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Ich schau dir in die Augen, Kleines. V

Ich gebe ja zu, manchmal etwas kurzsichtig zu denken…
Na, was ist hieran falsch?:

Richtig! Man kann die Leuchtweitenverstellung nicht bei eingebautem Scheinwerfer bedienen, da der Sechskant-Kopf direkt auf dem Alu-Rahmen aufliegt. Blöd gelaufen… Ist mir aber auch erst aufgefallen, als ich die neuen Scheinwerfer eingebaut hatte und sie verstellen wollte.
Abhilfe schafften nun Edelstahl-Kreuzschlitzschrauben. Allerdings war der Durchmesser der Köpfe zu groß, so dass sie auch nicht am Rahmen der Scheinwerfer vorbei passten. Hier führte gezielter Einsatz eines Schleifgeräts zum Erfolg. Rechts original Größe, links „optimiert“:


Schraubengröße ist M5. Die Länge sollte mindestens 40mm betragen. Je länger um so besser.
Leider habe ich partout keine M5-Schrauben mit Kreuzschlitz oder Inbus gefunden, die einen kleineren Kopf hatten.
Das abschleifen der Köpfe ist bei diesen Teilen aber ungefährlich, da sie ja kaum Last aufnehmen müssen.

Brillenfassung

Während meine Freundin die Nebelschlussleuchte montiert hat, habe ich mich den Halteblechen der Leuchtweitenverstellung und der Leuchtweitenverstellung selbst zugewandt.
Wie hier zu sehen, werden die Scheinwerfer auf einem Blechrahmen verschraubt:
Reliant Rialto 2 Scheinwerfer rechts
Dieser Blechrahmen dient zur Leuchtweitenverstellung. Schraubt man den Scheinwerfer raus, sieht das Ganze so aus (die Bemaßung einfach ignorieren):
Reliant Rialto 2 Scheinwerfer rechts Rahmen -Maße-
Das schwarze Leuchtweitenregulierungsblech ist mit langen Schrauben auf einer grauen Grundplatte verschraubt. Als Distanzstücke dienen Federn. Hier etwas unscharf zu erkennen:
Frontscheinwerferrahmen 089
Dreht man nun die untere Schraube raus, leuchtet der Scheinwerfer höher. Dreht man die links etwas rein, leuchtet er weiter nach rechts. Einfaches Prinzip.
Das Problem ist nun auf dem folgenden Foto erkennbar:
Frontscheinwerferrahmen 090
Nach 25 Jahren Spritzwasserbereich waren die frei liegenden Gewinde der Einstellschrauben völlig zerrostet. Eine Einstellung war nicht mehr möglich, aber für die Umrüstung auf Rechtsverkehr-Leuchten notwendig.
Auch mit mittelmäßigem Gewalteinsatz ließen sich die Schrauben nicht raus drehen. Ich musste alle sechs (links und rechts je drei) mit dem Dremel absägen. Bei der Gelegenheit bekamen die schwarzen Bleche auch gleich eine neue Schicht Lack.
Die verzinkten Haltebleche haben im Lauf der Jahre ebenfalls ein paar Gilbspuren abbekommen. Daher stand auch fix der Entschluss, diese gleichfalls auszubauen. Leider sind diese nicht mit der Karosserie verschraubt, sondern vernietet:
Scheinwerfer Grundplatte 2
Glücklicherweise sind es aber keine normalen POP-Nieten (Blindniet), sondern aufpilzende Nieten:
Scheinwerfer Grundplatte
So musste nicht wieder der Dremel oder der Bohrer ran, sondern ich konnte recht einfach die umgeklappten „Arme“ mit der Zange so lange hin und her biegen, bis sie abbrachen. Den verbleibenden Stumpf habe ich von hinten mit einem Durchschlag (nein, nicht das Teil aus der Küche!) raus gehämmert.
Wenn ich die Bleche wieder einbaue, werde ich einfach Edelstahlschrauben mit Unterlegscheiben verwenden.
So sehen die verzinkten Bleche ausgebaut aus:
Scheinwerfer Grundplatte 3
Mein Vater war so freundlich, sie für mich zu schleifen und zu lackieren. Danke.

Ich schau dir in die Augen, Kleines.

Damit ich Sir Edward hier auf die Straße bekomme, muss ich die Scheinwerfer tauschen. Scheinwerfer leuchten ja nicht einfach nur geradeaus, sondern auch asymetrisch zur Seite. In Ländern mit Rechtsverkehr wird neben der Fahrbahn auch der rechte Fahrbahnrand ausgeleuchtet, um dort rumlungernde Rehe oder ähnliches Gesindel zu enttarnen. Dementsprechend leuchtet es In Ländern mit Links auch links mehr. Tauscht man nun die Voraussetzungen, ergibt ein englisches Fahrzeug auf deutschen Straßen einen geblendeten Gegenverkehr (Deshalb musste ich ja auch die Scheinwerfer bei unserem England-Abenteuer abkleben). Unschön.
Daher die Notwendigkeit des Austauschs.
Blöderweise wurden die Reliants ja nie in Deutschland verkauft und daher gibt es hier auch keine originären Scheinwerfer auf dem Markt. Allerdings sollen die Leuchten einfache Regalware sein, welche in mannigfaltigen Fahrzeugen der 70er und 80er verbaut wurde. Aus diesem Grund habe ich Sir Edward mal sein rechtes Auge gemopst und ein paar bemaßte Fotos gebaut. Ich hab auch mal die Beschriftung auf dem Glas nachgemalt (man verzeihe mir bitte die dilettantische „Paint“-Arbeit:
Reliant Rialto 2 Scheinwerfer ausgebaut -Maße-
Auch von dem Rahmen, welcher für die Leuchtweitenregulierung zuständig ist und den Scheinwerfer hält, habe ich mal ein Foto geschossen und bemaßt:
Reliant Rialto 2 Scheinwerfer rechts Rahmen -Maße-
Jemand zufällig ne Ahnung, wo diese Scheinwerfer noch verbaut wurden? Oder wo ich selbiges erfahren könnte? Was wollen mir die ganzen Zahlen auf dem Glas sagen? Kann man da was rauslesen?

Es wurde behauptet, dass Fiat 126 Scheinwerfer ähnliche Maßen haben sollen. Allerdings sollen sie etwas kleiner sein. Hat da jemand von euch zufällig ne Ahnung?

P.S.: Das „Mad“ sollte ein Scherz sein…eh Beschwerden kommen….