. Sie begleitet mich seit meinem ersten eigenen Rechner, erscheint jedoch im Zeitalter der Terrabyte-Platten ein wenig veraltet *schnüff*. „Dat treue Tier…“
Aus dieser Zeit begleitet mich auch mein Diskettenlaufwerk, welches wohl ebenfalls auf den Altenteil geschickt wird.
Ich weiß, ich weiß: Man kann nicht genug redundante Datenträgerformate haben! Aber es geschieht doch alles um ein noch redundanteres System (Schallplatte) zu erhalten.
Problematischer wird die Geschichte mit meinem CD/DVD-Brenner. Der ist noch nicht ganz redundant und benötigt einen riesigen 5,25″-Slot.
Auch die Dinger sind immer in Dreierpacks angeordnet. Dafür war aber partout kein Platz in dem Fach.
Also habe ich kurzerhand einen der Käfige so zurecht gebogen, dass er nur noch einen Slot bietet:

Anschließend hab ich die Dremel-Trennscheibe geschwungen und den Käfig so beschnitten, dass ich ihn später in den Langlöchern verschrauben kann:

Der Plan ist, die beiden Käfige dann an dem Zwischenboden (welcher extra stabil nachgebaut und befestigt wird) zu verschrauben. Hier schon mal provisorisch mit Panzertape dargestellt:

So sieht das Ganze dann von hinten aus:

Ein wenig Sorgen mache ich mir bezüglich des recht großen Elektromagneten des Schallplattenspielermotors. Der wäre dann nur wenige Zentimeter über den Festplatten…
Hat da jemand von euch Erfahrungswerte oder Tipps, wie man sowas abschirmen kann?
Nicht dass ich den Plattenspieler einschalte und danach die Schallplatte das einzig überlebende Datenmedium ist…
Sorgen macht mir auch der Überstand des Brenners. Dieser steht 7 cm über den Käfig nach hinten raus.
Damit ragt er über den Prozessorlüfter!
Ich habe das mal mit dem alten Mainboard und einem passenden Holzstück simuliert:

Der Lüfter auf meinem aktuellen Dual-Core-Prozessor ist ne ganze Ecke fetter, als der Dummy. Da könnte ich in arge Schwulitäten gelangen.
Bei so vielen Stromfressern auf engstem Raum befürchte ich auch Hitzeprobleme.
Das Netzteil hat extra eine Öffnung an der Unterseite, um warme Luft aus dem Gehäuse nach außen zu pusten. So gedreht, wie ich es anordnen will, würde es dann die Luft direkt vom Mainboard saugen und nach hinten ausstoßen.
Weiterhin habe ich aus dem Spender-Tower noch einen Papst-Lüfter stibitzt, für den ich auch noch Platz an der Rückseite hätte:

Ich werde nun erstmal den Zwischenboden und die Rückwand basteln und dann weitersehen.
Eine Lösung für das Brenner und das Elektromagnet-Problem wäre es, auf einen externen Brenner um zu satteln. Dann würde dessen Käfig wegfallen, die Festplatten könnten auf die andere Seite wandern und wären nicht mehr direkt unter dem Motor.
Da die Festplatten auch wesentlich kürzer sind, als der Brenner gäbe es auch keinen Konflikt mehr mit dem Prozessorkühler.
Allerdings würde so ein externer Brenner auch wieder Kohle kosten und das hier soll ja explizit ein Low-Budget-Projekt werden.