321-Zündung V

Nach dem Rückschlag letzte Woche, bin ich am Samstag mal zum nahen MaxBahr geradelt (Year, ich kann schon wieder Fahrrad fahren!) und hab mir nen 5er-Set Schlosserfeilen besorgt. Natürlich wurde vorher schlau gelesen. Hier gibts mal wieder nen schönen Artikel mit Grundwissen. Leider entsprach das Angebot bei MaxBahr exakt den Verheißungen dieses Testberichts. Die Dinger sind krumm und schief. Naja, sind 5 Jahre Garantie drauf… werde ich zu Tode schruppen und dann zurück bringen.
Egal.
Nachdem ich im 123ignition-eigenen Forum eine sehr aufbauende Antwort erhalten habe, stand mein Entschluss eher das Gehäuse der 123ignition zu bearbeiten, als den Motorblock.
Um nun zu wissen, wie viel vom Gehäuse ab muss, borgte ich mir von der besten Freundin von Allen einen Rouge-Stift in möglichst fieser Farbe (dann weint sie nicht so dolle, wenn er mit Motoröl zurück kommt). Die Dinger haben den Vorteil, dass sie noch schmieriger sind als billiger Nutten-Lippenstift.
Also fix die Ecke am Block abgeklebt und Rouge-Stift drauf geschmiert:
Motorblock markiert
Danach das 123-Gehäuse abgeklebt, eingesteckt und ein wenig hin und her gedreht. Sollte das jemand von euch mal nachmachen müssen, so entfernt vorher die Gummi-Dichtung am Stumpf. Dann geht das rein und raus wesentlich leichter. Das Ergebnis war zufrieden stellend:
123-Ignition markiert
Kurz mit dem Cutter die markierte Linie nachgezogen und mit dem Edding nachgemalt:
123-Ignition abgefeilt
Damit keine Späne am Schaft haften bleiben und sich nachher im Motor wieder finden, musste ich ihn irgendwie verpacken. Das Klebeband lag natürlich in der Garage. Die Dame auf meiner Arbeitsunterlage brachte mich aber auf eine gute Alternatividee:
123-Ignition abfeilen
Lümmeltüte lüppt super. Und die Noppen geben das extra bisschen Halt, das man braucht. 😉
Nach ner Stunde Gegurke habe ich als ungeduldiger Mensch aber aufgegeben.
Ich hab kaum was vom Gehäuse abbekommen und hätte da Tage dran zugedracht. Außerdem musste ich ja auf gut Glück feilen, da ich ja nicht wusste, in welcher Stellung die 123 den Zündzeitpunkt hat. Da hätte ich vielleicht Stunden lang an einer Stelle rum gefeilt, die völlig unwichtig gewesen wäre.
Also zurück zum Übeltäter! Der Stufe im Block:
Motorblock abfeilen
Diese abzufeilen hatte auch den Vorteil, dass sie nicht gerade nach oben lief, sondern schräg. Daher musste ich relativ wenig wegfeilen.
Ich habe dann eine halbrunde Vertiefung in die Stufe gefeilt, bis der 123-Körper sich frei drehen ließ. Passt jetzt haargenau:
123-Ignition Platz zum Motorblock
Die Markierung am Ventildeckel war übrigens völlig überflüssig, da der neue Verteilerfinger anders steht, als das Original:
123-Ignition eingebaut
Danach gings ans anschließen und grobe einstellen. Laut Anleitung soll man das rote Kabel der 123ignition an den Plus-Pol der Zündspule anschließen und dann den Körper der 123 so lange im Uhrzeigersinn drehen, bis eine grüne LED leuchtet. Was hat mich das Teil zur Verzweiflung getrieben! Egal wie oft ich den Körper im Kreis drehte, da wollte nix leuchten! Bis mir irgendwann einfiel, dass es sicherlich helfen könnte, wenn man auch die Zündung einschaltet…..
123-Ignition Kontrolldiode
Nachdem nun der Zündzeitpunkt grob eingestellt war, konnte ich an einen ersten Testlauf gehen!

Ich hab ja immer noch Angst vorm klingeln. Hab ja keine Ahnung, wie das klingt. Daher würde ich euch bitten, auch mal nen Ohr drauf zu haben. Keine Ahnung, ob die Soundqualität dafür ausreichend ist…
Die Stunde der Wahrheit:

Das war übrigens mit Choke und noch ohne Luftfilter.
Ich glaube meine Batterie ist etwas schwach auf der Brust. Er musste so lange drehen, weil er ewig nicht gelaufen ist und daher wohl erstmal nen bisschen Benzin aus dem Tank holen musste.
Danach gabs am Sonntag eine erste Runde auf dem lokalen IKEA-Parkplatz.
Hier mal Sir Edward im Leerlauf (warm ohne Choke). Den Sound habe ich künstlich lauter gemacht:

Hier mit normaler Lautstärke:

Und abschließend noch zweiter Gang Vollgas:

Subjektiv würde ich sagen, dass er die gleichen Geräusche wie vorher macht. Vielleicht sogar etwas leiser ist. Was die Performance betrifft, so scheint mir Kurve „0“ ziemlich nah an den Einstellungen des original Verteilers zu sein.

Leider ist hier in Osnabrück das Wetter momentan kaputt (kommen so kleine weiße Brocken raus), daher kann ich keine weiteren Tests machen. Sobald es aber wieder etwas besser wird, werde ich erstmal ein paar Kilometer mit Kurve „0“ abreißen um sie weiter zu testen.
Vielleicht fahre ich auch mal bei Auto Mobil Osnabrück vorbei, damit die mal nen Ohr dran halten.

P.S.: Wenn ihr übrigens mal wieder herzlich lachen wollt, lest euch mal die Reaktionen auf meinen Post bei oldtimer-info.de durch. Das ist immer so lustig da. Allerdings darf man dort echt nur mit nem gesunden Selbstbewusstsein Fragen stellen.

3 Gedanken zu „321-Zündung V“

  1. 😀 Genial

    die Clips hättest du dir allerdings sparen können. Da hört man ja bloß Gerausche in den Höhen. Klingeln tritt übrigens immer unter Last auf. D.h. im Stand mit dem Gas spielen ist nur zum Prollen gut. Im Zweifelsfall lass mal nen erfahrenen Schrauber damit fahren, der hört das schon raus. Es spricht aber nichts dagegen sich den sonntäglichen IKEA Parkplatz vorzunehmen und die Kurven nacheinander durchzuprobieren. der Test mit dem Durchbeschleunigen im 2. Gang vom Drehzahlkeller bis an die Drehzahlgrenze ist dabei das Verfahren der Wahl. Dabei merkst du schon wie die Zündkurve das Motorverhalten ändert und Klingeln/Klopfen hörst du auch, da bin ich mir sicher. Wenn du diese Klappe zum Fußraum hin offen lässt, hast du ja quasi direkte Hörverbindung zum Motor!
    Das Geräusch, ein helles Schnarren, sticht so aus dem Motorengeräusch heraus, das hört man schon.

  2. Glückwunsch! Für’s Fragestellen bei den Oldtimerfritzen müsstest Du ’n Orden kriegen. Mensch sind die bissig…

    Klingeln und Klopfen wirst Du hören, keine Angst. Klingt wie von Wuschel beschrieben.

    Alternativ: lass einfach Dein Duo (da entleert sich der Tank einfach und der Motor ist gut hörbar) mal mit ’nem Schluck Waschbenzin (Öl nicht vergessen!) laufen. Unter Last fängt das Ding dann im mittleren Drehzahlbereich an, Geräusche (Klingeln) zu machen, die da nicht hingehören. Die kurze Zeit macht dem Schwalbenmotor nichts und Du wirst in Zukunft bei allen Motoren immer Klingelgeräusche heraushören können.

    Viel Glück!

  3. Hmm, Ok. Das mit den Clips war wohl echt nutzlos.

    Naja, ich werd mal den Angsthasen zuhause lassen und ein paar Runden mit offener Zugangsklappe drehen. Mein Plan ist, am kommenden Wochenende mit Zündkurve „0“ mal 200km nach hause zu fahren. Dabei gewöhnt sich mein Gehör ans Geräusch und der Hintern an die Beschleunigung. Dann kann ich nächste Woche ans experimentieren mit anderen Kurven gehen. Bin echt gespannt!

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